S-tog

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S-tog
S-tog København
S-Bahn Kopenhagen
S-tog Kopenhagen.svg
Staat Dänemark
Verkehrs- /
Tarifverbund
Hovedstadsområdet (Metropolregion Kopenhagen)
Linien 7
Streckenlänge 170 km
Stationen 85
kleinste Taktfolge 5
Stromsystem 1,65 kV =, Oberleitung

S-Bahn

S-Bahn-Zug der neuesten (4.) Generation in Aalholm

S-tog ist die S-Bahn im Großraum der dänischen Hauptstadt Kopenhagen. Das S-tog-System entwickelte sich schrittweise seit der Inbetriebnahme der ersten elektrisch betriebenen Eisenbahnstrecke Dänemarks 1934 und umfasst heute sieben Linien. Diese bedienen ein 170 Kilometer langes, vom übrigen Regional- und Fernverkehrsnetz vollständig unabhängiges Streckennetz mit 85 Bahnhöfen. Betreiber war die am 24. Mai 2013 aufgelöste Aktiengesellschaft DSB S-tog, eine 100-prozentiges Tochterunternehmen der dänischen Staatsbahnen DSB.[1]

Die Kopenhagener S-Bahn ist zusammen mit der Metro Hauptlastträger des öffentlichen Nahverkehrs in der Stadt Kopenhagen. Täglich gibt es etwa 1100 S-tog-Fahrten, auf denen rund 340.000 Fahrgäste, darunter etwa 4000 Nutzer mit Fahrrad, befördert werden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name wurde durch eine Umfrage der dänischen Zeitung Politiken vom 17. Februar 1934 ausgewählt. Das vom deutschen System (siehe S-Bahn) inspirierte „S“ steht allerdings nicht für „Schnell-“ oder „Stadt“-Bahn, sondern hat keine feste Bedeutung.

Die erste Strecke Klampenborg–Hellerup–Vanløse–Frederiksberg wurde dann am 3. April 1934 eröffnet und war zugleich die erste elektrisch betriebene Eisenbahnstrecke des Landes (außer Straßenbahnen). Am 5. Mai 1934 folgte die Strecke von Hellerup nach København H, die vom 1. November bis Valby verlängert wurde. Im Laufe der folgenden Jahrzehnte wurde das Netz noch bis zu den Nachbarstädten Hillerød und Køge sowie den Vororten Farum, Ballerup und Høje Tåstrup verlängert.

2005 wurde die vorläufig letzte Strecke eröffnet, der Südteil der Ringbahn von Flintholm nach Ny Ellebjerg, die zusammen mit der schon lange bestehenden nördlichen Ringstrecke Fahrten zwischen Norden und Süden ermöglicht, ohne die Stammbahn durchs Stadtzentrum zu nutzen. Der neue Streckenabschnitt war vorher eine nicht elektrifizierte, nur von Güterzügen befahrene Umgehungsstrecke.

Am 14. Dezember 2020 wurde die Station Vinge zwischen Frederikssund und Ølstykke eröffnet, die seitdem von der Linie C bedient wird.

S-tog in der Corona-Pandemie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der Corona-Pandemie 2020/2021 wurde das Angebot aufrecht erhalten. Allerdings verkehrten an einigen Tagen nur die Linien A, B, C und F, ähnlich wie im Nachtfahrplan. Reisende konnten über den Service DSB Plads på Rejsen auf einer Live-Karte Züge verfolgen und deren Auslastung sehen.[2]

Streckennetz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Strecken des S-tog-Systems erschließen den Westen und den Norden des Großraumes Kopenhagen. Die Stammstrecke verläuft von Valby über København H (Hauptbahnhof), Nørreport (Kreuzungspunkt mit der Metro) und Østerport bis Svanemøllen und Hellerup.

Das S-Bahn-Netz in Kopenhagen wurde als erster und auf lange Zeit einziger Teil des dänischen Eisenbahnnetzes elektrifiziert. Man benutzte das Gleichstromsystem mit 1,65 kV und regulärer Fahrleitung. Erst in den 1980er Jahren begann man in Dänemark mit der Elektrifizierung im Fernbahnnetz. 1986 wurde der erste Abschnitt in Betrieb genommen, jedoch mit 25 kV Wechselspannung und einer Frequenz von 50 Hz. Auch die Bahnsteighöhe unterscheidet sich von der der Fernbahn. Dadurch ist das S-Bahn-Netz vom Regional- und Fernbahnnetz völlig getrennt. Auf zentralen Strecken (z. B. von Klampenborg nach Hellerup und an der ganzen Stammstrecke durch København H bis Høje-Taastrup entlang) verlaufen zwei S-Bahn- und zwei Fernbahngleise parallel. Auf einigen S-Bahn-Strecken verkehren auch Güterzüge, die mit fahrleitungsunabhängigen Diesellokomotiven bespannt werden. Im Zuge einer geplanten Verlängerung der S-Bahn nach Roskilde wurde mit Zweisystem-S-Bahn-Zügen kalkuliert; technische Probleme führten jedoch zur Aufgabe des Projektes.

1989 wurde die Regionalstrecke nach Frederikssund in das S-Bahn-Netz einbezogen; anders als die übrigen Strecken war sie eingleisig und besaß Wegübergänge, war sonst aber völlig in den S-Bahn-Taktfahrplan integriert. 2000 wurde sie zweigleisig ausgebaut. Zur selben Zeit musste die Stichstrecke von Vanløse nach Frederiksberg, die vorher von der Linie Klampenborg–Nørrebro–Vanløse–Frederiksberg mitbedient wurde, geschlossen werden. Sie wurde 2002 in das Netz der Metro Kopenhagen einbezogen. In diesem Zusammenhang entfiel auch der Bogen der Ringlinie zum Bahnhof Vanløse. Als Ersatz richtete man den Turmbahnhof Flintholm ein.

