Südtirol

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Autonome Provinz Bozen – Südtirol
Provincia Autonoma di Bolzano – Alto Adige
Provinzia Autonoma de Balsan/Bulsan – Südtirol
Wappen
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Über dieses Bild
Staat: Italien
Region: Trentino-Südtirol Trentino-Südtirol
Hauptstadt: Bozen
Fläche: 7.400,43 km²
Einwohner: 515.714 (31. Dez. 2013)[1]
Sprachgruppen: deutsch (62,3 %),
italienisch (23,4 %),
ladinisch (4,1 %),
andere (10,2 %)
(Stand: Volkszählung 2011)[2]
Bevölkerungsdichte: 69,7 Einwohner/km²
Anzahl Gemeinden: 116
Kfz-Kennzeichen: BZ
ISO-3166-2-Kennung: IT-BZ
Landeshauptmann: Arno Kompatscher (SVP)
Website: www.provinz.bz.it
Übersichtskarte von Südtirol

Südtirol (amtlich Autonome Provinz Bozen – Südtirol; italienisch Alto Adige, Sudtirolo; ladinisch Südtirol) ist die nördlichste Provinz Italiens und bildet zusammen mit der Provinz Trient die autonome Region Trentino-Südtirol. Seit Inkrafttreten der erweiterten Autonomie im Jahr 1972 genießt Südtirol umfassende Selbstverwaltungsrechte und wird seiner selbstständigen Ausrichtung entsprechend als autonome Provinz bzw. als Land bezeichnet. Südtirol zählt rund 515.000 Einwohner, seine Landeshauptstadt ist Bozen.

Das mitten in den Alpen gelegene Südtirol zählt zu jenen Gebieten Italiens, in denen eine starke Regionalkultur vorherrscht. In Südtirol ist sie auf die bairische und ladinische Besiedlung sowie auf die historisch gewachsenen Bindungen an den deutschen und österreichischen Kulturraum zurückzuführen. Die europäische Einigung ermöglicht eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit den anderen Teilen des ehemaligen Kronlandes Tirol, die seit Gründung der Europaregion Tirol–Südtirol–Trentino am Beginn einer institutionellen Verflechtung steht.

Hinsichtlich der sprachlich-kulturellen Differenzierung setzt sich die Bevölkerung gegenwärtig zu über 62 % aus deutschsprachigen und zu etwa 23 % aus italienischsprachigen Südtirolern zusammen. Rund 4 % der Bevölkerung, hauptsächlich im Dolomitengebiet, gehören zur ladinischen Sprachgruppe. Inner- und außereuropäische Migration hat insbesondere seit den 1990er-Jahren zu einer weiteren Diversifizierung der Bevölkerungszusammensetzung geführt.

Südtirol zählt zu den wohlhabendsten Regionen Italiens und der Europäischen Union. Wirtschaftlich war das an der Brenner-Transitroute gelegene Land lange Zeit in erster Linie agrarisch geprägt. Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts spielen Dienstleistungsbereiche wie Handel, Verkehr und Tourismus eine herausragende Rolle.

Lage[Bearbeiten]

Südtirol (hier das Unterland) verbindet über die Brenner-Transitroute Nord und Süd.

Südtirol befindet sich zur Gänze in den Alpen. Südtirol ist sowohl die nördlichste als auch mit einer Gesamtfläche von 7400,43 km² die größte Provinz Italiens. Durchzogen wird es in Nord-Süd-Richtung von der bedeutenden Brenner-Transitroute, die Deutschland und Österreich mit Oberitalien verbindet. Die nächstgelegenen Millionenstädte sind München etwa 150 km nördlich und Mailand etwa 200 km südwestlich.

Im Norden und Osten grenzt Südtirol an die österreichischen Bundesländer Tirol (Nordtirol, Osttirol) und zu einem kleinen Teil Salzburg. Die Nordgrenze orientiert sich seit der Teilung Tirols nach dem Ende des Ersten Weltkrieges größtenteils am Alpenhauptkamm. Im Westen stößt Südtirol an den Schweizer Kanton Graubünden. Innerhalb Italiens ist es im Südwesten von der lombardischen Provinz Sondrio, im Süden vom Trentino und im Südosten von der zu Venetien gehörenden Provinz Belluno umgeben.

Der Alpenhauptkamm (hier im Bereich des Pfossentals) bildet die Nordgrenze Südtirols.
Bundesland Tirol (Österreich)
Landesteil Nordtirol
Bundesland Salzburg (Österreich)
Kanton Graubünden (Schweiz) Nachbargemeinden Bundesland Tirol (Österreich)
Landesteil Osttirol
Lombardei
Provinz Sondrio
Trentino Venetien
Provinz Belluno

Namens- und Begriffsgeschichte[Bearbeiten]

Landkarte The Valleys of Tirol aus dem Jahr 1874, in der in etwa das heutige Südtirol und Osttirol als South Tirol bezeichnet werden; der italienischsprachige Landesteil scheint als Wälsch- or Italian Tirol or the Trentino auf.

„Südtirol“ als Bezeichnung einer politischen Verwaltungseinheit: Ein vom größeren Tiroler Gesamtzusammenhang politisch und juridisch abgegrenztes Südtirol gibt es erst als unmittelbare Folge des Ersten Weltkriegs: War Tirol bis dahin ein geschlossener Teil von Österreich-Ungarn gewesen, so wurden das heutige Südtirol und das Trentino (ehemals Welschtirol) mit Friedensvertrag von 1919 Italien zugesprochen. Die 1927 gegründete Provinz Bozen erlangte erst mit dem Ersten Autonomiestatut von 1948 ihren heutigen geographischen Umfang, wurde allerdings amtlich noch als Tiroler Etschland bezeichnet. Die für dieses Gebiet seit den 1920er-Jahren allgemein übliche Bezeichnung Südtirol wurde mit dem Zweiten Autonomiestatut von 1972 erstmals offiziell anerkannt. Seither verwendet die Landesverwaltung als Eigenbezeichnung die Langform Autonome Provinz Bozen – Südtirol bzw. die Kurzform Land Südtirol. Das italienische Äquivalent hierzu lautet Provincia Autonoma di Bolzano – Alto Adige, das ladinische Provinzia Autonoma de Balsan – Südtirol (auf Gadertalisch) oder Provinzia Autonoma de Bulsan – Südtirol (auf Grödnerisch).

„Südtirol“ als topographische Bezeichnung: Der Name „Südtirol“ bzw. seine Entsprechungen in anderen Sprachen (South Tyrol oder Tirol im Englischen, Sud-Tyrol im Französischen) fanden bereits im 19. Jahrhundert Verbreitung, konnten sich jedoch auf verschiedene südliche Gebiete der Grafschaft Tirol beziehen, die das moderne Südtirol auch nur teilweise oder überhaupt nicht einschlossen. Im weitesten Sinne wurden mit „Südtirol“ alle Tiroler Gebiete südlich des Alpenhauptkamms bezeichnet, die auf der Grundlage der sprachlichen Mehrheitsverhältnisse weiter in „Deutsch-Südtirol“ und „Welsch-Südtirol“ (oder „Welschtirol“) unterteilt wurden. Nach der Annexion des Südteils Tirols durch Italien vollzog sich in den 1920er Jahren ein Bedeutungswandel, aufgrund dessen „Südtirol“ zum Synonym für die hauptsächlich deutschsprachig besiedelte „Provinz Bozen“ aufrückte.[3]

Entstehung und Verwendung der italienischen Begriffe „Alto Adige“ und „Sudtirolo“: Die italienische Bezeichnung Alto Adige (zu deutsch „Oberetsch“ oder „Hochetsch“) für die deutschsprachigen Teile Tirols südlich der Wasserscheide wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts vom italienischen Nationalisten Ettore Tolomei geprägt und verbreitet. Er bediente sich dabei des Namens des Département Haut-Adige (Dipartimento dell'Alto Adige) im napoleonischen Königreich Italien, das von 1810 bis 1813 bestand und größtenteils das heutige Trentino sowie einige angrenzende Gebiete, darunter auch den Südteil des heutigen Südtirols mit der Stadt Bozen, umfasste. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstand die italienische Alternativbezeichnung Sudtirolo, die zunehmende Verbreitung findet.[4]

Physische Geographie[Bearbeiten]

Geologie[Bearbeiten]

Quer durch Südtirol verläuft grob in Südwest-Nordost-Richtung die Periadriatische Naht, die die Südalpen von den Zentralalpen trennt. In Südtirol treten zumindest drei der vier Hauptbauelemente der Alpen zutage: Das Südalpin kommt südlich der periadriatischen Naht zum Vorschein, das Ostalpin nördlich davon und im nördlichen Landesteil östlich des Brenners das Tauernfenster, in dem das Penninikum und nach Angaben einiger Autoren auch das Helvetikum sichtbar werden.[5]

Im Südalpin lässt sich in Südtirol in groben Zügen folgender Aufbau erkennen: Das unterste Stockwerk bildet das kristalline Grundgebirge. Vor etwa 280 Millionen Jahren, im unteren Perm, kam es zu mehrfachen magmatischen Ereignissen. An der nördlichen Grenze des Südalpins entstand damals der Brixner Granit, etwa zeitgleich kam es weiter südlich, im Großraum Bozen, zu starker vulkanischer Aktivität, die den Etschtaler Vulkanit-Komplex ausformte. Im Oberen Perm setzte eine Periode ein, in der Sedimentgesteine gebildet wurden. Zu Beginn waren es teilweise klastische Sedimente, wozu etwa der Grödner Sandstein zählt. In der Trias entstanden dann mächtige Karbonatplattformen aus Dolomitgestein; dieser Vorgang wurde in der mittleren Trias von einer kurzen, aber heftigen vulkanischen Aktivitätsphase unterbrochen.[6]

Das Ostalpin besteht in Südtirol vorwiegend aus metamorphem Gestein wie Gneisen oder Glimmerschiefern mit vereinzelten Marmoreinlagerungen (siehe auch Laaser Marmor) und metamorph überprägten Sedimentgesteinen (etwa am Ortler oder südwestlich des Brenners).[5] Im Tauernfenster kommen verschiedene metamorphe Gesteine zum Vorschein, u. a. Hochstegenkalk (etwa am Wolfendorn),[7] Grünschiefer (etwa am Hochfeiler) oder Gesteine des Zentralgneises (überwiegend im Bereich des Zillertaler Hauptkamms).[8]

Das Land Südtirol hat zahlreiche geologische Naturdenkmäler unter Schutz gestellt. Zu den bekanntesten zählen die Bletterbachschlucht, ein 12 km langer Canyon in der Gemeinde Aldein, und die Rittner Erdpyramiden, die mit einer Höhe von bis zu 30 m die größten Europas sind.[9]

Klima[Bearbeiten]

In Südtirol herrscht ein Kontinentalklima mit markanten jahreszeitlichen Schwankungen vor, das in tieferen Lagen eine warmgemäßigte und relativ milde Ausprägung annimmt. Aufgrund seiner inneralpinen, durch Gebirgsketten abgeschirmten Lage ist das Land vor nördlichen Kälteströmungen und Feuchtluftmassen aus dem Mittelmeerraum einigermaßen geschützt. Dementsprechend haben bestimmende Wetterwirkungen Mitteleuropas nur einen abgeschwächten Einfluss, und Südtirol ist auch deutlich niederschlagsärmer als die umliegenden Gebiete. Die relative Sonnenscheindauer in Südtirol ist mit 55–60 % beachtlich hoch. Die Winde wehen im Frühling und Herbst am stärksten, die oftmals Inversionswetterlagen mit sich bringenden Winter sind meist windstill, die Sommer von Berg- und Talwind-Zirkulation gekennzeichnet. Die klimatischen und Witterungsbedingungen variieren jedoch je nach Landesteil, Exposition und Höhenlage beträchtlich (so können Weinbau und Gletschergebiete fallweise nur durch wenige Kilometer Distanz voneinander getrennt sein). Generell sind der Norden und Osten des Landes vergleichsweise rauher als der mildere Süden und Westen.[10]

Gebirge[Bearbeiten]

Südtirol hat gemäß der Alpenvereinsteilung Anteil an 13 Gebirgsgruppen der Ostalpen, von denen allerdings nur die Sarntaler Alpen zur Gänze innerhalb der Landesgrenzen liegen. Die übrigen zwölf sind (im Uhrzeigersinn im Westen beginnend): Sesvennagruppe, Ötztaler Alpen, Stubaier Alpen, Zillertaler Alpen, Venedigergruppe, Rieserfernergruppe, Villgratner Berge, Karnische Alpen, Dolomiten, Fleimstaler Alpen, Nonsberggruppe und Ortler-Alpen. Besonders prominent sind die Dolomiten, die in Teilen 2009 von der UNESCO als „Welterbe Dolomiten“ anerkannt wurden und wegen ihrer Größe wiederum in zahlreiche Untergruppen gegliedert werden; teilweise oder ganz auf Südtiroler Boden befinden sich Fanesgruppe, Geislergruppe, Langkofelgruppe, Latemar, Lüsner Berge, Peitlerkofelgruppe, Puezgruppe, Pragser Dolomiten, Rosengarten, Schlerngruppe, Sella und Sextner Dolomiten.

Obwohl vereinzelte Massive nahe an die 4000-m-Grenze heranreichen und eine starke Vergletscherung aufweisen (vor allem in den Ortler-Alpen und am Alpenhauptkamm), dominiert in Südtirol der Anteil von Bergen mit Höhen zwischen 2000 und 3000 m bei Weitem. Unter der Vielzahl an Gipfeln ragen drei aufgrund ihrer alpinistischen oder kulturellen Bedeutung heraus: der Ortler (3905 m) als höchster Berg Südtirols, der Schlern (2563 m) als „Wahrzeichen“ des Landes und die Drei Zinnen (2999 m) als Zentrum des Alpinkletterns. Zu weiteren bekannten Bergen zählen u. a. die Königspitze (3851 m), die Weißkugel (3739 m), der Similaun (3599 m), die Hochwilde (3480 m), das Sarner Weißhorn (2705 m), der Hochfeiler (3509 m), die Dreiherrnspitze (3499 m), der Hochgall (3436 m), der Peitlerkofel (2875 m) und der Langkofel (3181 m).

Weiträumige Gebirgslandschaften, etwa 34 % der Gesamtfläche Südtirols, sind Almen (darunter etwa die 57 km² große Seiser Alm). Diese liegen vorwiegend oberhalb der Waldgrenze und haben wichtige landwirtschaftliche, ökologische und inzwischen auch touristische Funktionen.[11] Entlang der Haupttäler fallen die Gebirgsketten vielerorts über sanfte Terrassenlandschaften, die erdgeschichtliche Reste älterer Talsysteme darstellen, zu den Talböden ab; zwischen unwirtlichem Hochgebirge und ehemals versumpften oder tief eingeschnittenen Talgründen gelegen, kommt diesen als „Mittelgebirge“ bezeichneten Gegenden (darunter beispielsweise das Schlerngebiet) eine besondere siedlungsgeschichtliche Bedeutung zu.[12]

Täler[Bearbeiten]

Die drei großen Haupttäler Südtirols sind das Etschtal, das Eisacktal und das Pustertal, die vom eiszeitlichen Etschgletscher und seinen Zuflüssen ausgeformt wurden. Der höchstgelegene Teil des Etschtals im Westen Südtirols von der Töll bei Meran bis zum Reschen (1507 m) wird Vinschgau genannt, der südlichste Abschnitt von Bozen bis zur Salurner Klause (207 m) in Überetsch und Unterland gegliedert. Bei Bozen mündet das Eisacktal ins Etschtal. Das Eisacktal (in seinem höher gelegenen Abschnitt Wipptal genannt) zieht sich von Bozen, einen östlichen Bogen beschreibend, nordwärts bis zum Brenner (1370 m). Bei der Stadt Brixen trifft das Eisacktal auf das ostwärts streichende Pustertal, das an Bruneck vorbei und über den Toblacher Sattel (1210 m) zur Ostgrenze Südtirols führt.

Neben den drei großen Haupttälern gibt es in Südtirol noch eine große Anzahl von Nebentälern. Zu den bedeutenderen besiedelten Nebentälern zählen (von West nach Ost) u. a. Schnals, Ulten, Passeier, Ridnaun, das Sarntal, Gröden, das Gadertal und das Tauferer Ahrntal.

Im gebirgigen Südtirol liegen etwa 64,5 % der Gesamtfläche des Landes oberhalb von 1500 m s.l.m. und lediglich 14 % unterhalb von 1000 m.[13] Daher konzentriert sich ein Großteil der Bevölkerung auf verhältnismäßig geringe Flächen in den Tälern in Höhenlagen zwischen etwa 200 und 1200 m – überwiegend im Bereich ausgedehnter Schwemmkegel und breiter Talkessel. Die am dichtesten besiedelten Gebiete sind im Etschtal anzutreffen, wo sich mit Bozen, Meran und Leifers drei der vier größten Städte befinden. Die flachen Talböden werden vor allem landwirtschaftlich genutzt.

