Sławoj Leszek Głódź

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Erzbischof Sławoj Leszek Głódź
Wappen des Erzbischofs von Danzig seit 2008

Sławoj Leszek Głódź (* 13. August 1945 in Bobrówka, Polen) ist Erzbischof von Danzig.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur trat Sławoj Leszek Głódź 1964 in das Priesterseminar von Białystok ein und studierte Katholische Theologie und Philosophie. Am 14. Juni 1970 empfing er durch Henryk Roman Gulbinowicz das Sakrament der Priesterweihe. Anschließend studierte er Kanonisches Recht an der Katholischen Universität Lublin und am Päpstlichen Orientalischen Institut in Rom. 1980 promovierte er zum Dr. iur. can. im Bereich Ostkirchenrecht. Anschließend war er von 1981 bis 1991 Mitarbeiter der Kongregation für die orientalischen Kirchen. Papst Johannes Paul II. verlieh ihm am 8. September 1984 den Ehrentitel Kaplan Seiner Heiligkeit[1] (Monsignore).

Am 21. Januar 1991 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Titularbischof von Bettonium und zum Militärbischof in Polen. Die Bischofsweihe spendete ihm der polnische Primas, Józef Kardinal Glemp am 23. Februar desselben Jahres in der Wallfahrtskirche auf dem Berg Jasna Góra in Częstochowa (Tschenstochau); Mitkonsekratoren waren Franciszek Kardinal Macharski und Henryk Roman Kardinal Gulbinowicz. Anlässlich seiner Ernennung zum Bischof gab er sich den Wahlspruch Milito pro Christo.

Am 17. Juli 2004 verlieh ihm Johannes Paul II. den Titel eines Erzbischofs ad personam und ernannte ihn am 26. August desselben Jahres zum Erzbischof-Bischof von Warschau-Praga. Im Jahr 2005 verlieh ihm die Stadt Warschau die Ehrenbürgerwürde.

Am 17. April 2008 berief ihn Papst Benedikt XVI. zum Erzbischof von Danzig; die feierliche Amtseinführung und Inthronisation im Dom zu Oliva fand am 26. April desselben Jahres statt.

Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Vorfeld der Berufung Głódźs auf den Danziger Bischofssitz Kritik und Bedenken vor allem aus Kreisen polnischer Intellektueller sowie vom ehemaligen Solidarność-Vorsitzenden und früheren polnischen Staatspräsidenten Lech Wałęsa an der geplanten Berufung laut, da Głódź als Unterstützer des nationalkonservativen Radio Maryja und als Skeptiker eines vereinten Europa galt.[2]

Kritik wurde auch an Głódź geübt, weil er nach Berichten der polnischen Presse Spendergelder der Gläubigen zum Bau einer villenartigen Privatresidenz in seinem Heimatdorf Bobrówka in der Woiwodschaft Podlachien zweckentfremdete.[3]

Nach polnischen Presseberichten gab Głódź das Vorbild für die Figur des einen unmoralischen Lebenswandel führenden, alkoholkranken Erzbischofs Mordowicz im Spielfilm Kler (2018) von Wojciech Smarzowski ab.[4]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Annuario Pontificio per l’anno 1982, Città del Vaticano 1982, S. 1875.
  2. „Proteste gegen neuen Danziger Bischof“, in: Welt online vom 12. April 2008.
  3. „Dobrze radzimy przestać obserwować posiadłość”. Jak żyje Sławoj Leszek Głódź? newsweek.pl, 28. Dezember 2018.
  4. „Biskup Głódź, gdy nastał, przyjeżdżał do prałata Jankowskiego i pił za trzech. Kilka samochodów, a w każdym po czterech księży” newsweek.pl, 25. Oktober 2019.
  5. Radio Vatikan - Meldungen vom 4. Juni 2005
VorgängerAmtNachfolger
Tadeusz GocłowskiErzbischof von Danzig
seit 2008
Kazimierz RomaniukBischof von Warschau-Praga
2004–2008
Henryk Hoser
---Militärbischof der polnischen Streitkräfte
1991–2004
Tadeusz Płoski