Seit dem 23. September 2007 gilt ein neuer Fahrplan. Dabei wurde die Linienanzahl reduziert. Dafür fahren jetzt alle Linien im 10-Minuten-Takt (außer den Linien Bx und H), die Halbringlinie F sogar im 5-Minuten-Takt. Früher bestand auf allen Linien ein 20-Minuten-Takt. Die Grundlinien waren mit Buchstaben bezeichnet (z. B. A), die Verstärkerlinien werktags erhielten noch ein „+“ (z. B. A+) und Linien, die meist unter Auslassung einiger Halte nur im Berufsverkehr fuhren, erhielten ein „x“ (z. B. Bx). Letztere Bezeichnung hat sich bei der Linie Bx noch erhalten.

Trotz der Taktverdichtung werden die Linien E, H und Bx noch als Expresslinien betrieben. Sie halten nicht an allen Stationen und ermöglichen so kürzere Fahrzeiten in die weiter entfernt gelegenen Vororte von Kopenhagen. Da die alle Stationen bedienenden Linien nun ganztägig in einem exakten 10-Minuten-Takt verkehren, können die Expresslinien teilweise nicht mehr ganz so viele Stationen auslassen wie vorher, da die zweigleisigen Strecken kein Überholen zulassen.

Linienübersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Stand: 19. Dezember 2019)[3]

Linie Linienweg Takt Bemerkungen
Montag–Freitag
(tagsüber)
Samstag, Sonntag
(tagsüber)
abends Nächte nach
Freitag und Samstag
S-toglinie A Hillerød – København H – Hundige (– Solrød Strand) 10 min zwischen Solrød Strand und Hundige nur alle 20 min, zwischen Holte und Hellerup Halt nur in Lyngby
Hillerød – København H – Køge 10 min 20 min 30 min
S-toglinie B Farum – København H – Høje Taastrup 10 min 10 min 20 min 30 min
S-toglinie Bx Farum – København H – Høje Taastrup (20 min) nur in der HVZ, ohne Halt zwischen Danshøy und Glostrup
S-toglinie C Klampenborg – København H – Ballerup (– Frederikssund) 10 min 10 min 20 min 30 min montags-freitags zwischen Ballerup und Frederikssund nur alle 20 min
S-toglinie E Holte – København H – Køge 10 min ohne Halt zwischen Ny Ellebjerg und Ishøy
S-toglinie F Ny Ellebjerg – Flintholm – Hellerup 5 min 10 min 10 min 30 min
S-toglinie H Frederikssund – København H – Østerport 20 min ohne Halt zwischen Valby und Flintholm, zwischen Vanløse und Herlev und auch nicht in Skovlunde und Kildedal

Sicherheitssystem[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fast das gesamte Netz wird durch das System »Hastighedskontrol og automatisk togstop (HKT)« (deutsch in etwa »Geschwindigkeitskontrolle und automatischer Zughalt«) kontrolliert. Dieses System basiert auf einem Linienleiter.

Der dänische Netzbetreiber Banedanmark kündigte am 10. Dezember 2008 an, alle Zugbeeinflussungsanlagen in Dänemark durch ETCS Level 2 zu ersetzen. Als einzige Ausnahme davon war die Ausrüstung des S-tog-Netzes mit einem CBTC-System mit Moving Block vorgesehen, um kurze Zugfolgezeiten zu erreichen.[4] Am 24. Januar 2010 wurde Siemens als bevorzugter Bieter bekanntgegeben. Bis 2018 sollte das CBTC-System vollständig in Betrieb sein.[5] Der Vertrag wurde am 5. August 2011 unterschrieben.[6]

Am 4. April 2016 wurde auf der Strecke zwischen Hillerød und Jægersborg das CBTC seiner Bestimmung übergeben. Verschiedene Anpassungen an die dänischen Erfordernisse wurden vorgenommen. Seit 17. Februar 2016 war dies die erste Strecke der S-Bahn in Kopenhagen, auf der das System in der Praxis erprobt wurde. Im Laufe der nächsten Jahre soll das gesamte Netz auf diese Technik umgestellt werden.[7]

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. DSB S-TOG A/S (OPLØST). Virk.dk, 24. Mai 2013, archiviert vom Original am 3. November 2009; abgerufen am 14. Februar 2014.
  2. DSB Plads på Rejsen. Abgerufen am 28. Dezember 2020 (dänisch).
  3. Køreplaner S tog. Gyldig fra 16. december 2019. Abgerufen am 13. Mai 2020.
  4. Danes pick Level 2. In: Railway Gazette International. Band 165, Nr. 1, 2009, ISSN 0373-5346, S. 10.
  5. Morten Søndergaard, Jost Lüking: Managing Banedanmark's signalling programme. In: Railway Gazette International. Band 168, Nr. 3, 2012, ISSN 0373-5346, S. 41–44.
  6. Stefan Schwaab: The route to approval. In: Railway Gazette International. Band 168, Nr. 3, 2012, ISSN 0373-5346, S. 47–49.
  7. Nu kører S-togene i fuld trafik på nyt signalsystem. bane.dk, 4. April 2016, archiviert vom Original am 4. April 2016; abgerufen am 13. Mai 2019 (dänisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: S-tog-System Kopenhagen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien