Südtiroler Landesarchiv

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Südtiroler Landesarchiv

Archivtyp Landesarchiv
Koordinaten 46° 30′ 11,4″ N, 11° 20′ 35,5″ OKoordinaten: 46° 30′ 11,4″ N, 11° 20′ 35,5″ O
Ort Bozen
Besucheradresse Armando-Diaz-Straße 8
Gründung 1985
Alter des Archivguts 13.–20. Jahrhundert
Träger Autonome Provinz Bozen – Südtirol, Abteilung Denkmalpflege
Organisationsform Amt
Website Offizielle Website

Das Südtiroler Landesarchiv (SLA) ist ein öffentliches Archiv des Landes Südtirol (Italien) und befindet sich in Bozen. Es bildet ein Amt der Südtiroler Landesverwaltung und ist Teil der Abteilung Denkmalpflege. Die Bestände stammen provenienzmäßig aus Südtirol, umfassen aber auch Archivalien aus dem ehemaligen Kronland Tirol, die neben dem heutigen Bundesland Tirol auch das Trentino betreffen. Das Südtiroler Landesarchiv betreibt auch archivalische und historische Grundlagenforschung, fördert die Herausgabe des „Tiroler Urkundenbuchs“, unterstützt das Südtiroler Chronistenwesen und veröffentlicht eine eigene Publikationsreihe unter dem Titel „Veröffentlichungen des Südtiroler Landesarchivs“.[1]

Die Errichtung eines eigenständigen Südtiroler Landesarchivs war die Folge der Autonomiegesetzgebung, die seit 1972 dem Land Südtirol innerhalb des italienischen Staatsgefüges Sonderrechte, darunter auch im kulturellen Bereich, einräumte.[2] In diesem Zusammenhang übernahm das Landesarchiv bedeutsame Altbestände vom Staatsarchiv Bozen, darunter den Grundsteuerkataster und die Verfachbücher aus Südtiroler Provenienz, verschiedene Kommunalarchive, die Akten des Adelsarchivs Bozen und Meran, das Archiv des Merkantilmagistrats Bozen und das Archiv des Heiliggeistspitals Bozen.[3] Zahlreiche Adelsarchive, darunter Künigl, Oberpayrsberg, Schlandersberg, Welsberg und Wolkenstein, haben seither die Bestände maßgeblich ergänzt und erweitert.[4] Zu den wertvollsten Archivalien rechnet der aus dem 16. Jahrhundert stammende Codex Brandis.

Das Landesarchiv hilft auch den Ämtern und Abteilung der Südtiroler Landesverwaltung bei der Führung des eigenen Archivs; dabei werden auch historisch relevante Akten ermittelt, die nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist (in der Regel 10 Jahre) dem Landesarchiv übergeben werden. Gegenüber den kleineren Archiven Südtirols übt das Landesarchiv gemäß dem Landesarchivgesetz Nr. 17 von 1985 („Regelung des Archivwesens und Errichtung des Südtiroler Landesarchivs“) eine Kontroll- und Aufsichtspflicht aus.

Seit 2013 unterhält das Landesarchiv eine enge Kooperation mit dem Tiroler Geschichtsverein, in dessen Vorstand es ständig vertreten ist und dem ein Arbeitsplatz im Landesarchiv zur Verfügung steht.[5]

2018 erhob der Historiker Rolf Steininger schwere Vorwürfe gegen das Archiv, da es für seine Recherchen unverzichtbares Quellenmaterial vorenthalten habe.[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Liste der „Veröffentlichungen des Südtiroler Landesarchivs“
  2. Leo Santifaller: Über das Staatsarchiv in Bozen und das Südtiroler Landesarchiv (Archivio di Stato di Bolzano – Archivio della Provincia di Bolzano). In: «Der Schlern» 48, 1974, S. 115–136.
  3. Staatsgesetz Nr. 118 vom 11. März 1972, S. 122–123; zum Spitalsarchiv Hannes Obermair: „Vermerckht den Auszug ...“: das Archiv des Heiliggeistspitals Bozen. Findbuch der Bestände des Südtiroler Landesarchivs. Bozen: Südtiroler Landesarchiv 2001.
  4. Archivbestände des Südtiroler Landesarchivs
  5. Tiroler Geschichtsverein und Landesarchiv Bozen arbeiten weiter zusammen auf augias.net vom 5. Juli 2013, abgerufen am 8. August 2018
  6. Rolf Steininger: Toni Ebner 1918–1981. Südtiroler Politiker, Journalist, Unternehmer: eine politische Biografie. Athesia, Bozen 2018, ISBN 978-88-6839-417-2, Kap. 10.5: Das Südtiroler Landesarchiv und ein Skandal, S. 182–191.