S-Bahn Luzern

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S-Bahn Luzern

S-Bahn Zentralschweiz
S-Bahn Zentralschweiz 12-2013.svg
Netzplan S-Bahn Zentralschweiz
Staat Schweiz
Verkehrs- /
Tarifverbund
Passepartout, Schwyz, Zug
Linien 14
Fernbahnhöfe 10
Tunnelbahnhöfe 1
kleinste Taktfolge 15 min
Bewohner im Einzugsbereich ca. 800'000 Einw.
Fahrzeuge BLS RABe 525, BLS RABe 535, SBB RABe 520, SBB RABe 523, SBB RBDe 560 (Domino), SOB RABe 526, ZB ABe 130, ZB ABeh 160/161
Betreiber BLS, SBB, SOB, ZB
Stromsystem 15 kV / 16,7 Hz ~

S-Bahnen in der Schweiz

Ein Zentralbahn-Triebzug der Baureihe ABe 130 auf der 2006 doppelspurig ausgebauten Strecke[1] bei Ennethorw.

Die S-Bahn Luzern wurde in der ersten Phase am 12. Dezember 2004 eröffnet und ist Teil des Projekts S-Bahn Zentralschweiz, zu dem auch die Stadtbahn Zug gehört.

Da Luzern einen Kopfbahnhof besitzt, aber – anders als etwa im Raum Zürich – keine wesentlichen Investitionen in die Infrastruktur vorgenommen wurden, besteht die S-Bahn Luzern aus ehemaligen Regionalzuglinien, die in den vergangenen Jahren leicht angepasst wurden. Dementsprechend gibt es keine echten Durchmesserlinien, die S1 verkehrt zwar durchgehend zwischen Baar und Sursee, weist aber auf Grund des Fahrtrichtungswechsels in Luzern einen längeren Aufenthalt auf. Die normalspurige Zufahrt (gebaut 1897) zum Bahnhof Luzern ist sehr stark ausgelastet, was die Einrichtung innerstädtischer Haltestellen auf diesem Abschnitt verunmöglicht. Ausserhalb dieses Flaschenhalses wurden einige neue Stationen eröffnet. Das Schwergewicht der Investitionen wird in den nächsten Jahren auf den doppelspurigen Ausbau der meterspurigen Zufahrt zum Bahnhof Luzern gelegt.

Linien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Liniennetz der S-Bahn Luzern umfasst folgende 14 Linien:

Auf der S1 verkehren ausschliesslich Stadler Flirt der Stadtbahn Zug. Zwischen Sursee und Rotkreuz verkehren die Züge der S1 im Halbstundentakt, im Bereich der Stadtbahn Zug zwischen Rotkreuz und Baar kann ein Viertelstundentakt angeboten werden. Die S1 ist die einzige Durchmesserlinie der S-Bahn Luzern, bis Dezember 2015 war der Strecke zwischen Sursee und Luzern die Liniennummer S18 zugeordnet.
Triebzug des Typs Stadler Flirt der Stadtbahn Zug auf der S1 im Bahnhof Rotkreuz
  • S 32: Arth-Goldau – Rotkreuz
Verkehrt als Fortsetzung der S 31 nur während Hauptverkehrszeiten (HVZ). Neu seit Dezember 2010.[2]
Zwischen Luzern und Stans besteht ein Halbstundentakt, jeder zweite Zug fährt weiter bis Wolfenschiessen. Die Züge werden mit ZB ABe 130 (Stadler Spatz) oder ZB ABeh 160/161 (Stadler Fink) geführt. Auf dem Abschnitt Stans–Wolfenschiessen ergänzt der Luzern-Engelberg-Express das Angebot zu einem 30-Minuten-Takt.
Beschleunigte Züge nur während HVZ, geführt mit ZB ABe 130 (Spatz) oder ZB ABeh 160/161 (Fink).
Die Linie bietet einen vollständigen Halbstundentakt, der mit ZB ABe 130 (Spatz) oder ZB ABeh 160/161 (Fink) geführt wird.
  • S 55: Luzern – Sarnen – Sachseln Beschleunigte Züge nur während HVZ
Beschleunigte Züge nur während HVZ, geführt mit ZB ABe 130 (Spatz) oder ZB ABeh 160/161 (Fink).
Geführt als Flügelzüge mit BLS RABe 525 (Nina) und BLS RABe 535 (Lötschberger).
Verkehrt nur während HVZ, eingesetzt wird ein BLS RABe 525 (Nina). Neu seit Dezember 2010.[2]
  • S 7: Luzern – Wolhusen – Willisau (– Huttwil – Langenthal)
Flügelzug mit dem RE Luzern–Bern, verkehrt in Spitzenzeiten bis nach Langenthal. Geführt mit BLS RABe 525 (Nina).
Es werden Züge der Typen Stadler Flirt und SBB RBDe 4/4 (NPZ Domino) eingesetzt. Bis Dezember 2008 verkehrte die S8 bis Luzern, seitdem muss für einer Fahrt nach Luzern in Sursee auf die S1 (bis Dezember 2015: S18) gewechselt werden.
Diese Linie wird mit SBB RABe 520 (Stadler GTW) betrieben und fährt Montag bis Samstag bis 20 Uhr im Halbstundentakt, sonst im Stundentakt. Zwischen Luzern und Hochdorf gibt es zwischen 6 Uhr und Mitternacht an allen Wochentagen den Halbstundentakt. In der Gegenrichtung von 7 Uhr bis Mitternacht. An Werktagen sogar ab 5 respektive 5.30 Uhr.
  • S 99: Luzern – Hochdorf
Neue Linie seit Dezember 2016, verkehrt nur während HVZ. Analog der S9 verkehren auf dieser Linie SBB RABe 520 (GTW).
Anmerkungen