Gewässer[Bearbeiten]

Der bedeutendste Fluss Südtirols ist die Etsch, die am Reschen entspringt, bis zur Landesgrenze an der Salurner Klause eine Strecke von etwa 140 km zurücklegt und anschließend weiter Richtung Po-Ebene und zum Adriatischen Meer fließt. Die Etsch, deren insgesamt 415 km Länge in Italien allein vom Po übertroffen werden, entwässert 97 % der Landesfläche. Zu ihrem Flusssystem gehören auch der rund 95 km lange Eisack und die rund 80 km lange Rienz, die beiden nächstgrößten Flüsse Südtirols. Gespeist werden sie durch zahlreiche Flüsse und Bäche der Nebentäler. Unter den bedeutendsten Zubringern kann man etwa die Plima, die Passer, die Falschauer, die Talfer, die Ahr und die Gader nennen. Die übrigen 3 % der Landesfläche werden durch die Flusssysteme der Drau und des Inn zum Schwarzen Meer bzw. durch das Flusssystem des Piave zur Adria hin entwässert.[14]

In Südtirol gibt es 176 natürliche Seen mit einer Fläche von mehr als einem halben Hektar, der Großteil davon über 2000 m hoch gelegen. Nur 13 natürliche Seen sind größer als 5 ha, lediglich 3 davon liegen unterhalb von 1000 m Höhe: der Kalterer See (215 m), der Große (492 m) und der Kleine Montiggler See (514 m).[15] Zu den für die Energieerzeugung genutzten Stauseen in Südtirol zählen u. a. der Reschensee (1498 m), der mit 523 ha Fläche das größte stehende Gewässer Südtirols bildet, der Zufrittsee (1850 m) und der Arzkarsee (2250 m).

Zu den vom Land Südtirol ausgewiesenen Naturdenkmälern gehören zahlreiche hydrologische Objekte, darunter Bachläufe, Wasserfälle, Moore, Gletscher und Bergseen wie der der Pragser Wildsee (1494 m), der Karersee (1519 m) oder die Spronser Seen (2117–2589 m).[9]

Vegetation[Bearbeiten]

Etwa 50 % der Südtiroler Landesfläche sind bewaldet,[16] weitere 40 % liegen oberhalb von 2000 m und somit großteils jenseits der Waldgrenze, die zwischen 1900 und 2200 m variiert.[17] Jeweils mehr als die Hälfte der gesamten Waldfläche liegt in über 20° geneigtem Gelände und in Höhenlagen zwischen 1200 und 1800 m.[18] Eine Hemerobie-Studie aus dem Jahr 1997 stufte die Südtiroler Wälder zu etwa 35 % als naturnah oder natürlich, zu etwa 41 % als mäßig verändert und zu etwa 24 % als stark verändert oder künstlich ein.[19]

Die flachen Talgründe waren ursprünglich vollständig mit Auwäldern bedeckt, von denen sich nur noch sehr kleine Reste entlang der Flüsse erhalten haben. Die restlichen Flächen sind Siedlungen und landwirtschaftlichem Nutzgebiet gewichen. An den Talhängen finden sich bis auf Höhen von 800 oder 900 m submediterrane Laubmischwälder, die vorwiegend durch wärmeliebende Manna-Eschen, Hopfenbuchen, Zürgelbäume, Edelkastanien und Flaumeichen charakterisiert werden. Ab etwa 600 m können stattdessen (seltener) Rotbuchenwälder oder schwierige und karge Standorte besiedelnde Kiefernwälder auftreten. In Höhenlagen zwischen 800 und 1500 m sind Fichten-Tannenwäldern anzutreffen, zwischen 900 und 2000 m herrschen montane und subalpine Fichtenwälder vor. Letztere sind oftmals mit Baumarten wie Lärchen, Vogelbeeren, Weiß-Kiefern und Zirben durchmischt. Die Lärchen- und Zirbenwälder am oberen Rand des Waldgürtels nehmen verhältnismäßig geringe Flächenanteile ein. Jenseits der Waldgrenze bestimmen subalpine Zwergstrauchgesellschaften, alpine Rasen und zuletzt alpine Tundra als Vegetationstypen das Landschaftsbild.[20][21]

Flora und Fauna[Bearbeiten]

Hauptartikel: Flora und Fauna Südtirols

Flora: Aufgrund der Vielfalt seiner geomorphologischen und klimatischen Gegebenheiten beherbergt Südtirol eine äußerst artenreiche Flora. Es bestehen Lebensräume sowohl für xerophile als auch hygrophilen Gewächse, wärmeliebende Pflanzen kommen ebenso vor wie an hochalpine oder gar nivale Bedingungen angepasste. In Südtirol sind etwa 2.200 Arten an Farn- und Blütenpflanzen nachgewiesen. 84 Arten, Gattungen oder Familien sind durch ein Landesgesetz geschützt.[22]

Zahlreiche botanische Objekte wurden vom Land Südtirol als Naturdenkmäler eingestuft, darunter etwa die jahrhundertealten Ultner Urlärchen und die Versoaln-Rebe in Prissian.[9]

Fauna: Bis 1995 wurden in Südtirol rund 14.700 heimische und 875 fossile Tierarten nachgewiesen. Davon gehören mehr als die Hälfte, nämlich 7.585, zu den zwei Ordnungen Käfer und Schmetterlinge, und nur 494 Arten entfallen auf Wirbeltiere. Laut einer Schätzung sind auf dem Gebiet Südtirols mindestens 32.000 Tierarten heimisch. Davon gelten 41 % als gefährdete Tierarten, 71 Tierarten bzw. -gruppen sind geschützt.[23]

Das älteste gefundene Fossil aus Südtirol stammt von Würmern, welche vor 290 Millionen Jahren lebten. Megalodonten-Muscheln aus dem Hauptdolomit wurden auf ein Alter von 215 Millionen Jahren datiert.[24]

Humangeographie[Bearbeiten]

Gemeinden[Bearbeiten]

Südtirol zählt 116 Gemeinden, acht davon haben den Status einer Stadt. Bozen ist mit einer Bevölkerungszahl von über 100.000 Einwohnern die einzige Großstadt. Am Stichtag 31. Dezember 2013 hatten 17 Gemeinden weniger als 1.000 Einwohner.[25] Die flächenmäßig größte ist die Gemeinde Sarntal, die sich über 302,50 km² erstreckt, die kleinste hingegen Kuens mit lediglich 1,66 km². Im kommunalen Aufgabenbereich befinden sich u. a. die Trinkwasserversorgung, Abwasserentsorgung, gewisse Bereiche der Raumordnung, Verwaltung und Gestaltung des Territoriums sowie kulturelle Dienste.[26]

Gemeinden Südtirols
Die zehn größten Gemeinden Südtirols
Gemeinde Italienischer Name Ladinischer Name Einwohner (2011)
Bozen Bolzano Balsan, Bulsan 102.869
Meran Merano Maran 37.436
Brixen Bressanone Persenon, Porsenù 20.713
Leifers Laives 16.933
Bruneck Brunico Bornech, Burnech 15.417
Eppan Appiano 13.997
Lana Lana 11.255
Kaltern Caldaro 7.664
Ritten Renon Renon 7.643
Sarntal Sarentino 6.896

Bezirksgemeinschaften[Bearbeiten]

Südtirol ist in acht Bezirksgemeinschaften untergliedert, wobei die Landeshauptstadt Bozen alleine eine Bezirksgemeinschaft darstellt. Politisch haben Bezirksgemeinschaften eine untergeordnete Bedeutung, sie verfügen über keine direkt gewählten Organe. Ihren Aufgaben bestehen in der Koordination der kulturellen, sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Entwicklung der Mitgliedsgemeinden. Darüber hinaus werden den Bezirksgemeinschaften aus organisatorischen Gründen diverse Aufgaben des Landes Südtirol oder der Gemeinden übertragen. Dazu zählen u. a. die Sozialdienste sowie Zuständigkeiten im Umweltbereich.

Bezirksgemeinschaften Südtirols
Die Bezirksgemeinschaften Südtirols
Bezirksgemeinschaft Hauptort Fläche (km²) Einwohner (2011)
Bozen Bozen 52 102.869
Burggrafenamt Meran 1.101 97.728
Eisacktal Brixen 624 50.267
Pustertal Bruneck 2.071 79.270
Salten-Schlern Bozen 1.037 48.306
Überetsch-Unterland Neumarkt 424 71.684
Vinschgau Schlanders 1.442 35.305
Wipptal Sterzing 650 19.638

Naturschutzgebiete[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Provinz Bozen sind weiträumige Natur- und Kulturlandschaften (fast ein Viertel der gesamten Landesfläche) in einem Nationalpark sowie in sieben Naturparks besonderen gesetzlichen Schutzmaßnahmen unterstellt.[27] Zudem gibt es zahlreiche Biotope, die per Gesetz vor Umwelteingriffen geschützt sind. Grundsätzlich soll dadurch der Erhalt von natürlichen und naturnahen Lebensräumen gewährleistet werden, damit ein effizienter Schutz seltener oder gefährdeter Pflanzen- und Tierarten gelingen kann.[28] Die speziellen Bestimmungen und Maßnahmen können sich je nach Naturpark- und Biotoptyp sowie entsprechenden Schutzzielen unterscheiden.

Der Nationalpark und die sieben Naturparks in Südtirol
Die acht großen Naturschutzgebiete Südtirols
Name Fläche (km²) Gründungsjahr
Nationalpark Stilfser Joch 534,04[29] 1935
Naturpark Drei Zinnen 118,91 1981
Naturpark Fanes-Sennes-Prags 254,53 1980
Naturpark Puez-Geisler 107,22 1978
Naturpark Rieserferner-Ahrn 313,20 1988
Naturpark Schlern-Rosengarten 72,91 1974
Naturpark Texelgruppe 313,91 1976
Naturpark Trudner Horn 68,51 1980

Bevölkerung[Bearbeiten]

Demographie[Bearbeiten]

Gemäß amtlicher Bevölkerungsstatistik lebten zum Stichtag 31. Dezember 2013 genau 515.714 Personen in Südtirol. Die Einwohnerzahl ist seit Jahren kontinuierlich im Steigen begriffen. Dieser Umstand beruht bei einer rückläufigen Geburtenrate (10,3 Lebendgeborene je 1.000 Einwohner) und einer konstant bleibenden Sterberate (7,9 Todesfälle je 1.000 Einwohner) auf einer positiven Wanderungsbilanz. 8,8 % der Wohnbevölkerung sind Ausländer.[25]

43,7 % der in Südtirol ansässigen Personen leben in den sieben Gemeinden mit mehr als 10.000 Einwohnern.[25] Im Gegensatz zu vielen anderen Alpenregionen sind die ländlichen Räume von keinen verbreiteten Abwanderungsbewegungen betroffen.[30] Die Lebenserwartung liegt bei 85,0 Jahren für Frauen und 80,6 Jahren für Männer und somit über dem staatlichen (82,4 Jahre) und EU-weiten Mittelwert (80,3 Jahre); das Durchschnittsalter beträgt 41,8 Jahre.[25]

Größe der Wohnbevölkerung von 1910 bis 2011[25]
1910 1951 1961 1971 1981 1991 2001 2011
251.451 333.900 373.863 414.041 430.568 440.508 462.999 504.643

Sprachen[Bearbeiten]

Geographische Verteilung der Sprachgruppen in Südtirol gemäß der Volkszählung des Jahres 2011

Sprachliche Vielfalt: Die meistgesprochene Sprache Südtirols ist Deutsch, das über 62 % der Bevölkerung als Muttersprache verwenden. Etwa 23 % erklären sich als italienischsprachig, rund 4 % verwenden vorwiegend Ladinisch. Neben diesen autochthonen Bevölkerungsgruppen existiert seit den letzten Jahrzehnten, analog zum gesamteuropäischen Trend, auch eine wachsende Gruppe von Menschen mit Migrationshintergrund, die aus verschiedenen europäischen und außereuropäischen Staaten stammen und ursprünglich keiner der drei genannten Sprachgemeinschaften angehören.[31]

Deutsch: Deutschsprachige Südtiroler verwenden im Alltag vorwiegend Tiroler Dialekte, die geographisch in über 40 verschiedene Varianten ausdifferenziert sind. Diese südbairischen Mundarten sind jedoch trotz Unterschieden einander recht ähnlich und gegenseitig verständlich. Die Verwendung von Standarddeutsch ist in Südtirol großteils auf klar umrissene Domänen (etwa Schule und Verwaltung) beschränkt. Markantes Merkmal sowohl der Südtiroler Dialekte als auch des landesüblichen Standarddeutschs (gelegentlich als „Südtiroler Deutsch“ ausgewiesen) sind die in den letzten Jahrzehnten aus dem Italienischen übernommenen Wörter, Interferenzen und Lehnübersetzungen. Von den 116 Gemeinden Südtirols haben 103, vorwiegend ländliche Kommunen eine mehrheitlich deutschsprachige Bevölkerung. In 77 Gemeinden liegt diese Mehrheit bei über 90 %, in Martell gar bei 100 %.

Italienisch: Anders als unter deutschsprachigen Südtirolern üblich, ist in der italienischen Gemeinschaft in Südtirol die Standardsprache die dominante Varietät. Dialekte finden kaum Verwendung, da die größtenteils im 20. Jahrhundert entstandene italienische Sprachgruppe in Einwanderungsbewegungen aus verschiedenen Regionen Italiens wurzelt. Nur im Unterland wird von einem kleinen Bevölkerungsanteil traditionell ein lombardisch-venetischer Dialekt gesprochen. Die italienische Sprachgruppe lebt vorwiegend im städtischen Ballungsgebiet um die Provinzhauptstadt Bozen. Auch die umliegenden Gemeinden Leifers, Branzoll und Pfatten sowie Salurn an der südlichen Landesgrenze sind mehrheitlich italienischsprachig bewohnt. In den Bezirksstädten Meran, Brixen und Bruneck sowie in mehreren Gemeinden im Unterland sind größere italienische Gemeinschaften beheimatet.

Dreisprachige Beschilderung in Gröden auf Ladinisch, Deutsch und Italienisch

Ladinisch: Im Alltag der Südtiroler Ladinischsprecher finden überwiegend die lokalen Dialekte Verwendung. Die 1998 geschaffene Standardsprache Ladin Dolomitan stößt auch bei offiziellen Institutionen nicht auf volle Akzeptanz. Die ladinische Sprachgruppe, deren Situation stark von Multilingualismus geprägt ist, konzentriert sich auf den Südtiroler Teil Ladiniens – das Gadertal und Gröden in den Dolomiten. Acht dort verortete Gemeinden, nämlich Abtei, Corvara, Enneberg, St. Christina, St. Martin, St. Ulrich, Wengen und Wolkenstein, haben eine ladinische Bevölkerungsmehrheit.

Geschichtliche Entwicklung: Die Anteile der ladinischen, deutschen und italienischen Sprachgruppen an der Gesamtbevölkerung des heutigen Südtirol unterlagen im Laufe der Geschichte mehrfach Schwankungen. Ihre jeweiligen Wurzeln gehen auf die antike Romanisierung des Alpenraums, die bajuwarische Siedlungstätigkeit des Frühmittelalters, sowie die Zuwanderung italienischer Tagelöhner und Dienstboten ab dem 17. Jahrhundert zurück.[32] In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts führten der staatlich geförderte Zuzug italienischer Arbeiter (Italianisierung Südtirols) und die politisch motivierte Emigration deutsch- und ladinischsprachiger Südtiroler (Option) zu massiven demographischen Veränderungen. Der italienischsprachige Bevölkerungsanteil stieg dadurch im Zeitraum von 1910 bis 1961 von rund 3 % auf rund 34 % an, nimmt seither aber kontinuierlich ab. Manche Aspekte der Besiedlungsgeschichte lassen sich auch an den Südtiroler Familiennamen nachvollziehen.

