Süleyman Demirel

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Süleyman Demirel (1998)
Unterschrift von Süleyman Demirel

Sami Süleyman Gündoğdu Demirel (* 1. November 1924 in İslamköy, Provinz Isparta; † 17. Juni 2015 in Ankara) war ein türkischer Politiker. Er war siebenmal Ministerpräsident und von 1993 bis 2000 Staatspräsident der Türkei.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Süleyman Demirel (rechts) mit Nicolae Ceaușescu

Demirel machte 1948 einen Universitätsabschluss als Ingenieur an der TU Istanbul. Anfang der 1950er Jahre arbeitete er in der staatlichen Wasserbehörde Devlet Su İşleri, die er ab 1955 führte.

Am 15. Februar 1956 wurde Süleyman Demirel Freimaurer, indem er in die Bilgi-Loge in Ankara aufgenommen wurde.[2] Mit 37 Jahren trat er 1961 in die Politik ein und wurde Abgeordneter der Gerechtigkeitspartei (AP) im türkischen Parlament. Drei Jahre später wurde er Vorsitzender der Gerechtigkeitspartei und blieb dies auch bis 1980. Süleyman Demirel wurde schließlich am 27. Oktober 1965 der jüngste Ministerpräsident der Türkei. Als eine seiner Aufgaben sah er die Verstärkung der Bindungen der Türkei an die NATO. Außerdem leitete er zahlreiche Entwicklungsprogramme für die türkische Landwirtschaft ein.

Nach sechs Jahren wurde Süleyman Demirel im März 1971 wegen seiner Weigerung, dem Militär politischen Einfluss im Anti-Terrorkampf zu gewähren, von diesem gestürzt. Doch bereits am 31. März 1975 wurde er erneut in einer Koalitionsregierung mit der islamistischen Millî Selamet Partisi (MSP), der rechtsextremen MHP und der nationalistischen Cumhuriyetçi Güven Partisi (CGP) Premierminister. Er betrieb eine neoliberale Wirtschaftspolitik trotz politischer Unruhen, Inflation und Handelsdefizit weiter. Er blieb Premier bis Juni 1977, als die Koalitionsregierung auseinanderbrach. Mit einer neuen Koalition mit der islamistischen MSP und der rechtsextremen MHP wurde er abermals von 21. Juli bis 4. Januar 1978 Regierungschef. Jedoch zerbrach auch diese Koalition und Süleyman Demirel begab sich in die Opposition.

Am 12. November 1979 wurde Demirel noch einmal zum Ministerpräsidenten einer Minderheitsregierung ernannt. Auch diese Amtszeit währte nicht lange. Am 12. September 1980 wurde er durch einen erneuten Militärputsch unter Führung von Kenan Evren mit der Begründung, extremistische Gewalt bedrohe das Land, seines Amtes enthoben und erhielt ein Verbot der politischen Betätigung.

Demirel (rechts) mit dem griechischen Ministerpräsidenten Konstantinos Mitsotakis 1992

Süleyman Demirel wurde 1987 Vorsitzender der Partei des Rechten Weges (DYP) und in dieser Funktion am 20. November 1991 zum siebten Mal Premierminister der Türkei nach einem Wahlsieg über die bis dahin regierende Mutterlandspartei (ANAP). Er blieb dies bis zum 5. Juni 1993, als man ihn im Mai zum türkischen Staatspräsidenten wählte. Dieses Amt hatte er bis zum Jahr 2000 inne.

Während seiner Amtszeit begnadigte er 100 Gefangene.[3]

Demirel starb in einem Krankenhaus in Ankara nach einer Atemwegsinfektion an Herzversagen.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Süleyman Demirel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stephan Kinzer: Suleyman Demirel, former prime minister of Turkey, dies at 90. (Nachruf), nytimes.com, 16. Juni 2015, abgerufen am 16. Juni 2015
  2. Hulki Cevizoglu: Masonluk ve Rotaryenlik (deutsch: Freimaurerei und Rotary). Ceviz Kabugu Yayinlari, 6. Auflage
  3. List of Sezer amnesty recipients terror-based, Today’s Zaman Online (Abgerufen am 4. April 2007), (englisch)
  4. http://www.tccb.gov.tr/suleyman-demirel-konusmalari/492/56979/almanya-cumhurbaskani-sayin-johannes-rau-tarafindan-kendisine-verilen-likayat-nisani-toreninde-yapti.html (türkisch)
  5. Zur Geschichte der türkisch-deutschen Beziehungen, abgerufen am 11. April 2011
  6. Arnavutluk'a Çalışma Ziyareti (Türkiye Cumhuriyeti Cumhurbaşkanlığı , 9. Mai 2000, türkisch)
  7. Ndahet nga jeta ish-presidenti i Turqisë, Suleyman Demirel (Iliria News, 17. Juni 2015, albanisch)