Die Linien S 4, S 44, S 5 und S 55 sind schmalspurig (Meterspur) und werden von der Zentralbahn betrieben, die übrigen Linien sind normalspurig. Die S 31 und S 32 werden von der Südostbahn betrieben; die S 6, die S 61 und die S 7 von der BLS AG, die übrigen von den SBB.

Das Liniennetz wird seit 2006 entlang des südlichen Ufers des Vierwaldstättersees durch die Schnellbuslinie Luzern – Flüelen – Altdorf (Tellbus) ergänzt, wodurch die Reisezeit zwischen Luzern und Altdorf im Gegensatz zu den über Arth-Goldau verkehrenden Zügen halbiert werden konnte.[3] Der Tellbus wird von der Auto AG Uri in Kooperation mit den Verkehrsbetrieben Luzern betrieben.[4] Zwischen Stans und Altdorf verkehrt zudem seit Dezember 2015 die Postauto-Linie 310 (Winkelriedbus) nach demselben Prinzip während der Hauptverkehrszeiten.[5]

Der Nummernbereich wird mit der Stadtbahn Zug geteilt – die Linie S2 verläuft nur zwischen Arth-Goldau und Erstfeld im Bereich der S-Bahn Luzern.

Bemerkenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In einem ersten Entwurf des Liniennetzes um 2002 war geplant, die S3 von Luzern über Arth-Goldau bis Rothenthurm laufen zu lassen. Die Strecke wäre in weniger als einer Stunde fahrbar.
  • Seit der Einführung der S-Bahn Luzern 2004 wurden folgende Haltestellen neu gebaut: Buchrain, Längenbold (im Dezember 2007 in Root D4 umbenannt), Kriens Mattenhof, Meggen Zentrum (2007), Luzern Verkehrshaus (2007), Emmenbrücke Gersag, Baldegg Kloster, Hochdorf Schönau, Wolhusen Weid, Sarnen Nord (2016). Dazu kommen die Haltestellen der Stadtbahn Zug zwischen Rotkreuz und Baar.

Flügelkonzept Emmental / Luzerner Hinterland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 12. Dezember 2010 wird die S6 nach dem Flügelsystem bedient. Ab Luzern verkehren zwei zusammengekoppelte Züge bis Wolhusen. In Wolhusen werden sie getrennt. Der eine Zugsteil fährt nach Langnau im Emmental, der andere nach Huttwil und Langenthal. Auf dem Rückweg werden beide Züge wieder in Wolhusen vereinigt und fahren gemeinsam nach Luzern weiter. Die Linie wird seit diesem Zeitpunkt von der BLS AG alleine betrieben, bis dahin waren die SBB beteiligt und es wurden SBB NPZ und BLS NPZ eingesetzt. Jetzt setzt die BLS-Triebzüge mit automatischen Kupplungen ein, um das rasche Trennen und Kuppeln der Züge in Wolhusen zu ermöglichen. Zunächst sind dies die Stadler-Rail GTW 2/8 gewesen, seit deren Verkauf an die SBB kommen dreiteilige NINAs zum Einsatz.

Tieflegung Zentralbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alte Strecke der Zentralbahn in Luzern mit Schmalspur-Triebzug auf der S5, 2009

Im Dezember 2008 wurde begonnen, die Zentralbahnstrecke zwischen dem Bahnhof Luzern und Kriens Mattenhof, auf welcher die Linien S4 und S5 verkehrten, unter den Boden zu verlegen. Die unterirdische Streckenführung besteht aus zwei Tunneln, dem bergmännisch ausgebrochenen Hubelmatttunnel und dem in Deckelbauweise entstandenen Allmendtunnel.[6] Im Allmendtunnel wurde auch die unterirdische Haltestelle Luzern Allmend errichtet, wodurch die Swissporarena und das Messegelände sowie Teile der Quartiere Obergrund-Allmend und Sternmatt-Hochrüti erschlossen werden. Die neue Strecke konnte am 12. November 2012 in Betrieb genommen werden, die Haltestelle Allmend wurde zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2012 zum ersten Mal bedient.[7] Wegen Anpassungen an den Gleisanlagen im Bereich der Bahnhofeinfahrt Luzern hielten die S-Bahnzüge der S4 im ersten Fahrplanjahr nur in Richtung Dallenwil und die Züge der S5 nur in Richtung Luzern.[8][9] Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2013 bedienen beide Linien die Haltestelle jeweils im Halbstundentakt in beide Richtungen, durch die Versetzung des Takts entsteht so ein 15-Minuten-Takt zwischen Luzern und Hergiswil.[2]

Durch die Tieflegung der Zentralbahn wurde das oberirdische Trassee nicht mehr benötigt und die Gleisanlagen wurden zurückgebaut. Der Abschnitt zwischen Luzern Steghof und Kriens Mattenhof wird seit Dezember 2016 als Fuss- und Radweg genutzt, die an der Fahrleitung angebrachte Beleuchtung erinnert dabei an die ehemalige Bahnstrecke.[10]

Weitere Planungen und Ideen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiederaufnahme Personenverkehr Sursee – Triengen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es wurde eine Studie zur Wiederaufnahme des 1971 eingestellten Personenverkehrs auf der Sursee-Triengen-Bahn (ST) veröffentlicht.[11] Die Strecke ist noch erhalten, sie wird von SBB Cargo und für nostalgische Dampfzugfahrten benützt. Baumassnahmen wären nur innerhalb des Bahnhofs Sursee notwendig. Vorgesehen wäre entweder eine stündliche Verlängerung der S1 Luzern – Sursee, oder die Spitzkehre der 43 Minuten in Sursee wartenden Komposition der S8 aus Olten, nach Triengen; zudem die Einrichtung einer S-Bahnhaltestelle Sursee Industrie. Voraussetzung wären aber erhebliche Investitionen in die ST, insbesondere deren Elektrifikation. Die betroffenen Gemeinden haben sich mehrheitlich gegen einen solchen Schienenverkehr ausgesprochen.

Taktverdichtung Luzern – Horw[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der zwischen Luzern und Hergiswil bestehende 15-Minuten-Takt soll durch die neue S41 Luzern–Horw erhöht werden. Die nur während der Hauptverkehrszeit betriebene Linie wird vorerst stündlich verkehren.[12] Die Inbetriebnahme der Linie ist 2021 geplant, bis dahin wird die Strecke durchgehend auf Doppelspur ausgebaut und der Bahnhof Horw neu gestaltet.[13]

Verlängerung S61 bis Willisau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die S61 (LuzernSchachen LU) soll bis ins Jahr 2025 nach Willisau verlängert werden. Aus fahrplantechnischen Gründen muss die Linie beschleunigt verkehren und wird voraussichtlich nur noch in Littau, Malters und Wolhusen halten.[12] Die Umsetzung erfolgt ab Dezember 2019.