Seit der Jahrtausendwende hat sich vor allem die Einwanderung aus Drittländern im Gesellschaftsbild Südtirols bemerkbar gemacht. 2011 lebten zum Stichtag 44.362 ausländische Staatsbürger in Südtirol, was einem Anteil von 8,7 % an der lokalen Wohnbevölkerung entspricht.[33] Die größte Gruppe der Südtiroler mit unmittelbarem Migrationshintergrund waren dabei Albaner, gefolgt von Deutschen und Marokkanern. Den Großteil der nicht-deutschsprachigen Immigranten integriert dabei die italienische Gemeinschaft Südtirols. Der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund liegt an italienischen Grundschulen bei 21,1 %, an den deutschsprachigen Schulen hingegen nur bei 6,1 %, an ladinischen Schulen bei 4,0 %.[34] An höheren Schulen lag der Anteil ausländischer Schüler 2011 bei 7,0 %.[35]

Wohnbevölkerung nach Sprachgruppen von 1880 bis 2011 in Prozent[25]
Sprache 1880 1890 1900 1910 1921 1961 1971 1981 1991 2001 2011
Deutsch 90,6 89,0 88,8 89,0 75,9 62,2 62,9 64,9 65,3 64,0 62,3
Italienisch 3,4 4,5 4,0 2,9 10,6 34,3 33,3 28,7 26,5 24,5 23,4
Ladinisch 4,3 4,3 4,0 3,8 3,9 3,4 3,7 4,1 4,2 4,0 4,1
Andere 1,7 2,3 3,2 4,3 9,6 0,1 0,1 2,2 4,0 7,5 10,2

Sprachenpolitik:

Zweisprachiger Personalausweis für Südtirol

In Südtirol gibt es drei offiziell anerkannte Sprachgemeinschaften: eine deutschsprachige, eine italienischsprachige und eine ladinischsprachige. Ihre jeweilige kulturelle Eigenart wird vom italienischen Staat per Gesetz und durch entsprechende Maßnahmen der öffentlichen Verwaltung in ihrem Fortbestand gesichert. Die Sprachen der drei autochthonen Sprachgemeinschaften, nämlich Deutsch, Italienisch und Ladinisch, sind in der Provinz Bozen auch die offiziellen Amtssprachen, wobei dies für das Ladinische nur in den mehrheitlich von Ladinern bewohnten Talschaften gilt. Die amtliche Mehrsprachigkeit impliziert, dass sämtliche Orts- und Straßenschilder sowie ein Großteil aller öffentlichen Beschilderungen mehrsprachig beschriftet sind. Alle Mitarbeiter von Ämtern müssen Deutsch- und Italienisch-Kenntnisse nachweisen können (etwa durch die „Zweisprachigkeitsprüfung“), in ladinischen Gemeinden zusätzlich Ladinisch-Kenntnisse. Der sogenannte „ethnische Proporz“ garantiert, dass Stellen im öffentlichen Dienst gleichmäßig zwischen den drei Sprachgruppen aufgeteilt werden. Alle Bewerber müssen dementsprechend ihre jeweilige „Sprachgruppenzugehörigkeitserklärung“ vorlegen.

Verteilung nach Sprachgruppenzugehörigkeitserklärung in Prozent[36][25]
Sprache 1981 1991 2001 2011
Deutsch 66,4 67,99 69,15 69,41
Italienisch 29,4 27,65 26,47 26,06
Ladinisch 4,2 4,36 4,37 4,53

Konfessionen[Bearbeiten]

Der Innenraum des Brixner Doms

Katholische Kirche: Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung Südtirols ist römisch-katholisch getauft. Bereits aus der Spätantike sind frühchristliche Stätten im Gebiet archäologisch nachgewiesen;[37] Säben im Eisacktal entwickelte sich in dieser Zeit zu einem bedeutenden kirchlichen Zentrum, das erst im ausgehenden Frühmittelalter von Brixen als Bischofssitz abgelöst wurde. Das Territorium des heutigen Südtirol war über Jahrhunderte zwischen den Bistümern Brixen, Chur (bis 1819) und Trient aufgeteilt. Unter Bezugnahme auf die modernen politischen Grenzen wurde 1964 das Bistum Brixen, das nach dem Ersten Weltkrieg seine umfangreichen Nord- und Osttiroler Gebiete verloren hatte, zur Diözese Bozen-Brixen erweitert, deren Ausdehnung mit jener der Provinz Bozen identisch ist. Geführt wurden die Gläubigen seither von den Bischöfen Joseph Gargitter (1964–1986), Wilhelm Egger (1986–2008), Karl Golser (2008–2011) und Ivo Muser (seit 2011). Die Diözese umfasst 28 Dekanate und 281 Pfarreien (Stand: 2014),[38] ihre Bischofskirchen sind der Brixner Dom und der Bozner Dom. Als Diözesanpatrone werden Kassian und Vigilius verehrt.[39] Wichtige Bezugspersonen in aktuellen Diskursen der lokalen katholischen Kirche sind der Heilige Josef Freinademetz und Josef Mayr-Nusser.

Die Synagoge in Meran

Konfessionelle Kleingruppen: Vor allem im touristisch früh erschlossenen Meran entstanden im 19. Jahrhundert verschiedene konfessionelle Kleingruppen. Dort wurde 1861 die heute noch bestehende evangelisch-lutherische Gemeinde gegründet, die wie auch die etwas jüngere Gemeinde in Bozen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Italien angehört. Zusammen betreuen sie als Eigentümer mehrerer Kirchen und Predigtstätten weniger als 1000 Gläubige in Südtirol und im benachbarten Trentino. Die jüdische Gemeinde Südtirols unterhält in Meran eine Synagoge und verfügt in Meran und Bozen über eigene Friedhöfe. Auch die russisch-orthodoxe Kirche ist in Meran beheimatet. Ebenso existiert eine Südtiroler Gemeinschaft der Zeugen Jehovas. Über die gestiegene Einwanderung aus dem arabischen und asiatischen Raum kamen in den vergangenen Jahren Muslime nach Südtirol, deren Anzahl auf rund 14.000 Gläubige geschätzt wird.[40]

Charakteristika des gesellschaftlichen Lebens[Bearbeiten]

Hohe Dichte an Non-Profit-Organisationen: Die Südtiroler Gesellschaft ist in erheblichem Ausmaß durch die Aktivitäten von Non-Profit-Organisationen geprägt.[41] 2011 waren unter insgesamt 4.927 aktiven Vereinen und Verbänden ohne Erwerbszweck 60,1 % im Bereich Kultur, Sport und Freizeit tätig, 11,2 % im Sozialwesen und Zivilschutz, sowie 7,1 % im Umweltschutz. Auf 10.000 Einwohner kamen 97,6 Organisationen, was den gesamtstaatlichen Durchschnitt von 50,7 bei Weitem übertrifft. Mitglieder übten dabei rund 150.000 institutionalisierte Ehrenämter aus (3.008 je 10.000 Einwohner), was statistisch ebenfalls aus den italienischen Vergleichswerten deutlich heraussticht.[42] Zu den größten Vereinen und Verbänden des Landes zählen u. a. der Verband der Sportvereine Südtirols (rund 85.000 Mitglieder in 518 Vereinen und 1.124 Sektionen),[43] der Alpenverein Südtirol (rund 60.000 Mitglieder in 91 Sektionen und Ortsstellen),[44] das Weiße Kreuz (rund 50.000 Mitglieder),[45] der Katholische Verband der Werktätigen (rund 40.000 Mitglieder in 260 Ortsgruppen),[46] die Freiwilligen Feuerwehren Südtirols (rund 18.000 Mitglieder in 306 Feuerwehren),[47] die Katholische Jungschar (rund 11.000 Mitglieder),[48] die Südtiroler Musikkapellen (rund 9.000 Mitglieder in 211 Kapellen)[49] und die Schützen (rund 6.000 Mitglieder in 143 Kompanien und Kapellen).[50]

Tendenz zur ethnischen Trennung: Ein weiteres Merkmal der Südtiroler Gesellschaft ist ihre relativ starke Ethnisierung. Diese spiegelt sich in erster Linie in der institutionalisierten Trennung nach Sprachgruppen wider (z. B. sprachlich getrennte Schulsysteme, Zuweisung von Arbeitsplätzen im öffentlichen Dienst nach „ethnischem Proporz“), lässt sich aber auch im Bereich der Wirtschaft (Landwirtschaft und Tourismus als traditionell „deutsche“ Domänen, öffentlicher Dienst und Industrie lange Zeit als primäre Wirtschaftsbasis der „Italiener“), sowie auf Ebene der Non-Profit-Organisationen (italienische Parallelorganisationen wie Club Alpino Italiano, Azione Cattolica, Croce Rossa) und im Bereich der meinungsbildenden Regionalmedien (deutsch- vs. italienischsprachig) eindeutig nachweisen. Gegen diese Ethnisierung, die im Kern auf den ökonomischen Interessensunterschieden der Sprachmilieus beruht,[51] und phasenweise nationalistisch übersteigert wurde, praktizierten kleine politische Oppositionskreise sogenannte interethnische Gegenkonzepte, die in den 1970er-Jahren im gesellschaftlichen Diskurs erstmals wahrgenommen wurden (Alexander Langer, Neue Linke/Nuova Sinistra). In den 1990er-Jahren begann auch die regierende Lokalpolitik, vorhandene Parallelstrukturen in Ansätzen aufzubrechen, etwa durch die Einrichtung der mehrsprachigen Freien Universität Bozen.[52]

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte Südtirols

Ur- und Frühgeschichte[Bearbeiten]

Gletschermumie Ötzi aus dem 4. Jahrtausend v. Chr.

Das Gebiet an Etsch, Eisack und Rienz ist seit der mittleren Steinzeit (Mesolithikum) besiedelt. Die Menschen hielten sich damals im Sommer überwiegend im Hochgebirge oberhalb der Baumgrenze auf. Dies belegen zahlreiche archäologische Fundstellen mit Funden aus dem 7. bis zum 4. Jahrtausend v. Chr. In der darauf folgenden Jungsteinzeit begann der Mensch die fruchtbaren Mittelgebirgsterrassen entlang der Haupttäler zu besiedeln. Wichtige Funde aus dieser Zeit stammen vom Plunacker in Villanders, dem Hügel von Schloss Juval im Vinschgau und vom Tisenjoch („Ötzi“). In der Bronzezeit begann eine Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs, hauptsächlich wegen des Kupferbergbaus. In der späten Bronzezeit (1300–1000 v. Chr.) und der älteren Eisenzeit war das heutige Südtirol von Menschen besiedelt, die Träger der inneralpinen Laugen-Melaun-Kultur waren. Die Räter sind in der jüngeren Eisenzeit Träger der Fritzens-Sanzeno-Kultur und damit die erste namentlich bekannte Urbevölkerung des mittleren Alpenraumes.

Altertum[Bearbeiten]

Ruinen auf Castelfeder aus der Zeit zwischen dem 6. und dem 9. Jh. n. Chr.

Von 59 v. Chr. bis zur Völkerwanderungszeit gehörte das Gebiet des heutigen Südtirol zum römischen Imperium. Auf diese Zeit gehen keine örtlichen Stadtgründungen zurück, da das Gebiet reine Etappe war, aber es sind zahlreiche Meilensteine und römische Straßenstationen wie etwa Sebatum im Pustertal oder Sublavione im Eisacktal bekannt. 2005 wurde bei St. Pauls in der Gemeinde Eppan eine römerzeitliche Villa aus dem 4. Jahrhundert entdeckt und in der Folge ausgegraben, wobei auch sehr gut erhaltene Fußboden-Mosaike zum Vorschein kamen.

Zwischen dem 6. und 9. Jahrhundert wurde das Gebiet von den Bajuwaren besiedelt, die dort auf die Langobarden und die romanisierten Ureinwohner stießen. Wichtige Fundstellen und Denkmäler aus dieser Zeit sind der Säbener Berg bei Klausen, Castelfeder bei Auer, St. Peter in Altenburg bei Kaltern und die Kirche St. Prokulus bei Naturns.

Mittelalter[Bearbeiten]

Schloss Tirol, Hauptbauphasen des 11.–13. Jhs. n. Chr.

Als Teil des Frankenreiches und später des Heiligen Römischen Reiches erlangte das Gebiet strategische Bedeutung, weil seine Straßen nach Italien führten. Große Teile des Landes wurden 1004 und 1027 den Bischöfen von Trient und Brixen als Grafschaften (u. a. das Norital) übertragen.

Nachdem deren Verwalter (Vögte), die Grafen von Tirol (vgl. Meinhard II.), das Land unter ihre Herrschaft gebracht hatten, nahm das Territorium zusammen mit den Talschaften nördlich des Brenners allmählich den Namen Tirol an. Der südliche Landesteil, insbesondere der Zentralraum um Bozen und das Burggrafenamt, ist eine der Gegenden mit den meisten Burgen in Europa; dazu zählen etwa die besonders bekannten Anlagen Schloss Tirol, Schloss Runkelstein, Churburg, Burg Hocheppan und Burg Taufers. Ab dem späten 12. Jahrhundert setzte entlang den überregionalen Verkehrsachsen eine Phase zentralörtlicher Städtegründungen ein, die zu einer erheblichen sozialen Ausdifferenzierung und wirtschaftlichen Verdichtung des Landes führte.[53]

Im Jahr 1363 ging die Grafschaft – nach erfolglosen Bemühungen seitens der Wittelsbacher und der Luxemburger – von Margarete von Tirol (später „Maultasch“ genannt) unter Zustimmung der tirolischen Landstände an die Habsburger über, die das Land fast durchgängig bis 1918 regierten.

Frühe Neuzeit[Bearbeiten]

Am Beginn des 16. Jahrhunderts wurde auch der Tiroler Raum von den großräumigen politischen und religiös-ideologischen Umwälzungen erfasst. Michael Gaismair führte um 1525 den lokalen Bauernaufstand an, der nach ersten Zugeständnissen des Tiroler Landesfürsten allerdings gewaltsam niedergeschlagen wurde. Gaismair fiel 1532 in Padua einem gezielten Mordanschlag der Habsburger zum Opfer.

Die Reformation fand in Tirol zeitgleich in der Bewegung der Hutterer besondere Resonanz – eine religiöse Vereinigung, die 1528 von Jakob Hutter gegründet worden war. Auch die Hutterer waren massiver Verfolgung ausgesetzt. Jakob Hutter wurde 1536 vor dem Goldenen Dachl in Innsbruck auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Zahlreiche seiner Anhänger verließen Tirol infolge der Repression und fanden in Mähren, später in Nordamerika, eine neue Heimat.

19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Franz Defregger: Vorabend der Schlacht am Bergisel.
Heroisierendes Gemälde mit Andreas Hofer inmitten seiner Getreuen.

Im Zuge der Französischen Revolution und den anschließenden Eroberungskriegen Napoleons entstand in Tirol unter Führung Andreas Hofers eine Widerstandsbewegung, die sich der säkularen, aus Frankreich importierten Neuordnung gewaltsam widersetzte. Nach der militärischen Niederschlagung des Tiroler Volksaufstands wurde Bozen und das Gebiet südlich davon zusammen mit dem Trentino 1810 erstmals an das kurzlebige Königreich Italien angegliedert, 1813 von den Truppen des Kaisertums Österreich jedoch neuerdings besetzt. Im Zuge der Wiederherstellung der vorrevolutionären Machtverhältnisse in Europa (Restauration) auf dem Wiener Kongress wurde Tirol 1815 erneut als Teil der Habsburgermonarchie bestätigt.[54]

Die Industrielle Revolution hielt in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Tirol erst verspätet Einzug und blieb lange Zeit im Wesentlichen auf die kleinstädtischen Ballungszentren der Region beschränkt. Als politische Strömung gewann der neue Nationalismus deutscher und italienischer Prägung zunehmend an Bedeutung. Erste Kontroversen hatten sich in Tirol diesbezüglich bereits im Revolutionsjahr 1848 abgezeichnet; sie verstärkten sich vor dem Hintergrund des italienischen Risorgimento (1861) und der deutschen Reichsgründung (1871).

Kriegsjahre und Diktaturen[Bearbeiten]

Erster Weltkrieg: Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs erfolgte zu einem Zeitpunkt, an dem die soziale Basis des Vielvölkerstaates Österreich-Ungarn auch in Tirol durch die aufkommenden Nationalismen bereits tief gespalten war. Die Hinrichtung des italienischen Irredentisten Cesare Battisti in Trient im Jahr 1916 gilt als symbolischer Höhepunkt des Tiroler Nationalitätenkonflikts. Ihm war der Kriegseintritt Italiens gegen Österreich-Ungarn aufseiten der Triple Entente im Jahr 1915 vorausgegangen. In diesem Zusammenhang hatte Italien in einer geheimen Abmachung von seinen Bündnispartnern die Zusicherung erhalten, nach dem Sieg u. a. den südlichen Teil Tirols bis zum Brennerpass annektieren zu können.

Abtrennung von Österreich: Am 30. Oktober 1918 konstituierte sich der neue Staat Deutschösterreich und betrachtete Deutsch-Südtirol als Bestandteil seines Staatsgebiets. Am 3. November 1918 schloss die kaiserlich-österreichische Armee (Ungarn betrachtete sich seit dem Ende der Realunion am 31. Oktober 1918 als nicht mehr betroffen und verhandelte seinen Waffenstillstand mit Italien in der Folge separat) mit dem Königreich Italien den Waffenstillstand von Villa Giusti. Südtirol wurde daraufhin rasch von italienischen Truppen besetzt.

Deutschösterreich nahm am 12. November 1918 die Ausrufung der Republik vor. Es hatte als Teil der Verliererseite des Krieges kaum Einfluss auf den Vertrag von Saint-Germain vom 10. September 1919 (der demzufolge damals als Diktat von Saint-Germain bezeichnet wurde), aber zum Vertragsabschluss keine gangbare Alternative. Südtirol wurde, dem Geheimabkommen Englands, Frankreichs und Russlands mit Italien von 1915 entsprechend, Italien zugesprochen. Das österreichische Parlament ratifizierte den Vertrag am 21. Oktober 1919;[55] völkerrechtlich trat er am 16. Juli 1920 in Kraft. Daraufhin erfolgte am 10. Oktober 1920 auch formal die Annexion Südtirols durch Italien.

