S-Bahn Oberösterreich

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S-Bahn Österreich
S-Bahn Oberösterreich
S-Bahn Oberösterreich - Netzplan.svg
Staat Österreich
Verkehrs- /
Tarifverbund
Oberösterreichischer Verkehrsverbund
Linien 5 (geplant 7)
Streckenlänge ca. 172 km
Stationen 62
Fernbahnhöfe 6
Tunnelbahnhöfe 0
kleinste Taktfolge 15 min
Fahrzeuge ÖBB 4024, ÖBB 4744, Stadler GTW
Betreiber ÖBB, Stern & Hafferl
Stromsystem 15 kV / 16,7 Hz ~, Oberleitung — 750 V =, Oberleitung

S-Bahnen in Österreich

Die S-Bahn Oberösterreich ist ein am 11. Dezember 2016 eingeführtes S-Bahn-System im Großraum Linz in Oberösterreich. Im ersten Schritt erfolgte zunächst eine Vereinheitlichung des Taktfahrplans mit exakt gleichen Abfahrtsminuten und Schließung von Taktlücken sowie die Einführung einheitlicher Linienbezeichnungen:[1]

Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Linie Verlauf Strecken Betriebs­führung Fahr­zeuge Länge
S-Bahn Oberösterreich Linz HbfEnnsSt. ValentinSteyrGarsten Westbahn und Rudolfsbahn ÖBB Reihen 4024 und 4744 ca. 47 km
S-Bahn Oberösterreich Linz Hbf – Wels Hbf
(meist weiter als Regionalzug nach Salzburg/Freilassing)
Westbahn ÖBB Reihen 4024 und 4744 ca. 24 km
S-Bahn Oberösterreich Linz Hbf – Pregarten Linz–Gaisbach-Wartberg
St. Valentin–České Budějovice
ÖBB Reihen 4024 und 4744 ca. 26 km
S-Bahn Oberösterreich Linz Hbf – TraunKremsmünsterKirchdorf an der Krems Pyhrnbahn ÖBB Reihen 4024 und 4744 ca. 51 km
S-Bahn Oberösterreich Linz Hbf – Eferding Linzer Lokalbahn Stern & Hafferl Stadler GTW ca. 24 km

Die S-Bahn-Linien verkehren gegenwärtig täglich von 5:30 Uhr bis 23:30 Uhr im Stundentakt, wobei zu den Hauptverkehrszeiten der Takt verdichtet wird.[2] Es ist vorgesehen, die Intervalle auf einen halbstündigen Takt zu verdichten. Auf einigen Strecken kann dies jedoch erst nach Ausbau der Infrastruktur erfolgen, insbesondere auf den Strecken Linz – Wels und Linz Hbf – Kleinmünchen.[3][4] Die Schaffung des S-Bahn-Systems erfolgte auf Grundlage bestehender Regionalzuglinien. In den ersten 100 Tagen nach Einführung des S-Bahn-Systems stiegen die Fahrgastzahlen um fünf Prozent.[5]

Ein ÖBB-Triebzug der Reihe 4024 im Design der S-Bahn Oberösterreich
Ein Stadler GTW-Triebzug der Stern & Hafferl Verkehrsgesellschaft im Design der S-Bahn Oberösterreich

Stationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausbauvorhaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verlängerung bestehender Linien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die S4 Linz–Kirchdorf soll in den nächsten Jahren vom derzeitigen Endpunkt in Kirchdorf an der Krems zum nächstgelegenen Bahnhof in der Nachbargemeinde Micheldorf verlängert werden.[6]

Geplante weitere Linien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einführung zweier weiterer Linien ist geplant:[2][7]

  • S-Bahn Oberösterreich: Mühlkreisbahn: Linz Hbf – Kleinzell
  • S-Bahn Oberösterreich: Stadt-Regio-Tram: Linz Hbf – Gallneukirchen – Pregarten

Beide Linien sollten dazu vom Hauptbahnhof aus über eine neue zu errichtende City-S-Bahn-Strecke im Osten der Stadt Linz und über die Neue Donaubrücke Linz bis zu einer Abzweigung bei der Ferihumerstraße geführt werden. Dabei soll die Strecke kurz nach dem Hauptbahnhof in den Untergrund abtauchen, sodass der Teil zwischen Europaplatz bis zur Derfflingerstraße über das Kepler Universitätsklinikum unterirdisch verlaufen würde. Der verbleibende Teil bis zur Donaubrücke soll oberirdisch ausgeführt werden. Von der Abzweigung bei der Ferihumerstraße würde eine Strecke bis zum Mühlkreisbahnhof errichtet werden, wodurch die Anbindung der Mühlkreisbahn an den Hauptbahnhof realisiert würde.[7] Die Stadt Linz wünscht sich, dass dieser Streckenabschnitt durch dicht bebautes Gebiet unterirdisch verlaufen solle, während das Land Oberösterreich in der Frage zurückhalten ist. In den Planungen wird die unterirdische Streckenführung als optional bezeichnet.[8] Die Mühlkreisbahn soll bis Kleinzell elektrifiziert werden und dann einschließlich der beschriebenen Strecke vom Hauptbahnhof zum Mühlkreisbahnhof von der Linie S6 bedient werden.[9][10] Die bei der Ferihumerstraße abzweigende zweite Strecke würde der S7 dienen und dann überwiegend entlang des Donaudammes bis zur Universität Linz verlaufen,[11][12] wo eine Anbindung an die Straßenbahnlinien 1 und 2 erfolgen soll. Dazu wäre eine kurze Verlängerung der Straßenbahn von der bisherigen Endhaltestelle Universität zu einer zu errichtenden Haltestelle der S-Bahn vorgesehen.[12] Die weitere Strecke soll durch Treffling, Richtung Gallneukirchen und dann über Engerwitzdorf nach Pregarten verlaufen.[13] Die Stadt Gallneukirchen selbst soll durch eine Abzweigungsstrecke angebunden werden, wobei es mehrere Varianten gibt.[13][14]

