Sępólno Krajeńskie

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Sępólno Krajeńskie
POL Sępólno Krajeńskie COA.svg
Sępólno Krajeńskie (Polen)
Sępólno Krajeńskie
Sępólno Krajeńskie
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Kujawien-Pommern
Powiat: Sępólno Krajeńskie
Fläche: 5,79 km²
Geographische Lage: 53° 27′ N, 17° 31′ OKoordinaten: 53° 27′ 0″ N, 17° 31′ 0″ O
Höhe: 152 m n.p.m.
Einwohner: 9265
(31. Dez. 2016)[1]
Postleitzahl: 89-400
Telefonvorwahl: (+48) 52
Kfz-Kennzeichen: CSE
Wirtschaft und Verkehr
Straße: BydgoszczKoszalin
DK 25
TucholaWięcbork DW 241
Nächster int. Flughafen: Danzig
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Gminagliederung: 27 Ortschaften
Fläche: 229,18 km²
Einwohner: 15.965
(31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 70 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0413023
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Waldemar Stupałkowski
Adresse: ul. Kościuszki 11
89-400 Sępólno Krajeńskie
Webpräsenz: www.gmina-sepolno.pl



Sępólno Krajeńskie [sɛmˈpulnɔ kraˈjɛɲskʲɛ] (deutsch Zempelburg) ist eine Stadt mit 9.200 Einwohnern in der polnischen Woiwodschaft Kujawien-Pommern. Sępólno Krajeńskie ist Sitz des Powiats Sępoleński (Zempelburger Kreises).

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt in der historischen Landschaft Westpreußen, 63 Kilometer nordwestlich von Bromberg (Bydgoszcz) (Luftlinie 53 km) an der Zempolna (Sępólna) und dem Zempelburger See (Länge 3,52 Kilometer, Breite ca. 470–500 m).

Panorama am Zempelburger See (Jezioro Sępoleńskie) mit der Stadt im Hintergrund, 2011

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zempelburg nordöstlich von Schneidemühl und östlich von Jastrow auf einer Landkarte von 1908.
Zempelburg am Zempelburger See nördlich der Stadt Vandsburg auf einer Landkarte von 1914
Sępólno Krajeńskie, Marktplatz (2011)

Zempelburg (in älteren Quellen auch Stempelburg) wurde im 14. Jahrhundert nach Magdeburger Recht gegründet. Die Stadt liegt heute vorwiegend auf dem hohen Ufer des Sees und des Flusstals der Zempolna. Daraus, dass die katholische Pfarrkirche, die bereits 1360 erwähnt wird, im Flusstal liegt, ist zu schließen, dass sich die ursprüngliche Stadt im Tal der Zempolna befand. Das Schloss der Grundherrschaft soll der Sage nach in dem heutigen, durch Erweiterung des Sees von Dziechowo entstandenen Zempelburger See untergegangen sein. Die ehemalige Lage eines zweiten Schlosses, das 1679 erwähnt wurde, ist unbekannt.[2] Das auf dem Schulenberg gelegene evangelische Bethaus wurde 1620 zerstört. 1764 hatte die Niederstadt 79, die Vorstadt 71 Häuser.[2]

Zwischen 1772 und 1807 sowie 1815 und 1920 gehörte Zempelburg zu Preußen, in der Zeit von 1807 bis 1815 zum Herzogtum Warschau.

Die Stadt war ein Zentrum der Tuchmacherei und Schuhmacherei. 1773 hatte Zempelburg 70 Handwerker, darunter acht Tuchmacher und zahlreiche Schuhmacher.[2] Die evangelische Kirche auf dem Markt entstand 1857/58 und wurde mittlerweile wieder abgerissen.

Die Juden, die hier seit 1734 eine Synagoge hatten, waren im 19. Jahrhundert verpflichtet, an die katholische Parochie jährlich zu Fronleichnam und zu Ostern 30 Tympf, neun Kalbsbraten, sechs Rinderbraten, sechs Pfund Talg und ein Pfund Schießpulver für Freudenssalven abzuliefern.[3]

Zempelburg gehörte bis 1919 zum Landkreis Flatow im Regierungsbezirk Marienwerder in der Provinz Westpreußen des Deutschen Reichs. Die Stadt hatte 1910 3818 Einwohner, davon 637 Polen. Der Religion nach waren es 1905 57,0 % Evangelische, 32,7 % Katholiken und 10,3 % Juden.