Siegesdenkmal in Bozen, erbaut als Symbol der Italianität, des Faschismus sowie als Denkmal für die italienischen Toten des Ersten Weltkriegs

Italianisierung: Mit der Machtergreifung der Faschisten in Italien im Jahre 1922 begann in Südtirol eine gewaltsame Assimilierungspolitik, die eine vollständige Ausmerzung des altösterreichischen Charakters der Region zum Ziel hatte. Im Rahmen eines umfassenden Italianisierungsprogramms wurde u. a. der Gebrauch der deutschen Sprache im Schulunterricht sowie in allen öffentlichen Einrichtungen verboten; ebenso wurden Vor- und Familiennamen der ortsansässigen Bevölkerung behördlich ins Italienische übersetzt. Eliten aus dem Umfeld der katholischen Geistlichkeit sowie des konservativ-deutschnationalen Deutschen Verbands widersetzten sich dieser Entnationalisierungspolitik mit der Einrichtung illegaler Katakombenschulen. Ab Beginn der 1930er-Jahre organisierten sich Südtiroler aber auch im nationalsozialistischen Völkischen Kampfring Südtirols (VKS).

Südtiroler Optanten 1940 nach ihrer Ankunft in Innsbruck

Umsiedlungspolitik: Im Mai 1939 schlossen Benito Mussolini und Adolf Hitler den Stahlpakt, und legten darin u. a. fest, „die gemeinsame, für alle Zeiten festgelegte Grenze zwischen Deutschland und Italien“ anzuerkennen, also auch jene zwischen Tirol und Südtirol. Zur Lösung der Südtirolfrage wurde auf Linie der nationalsozialistischen Heim-ins-Reich-Doktrin im Oktober desselben Jahres schließlich ein Umsiedlungsabkommen geschlossen, die sogenannte Option, in der die deutsch- und ladinischsprachige Bevölkerung vor die Wahl gestellt wurde, in das Deutsche Reich abzuwandern oder ohne ethnischen Minderheitenschutz in ihrer Heimat zu bleiben. Der Völkische Kampfring Südtirols unterstützte dieses Abkommen nach anfänglicher Kritik, während sich eine kleine Gruppe um den Andreas-Hofer-Bund der Umsiedlung widersetzte. Kurz nach Beginn des Zweiten Weltkriegs wurden so zehntausende Südtiroler (rund 86 % hatten sich für die Abwanderung entschieden) in das Deutsche Reich umgesiedelt.

Nationalsozialistische Herrschaft: Mit dem Sturz Mussolinis und dem deutschen Einmarsch in Norditalien endete die Umsiedlung 1943 vorzeitig; Südtirol geriet nun als Operationszone Alpenvorland bis Kriegsende 1945 direkt unter nationalsozialistische Herrschaft (siehe auch Durchgangslager Bozen). Mit dem Einmarsch der US-Streitkräfte im Frühjahr 1945 übernahm die italienische antifaschistische Widerstandsbewegung Comitato di Liberazione Nazionale (CLN) die provisorische Verwaltung Südtirols; gleichzeitig wurde die Südtiroler Volkspartei (SVP) als Sammelpartei der deutsch- und ladinischsprachigen Südtiroler gegründet.

Nachkriegszeit und Autonomie[Bearbeiten]

Unmittelbare Nachkriegszeit: Am Rande der Pariser Friedenskonferenz 1946 wurde zwischen der österreichischen Bundesregierung Figl I und der Republik Italien die Grundlage für ein Autonomiestatut für Südtirol und die deutschsprachigen Gemeinden des angrenzenden Trentino ausgehandelt (Gruber-De-Gasperi-Abkommen). Die italienische Regierung fasste die beiden Provinzen 1948 jedoch zu einer Region zusammen, wodurch die politischen Vertreter der deutschsprachigen Südtiroler gegenüber den italienischen Parteien in eine Minderheitenposition gebracht wurden. Auch andere Bestimmungen des Vertrages blieben im Verlauf der 1950er-Jahre zum Großteil unerfüllt. Die italienische Wirtschaftspolitik förderte gleichzeitig die Arbeitsmigration aus den italienischen Nachbarregionen nach Südtirol, gegen die sich unter der alteingesessenen Bevölkerung Widerstände aufbauten.

Bombenattentate: Das Klima politischer und ökonomischer Marginalisierung bestärkte einige separatistisch gesinnte Südtiroler (Befreiungsausschuss Südtirol, BAS) ab Mitte der 1950er-Jahre in ihrem Vorhaben, durch Bombenattentate eine Loslösung Südtirols von Italien zu erzwingen. Nach Inhaftierung der Führungsriege des BAS infolge der Feuernacht im Jahr 1961 wurden bis in die späten 1980er-Jahre zunehmend gewalttätigere Anschläge von Folgegruppierungen verübt, die mit neonazistischen Kreisen aus dem deutschsprachigen Ausland in Verbindung standen. Gleichzeitig hatten die italienischen Behörden über Folterungen von BAS-Häftlingen und gewalttätige Provokationen aus Geheimdienstkreisen (SIFAR, Gladio) gezielt eine Strategie der Spannung verfolgt, um die Verhandlungsposition der deutschsprachigen Südtiroler auf diplomatischer Ebene zu schwächen.

Auf Initiative des österreichischen Außenministers Bruno Kreisky kam 1960 die UN-Resolution zur Südtirolfrage zustande.

Diplomatische Lösung: Bereits vor den Ereignissen der Feuernacht wurde die Südtirolfrage im Jahr 1960 mit der Bekanntgabe des Streitfalls zwischen Österreich und Italien durch den damaligen österreichischen Außenminister Bruno Kreisky vor der UNO-Generalversammlung „internationalisiert“, d. h. zum Gegenstand der Aufmerksamkeit über Österreich und Italien hinaus gemacht. Die italienische Regierung wurde dadurch zu einer Lösung des politischen Konflikts mit der ethnischen Minderheit der Südtiroler motiviert. Nach Einsetzung der parlamentarischen Neunzehnerkommission im Jahr 1961 erzielten die Außenminister Giuseppe Saragat (Italien) und Bruno Kreisky (Österreich) 1964 eine erste grundsätzliche Einigung hinsichtlich der Verwirklichung des Maßnahmenpakets, das die Kommission vorgelegt hatte. Nach weiteren Nachverhandlungen wurden 1969 schließlich der so genannten „Operationskalender“ zur Verwirklichung des „Südtirol-Pakets“ von der Südtiroler Volkspartei und dem österreichischen Nationalrat gutgeheißen und 1971 vom italienischen Parlament verabschiedet. 1972 trat somit das Zweite Autonomiestatut als Verfassungsgesetz in Kraft, das einen bedeutenden Ausbau der Autonomie Südtirols mit sich brachte. 1992 gab die italienische Regierung der österreichischen bekannt, Paket und Operationskalender seien nun im vollen Umfang realisiert. Österreich richtete daraufhin nach Zustimmung der Südtiroler und Tiroler Politiker eine „Streitbeilegungserklärung“ an Italien und an die Vereinten Nationen.

Jüngere Entwicklungen: Begünstigt von weitreichenden Autonomiebefugnissen (teils auch in Budgetangelegenheiten) konnte sich Südtirol zu einer wohlhabenden Region in Europa und einer der bestgestellten Italiens entwickeln. Der mit dem Schengener Abkommen und der Einführung der Gemeinschaftswährung Euro angeschobene europäische Integrationsprozess erleichterte es seit den 1990er-Jahren, verstärkt an die lange historische Zusammengehörigkeit des Bundeslandes Tirol und der Länder Südtirol und Trentino anzuknüpfen. Mit der Gründung der Europaregion Tirol–Südtirol–Trentino erfolgte eine Institutionalisierung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit den anderen Teilen des ehemaligen Kronlandes Tirol.

Politik[Bearbeiten]

Regional- und Landesautonomie[Bearbeiten]

Hauptartikel: Autonomie Südtirols
Wappen der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol

Südtirol (also die Provinz Bozen) bildet zusammen mit dem Trentino (Provinz Trient) die Region Trentino-Südtirol, eine der insgesamt fünf italienischen Regionen, die mit weitgehenden Gesetzgebungsbefugnissen ausgestattet und dementsprechend auch von der italienischen Verfassung als autonome Regionen mit besonderem Statut anerkannt werden. Das Erste Autonomiestatut wurde 1948 auf Grund des Gruber-De-Gasperi-Abkommens per Verfassungsgesetz eingeführt. Von den politischen Vertretern der deutschsprachigen Südtiroler wurde diese Lösung jedoch als unzureichend empfunden, zumal mit Konstituierung der Gemeinschaftsregion mit dem Trentino de facto eine italienischsprachige Bevölkerungsmehrheit geschaffen wurde, die bei Wahlen das politische Potential der deutschsprachigen Regionalparteien limitierte. Gleichzeitig wurde im Verlauf der 1950er- und 60er-Jahre von Seiten der deutschsprachigen Bevölkerung die fehlende Umsetzung der zugesicherten Maßnahmen zur wirtschaftlichen und kulturellen Förderung kritisiert.

Mit Einführung des Zweiten Autonomiestatus im Jahr 1972 wurden nach mehrjährigen Verhandlungsetappen die autonomen Verwaltungskompetenzen erweitert und beinahe zur Gänze von der Region Trentino-Südtirol an die beiden Provinzen Trient und Bozen übergeben. Der Provinz Bozen (in der eine deutschsprachige Bevölkerungsmehrheit vorherrscht) ist es vorbehalten, eigene Gesetze in den Bereichen öffentliche Ämter, Raumordnung, Handwerk, Messen und Märkte, Jagd und Fischerei, Kommunikations- und Transportwesen, Fremdenverkehr und Gastgewerbe, Landwirtschaft, Kindergärten, Schulbau und einer Reihe weiterer Kompetenzbereiche zu erlassen.

Um die Umsetzung der Provinzialgesetze und eine entsprechende Selbstverwaltung zu ermöglichen, wird Südtirol mit finanziellen Mitteln aus den staatlichen Steuereinnahmen versorgt, bleibt dabei jedoch ein Nettozahler zum italienischen Staatshaushalt.[56] Ein Großteil der in der Provinz einbezahlten Steuern (vor allem der Umsatzsteuer sowie der Einkommens- und Körperschaftsteuer) fließen von Rom an die Provinzverwaltung zurück. Der Südtiroler Landeshaushalt belief sich 2015 auf rund 5,3 Milliarden Euro.[57] Das Budget des österreichischen Bundeslandes Tirol wies vergleichsweise rund 3,4 Milliarden Euro auf.[58] Dadurch werden in Südtirol (wie auch im Trentino) von der lokalen Verwaltung zahlreiche Dienstleistungen angeboten, die in anderen italienischen Regionen von der staatlichen Verwaltung übernommen werden oder überhaupt nicht bestehen.

Ein 2014 zwischen den autonomen Provinzen Bozen und Trient sowie der italienischen Regierung abgeschlossener Pakt regelt den Südtiroler Finanzhaushalt im Detail. Das Abkommen sieht vor, dass der Staat 90 % nahezu aller in Südtirol entrichteter Steuern der autonomen Provinz zukommen lässt. Im Gegenzug überweist Südtirol anschließend eine Summe zurück, die 0,6 % der Zinslast der italienischen Staatsverschuldung entspricht (Stand 2014: 476 Millionen Euro) und in definierten Fällen um weitere 10 % erhöht werden kann.[59]

Politische Landschaft[Bearbeiten]

Hauptartikel: Parteien Südtirols

Seit Ende des Zweiten Weltkriegs und der Konstituierung Südtirols als autonomer Provinz innerhalb der Republik Italien bestimmt die Südtiroler Volkspartei (SVP) das politische Geschehen vor Ort maßgeblich. Sie präsentiert sich als „ethnische Sammelpartei“ aller deutsch- und ladinischsprachigen Südtiroler und konnte als solche von 1948 bis 2008 ununterbrochen die absolute Mehrheit der Mandate im Südtiroler Landtag erreichen. Bei den Landtagswahlen 2013 verfehlte sie erstmals die dafür notwendige Stimmenanzahl, blieb aber stärkste Landtagsfraktion. Entsprechend stellte die SVP bis dato alle Landeshauptleute und stets die Mehrheit der Mitglieder der Südtiroler Landesregierung. Auf kommunaler Ebene ist die SVP in zahlreichen Gemeinden die stärkste politische Kraft.[60][61]

Von links nach rechts: Staatspräsident Giorgio Napolitano, Landeshauptmann Luis Durnwalder und sein designierter Nachfolger Arno Kompatscher bei Konsultationen im Jahr 2013

Im gesamtitalienischen Kontext verfügt die SVP aufgrund ihres klaren Regionalprofils nur über geringes politisches Gewicht, wenngleich sie seit 1948 ununterbrochen durch Parlamentarier in der Abgeordnetenkammer und im Senat vertreten ist. Im Sinne ihres regionalistischen Selbstverständnisses strebte die Partei auf staatlicher Ebene bis dato keine direkte Regierungsbeteiligung an; sie verfolgt seit ihrer Gründung vielmehr das Ziel, legislative und exekutive Kompetenzübertragungen vom Staat an die Landesverwaltung zu erlangen, um dadurch eine weitgehende Selbstverwaltung Südtirols zu realisieren (siehe Autonomie Südtirols). Im Zuge der laufenden Ausverhandlung bzw. Umsetzung der Südtiroler Autonomie unterstützte die SVP im italienischen Parlament bis Anfang der 1990er-Jahre durchwegs die gesamtstaatliche Regierungspartei Democrazia Cristiana (DC). Nach der Transformation des italienischen Parteiensystems ging die SVP strategische Partnerschaften mit dem tendenziell föderalistischen Mitte-links-Bündnis L’Ulivo ein, aus dem 2007 der Partito Democratico (PD) hervorging.[62]

Neben der Südtiroler Volkspartei existieren seit den 1960er-Jahren auch kleinere regionale Oppositionsparteien. Die Soziale Fortschrittspartei und die Sozialdemokratische Partei Südtirols forderten im Zuge der Ausgestaltung der Regionalautonomie in den 1970er-Jahren einen stärkeren Ausbau von regionalen Sozial- und Bildungseinrichtungen sowie politischen Pluralismus innerhalb der deutschsprachigen Regionalbevölkerung.[63] Die Parteien BürgerUnion, Süd-Tiroler Freiheit und Die Freiheitlichen üben demgegenüber seit den 1980er-Jahren grundsätzliche Kritik an der Autonomen Provinz Bozen als Institution. Sie fordern eine Loslösung Südtirols von Italien zugunsten unterschiedlicher staatlicher Alternativmodelle (Angliederung an Österreich, Gründung eines Südtiroler Freistaats, Gründung einer Freien Europaregion Tirol in Abgrenzung zur existierenden Europaregion Tirol–Südtirol–Trentino). Eine stärkere Eigenständigkeit unter ethnisch-territorialen Gesichtspunkten fordert seit den 1990er-Jahren ebenso der Moviment Politich Ladins für die ladinischen Talgemeinschaften.[64] Die Südtiroler Grünen verfechten in partieller Kontinuität zu den sozialdemokratischen Regionalparteien wiederum eine ökosoziale Politik; vor allem die erste links-alternative Liste Neue Linke/Nuova Sinistra setzte am Beginn der 1980er-Jahre zusätzlich wesentliche Akzente zur Überwindung der ethnischen Trennung der politischen Öffentlichkeit in ein deutsch-/ladinischsprachiges und ein italienischsprachiges Lager.[65]

Der Aktionsradius der gesamtstaatlichen (italienischen) Parteien ist in Südtirol vorwiegend auf den urbanen Raum Bozens und Merans beschränkt, der eine größere Anzahl italienischsprachiger Bürger beheimatet. Bis in die 1990er-Jahre war die Democrazia Cristiana unter der italienischen Bevölkerung (die rund ein Viertel der Gesamtbevölkerung Südtirols umfasst) durchwegs die stärkste politische Partei, wenngleich der verhältnismäßig hohe Anteil an Industriearbeitern auch der Kommunistischen Partei Italiens zeitweise drei von 35 Landtagsmandaten sicherte. Vor allem die Umsetzung des Zweiten Autonomiestatus für Südtirol und die damit verbundene Einführung des „ethnischen Proporzes“ verunsicherte in den 1980er-Jahren viele italienischsprachige Wähler, die sich infolge mehrheitlich italienisch-nationalistischen Parteien wie dem neofaschistischen und anti-autonomistischen Movimento Sociale Italiano (MSI), später der Alleanza Nazionale und dem italienischen Mitte-rechts-Lager rund um den Popolo della Libertà zuwandten. Das italienische Mitte-links-Lager (Democratici di Sinistra, Partito Democratico) bekannte sich hingegen stets zur Lokalautonomie und wirkte aktiv an deren Ausgestaltung mit. Dementsprechend waren seit der Auflösung der Democrazia Cristiana Parteien dieses Spektrums – wie auch im italienischen Parlament – bevorzugter Koalitionspartner der SVP auf Landesebene und in den größeren Stadtgemeinden.[66][67]

Landtag[Bearbeiten]

Hauptartikel: Südtiroler Landtag
Mandatsverteilung im Südtiroler Landtag von 2013−2018
1
3
2
17
6
3
1
1
1
17 
Von 35 Sitzen entfallen auf:
Das Landtagsgebäude in Bozen

Der Südtiroler Landtag (italienisch Consiglio provinciale, ladinisch Cunsëi provinziel) ist das Parlament der Autonomen Provinz. Das Autonomiestatut verleiht dem Landtag umfangreiche legislative Befugnisse und Kompetenzen. Seine Hauptaufgaben liegen in der Gesetzgebung sowie der Wahl und Kontrolle der Landesregierung. Die 35 Abgeordneten werden laut Statut spätestens nach Ablauf einer fünfjährigen Legislaturperiode neu gewählt. Die Landtagsabgeordneten sind zugleich Mitglieder des Regionalrats Trentino-Südtirol.