Geplante oder vorgeschlagene Haltestellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Luzern Paulusplatz S 1 S 3 S 6 S 9 [14][15]
  • Luzern Kreuzstutz S 1 S 6 S 9 [14][15]
  • Littau Ruopigen S 6 [14]
  • Luzern Langensand-Steghof S 4 S 5 [14]
  • Stans Bitzi (Stans West) S 4 [15][16]
  • Luzern Schlossberg S 1 [17]
  • Ebikon Rotsee S 1 [17]
  • Emmenbrücke Benziwil S 1 [18]
  • Schwyz Süd S 3 beim ehemaligen Zeughausareal in Seewen[19]
  • Brunnen Stegstuden S 3 [19]
  • Brunnen Nord S 3 beim ehemaligen Holcim-Areal[19]
  • Sattel Krone S 31 [15]

Betreiber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Betreiber des S-Bahn-Netzes sind die vier Bahngesellschaften:

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Engelbergerlinie Luzern – Engelberg auf http://www.schienenverkehr-schweiz.ch
  2. a b c S‐Bahnen in der Zentralschweiz: Meilensteine 2004 – 2014. (PDF; 133 KB) Verkehrsverbund Luzern, abgerufen am 3. Oktober 2018.
  3. Tellbus Uri. Schnellbus Altdorf-Luzern. Verkehrsbetriebe Luzern, abgerufen am 11. Mai 2019.
  4. Auto AG Uri erhält Tellbus-Konzession. In: Urner Wochenblatt. 4. Dezember 2017, abgerufen am 11. Mai 2019.
  5. Zentralschweiz: Ohne Umsteigen von Stans nach Altdorf. Postauto, 8. Dezember 2015, abgerufen am 11. Mai 2019.
  6. Ausbau Zentralbahn – Realisierung auf www.ausbau-zentralbahn.lu.ch
  7. Tieflegung Luzern auf www.zentralbahn.ch (Memento vom 22. Juli 2013 im Internet Archive)
  8. Medienmitteilung des Verkehrsverbund Luzern Fahrplan 2013 mit neuer S-Bahn-Haltestelle vom 1. Oktober 2012
  9. Fahrplan 2014 Luzern Süd auf http://www.vvl.ch (Memento vom 15. Juli 2013 im Internet Archive)
  10. Rad- und Gehweg Luzern-Kriens/Horw auf dem Zentralbahntrassee (Memento vom 1. Januar 2017 im Internet Archive) auf www.stadtluzern.ch
  11. Weidmann Ulrich, Rieder Markus, Patrick Frank, Silko Höppner (2009):Wiedereinführung des Personenverkehr auf der Sursee-Triengen-Bahn und einer allfälligen Verlängerung@1@2Vorlage:Toter Link/www.dampfzug.ch (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Vorstudie, Institut für Verkehrsplanung und Transportsysteme (IVT), ETH Zürich, Zürich (pdf, 3,87 MB)
  12. a b So sieht die ÖV-Zukunft aus Luzerner Zeitung, 24. August 2016, abgerufen am 10. Juli 2017.
  13. Zentralbahn: Angebotsausbau Luzern Süd bahnwelt.werkstattatlas.info, abgerufen am 10. Juli 2017.
  14. a b c d Flyer und Faktenblatt, Agglomerationsprogramm Luzern, 2. Generation (pdf) Verkehrsverbund Luzern, abgerufen am 10. Juli 2017.
  15. a b c d Planungsregion Zentralschweiz - STEP Ausbauschritt 2030, Angebotskonzept (pdf) Zentralschweizer Konferenz des öffentlichen Verkehrs, Planungsbericht vom 27. November 2014, abgerufen am 17. November 2017.
  16. Kanton Nidwlden: Protokollauszug zur Motion Planung und Realisierung der Entlastungsstrasse Stans-West als Kantonsstrasse, 1. September 2015
  17. a b Die S-Bahn Luzern 2030 Hochschule für Technik Rapperswil, Daniel Heer. Abgerufen am 16. Juli 2017.
  18. Postulat betreffend S-Bahn-Station Benziwil (pdf) FDP-Fraktion Emmen, 3. Juli 2007, abgerufen am 11. Juli 2017.
  19. a b c Nova Brunnen: Baueingabe für 1. Etappe erfolgt caboruvio.ch, 5. November 2011, abgerufen am 10. Juli 2017.