Der Plan, die neue Stadtbahnstrecke mit einer Straßenbahnstrecke zu verbinden, wurde im Jahr 2019 verworfen.[7] Der verworfene Plan sah vor, die Straßenbahnachse so auszubauen, dass dort zugleich Straßenbahnen und Normalspurzüge verkehren können.[15]

Die Stadt Linz und das Land Oberösterreich machten das Projekt von einer finanziellen Beteiligung des Bundes abhängig. Am 12. März 2021 haben sie eine Finanzierungsvereinbarung mit dem Bund getroffen, im Gegenzug dafür wurde die Teilnahme Oberösterreichs am 1-2-3-Ticket fixiert. Der Bund übernimmt die Hälfte des rund 500 Millionen Euro teuren Projekts, der Rest wird vom Land Oberösterreich (85 %) und der Stadt Linz (15 %) übernommen. Der erste Streckenabschnitt (Hauptbahnhof – Kepler Universitätsklinikum) eröffnet voraussichtlich 2027. Das Paket umfasst auch zwei neue O-Bus Linien, die teilweise auf der Strecke der Stadtbahn verkehren sollen.[16]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: S-Bahn Oberösterreich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. S-Bahn-Netz in Oberösterreich ab 11. Dezember. ORF OÖ, 6. Oktober 2016, abgerufen am 26. Dezember 2016.
  2. a b Information zur Pressekonferenz „Einführung der S-Bahn Oberösterreich mit ÖBB-Fahrplan-Umstellung“. Landeskorrespondenz Medieninfo, 26. Dezember 2016, abgerufen am 26. Dezember 2016.
  3. Ausbau Linz–Marchtrenk. ÖBB Infrastruktur, abgerufen am 14. Dezember 2019.
  4. ÖBB-Arbeiten dauern in Linz noch einige Jahre. Oberösterreichische Nachrichten, 21. Dezember 2018, abgerufen am 27. März 2019.
  5. S-Bahn: Fahrgastzahlen stiegen um fünf Prozent. Oberösterreichische Nachrichten, 23. März 2017, abgerufen am 26. März 2019.
  6. 315 Millionen Euro für die Bahnstrecken in Oberösterreich. Life Radio, 26. Februar 2020, abgerufen am 4. November 2020.
  7. a b c Linz verzichtet: Stadtbahn und O-Busse sollen neue Straßenbahnachse ersetzen. Oberösterreichische Nachrichten, 14. Dezember 2019, abgerufen am 14. Dezember 2019.
  8. Noch viele offene Fragen bei der Stadtbahn-Streckenführung. Linza, 24. August 2020, abgerufen am 26. August 2020.
  9. 600 Millionen für die Schiene: Alle Nebenbahnen werden erhalten. Oberösterreichische Nachrichten, 2. Juli 2019, archiviert vom Original am 2. Juli 2019; abgerufen am 2. Juli 2019.
  10. Information zur Pressekonferenz „Infrastrukturoffensive Oberösterreich“. Landeskorrespondenz Medieninfo, 2. Juli 2019, abgerufen am 2. Juli 2019.
  11. Hier soll die Stadtbahn durch Urfahr geführt werden. Oberösterreichische Nachrichten, 8. Juli 2019, abgerufen am 15. Dezember 2019.
  12. a b Tram soll bis Science-Park fahren und mit neuer Stadtbahn verknüpft werden. Oberösterreichische Nachrichten, 25. März 2019, abgerufen am 25. März 2019.
  13. a b 19(Stadt)RegioTramLinz – Gallneukirchen / Pregarten. Gemeinde Wartberg an der Aist, abgerufen am 28. März 2019.
  14. RegioTram Linz-Pregarten Entscheidung zwischen zwei Varianten in Gallneukirchen. Bezirksrundschau, 28. November 2018, abgerufen am 28. März 2019.
  15. Die Mühlkreisbahn fährt ab 2021 als “S6” auf einem Dreischienengleis durch Linz. Linza, 12. Dezember 2016, abgerufen am 28. März 2019.
  16. 1-2-3-Ticket und Linzer Stadtbahn auf Schiene. ORF OÖ, 12. März 2021, abgerufen am 18. März 2021.