Wahlergebnisse und Mandatsverteilung bei den Südtiroler Landtagswahlen 2013:

Partei Stimmenzahl Prozent Mandate
Südtiroler Volkspartei 131.255 45,7 %
17/35
Die Freiheitlichen 51.510 17,9 %
6/35
Verdi Grüne Vërc-SEL 25.070 8,7 %
3/35
Süd-Tiroler Freiheit 20.743 7,2 %
3/35
Partito Democratico 19.210 6,7 %
2/35
Forza Alto Adige-Lega Nord-Team Autonomie 7.120 2,5 %
1/35
MoVimento 5 Stelle 7.100 2,5 %
1/35
BürgerUnion-Ladins Dolomites-Wir Südtiroler 6.065 2,1 %
1/35
L’Alto Adige nel cuore 6.061 2,1 %
1/35
Unitalia 4.832 1,7 %
0/35
Scelta Civica per l’Alto Adige-Südtirol 4.525 1,6 %
0/35
La Destra 1.655 0,6 %
0/35
Rifondazione Comunista 1.134 0,4 %
0/35
Partito dei Comunisti Italiani 730 0,3 %
0/35

Landesregierung[Bearbeiten]

Hauptartikel: Südtiroler Landesregierung

Die Südtiroler Landesregierung (früher auch Landesausschuss genannt, italienisch Giunta provinciale, ladinisch Junta provinziala) besteht aus einem Landeshauptmann (Presidente, Presidënt) und einer variablen Anzahl an Landesräten. Die Anzahl der Landesräte wurde seit dem Jahr 1989, als die Landesregierung 14 Mitglieder (einschließlich des Landeshauptmanns) umfasste, stetig reduziert. Derzeit (2014) besteht die Landesregierung aus sieben Landesräten und dem Landeshauptmann.

Der Landeshauptmann und die Landesräte werden vom Landtag in geheimer Wahl mit absoluter Stimmenmehrheit gewählt. Unter Einhaltung besonderer Bestimmungen können dabei auch Personen in die Landesregierung berufen werden, die nicht Mitglieder des Südtiroler Landtags sind (Art. 50 Autonomiestatut). Die Zusammensetzung der Landesregierung muss jedoch in jedem Fall die proportionale Verteilung der drei anerkannten Sprachgruppen im Landtag widerspiegeln. Diese Bestimmung verhinderte bis dato eine Alleinregierung der deutschsprachig dominierten Südtiroler Volkspartei (SVP) und ermöglichte den nummerisch schwächeren italienischen Parteien eine geringfügige Beteiligung an der Landesregierung. Die Vertretung der ladinischen Sprachgruppe wurde bis dato stets von der SVP gestellt. Da die ladinische Sprachgruppe mit nur knapp 4 % der Wohnbevölkerung Südtirols über ein geringes Wählerpotential verfügt, garantiert eine eigene Bestimmung im Autonomiestatut die ladinische Vertretung in der Landesregierung auch abweichend von der proporzmäßigen Vertretung im Landtag.

Derzeit gehören neben dem Landeshauptmann weitere fünf Landesräte der deutschen Sprachgruppe an, ein Vertreter erklärt sich der italienischen Bevölkerung Südtirols zugehörig, ein Landesrat vertritt die ladinische Sprachgruppe. Aus den Reihen der Landesräte werden zwei Stellvertreter des Landeshauptmanns ernannt, wobei jeweils ein Stellvertreter der deutschen bzw. der italienischen Sprachgruppe vorbehalten ist. Neben dem derzeitigen (deutschsprachigen) Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) bekleiden die Landesräte Richard Theiner (SVP) und Christian Tommasini (PD) diese Vertretungsämter.[68]

Landesregierungen seit 1948:

Das Palais Widmann in Bozen, Sitz der Landesregierung
Legislaturperiode Landeshauptmann Kabinett Koalitionsparteien
1948–1952 Karl Erckert Erckert I SVP, DC, PRI
1952–1956 Karl Erckert, Alois Pupp Erckert II SVP, DC
1956–1960 Alois Pupp Pupp SVP, DC
1960–1964 Silvius Magnago Magnago I SVP, DC
1964–1968 Silvius Magnago Magnago II SVP, DC, PSDI
1968–1973 Silvius Magnago Magnago III SVP, DC
1973–1978 Silvius Magnago Magnago IV SVP, DC, PSI
1978–1983 Silvius Magnago Magnago V SVP, DC, PSDI
1983–1988 Silvius Magnago Magnago VI SVP, DC, PSI
1988–1993 Luis Durnwalder Durnwalder I SVP, DC, PSI
1993–1998 Luis Durnwalder Durnwalder II SVP, Partito Popolare Altoatesino, PDS
1998–2003 Luis Durnwalder Durnwalder III SVP, Unione Democratica Altoatesina, DS
2003–2008 Luis Durnwalder Durnwalder IV SVP, Unione Autonomista, DS
2008–2014 Luis Durnwalder Durnwalder V SVP, PD
2014– Arno Kompatscher Kompatscher SVP, PD

Wirtschaft[Bearbeiten]

Wirtschaftsstruktur[Bearbeiten]

Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf lag 2013 in Südtirol bei etwa 40.000 Euro (Italien: 26.500 Euro; Österreich: 38.100 Euro; EU: 26.600 Euro); damit positionierte sich Südtirol in einer kaufkraftbereinigten Rangliste auf Platz 21 der 273 NUTS-2-Regionen in der EU und auf Platz 1 in Italien vor der Lombardei.[69] Auch die lokalen Verbraucherpreise überstiegen dabei den staatlichen und EU-weiten Durchschnitt: Der Harmonisierte Verbraucherpreisindex lag 2012 bei 3,7 (Italien: 3,3; Österreich: 2,6; EU: 2,6).[70] Die Arbeitslosenquote belief sich 2013 auf 4,4 % (3,9 % bei Männern und 5,0 % bei Frauen), was 11.400 Arbeitssuchenden entsprach.[2] Diese Daten lagen deutlich unterhalb des gesamtstaatlichen Vergleichswerts von 12,2 %.[71]

Südtirols Wirtschaft ist vor allem durch den Dienstleistungsbereich geprägt, dem 2012 etwa drei Viertel der lokalen Wertschöpfung entstammten. Zu den wichtigsten Sparten dort zählen der Tourismus, Handel und Verkehr. Etwa ein Fünftel der lokalen Wertschöpfung entfiel auf das produzierende Gewerbe, speziell Verarbeitungsbetriebe (Handwerk, kleinere und mittelgroße Industrie), Energieversorgungs- und Bauunternehmen, die restlichen 5 % auf Land- und Forstwirtschaft.[70][72] Ein markantes Merkmal ist die für Italien überproportionale Stärke des Genossenschaftswesens (am Stichtag 31. Dezember 2012 gab es 955 Genossenschaften mit etwa 160.000 Mitgliedern), das nicht nur in den klassischen Feldern Landwirtschaft und Bankenwesen operiert, sondern auch in Bereichen wie Tourismus, Handel oder Energie.[73]

Am Stichtag 31. Dezember 2011 waren in Südtirol 43.059 Unternehmen tätig – bei insgesamt 46.396 Arbeitsstätten mit 188.292 Beschäftigten. Die durchschnittliche Betriebsgröße lag bei 4,1 Beschäftigten je Arbeitsstätte. 58,7 % der Bediensteten waren Arbeiter, 33,6 % Angestellte und 2,8 % Führungskräfte oder leitende Angestellte. Von den Unternehmen mit mehr als drei Mitarbeitern waren 32,2 % international aktiv, 14,4 % auf dem gesamtstaatlichen Markt und somit 53,4 % ausschließlich lokal. Der größte Arbeitgeber war die öffentliche Hand mit 43.827 Angestellten in 189 Körperschaften.[74]

2012 wurden in Südtirol insgesamt etwa 113,5 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung ausgegeben, was 0,59 % des Südtiroler Bruttoinlandsprodukts entsprach. Damit lag das Land deutlich hinter den gesamtstaatlichen und EU-weiten Durchschnittswerten, aber auch unterhalb des vom Europa-2020-Programm geforderten Zielwerts von 3 %.[75] Seit den 90er-Jahren, in denen die EURAC und die FUB gegründet wurden, versucht die lokale Politik, diesen Rückstand aufzuholen. Für das Jahr 2015 stellte die Landesregierung beispielsweise 110 Millionen Euro an öffentlichen Mitteln für Forschung und Entwicklung zur Verfügung.[76]

Primärsektor[Bearbeiten]

Die Land- und Forstwirtschaft prägen seit jeher das Südtiroler Landschaftsbild. Noch in den 1960er-Jahren war die Provinz Bozen das am deutlichsten agrarisch geprägte Gebiet der italienischen und österreichischen Alpen, bevor auch im ländlichen Raum Industrie und Tourismus die wichtigsten Beschäftigungszweige wurden.[77] 2010 waren in Südtirol 20.247 land- und forstwirtschaftliche Betriebe tätig, die etwa 484.000 ha bearbeiteten und etwa 5 % der lokalen Wertschöpfung hervorbrachten.[78] Bei einer gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche von 240.535 ha verfügte ein Durchschnittsbetrieb über etwa 11,9 ha Grund und ließ 88,3 % aller Arbeitstage von familieneigenen Arbeitskräften leisten.[79] Ein starkes Genossenschaftswesen im Verbund mit einer regionalen Wertschöpfungskette ermöglicht diesen kleinstrukturierten Bauernhöfen Konkurrenzfähigkeit.[73] Mit „Qualität Südtirol“ existiert ein eigenes regionales Gütezeichen für landwirtschaftliche Produkte. Die wichtigste Interessenvertretung des Primärsektors ist der Südtiroler Bauernbund.

Die Sohlen des Etschtals bis in den oberen Vinschgau und des Eisacktals bis Brixen dienen vorwiegend dem Anbau von Äpfeln. Elf Sorten können markenrechtlich geschützt als „Südtiroler Apfel“ vertrieben werden. 2010 betrug die gesamte Anbaufläche 18.540 ha, die Erntemenge belief sich auf 1.064.639 t.[80] Im Jahr 2011 kamen mehr als die Hälfte der italienischen und über 10 % der EU-weiten Apfelproduktion aus Südtirol, wo der Apfelanbau für 53 % der landwirtschaftlichen Wertschöpfung verantwortlich war.[81]

Das Südtiroler Weinbaugebiet hat eine lange Tradition. Es erstreckt sich an den Hängen des Etschtals – vorwiegend südlich von Bozen entlang der Südtiroler Weinstraße – und des Eisacktals in Höhenlagen zwischen etwa 220 und 1000 m s.l.m.. Im Jahr 2012 umfasste die gesamte Weinbaufläche 5.360 ha.[80] Damit gehörte es zu den kleinsten italienischen Weinbauregionen (etwa 0,7 % der Gesamtfläche). Die qualitätsvollen DOC-Weißweine aus Südtirol werden zu den besten Italiens gezählt, seit den frühen 1990er-Jahren erwarben auch die Rotweine großes Renommee; zu den bedeutendsten Sorten zählen bei den Weißen Gewürztraminer, Ruländer und Weißburgunder, bei den Roten Blauburgunder, Lagrein und Vernatsch.[82]

In den höher gelegenen Gebieten dominieren die Weide- und Forstwirtschaft. Die meist in Verbund mit Viehhaltung praktizierte Weidewirtschaft beanspruchte 2010 etwa 61 % der landwirtschaftlichen Nutzflächen. 2013 gab es in Südtirol ca. 130.000 Rinder, 47.000 Schafe, 23.000 Ziegen, 10.000 Schweine (vorwiegend für die Produktion von „Südtiroler Speck“) und 7.000 Pferde. Die Kuhmilchproduktion belief sich 2012 auf etwa 410 Millionen Liter.[80] Die Gesamtfläche der Südtiroler Wälder betrug 2008 rund 337.000 ha,[80] ca. 200.000 ha davon wurden als Nutzwald bewirtschaftet.[78] 2012 wurden 481.763 Festmeter Nutzholz (vorwiegend Tanne und Fichte) und 287.403 Festmeter Brennholz geschlägert.[80]

Sekundärsektor[Bearbeiten]

Ein erster Industrialisierungsschub erfolgte in Südtirol durch die faschistische Politik der 1930er-Jahre, beschränkte sich aber auf den urbanen Raum.[83] Nachdem es bei den bestehenden Betrieben zu rückläufigen Produktionszahlen gekommen war, startete etwa um 1965 ein erneuter, diesmal dezentral angelegter Aufschwung, der in den 1970er-Jahren signifikante Zuwachsraten mit sich brachte.[77] 2012 verantwortete das produzierende Gewerbe, das u. a. vom Unternehmerverband Südtirol seine Interessen vertreten lässt, einen Anteil von etwa 20 % an der lokalen Wertschöpfung.[72]

2011 waren in Südtirol 9.355 Betriebe im Sekundärsektor tätig (ganz überwiegend kleine und mittlere Unternehmen), die etwa 40.000 Beschäftigten Arbeit gaben.[84] Neben der Kleinstrukturiertheit ist auch die Stärke des Handwerks, dem im Jahr 2009 etwa 81 % der Betriebe im verarbeitenden Gewerbe zuzurechnen waren, ein Merkmal der Südtiroler Wirtschaft.[85]

Von besonderer Bedeutung in Südtirol sind das Baugewerbe und die Energiewirtschaft, die hauptsächlich mit den erneuerbaren Energiequellen Wasserkraft und Biomasse operiert. 2012 erreichte die produzierte Nettoenergie beinahe 6,4 Millionen kWh (lokaler Verbrauch: ca. 2,9 Millionen kWh), was etwa 2 % der gesamten in Italien produzierten Strommenge entsprach.[86] Andere wichtige Branchen sind die Lebensmittelindustrie (etwa Brauerei Forst, Dr. Schär, Loacker), die Metall- und Holzverarbeitung (etwa Rubner), sowie die Elektroindustrie (etwa Durst Phototechnik) und der Maschinenbau (etwa Leitner, Prinoth, TechnoAlpin).[70]

Tertiärsektor[Bearbeiten]

Etwa drei Viertel der lokalen Wertschöpfung in Südtirol gehen auf den Dienstleistungsbereich zurück.[72] Zu den wichtigsten Branchen, die sich gemeinsam durch den Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol vertreten lassen, zählen Tourismus, Handel und Verkehr.[70]

Der Tourismus spielt eine zentrale Rolle in der Wirtschaft des rohstoffarmen Landes. Seine Anfänge gehen in Südtirol auf das 19. Jahrhundert zurück, als etwa die Kurstadt Meran wegen des milden Klimas stark besucht wurde. Ab den 1960er-Jahren kam es zu enormen Wachstumsraten: Allein zwischen 1960 und 1980 vervierfachte sich nahezu die Zahl der Ankünfte. Wichtige Elemente des Aufschwungs waren damals die deutschen Gästen entgegenkommende Schwäche der Lira, sowie ein Boom des „Urlaubs auf dem Bauernhof“ und des Wintersports, der Südtirol eine zweite Hauptsaison ermöglichte.[87] Seither entwickelten sich insbesondere die Orte in den Tallagen zu Fremdenverkehrszentren, während die umliegenden Berge für sommerlichen wie winterlichen Erlebnisurlaub genutzt werden.[88]