Nach dem Ersten Weltkrieg musste Zempelburg aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1920 zum Zweck der Einrichtung des Polnischen Korridors ohne Volksabstimmung an Polen abgetreten werden. Zempelburg erhielt den polnischen Namen Sępólno Krajeńskie. In dieser Zeit war die Stadt Kreisstadt des Powiat Sępolno.

Durch den Überfall auf Polen 1939 kam die Region an das Reichsgebiet zurück. Von 1939 und 1945 war Zempelburg Sitz des Landkreises Zempelburg im Regierungsbezirk Grenzmark Posen-Westpreußen.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte im Frühjahr 1945 die Rote Armee das Kreisgebiet. Soweit die deutschen Einwohner nicht geflohen waren, wurden sie in der darauf folgenden Zeit vertrieben.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Anmerkungen
1783 1.622 davon 651 Protestanten, 390 Katholiken und 581 Juden[4]
1805 2.492 davon 1.434 Christen und 1.058 Juden[3]
1831 2.764 darunter über 1.000 Juden[5]
1853 3.187 davon 1.412 Protestanten, 557 Katholiken und 1,218 Juden[3]
1875 3.516 [6]
1880 3.736 [6]
1890 3.510 davon 2.011 Protestanten, 839 Katholiken und 657 Juden (280 Polen)[6]
1910 3.818 darunter 3.115 Deutsche und 637 Polen[2]
1920 3.513
1921 1.501 [2]
1943 5.207 [2]
2012 9.282 Stand vom 30. Juni 2012

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sępólno Krajeńskie hatte einen Bahnhof an der Bahnstrecke Oleśnica–Chojnice, weitere befanden sich in den Ortschaften Świdwie und Wysoka.

Gmina[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt- und Landgemeinde Sępólno Krajeńskie besteht aus den Ortschaften:

Polnischer Name Deutscher Name (1815–1920 und 1939–1945)
Dziechowo Dziechowo (1888–1945 Sechau)
Grochowiec Müllerhof
Iłowo Illowo (1942–1945 Ihlau)
Jazdrowo Jasdrowo (1942–1945 Hirschhagen)
Kawle Kable (1942–1945 Kablen)
Komierówko Komierowke
Komierowo Komierowo (1942–1945 Wallbusch)
Lutówko Klein Lutau (1942–1945 Kleinlutau)
Lutowo Groß Lutau (1942–1945 Großlutau)
Niechorz Nichors
Piaseczno Petznick
Radońsk Radonsk (1942–1945 Waldraden)
Sępólno Krajeńskie Zempelburg
Sikorz Szykorsz (1894–1945 Schönhorst)
Skarpa Skarpi (1942–1945 Scharfenort)
Świdwie Schwiede
Teklanowo Teklanowo
Trzciany Zahn
Wałdówko Neu Waldau (1942–1945 Neuwaldau)
Wałdowo Waldau
Wilkowo Wilkowo (1942–1945 Wulfsiedel)
Wiśniewa Groß Wisniewke (1942–1945 Kirschwiesen)
Wiśniewka Klein Wisniewke (1942–1945 Kirschhöhe)
Włościborek Klein Loßburg (1942–1945 Kleinloßburg)
Włościbórz Groß Loßburg (1942–1945 Großloßburg)
Wysoka Krajeńska Wissoka (1875–1945 Hohenfelde)
Zalesie Salesch (1942–1945 Hüllerbruch)
Zboże Zboze (1876–1945 Grünlinde)

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sępólno Krajeńskie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2016. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF-Dateien; 5,19 MiB); abgerufen am 29. September 2017.
  2. a b c d e f Udo Arnold (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten: Ost- und Westpreußen. Kröner, Stuttgart 1981 (unveränderter Nachdruck der von Erich Weise herausgegebenen Erstauflage von 1966), ISBN 3-520-31701-X, S. 244–245.
  3. a b c Friedrich Wilhelm Ferdinand Schmitt: Topographie des Flatower Kreises. In: Preußische Provinzialblätter, Andere Folge, Band VII, Königsberg 1855, S. 46–48 und S. 115–116.
  4. Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil II: Topographie von West-Preussen, Marienwerder 1789 , S. 99–100.
  5. August Eduard Preuß: Preußische Landes- und Volkskunde. Königsberg 1835, S. 382–383, Nr.14.
  6. a b c Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte Provinz Pommern, Kreis Flatow (2006)