Im Jahr 2011/2012 konzentrierten sich etwa zwei Drittel des gesamten Tourismusaufkommens auf das Sommerhalbjahr, etwa ein Drittel auf das Winterhalbjahr.[89] Über 10.000 Beherbergungsbetriebe stellten 2012 den Touristen mehr als 220.000 Betten zur Verfügung; die Besucher sorgten 2007/2008 bei einer durchschnittlichen täglichen Pro-Kopf-Ausgabe von etwa 120 Euro für einen Umsatz von über 3 Milliarden Euro.[90] Mit einer Summe von 28,9 Millionen Übernachtungen belegte Südtirol 2011 den zweiten Platz unter allen italienischen Provinzen – hinter Venedig (35 Millionen), aber noch vor Rom (25,8 Millionen) und Rimini (16,2 Millionen).[91]

Ankünfte und Übernachtungen in Südtirol[89]
1960 1970 1980 1990 2000 2010 2012
Ankünfte
insgesamt
713.682 1.187.856 2.675.668 3.605.914 4.113.125 5.699.182 6.045.118
Ankünfte
von Ausländern
496.408 854.775 2.167.473 2.311.006 2.621.524 3.495.516 3.867.306
Übernachtungen
insgesamt
3.738.061 10.206.377 20.169.330 23.167.146 23.649.699 28.580.491 29.409.584
Übernachtungen
von Ausländern
2.338.192 7.860.029 16.873.053 14.977.581 15.283.546 18.116.711 19.605.359

Der Handel hat im Transitland Südtirol eine lange Tradition, an die die Messe Bozen anknüpft. Die beiden Handelsunternehmen Aspiag (Lebensmitteleinzelhandel) und Würth (Großhandel) waren 2012 zum wiederholten Mal die größten privaten Arbeitgeber Südtirols.[92] Im Bereich der Logistikunternehmen sind Betriebe wie Fercam und Gruber zu nennen. Dienstleistungen für das verbreitete Genossenschaftswesen erbringen Genossenschaftsverbände wie der Raiffeisenverband Südtirol. Die bedeutendsten lokalen Banken sind die Südtiroler Sparkasse, die Südtiroler Volksbank und die Raiffeisen Landesbank Südtirol. Ein wichtiger wissensbasierter Dienstleister ist die Zertifizierungsagentur KlimaHaus, die Südtirol in Italien eine Vorreiterrolle im Bereich energieeffizienten und nachhaltigen Bauens verschafft hat.[93]

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Südtirol verfügt über ein gut ausgebautes, über 5000 km langes Straßennetz. Die bedeutendste Verkehrsinfrastruktur ist die mautpflichtige Brennerautobahn A22, die Teil der Europastraße 45 ist. Sie durchquert das Land in Nord-Süd-Richtung vom Brenner (1370 m) an Brixen und Bozen vorbei bis zur Salurner Klause (207 m). Der Brenner ist der Alpenpass mit dem höchsten Aufkommen an Güterkraftverkehr.[94] Im ersten Halbjahr 2014 wurden dort etwa 936.000 Durchfahrten von Schwerlastverkehr verzeichnet (gegenüber insgesamt etwa 480.000 Durchfahrten auf den vier wichtigsten Schweizer Alpenpässen); ca. 90 % der Lastkraftwagen waren dabei Teil des Transitverkehrs.[95] Der am meisten befahrene Abschnitt der Autobahn ist jener zwischen Bozen Süd und Neumarkt: 2012 wurden hier durchschnittlich knapp 38.000 Durchfahrten pro Tag erhoben.[96]

Die wichtigen Ortschaften, Täler und Pässe Südtirols werden durch Staats- und Landesstraßen erschlossen, die seit 1998 ausnahmslos von der Südtiroler Landesverwaltung gewartet und finanziert werden.[97] Daneben bestehen noch zahlreiche Gemeindestraßen. Die Straßen mit dem höchsten Verkehrsaufkommen sind die großen Staatsstraßen insbesondere im Bereich der Ballungsräume. Auf der den Westen des Landes bedienenden SS 38, die zwischen Meran und Bozen als MeBo vierspurig ausgebaut ist, wurden 2012 im Raum Bozen im Durchschnitt über 35.000 Durchfahrten täglich gemessen. Die das Überetsch von Bozen aus erschließende SS 42 kam auf über 20.000 Durchfahrten, die parallel zur Autobahn verlaufende SS 12 („Brennerstaatsstraße“) am Eingang des Eisacktals auf über 18.000, die SS 49 im Pustertal abschnittsweise auf über 16.000.[96]

Die Gebirgslandschaft in Südtirol bringt mit sich, dass Verkehrswege vieler aufwendiger Kunstbauten bedürfen. Allein auf Landes- und Staatsstraßen gibt es etwa 1700[98] Brücken und über 200[99] Tunnels. Wartungsintensiv sind die Passstraßen im Hochgebirge, etwa über das Stilfser Joch (2757 m), das Timmelsjoch (2474 m), das Sellajoch (2240 m) oder das Penser Joch (2211 m).

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Das Südtiroler Schienennetz umfasst Strecken von rund 300 km Länge.[96] Die Brennerbahn verbindet als Teil der Eisenbahnachse Berlin–Palermo Innsbruck über Bozen und Trient mit Verona und durchzieht das Land in Nord-Süd-Richtung. Der im Bau befindliche 55 km lange Brennerbasistunnel (BBT), der den Brennerpass unterqueren wird, soll im Jahr 2025 in Betrieb gehen und in erster Linie Gütertransitverkehr von der Straße auf die Schiene verlagern.

Der Westen Südtirols wird durch die Bahnstrecke Bozen–Meran und die daran anschließende Vinschgaubahn bedient. Die von Franzensfeste nach Innichen führende Pustertalbahn stellt eine Verbindung zur Drautalbahn und damit zum österreichischen Osttirol her. Daneben besteht noch eine Reihe kleinerer schienengebundener Verkehrsmittel, die eher touristischer Bedeutung sind, darunter die Rittner Bahn und die Mendelbahn. Einige Nebenstrecken, zu denen etwa die Überetscher Bahn und die Tauferer Bahn zählen, wurden mit dem Aufkommen des Automobilverkehrs zwischen 1950 und 1971 stillgelegt.

Staatlicher und zwischenstaatlicher Personenfernverkehr finden in Südtirol ausschließlich auf der Brennerbahn statt. Grenzüberschreitenden Personennahverkehr gibt es auf der Brenner- und der Pustertalbahn. Der Güterverkehr wird wiederum vollständig über die Brennerbahn abgewickelt, 2013 betrug die gesamte Transportmenge etwa 11,7 Millionen Tonnen Fracht.[100]

Rad-, Luftseilbahn- und Flugverkehr[Bearbeiten]

Seit Jahren beständig im Ausbau begriffen ist das übergemeindliche Netz aus Radrouten,[101] das 2011 Strecken von etwa 400 km Länge umfasste.[102] Die das Etsch-, Eisack- und Pustertal duchziehenden Haupttrassen sind bis auf wenige Teilstücke durchgehend befahrbar.[103] Das Radwegenetz besteht allein im städtischen Raum Bozens aus etwa 50 km gesondert ausgewiesenen Verkehrsanlagen, über die rund 30 % der gefahrenen Strecken im Stadtverkehr zurückgelegt werden.[104]

Im Jahr 2012 gab es in Südtirol 374 Luftseilbahnanlagen. Der überwiegende Teil davon dient der Erschließung von Wintersportgebieten, einzelne Anlagen unterstützen aber auch den öffentlichen Personennahverkehr.[96]

Der Flughafen Bozen ist der einzige Verkehrsflughafen Südtirols und wird durch Linien- und Charterflüge genutzt. Daneben besteht noch der Flugplatz Toblach, der hauptsächlich dem Militär dient, aber eingeschränkt auch der allgemeinen Luftfahrt zugänglich ist.

Öffentlicher Personenverkehr[Bearbeiten]

Die regionalen öffentlichen Personenverkehrsmittel sind in Südtirol in einem einheitlichen Verkehrsverbundsystem namens SII zusammengeschlossen. Mehr als die Hälfte der Südtiroler besitzt einen „Südtirol Pass“ (davon wiederum mehr als die Hälfte in den Sonderformen Abo+ und 65+), der eine Contactless-Entwertung und Fahrten in allen Verkehrsmitteln des Verbundsystems ermöglicht.[105][106] Dieses umfasst Busse der SAD Nahverkehr AG, die insbesondere im Überlandbereich aktiv sind, und der SASA AG in den urbanen Räumen Bozens und Merans; weiters gehören die von SAD und Trenitalia betriebenen Regionalzüge zum Verbund, Mendelbahn und Rittner Bahn, sowie die Seilbahnen nach Jenesien, Meransen, Mölten, auf den Ritten und nach Vöran.[107] In den 2000er-Jahren wurde das Bus- und Bahnangebot mit Finanzierung des Landes Südtirol umfassend ausgebaut und dicht getaktet.[108] Mit der schrittweisen Einführung des sogenannten „Südtirol-Takts“ entstanden auf den Hauptlinien halbstündliche oder stündliche Verbindungen, verdichtete Angebote zu Stoßzeiten und genauere Abstimmungen zwischen Bus und Bahn.[109]

Bildung und Forschung[Bearbeiten]

Pflichtschulen[Bearbeiten]

Schild der ladinischen Grundschule in St. Christina

Das Südtiroler Schulwesen basiert in seinen Grundlagen auf dem üblichen Bildungssystem in Italien. Im Rahmen der Südtiroler Bildungsautonomie wurde dieses durch Schulreformen der Unter- und Oberstufe den lokalen Bedürfnissen entsprechend modifiziert. Das italienische Bildungssystem unterscheidet die Grundschule (fünf Jahre), die Sekundarstufe ersten Grades in der Mittelschule (drei Jahre) sowie zweiten Grades in der Oberschule (fünf Jahre). Grund- und Mittelschule sind dabei als Gesamtschulen konzipiert. Nach Abschluss der Mittelschule können Schüler frei unter verschiedenen Schultypen auswählen, die zur Staatlichen Abschlussprüfung führen. Dazu zählen diverse (allgemeinbildende) Gymnasien, Wirtschaftsfachoberschulen, Technologische Fachoberschulen und Berufsschulen.

Eine Besonderheit Südtirols besteht im Nebeneinander von deutschen, italienischen und ladinischen Pflichtschulen. Die Schulen für die drei Sprachgruppen unterscheiden sich im Wesentlichen in der Sprache des Fachunterrichts. In deutschen Schulen findet dieser auf Deutsch statt, in italienischen auf Italienisch, in ladinischen zu etwa gleichen Teilen auf Deutsch und Italienisch, während Ladinisch dort lediglich in einem eigenen Unterrichtsfach Verwendung findet. Neben den öffentlich Schulangeboten gibt es in Südtirol auch eine Reihe von Privatschulen, darunter etwa das Franziskanergymnasium Bozen und das Vinzentinum Brixen.

Hochschulen[Bearbeiten]

Rektoratsgebäude der Freien Universität Bozen

Im Bereich des Hochschulangebots gilt die 1669 gegründete Universität Innsbruck offiziell als „Landesuniversität“ für das Bundesland Tirol, Südtirol, Vorarlberg, das Fürstentum Liechtenstein und (zurückgehend auf die österreichische Erzherzogin Maria Theresia) auch des Herzogtums Luxemburg. In Südtirol wurde 1997 mit der Freien Universität Bozen (FUB) ergänzend eine eigene Universität aufgebaut. Sie verfügt gegenwärtig über drei Studienstandorte (Bozen, Brixen und Bruneck), wo die Fakultäten für Wirtschaftswissenschaften, Informatik, Design und Künste, Naturwissenschaften und Technik, sowie die Abteilung für Bildungswissenschaften untergebracht sind. Neben der FUB bieten Bildungseinrichtungen wie die Philosophisch-Theologische Hochschule Brixen, die Landesfachhochschule für Gesundheitsberufe „Claudiana“ und das Konservatorium „Claudio Monteverdi“ Bozen fachspezifische Hochschulausbildungen an.

Museen[Bearbeiten]

Das Museumsangebot in Südtirol ist breit gefächert. Etwa die Hälfte der Einrichtungen wird von privater Hand geführt, die Hälfte von öffentlichen Körperschaften oder kirchlichen Institutionen.[110] Starke Besucherzahlen weisen die neun Südtiroler Landesmuseen mit kultur-, natur- und geschichtswissenschaftlicher Ausrichtung auf, die teilweise auf mehrere Standorte in Südtirol verteilt sind:

Das Museion, Museum für moderne und zeitgenössische Kunst in Bozen

Zu den Einrichtungen mit privater, kirchlicher oder gemischter Trägerschaft zählen beispielsweise das von Reinhold Messner initiierte Messner Mountain Museum zum Themenkomplex „Berg“, das Diözesanmuseum Brixen mit seiner Sammlung christlicher Kunst aus Mittelalter und Neuzeit, und das von einem Verein und vom Land gemeinsam geführte Museion, das Museum für moderne und zeitgenössische Kunst in Bozen.

Bibliotheken[Bearbeiten]

Hauptartikel: Bibliotheken in Südtirol

In Südtirol gibt es etwa 280 öffentliche Bibliotheken,[111] die mit zahlreichen privat geführten Einrichtungen im Bibliotheksverband Südtirol zusammengeschlossen sind. Zwei Bibliotheken ragen in ihrer Bedeutung und Größe deutlich heraus: die Landesbibliothek „Dr. Friedrich Teßmann“ mit ihrer umfassenden Tirolensien-Sammlung und die Bibliothek der Freien Universität Bozen. Über bemerkenswerte Altbestände verfügt die Bibliothek der Philosophisch-Theologischen Hochschule Brixen.

Forschungseinrichtungen[Bearbeiten]

Logo des Forschungsinstituts EURAC

Die bedeutendsten Forschungseinrichtungen Südtirols sind an der Freien Universität Bozen und der Europäischen Akademie Bozen (EURAC) angesiedelt. Die Universität engagiert sich dabei überwiegend in den Fachbereichen ihrer Fakultäten, also Ökonomie, Informatik, Ingenieur- und Bildungswissenschaften, beherbergt aber auch das Zentrum für Regionalgeschichte. Die elf Institute der 1992 gegründeten EURAC arbeiten interdisziplinär zu den Themenkomplexen Autonomien, Gesundheit, Berge und Technologien. Im Jahr 2009 gründete die Fraunhofer-Gesellschaft eine italienische Tochterorganisation, die in Bozen das Fraunhofer Innovation Engineering Center IEC betreibt. Der historischen Quellenforschung dienen u. a. das Südtiroler Landesarchiv, das Staatsarchiv Bozen und das Stadtarchiv Bozen. Kleinere Forschungszentren bestehen zudem bei den Südtiroler Landesmuseen.

Gesundheits- und Sozialwesen[Bearbeiten]

Gesundheitswesen[Bearbeiten]

Die von der öffentlichen Hand finanzierten Einrichtungen des Gesundheitssystems werden zentral vom Südtiroler Sanitätsbetrieb verwaltet und koordiniert. Zum Sanitätsbetrieb gehören sieben Krankenhäuser: das Zentralkrankenhaus Bozen, die Schwerpunktkrankenhäuser in Brixen, Bruneck und Meran, sowie die Grundversorgungskrankenhäuser in Innichen (zum Gesundheitsbezirk Bruneck gehörig), Schlanders (zum Gesundheitsbezirk Meran gehörig) und Sterzing (zum Gesundheitsbezirk Brixen gehörig).[112] Zudem ist Südtirol in eine Reihe kleinerer Gesundheitssprengel mit lokalen Ambulatorien eingeteilt, in denen Dienstleistungen im Bereich der Vorbeugung, Diagnostik, Therapie, Rehabilitation und Beratung erbracht werden.[113] Der Sanitätsbetrieb ist der mit Abstand größte Posten im Südtiroler Landeshaushalt: 2013 beanspruchte er 1,2 Milliarden Euro.[114]

Ergänzend zu den öffentlichen Krankenhäusern bestehen in Bozen, Meran und Brixen einige anerkannte Privatkliniken.[115]

Sozialwesen[Bearbeiten]

Öffentliche Träger des Sozialwesens in Südtirol sind in erster Linie die Bezirksgemeinschaften, die diesen Aufgabenbereich von den Gemeinden übernommen haben. Die meisten sozialen Leistungen (darunter finanzielle Sozialhilfe, Hauspflege, sozialpädagogische Grundbetreuung und Bürgerservice) werden von den über das ganze Land verteilten Sozialsprengeln erbracht, deren Sitze mit jenen der Gesundheitssprengel zusammenfallen; einzelne Dienste werden allerdings aus organisatorischen Gründen sprengelübergreifend angeboten.[116]

Ein wichtiges Element der Sozialpolitik ist das 1972 – unmittelbar nach Verabschiedung des Zweiten Autonomiestatuts – gegründete Südtiroler Wohnbauinstitut (WOBI).[117] Die Aufgabe dieser öffentlich-rechtlichen Körperschaft ist die Errichtung und Vermietung von Wohnungen für einkommensschwache und mittelständische Familien, alte Leute, Menschen mit Behinderung, sowie von Wohnheimen für Arbeiter und Studenten.[118] 2015 verfügte das WOBI über 13.000 Wohnungen in 112 Gemeinden.[119]

Zu den in Südtirol tätigen freien Trägern sozialer Angebote gehören u. a. kirchliche Organisationen wie die Caritas, Vereine wie die Vinzenzgemeinschaft und die Lebenshilfe, sowie eine Vielfalt an Sozialgenossenschaften.

Medien[Bearbeiten]

Zeitungen, Zeitschriften und Buchverlage[Bearbeiten]

Logo des größten Südtiroler Regionalverlags Athesia
Logo der größten italienischen Regionalzeitung Alto Adige

Die älteste und am stärksten verbreitete Tageszeitung ist die in deutscher und geringem Ausmaß auch ladinischer Sprache erscheinende Dolomiten der politisch einflussreichen Verlagsanstalt Athesia, gefolgt vom italienischsprachigen Alto Adige. Ferner gibt es den Südtiroler Lokalteil des Corriere della Sera (Corriere dell’Alto Adige), der aus der ehemaligen Tageszeitung Il Mattino dell’Alto Adige hervorgegangen ist, sowie die deutschsprachige Neue Südtiroler Tageszeitung. Aus dem Hause Athesia stammt die Sonntagszeitung Zett.

Bedeutende regionale Wochenblätter sind das politische Wochenmagazin ff, die Kirchenzeitungen Katholisches Sonntagsblatt und Il Segno, sowie die Südtiroler Wirtschaftszeitung. Der ff-Media-Verlag veröffentlicht außerdem das Wirtschaftsmagazin Südtirol Panorama, das zehnmal jährlich erscheint. Die Union Generela di Ladins, die Dachorganisation der Ladinerverbände, ist Herausgeberin einer Wochenzeitung in ladinischer Sprache, La Usc di Ladins („Die Stimme der Ladiner“), deren Texte je nach vorwiegend behandelter Talschaft im jeweiligen Dialekt verfasst sind.

Unter den fachwissenschaftlichen Publikationen sind die regionalgeschichtlichen Periodika Der Schlern und Geschichte und Region/Storia e regione, das ladinistische Jahrbuch Ladinia, sowie die botanisch-zoologische Fachzeitschrift Gredleriana zu nennen.

Im Bereich des Buchverlags entwickelten sich neben dem traditionell beherrschenden Südtiroler Verlagshaus Athesia und dem deutlich kleineren Weger Verlag ab den 1990er-Jahren mit Edition Raetia, dem Folio Verlag und dem Provinz Verlag eine Reihe deutschsprachiger Konkurrenzverlage, die teilweise überregional agieren; auch der österreichische Studienverlag hat eine Niederlassung in Bozen. Der italienischsprachige Regionalbuchsektor Südtirols wird vor allem von den Verlagen Praxis 3 und Alpha Beta bedient. Seit der Jahrtausendwende haben einige Verlage verstärkt damit begonnen, ein zweisprachiges Programm aufzubauen (siehe auch Tirolensien).

Rundfunk[Bearbeiten]

Logo der Rai Südtirol

Unter den Rundfunkanstalten ist besonders die öffentlich-rechtliche Rai Südtirol hervorzuheben, die ihr Radioprogramm in Deutsch und über Rai Ladinia in Ladinisch ausstrahlt. Des Weiteren verfügt Südtirol über zahlreiche Lokalradios[120] in allen Landessprachen, u. a. über die deutschsprachigen Hörfunksender ERF Südtirol, Radio 2000, Radio Grüne Welle, Radio Holiday, Südtirol 1 und Südtirol Journal sowie das ladinischsprachige Radio Gherdëina Dolomites.

Über Digital Audio Broadcasting (DAB), teilweise auch im Standard DAB+, werden von der Rundfunk-Anstalt Südtirol (RAS) folgende Sender in zwei landesweiten Ensembles ausgestrahlt (Stand: 15. Oktober 2014): Rai Radio 1, Rai Radio 2, Rai Radio 3, Rai Südtirol, Bayern 1, Bayern 2, Bayern 3, BR-Klassik, B5 aktuell, KiRaKa, Deutschlandradio Kultur, Radio Swiss Pop, Radio Swiss Classic, Radio Swiss Jazz, Radiotelevisiun Svizra Rumantscha, Rete Due, Ö1, Radio Tirol, Ö3 und FM4. Dazu kommen weitere Ensembles (DABMedia, Club DAB Italia, Eurodab), die private Südtiroler oder staatliche Radiosender verbreiten.[121]

Fernsehen[Bearbeiten]

Die bedeutendsten Fernsehsender aus Südtiroler Blickwinkel sind die Radiotelevisione Italiana (Rai) mit dem lokalen Ableger Rai Südtirol und der Österreichische Rundfunk (ORF). Letzterer betreibt eine Außenstelle des Landesstudios Tirol in Bozen und strahlt die österreichischen Programme einschließlich Südtiroler Regionalfenster aus. Von Rai Südtirol und ORF stammen die regionalen Nachrichtensendungen Tagesschau und Südtirol heute in deutscher Sprache; Rai Ladinia produziert die ladinischsprachige Nachrichtensendung TRAIL mit lokalen Inhalten.

Von der Rundfunk-Anstalt Südtirol (RAS) werden die österreichischen Programme ORF 1, ORF 2 und ORF III, die bundesdeutschen Programme Das Erste, ZDF, 3sat, Bayerisches Fernsehen, KiKA und Arte, sowie die Schweizer Programme SRF 1, SRF zwei und RSI LA 1 über viele Sendeanlagen ausgestrahlt.[122] Zusätzlich sind die privaten regionalen Fernsehsender der Rosengarten Media AG (Video33, SDF), die aus Trient gesendeten Programme von TCA und RTTR, sowie einige andere italienweite Privatsender empfangbar.

Seit November 2009 erfolgt die Ausstrahlung der Fernsehprogramme in Südtirol nur noch digital über DVB-T.[123]

Nachrichten-Websites[Bearbeiten]

Zunehmende Wichtigkeit in der regionalen Berichterstattung kommt Online-Medien zu. Die am häufigsten aufgerufene Nachrichten-Website ist Südtirol Online (stol.it) – seit 1997 im Netz und ebenso wie Südtirol News (suedtirolnews.it) von der Athesia-Gruppe betrieben. Die Neue Südtiroler Tageszeitung (tageszeitung.it) und der Alto Adige (altoadige.gelocal.it) verfügen ebenfalls über Webangebote. Eine reine Internet-Zeitung ohne Verbindung zu Printmedien ist das Nachrichtenportal salto.bz, das neben redaktionell betreuten Inhalten auch user-generated content in Artikelform publiziert.

Sport[Bearbeiten]

Südtirol stellt und stellte besonders im Wintersport international erfolgreiche Sportler. So gehörten der Skifahrer Gustav Thöni und der Kunstbahnrodler Armin Zöggeler mit mehreren Weltcupgesamtsiegen und Goldmedaillen bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen zu den Besten ihrer Disziplin. In Damenwettbewerben errangen Isolde Kostner im Skisport und Carolina Kostner im Eiskunstlauf mehrfach Medaillen bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen. Aktuell zählen Christof Innerhofer, Dominik Paris, Manfred Mölgg und Werner Heel zu den Weltbesten im alpinen Skisport, Roland Fischnaller ist Südtirols erfolgreichster Snowboarder. Im Wintersport werden zudem alljährlich diverse Welt- und Europacuprennen in verschiedenen Disziplinen (Ski Alpin, Biathlon, Skilanglauf, Naturbahnrodeln und Snowboard) in Südtirol ausgetragen. Dazu zählen etwa die Skirennen auf der Saslong in Gröden und der Gran Risa in Alta Badia, Biathlonrennen in der Südtirol Arena in Antholz und Langlaufrennen in der Nordic Arena in Toblach.

Auch in den Sommersportarten sind und waren Südtiroler erfolgreich: Klaus Dibiasi gewann drei olympische Goldmedaillen im Turmspringen, Tania Cagnotto zahlreiche Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften. Alex Schwazer gewann eine olympische Goldmedaille im Gehen. Andreas Seppi gehört zu den besten 100 Spielern der Tennis-Weltrangliste. Im organisatorischen Bereich zählen die Leichtathletikveranstaltung BOclassic, das Tennisturnier ATP Challenger St. Ulrich in Gröden und das Radrennen Maratona dles Dolomites zu den größten Sommersportveranstaltungen.

In den Mannschaftssportarten erzielen vor allem Eishockey und Fußball eine beträchtliche Breitenwirkung, wobei lokale Vereine und Sportler diverse überregionale Erfolge verzeichnen können. Der HC Bozen ist 19-facher italienischer Meister im Eishockey und war auch international, z. B. als Meister in der EBEL-Liga 2013/14, erfolgreich. Im Fußball spielt der FC Südtirol aktuell in der 3. italienischen Liga und der CF Südtirol in der 2. Liga der Frauen. Mehrere Fußballspieler aus Südtiroler standen bzw. stehen bei italienischen, österreichischen und bundesdeutschen Profivereinen unter Vertrag, wie z. B. Klaus Bachlechner, Michael Cia und Arnold Schwellensattl. Der SSV Bozen Loacker und die Mannschaften von Brixen und Meran waren mehrfach italienische Meister im Handball.

Der größte Sport- und Freizeitverein des Landes für Sommer- und Wintersport ist der Alpenverein Südtirol (AVS) mit über 60.000 Mitgliedern. Zu den bedeutenden Alpinisten des Landes zählen u. a. Reinhold Messner und Hans Kammerlander.

Siehe auch[Bearbeiten]

 Portal: Südtirol – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Südtirol

Literatur[Bearbeiten]

Politische Geschichte

Kultur- und Sozialgeschichte

Verfassungsrecht und Lokalverwaltung

Naturwissenschaften

  • Abteilung Forstwirtschaft der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol: Waldtypisierung Südtirol, Band 1, Band 2 (PDF-Dateien). Bozen 2010
  • Klaus Hellrigl: Die Tierwelt Südtirols. Naturmuseum Südtirol: Bozen 1996. ISBN 88-70 14-922-6
  • Otto Huber, Bruno Wallnöfer, Thomas Wilhalm: Die Botanik in Südtirol. Edition Raetia: Bozen 2012. ISBN 978-88-7283-428-2
  • Alois Staindl: Kurze Geologie von Südtirol. Weger: Brixen 2000. ISBN 978-88-85831-71-1
  • Ernst Steinicke (Hrsg.): Europaregion Tirol, Südtirol, Trentino: Geographischer Exkursionsführer. Band 3: Spezialexkursionen in Südtirol (= Innsbrucker geographische Studien; 33). Institut für Geographie der Universität Innsbruck: Innsbruck 2003. ISBN 3-901182-35-7

Linguistik

  • Heidemaria Abfalterer: Der Südtiroler Sonderwortschatz aus plurizentrischer Sicht (Innsbrucker Beiträge zur Kulturwissenschaft: Germanistische Reihe 72). Innsbruck University Press: Innsbruck 2007. ISBN 3-901064-35-4
  • Kurt Egger, Franz Lanthaler (Hrsg.): Die deutsche Sprache in Südtirol: Einheitssprache und regionale Vielfalt. Folio Verlag: Wien/Bozen 2001, ISBN 3-85256-138-8
  • Kurt Egger: Sprachlandschaft im Wandel: Südtirol auf dem Weg zur Mehrsprachigkeit. Athesia: Bozen 2001, ISBN 88-8266-112-1

Weblinks[Bearbeiten]

Weiterführende Informationen in den
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Multimedia-Inhalte
Wiktionary Wörterbucheinträge
Wikivoyage Reiseführer

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.
  2. a b Südtirol in Zahlen: 2014. Autonome Provinz Bozen – Südtirol, Landesinstitut für Statistik (ASTAT), abgerufen am 13. März 2015.
  3. Zur Namens- und Begriffsgeschichte von „Südtirol“ Hans Heiss: „Man pflegt Südtirol zu sagen und meint, damit wäre alles gesagt.“ Beiträge zu einer Geschichte des Begriffes Südtirol. In: Arbeitsgruppe Regionalgeschichte/Gruppo di ricerca per la storia regionale, Tirol — Trentino. Eine Begriffsgeschichte/Semantica di un concetto (Geschichte und Region/Storia e regione Bd. 9). Folio, Wien-Bozen 2000, ISBN 3-85256-149-3, S. 85–109.
  4. Zur Namens- und Begriffsgeschichte von „Alto Adige“ und „Sudtirolo“ Carlo Romeo: Der Fluß im Schatten des Schlosses. „Alto Adige“ – eine Begriffsgeschichte. In: Arbeitsgruppe Regionalgeschichte/Gruppo di ricerca per la storia regionale, Tirol — Trentino. Eine Begriffsgeschichte/Semantica di un concetto (Geschichte und Region/Storia e regione Bd. 9). Folio, Wien-Bozen 2000, ISBN 3-85256-149-3, S. 153–170.
  5. a b Das Entstehen der heimischen Gesteine. Vereinigung Naturstein Südtirol, abgerufen am 13. Januar 2015.
  6. Rainer Brandner u. a.: Sediment 2007, Exkursionsführer (PDF-Datei)
  7. Geologische Karte der Republik Österreich 1:50.000, Blatt 175, Sterzing
  8. Geologische Bundesanstalt: Geofast-Karten
  9. a b c Naturdenkmäler Südtirols. Abteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol, abgerufen am 16. Januar 2015.
  10. Klima in Südtirol: Wissenswertes zum Klima und Wetter in Südtirol. Südtirol Wetter (wetter.bz), abgerufen am 13. Januar 2015.
  11. Bedeutung der Almwirtschaft. Abteilung Forstwirtschaft der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol, abgerufen am 6. März 2015.
  12. Ernst Steinicke, Giuliana Andreotti: Das Pustertal. Geographische Profile im Raum von Innichen und Bruneck. In: Ernst Steinicke (Hrsg.), Europaregion Tirol, Südtirol, Trentino. Band 3: Spezialexkursionen in Südtirol, Institut für Geographie der Universität Innsbruck, Innsbruck 2003, ISBN 3-901182-35-7, S. 14
  13. Reinhard Kuntzke, Christiane Hauch: Südtirol. DuMont Reise-Taschenbuch. Dumont Reiseverlag, Ostfildern 2012, ISBN 978-3-7701-7251-1, S. 44
  14. Etsch. Landesagentur für Umwelt der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol, abgerufen am 17. Januar 2015.
  15. Zustand der Südtiroler Seen. Landesagentur für Umwelt der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol, abgerufen am 17. Januar 2015.
  16. 2007 waren davon 336.689 ha Wald und 35.485 ha andere bewaldete Flächen, siehe Südtirols Wald: Flächen. Abteilung Forstwirtschaft der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol, abgerufen am 6. März 2015.
  17. Alpiner Schutzwaldpreis: Zwei Projekte aus Südtirol nominiert. Pressedienst der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol, 30. Januar 2015, abgerufen am 6. März 2015.
  18. Südtirols Wald: Flächen. Abteilung Forstwirtschaft der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol, abgerufen am 6. März 2015.
  19. „Hemerobiestudie“ – Wie natürlich ist der Wald in Südtirol? Abteilung Forstwirtschaft der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol, abgerufen am 6. März 2015.
  20. Lebensgemeinschaft Wald. Abteilung Forstwirtschaft der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol, abgerufen am 6. März 2015.
  21. Die Waldgesellschaften. Südtiroler Fortsverein, abgerufen am 7. März 2015.
  22. Flora. Abteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol, abgerufen am 17. Januar 2015.
  23. Fauna. Abteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol, abgerufen am 17. Januar 2015.
  24. Klaus Hellrigl: Die Tierwelt Südtirols. Naturmuseum Südtirol, Bozen 1996, ISBN 88-70 14-922-6
  25. a b c d e f g Demografisches Handbuch für Südtirol 2014. Landesinstitut für Statistik (Astat), abgerufen am 16. Januar 2015 (PDF-Datei).
  26. Franz Alber: Zukunftsperspektiven der Südtiroler Gemeinden. In: Festschrift 50 Jahre Südtiroler Gemeindeverband 1954–2004. Südtiroler Gemeindenverband, S. 74–78, abgerufen am 18. Januar 2015 (PDF; 15 MB).
  27. Naturparks. Abteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol, abgerufen am 5. Februar 2015.
  28. Biotope. Abteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol, abgerufen am 5. Februar 2015.
  29. Die Größenangabe bezieht sich nur auf den Südtiroler Anteil des Nationalparks, die Gesamtgröße beträgt 1346,2 km².
  30. Michael Volgger, Harald Pechlaner: Kooperative Governance: Genossenschaften zwischen Standort- und Betriebsmanagement. In: Juhani Laurinkari, Robert Schediwy, Tode Todev (Hrsg.), Genossenschaftswissenschaft zwischen Theorie und Geschichte: Festschrift für Prof. Johann Brazda zum 60. Geburtstag, EHV Academicpress, Bremen 2014, S. 560
  31. Statistisches Jahrbuch 2006 – Kapitel 3 – Demographische Struktur (Memento vom 30. Oktober 2008 im Internet Archive) (PDF)
  32. Egon Kühebacher: Zur Geschichte der Sprachbewegungen in der deutsch-italienischen Grenzzone des Etschgebietes. In: Südtiroler Kulturinstitut (Hrsg.), Das Südtiroler Unterland (= Jahrbuch des Südtiroler Kulturinstitutes; 9), Athesia, Bozen 1980, ISBN 88-7014-134-9, S. 271–298
  33. Ausländische Wohnbevölkerung - 2011. provincia.bz.it. 14. Juni 2012. Abgerufen am 23. Juli 2012.
  34. Grundschulen im Schuljahr 2011/12 (PDF-Download) provinz.bz.it. April 2012. Abgerufen am 23. Juli 2012.
  35. Oberschulen - Schuljahr 2011/12. provincia.bz.it. 20. Juni 2012. Abgerufen am 23. Juli 2012.
  36. Oskar Peterlini: Funzionamento dei sistemi elettorali e minoranze linguistiche. FrancoAngeli, Mailand 2012, ISBN 978-88-568-4455-9, S. 106
  37. Leo Andergassen: Südtirol – Kunst vor Ort. Athesia, Bozen 2002, ISBN 88-8266-111-3, S. 7
  38. Diözese Bozen-Brixen. Diözese Bozen-Brixen, abgerufen am 27. Januar 2015.
  39. Diözesanpatrone Hl. Kassian und Hl. Vigilius. Diözese Bozen-Brixen, abgerufen am 27. Januar 2015.
  40.  Elisabeth Parteli: Verdächtig religiös. In: ff – Südtiroler Wochenmagazin. Nr. 4, 22. Januar 2015, S. 36–47.
  41. Organisationen und Vereinigungen. Landesinstitut für Statistik (Astat), abgerufen am 19. Januar 2014.
  42. 9. Arbeitsstättenzählung 2011: Nonprofit-Organisationen – Vertiefung zu den Hauptsitzen. Landesinstitut für Statistik (Astat), abgerufen am 19. Januar 2014 (PDF-Datei).
  43. Mitgliederversammlung 2014. Verband der Sportvereine Südtirols, abgerufen am 27. Januar 2015 (PDF-Datei).
  44. AVS hat mehr als 60.000 Mitglieder. Südtirol Online, 12. Mai 2014, abgerufen am 19. Januar 2015.
  45. Weißes Kreuz hat nun mehr als 50.000 Mitglieder. Weißes Kreuz, 27. August 2010, abgerufen am 19. Januar 2015.
  46. Der Verband. Katholischer Verband der Werktätigen, abgerufen am 24. Januar 2015.
  47. 59. Landesfeuerwehrtag: Vilpian, 9. Mai 2014. Landesverband der Freiwilligen Feuerwehren Südtirols, abgerufen am 19. Januar 2015 (PDF-Datei).
  48. Wer sind wir. Katholische Jungschar Südtirols, abgerufen am 19. Januar 2015.
  49. Der Verband. Verband Südtiroler Musikkapellen, abgerufen am 19. Januar 2015.
  50. Mitgliederstatistik des SSB 2010. Südtiroler Schützenbund, abgerufen am 19. Januar 2015.
  51. Flavia Pristinger: Ethnic conflict and modernization in the South Tyrol, in: Charles R. Foster (Hrsg.): Nations without a State. Ethnic Minorities in Western Europe. Praeger, New York 1980, S. 153–188.
  52. Siegfried Baur: Kommunikation und Kooperation in Mehrheits-/Minderheitssituationen am Beispiel Südtirol. In: Rudolf W. Keck, Margitta Rudolph, David Whybra, Werner Wiater (Hrsg.): Schule in der Fremde – Fremde in der Schule, Lit Verlag, Münster 2004, ISBN 3-8258-7302-1, S. 252–260.
  53.  Hannes Obermair: Stadt und Territorium in Tirol. Streiflichter aus Mittelalter und Früher Neuzeit. In: Helmut Flachenecker, Hans Heiss (Hrsg.): Franken und Südtirol. Zwei Kulturlandschaften im Vergleich (= Veröffentlichungen des Südtiroler Landesarchivs. Bd. 34). Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2013, ISBN 978-3-7030-0803-0, S. 121–131.
  54. Michael Forcher: Tirols Geschichte in Wort und Bild, Innsbruck 1984, S. 139–142.
  55. In derselben Sitzung wurden der Staatsname von bisher „Republik Deutschösterreich“ nach nunmehr „Republik Österreich“ abgeändert und die gesetzliche Bestimmung vom 12. Oktober 1918 „Deutschösterreich ist ein Bestandteil des Deutschen Reiches“ außer Kraft gesetzt - StGBl 1919-484
  56. Dati Regionali 2012 shock: Residuo Fiscale (saldo attivo per 95 miliardi al Nord). scenarieconomici.it, 27. Mai 2013, abgerufen am 19. September 2014 (Statistische Aufschlüsselung der Beiträge der einzelnen Regionen zum italienischen Staatshaushalt).
  57. Haushalt 2015: Mehr Investitionen, größere Entlastungen. Südtirol Online, 29. Oktober 2014, abgerufen am 11. März 2015.
  58. Tirol: Landesregierung präsentiert erstes Doppelbudget des Landes. wirtschaftsblatt.at, 5. November 2014, abgerufen am 11. März 2015.
  59. Pakt steht: Land schickt jährlich 476 Mio. Euro nach Rom. Südtirol Online, 15. Oktober 2014, abgerufen am 18. Januar 2015.
  60. Anton Holzer: Die Südtiroler Volkspartei. Thaur 1991, S. 151–157.
  61. Eva Fischer u.a.: 2013: Die Ereignisse des Jahres, in: Günther Pallaver (Hg.): Politika14. Jahrbuch für Politik, Bozen 2014, S. 74.
  62. Günther Pallaver: Die Südtiroler Volkspartei. Erfolgreiches Modell einer ethnoregionalen Partei. Trends und Perspektiven, Klagenfurt 2000.
  63. Joachim Gatterer: „rote milben im gefieder“. Sozialdemokratische, kommunistische und grün-alternative Parteipolitik in Südtirol, Innsbruck/Wien/Bozen 2009, S. 55–61.
  64. Günther Pallaver: Südtirols Parteien und Parteiensystem. Ethnisch, fragmentiert und zentrifugal. in: ders. (Hg.): Politika09. Jahrbuch für Politik, Bozen 2009, S. 245–270.
  65. Joachim Gatterer: „rote milben im gefieder“. Sozialdemokratische, kommunistische und grün-alternative Parteipolitik in Südtirol, Innsbruck/Wien/Bozen 2009, S. 170–174.
  66. Joachim Gatterer: Randfiguren. Südtirols Landtagsabgeordnete der gesamtstaatlichen Parteien von 1948–2013, in: Günther Pallaver (Hg.): Politika14. Jahrbuch für Politik, Bozen 2014, S. 391–414.
  67. Günther Pallaver: I partiti italiani in Alto Adige. Frammentati e deboli in cerca di una nuova identità, in: ders. (Hg.): Politika13. Jahrbuch für Politik, Bozen 2013, S. 247–281.
  68. Die Landesregierung 2008–2013
  69. GDP per capita in the EU in 2013: seven capital regions among the ten most prosperous. Eurostat, 21. Mai 2015, abgerufen am 22. Mai 2015.
  70. a b c d Statistisches Jahrbuch 2013. Kapitel 12: Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung. Autonome Provinz Bozen – Südtirol, Landesinstitut für Statistik (ASTAT), abgerufen am 11. März 2015.
  71. Annuario statistico italiano 2014. 10: Lavoro e retribuzioni. Istituto Nazionale di Statistica, abgerufen am 13. März 2015.
  72. a b c BIP und volkswirtschaftliche Gesamtrechnung. Landesinstitut für Statistik (Astat), abgerufen am 13. März 2015.
  73. a b Michael Volgger, Harald Pechlaner: Kooperative Governance: Genossenschaften zwischen Standort- und Betriebsmanagement. In: Juhani Laurinkari, Robert Schediwy, Tode Todev (Hrsg.), Genossenschaftswissenschaft zwischen Theorie und Geschichte: Festschrift für Prof. Johann Brazda zum 60. Geburtstag, EHV Academicpress, Bremen 2014, S. 551–572
  74. 9. Arbeitsstättenzählung und Zählung der öffentlichen Körperschaften sowie der Non-Profit-Organisationen. Autonome Provinz Bozen – Südtirol, Landesinstitut für Statistik (ASTAT), 24. Juli 2014, abgerufen am 13. März 2015.
  75. Forschung und Entwicklung (F&E): 2012. Autonome Provinz Bozen – Südtirol, Landesinstitut für Statistik (ASTAT), abgerufen am 13. März 2015.
  76. Innovation und Forschung: 110 Millionen Euro für das Programm 2015. Pressedienst der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol, 11. März 2015, abgerufen am 13. März 2015.
  77. a b  Helmut Alexander: Maschinen, Fabriken, Arbeitsplätze. Die Modernisierung der Südtiroler Wirtschaft. In: Gottfried Solderer (Hrsg.): Das 20. Jahrhundert in Südtirol. Autonomie und Aufbruch. Band IV: 1960–1979, Edition Raetia, Bozen 2002, ISBN 88-7283-183-0, S. 226–253.
  78. a b Land- und Forstwirtschaft. Autonome Provinz Bozen – Südtirol, Landesinstitut für Statistik (ASTAT), abgerufen am 13. März 2015.
  79. 6. Landwirtschaftszählung: 2010. Autonome Provinz Bozen – Südtirol, Landesinstitut für Statistik (ASTAT), abgerufen am 13. März 2015.
  80. a b c d e Statistisches Jahrbuch 2013. Kapitel 13: Land- und Forstwirtschaft. Autonome Provinz Bozen – Südtirol, Landesinstitut für Statistik (ASTAT), abgerufen am 11. März 2015.
  81. Josef Dalla Via, Hermann Mantinger: Die Landwirtschaftliche Forschung im Obstbau Südtirols. In: Erwerbs-Obstbau, 54, 2012, S. 83–115
  82. Falstaff Weinguide. Österreich/Südtirol 2011. Falstaff, Wien 2011, ISBN 978-3-902660-14-5, S. 688
  83. Rolf Steininger: Südtirol: Vom Ersten Weltkrieg bis zur Gegenwart. Studienverlag, Innsbruck 2003, ISBN 3-7065-1348-X, S. 38–39
  84. Klein- und Mittelbetriebe 2011. Autonome Provinz Bozen – Südtirol, Landesinstitut für Statistik (ASTAT), abgerufen am 14. März 2015.
  85. Tätigkeitsbereiche und Größe der Unternehmen 2008–09. Autonome Provinz Bozen – Südtirol, Landesinstitut für Statistik (ASTAT), abgerufen am 14. März 2015.
  86. Elektrische Energie und erneuerbare Energiequellen 2014. Autonome Provinz Bozen – Südtirol, Landesinstitut für Statistik (ASTAT), abgerufen am 19. März 2015.
  87.  Josef Rohrer: Tourismus im Wachstumsstreß. Die tiefgreifenden Veränderungen in den „wilden“ Jahren. In: Gottfried Solderer (Hrsg.): Das 20. Jahrhundert in Südtirol. Autonomie und Aufbruch. Band IV: 1960–1979, Edition Raetia, Bozen 2002, ISBN 88-7283-183-0, S. 254–269.
  88. Günter Schamel: Bedeutung und Potential des Weintourismus in Südtirol. In: Knut Scherhag (Hrsg.), Weintourismus und Marketing, Eul, Lohmar/Köln 2013, ISBN 978-3-8441-0230-7, S. 139–150
  89. a b Statistisches Jahrbuch 2013. Kapitel 17: Tourismus. Autonome Provinz Bozen – Südtirol, Landesinstitut für Statistik (ASTAT), abgerufen am 14. März 2015.
  90. Tourismus. Autonome Provinz Bozen – Südtirol, Landesinstitut für Statistik (ASTAT), abgerufen am 5. März 2015.
  91. Dati Provinciali sul Turismo: deludono Roma e Firenze, eccellenti Bolzano, Venezia e Rimini. scenarieconomici.it, 22. Oktober 2013, abgerufen am 6. März 2015.
  92. Die 30 größten Arbeitgeber in Südtirol. In: Südtirol Panorama, Oktober 2012, S. 34
  93. Monika Knoll: Energieeffizientes Bauen in Italien: CasaClima. db. Deutsche Bauzeitung, 30. Juni 2010, abgerufen am 14. März 2015.
  94. 60 Prozent des Lkw-Alpentransits fahren über Österreich. derStandard.at, 19. Januar 2012, abgerufen am 11. März 2015.
  95. Allein über Brenner fahren doppelt so viele Lkw wie über Schweiz. Verkehrsclub Österreich, 1. Dezember 2014, abgerufen am 11. März 2015.
  96. a b c d Mobilität und Verkehr in Südtirol - 2012. Landesinstitut für Statistik (Astat), abgerufen am 16. Januar 2015 (PDF-Datei).
  97. Straßendienst: 15.000 Stunden Fortbildung und wenige Arbeitsunfälle. Landespressemat der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol, 15. November 2010, abgerufen am 19. März 2015.
  98. Dienststelle für Brücken. Abteilung Tiefbau der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol, abgerufen am 16. Januar 2015.
  99. Tunnelgruppe. Abteilung Straßendienst der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol, abgerufen am 16. Januar 2015.
  100. Luise Ungerboeck: Weniger Fracht rollt auf der Schiene über die Alpen. derStandard.at, 17. Juli 2014, abgerufen am 11. März 2015.
  101. Radwege und Radrouten. Abteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol, abgerufen am 16. Januar 2015.
  102. Radwegenetz in Südtirol. Südtirol Rad, abgerufen am 16. Januar 2015.
  103. Reinhard Kuntzke, Christiane Hauch: Südtirol. DuMont Reise-Taschenbuch. Dumont Reiseverlag, Ostfildern 2015, ISBN 978-3-7701-7452-2, S. 32
  104. Fahrradfreundliches Bozen. Stadt Bozen, abgerufen am 16. Januar 2015.
  105. Öffentlicher Nahverkehr: Landesregierung passt Ticket-Preise an. Pressedienst der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol, 11. November 2014, abgerufen am 19. Januar 2015.
  106. Contactless-Entwertungssystem. Südtirol Mobil, abgerufen am 16. Januar 2015.
  107. Verkehrsverbund Südtirol. Südtirol Mobil, abgerufen am 16. Januar 2015.
  108. Südtirol Bahn. Verkehrsverbund Südtirol Mobil, abgerufen am 19. Januar 2015.
  109. Südtiroltakt. Verkehrsverbund Südtirol Mobil, abgerufen am 19. Januar 2015.
  110. Museen 2013. Autonome Provinz Bozen – Südtirol, Landesinstitut für Statistik (ASTAT), März 2014, abgerufen am 16. Februar 2015.
  111. Bibliotheken 2013. Autonome Provinz Bozen – Südtirol, Landesinstitut für Statistik (ASTAT), März 2014, abgerufen am 2. Februar 2015.
  112. Krankenhäuser. Südtiroler Sanitätsbetrieb, abgerufen am 19. Februar 2015.
  113. Gesundheitssprengel. Südtiroler Sanitätsbetrieb, abgerufen am 19. Februar 2015.
  114. Sanitätsbetrieb kostete im Vorjahr 1,2 Milliarden Euro. Südtirol Online, 2. Juli 2014, abgerufen am 11. März 2015.
  115. Indirekte Betreuung. Südtiroler Sanitätsbetrieb, abgerufen am 19. Februar 2015.
  116. Sozialsprengel. Abteilung Soziales der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol, abgerufen am 19. Februar 2015.
  117.  Zeno Abram: Kein schöner Land. Bauboom, Landschaftsschutz und moderne Architektur. In: Gottfried Solderer (Hrsg.): Das 20. Jahrhundert in Südtirol. Autonomie und Aufbruch. Band IV: 1960–1979, Edition Raetia, Bozen 2002, ISBN 88-7283-183-0, S. 276.
  118. Aufgaben und Ziele. WOBI – Institut für den sozialen Wohnbau des Landes Südtirol, abgerufen am 11. März 2015.
  119. Vermögen. WOBI – Institut für den sozialen Wohnbau des Landes Südtirol, abgerufen am 11. März 2015.
  120. Liste von Lokalradios
  121. Digitalradio-Programme. Rundfunk-Anstalt Südtirol, abgerufen am 19. Januar 2015.
  122. Digitales terrestrisches Fernsehen DVB-T. Rundfunk-Anstalt Südtirol, abgerufen am 19. Januar 2015.
  123. Digital terrestrisches Fernsehen: FAQ. Autonome Provinz Bozen – Südtirol, abgerufen am 10. Januar 2015.

46.6611.43Koordinaten: 46° 40′ N, 11° 26′ O