s.Oliver

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s.Oliver Bernd Freier GmbH & Co. KG
S.Oliver.svg
Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1969
Sitz Rottendorf DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung Armin Fichtel (seit 2015)
Mitarbeiter weltweit 7.400, Deutschland 5.200[1]
Branche Textil
Website soliver.de
s.Oliver-Store in Würzburg

s.Oliver (vollständig: s.Oliver Bernd Freier GmbH & Co. KG) ist ein deutscher Bekleidungshersteller und Handelskettenbetreiber mit Sitz im unterfränkischen Rottendorf, der 1969 gegründet wurde.

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Unternehmenszentrale mit dem 2008 neueröffneten Hauptgebäude befindet sich in Rottendorf im Landkreis Würzburg. Dort finden sich neben der Unternehmensleitung die Abteilungen Design, Personal, Marketing, Vertrieb und Logistik. In Rottendorf arbeiten etwa 2.000 Mitarbeiter. Auf dem Firmengelände gibt es 70.900 m² Lagerfläche.

Insgesamt betreibt das Unternehmen 289 eigene Läden, 412 Läden mit Partnern, außerdem 3.108 sogenannte Shops mit 3.876 Teilflächen innerhalb anderer Geschäfte wie etwa Kaufhäusern. s.Oliver-Produkte werden in gut 20 Ländern angeboten, z. B. in Österreich, Schweiz, Niederlande, Belgien, Griechenland, Spanien, Kroatien, Italien, Kanada und Indien.[1]

Das Unternehmen produziert in Asien und Europa. In Asien wird von Hongkong aus organisiert; Produktionsstätten gibt es in China (Hongkong, Hangzhou), Indien (Chennai), Indonesien (Bogor) und der Türkei (Istanbul). Weltweit verfügt das Unternehmen über mehr als 7.000 Mitarbeiter.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Modeboutique mit dem Namen Sir Oliver wurde 1969 von dem gelernten Karosseriebauer Bernd Freier auf 25 m² in Würzburg eröffnet.[2] Der Name lehnt an die Romanfigur Oliver Twist an. 1975 führte Freier eine Damenmodesparte ein. Aufgrund von Rechtsstreitigkeiten mit der Kölner Firma Mülhens, die in ihrem 4711-Portfolio ein Herrenparfüm namens Sir namensrechtlich hatte schützen lassen, wurde neun Jahre nach der Gründung, 1978, Sir Oliver in s.Oliver umbenannt. 1979 wurde die Marke s.Oliver beim deutschen Patent- und Markenamt in München eingetragen. Freier machte sich in den Anfangsjahren seines Unternehmens nach Indien auf, um erfolgreich die Lieferung von Oberhemden im Madras-Design direkt mit den Textilherstellern zu verhandeln. Diese verkaufte er schließlich Einzelhändlern wie Breuninger, Uli Knecht, Wöhrl und Wormland. 1985 öffnete das erste s.Oliver Ladengeschäft in Würzburg seine Türen. 1987 wurden die Jeans-Marke Knockout für Herren und die Kinder-Marke Oliver Twist (später in s.Oliver Junior umbenannt) ins Leben gerufen. Die Chaloc Textilhandels GmbH wurde 1993 gegründet, und im gleichen Jahr war Start der Damenmode-Handelsmarke Chaloc. Im nächsten Jahr wurde die Q.S. Textilhandel gegründet, sowie die junge Marke QS (ursprünglich Quickstep) in den Verkauf aufgenommen.

Im Jahr 2001 übernahm s.Oliver die 1973 gegründete, Damenmodemarke comma.[3] Damit wurde die Marke Chaloc im s.Oliver-Sortiment aufgelöst und durch comma ersetzt. 2004 ging der s.Oliver-Online-Shop an den Start. 2006 entwarf die Sängerin Anastacia eine Kollektion namens Anastacia by s.Oliver. Das neue s.Oliver-Gebäude in Rottendorf sowie der eigene Betriebskindergarten s.Oliver Mini Club am Firmenstandort wurden 2008 eingeweiht.[4] 2009 feierte s.Oliver 40-jähriges Bestehen.[5] 2011 wurde die Marke TRIANGLE by s.Oliver für große Damen-Größen lanciert,[6] und s.Oliver wurde zum „freundlichsten Arbeitgeber Mainfrankens“ gekürt.[7] Mit einem Ladengeschäft in Österreich begann 1998 die internationale Expansion. Es folgten über die Jahre Auslandsfilialen in der Schweiz, den Niederlanden, Belgien, Italien, Kasachstan, Tschechien, Polen, Schweden, Finnland, Ungarn und Indien. 2013 wurde der kanadische Markt erschlossen. 2011 investierte die s.Oliver Group bei dem Handtaschenhersteller Liebeskind Berlin und hielt Ende 2012 bereits 70 % der Anteile. Seit Ende 2014 ist Liebeskind, zu dessen Portfolio mittlerweile auch Bekleidung und Schuhe gehören, ein 100%iges Tochterunternehmen von s.Oliver.

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bislang gliederte s.Oliver sein Sortiment in drei Segmente, die auf unterschiedliche Käufertypen abzielten. Seit dem 1. Februar 2015 existieren jedoch neue Marken, welche die bisherigen Bereiche neu strukturiert und ersetzt haben.[8]

  • s.Oliver - Hauptkollektion für Damen und Herren
    • S.Oliver Black Label (Nachfolger von s.Oliver Selection und s.Oliver Premium) - elegantere Business-Mode für Damen und Herren
    • S.Oliver Red Label - sportliche Freizeit-Mode für Damen und Herren
  • Q/S designed by - jugendliche Zweitlinie für Damen und Herren
  • Triangle by s.Oliver - Damenmode in größeren Größen (seit 2015 eigenständiges Unternehmen)
  • get it on - Trendkollektion für Damen
  • s.Oliver Junior - Kindermode für Mädchen, Jungen und Babies

Hinter der Marke s.Oliver steht der Leitgedanke von der Familie für die Familie.[9] Neben den drei Hauptelementen bietet s.Oliver noch weitere Produktlinien, wie s.Oliver BODY- und BEACHWEAR (Tag- und Nachtwäsche sowie Badebekleidung) und s.Oliver Accessoires (Taschen, Gürtel und Lederwaren). Zusammen mit unterschiedlichen Lizenzpartnern vertreibt das Unternehmen zudem zwölf Lizenzlinien, unter anderem s.Oliver Shoes (Schuhe), s.Oliver Eyewear (Brillen), s.Oliver Time (Uhren), s.Oliver Jewel (Schmuck), s.Oliver Home, s.Oliver Umbrellas (Schirme), s.Oliver Garden sowie s.Oliver Toys. Die s.Oliver Duftkollektion (s.Oliver Fragrances) wird in Lizenz bei Mäurer & Wirtz hergestellt.[1]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Konzern kam im August 2010 in die Kritik, als die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) berichtete, dass den Mitarbeitern in den Filialen ein Stundenlohn von teilweise nur 6,50 € brutto (5,22 € netto) gezahlt werde.[10] Ein geregeltes Einkommen gebe es nicht, da die Angestellten nach Arbeitsaufkommen und damit auf Abruf eingesetzt würden. Je nach Berufserfahrung läge der Stundenlohn für Mitarbeiter im Einzelhandel zwischen 6,50 € und 10,00 € (brutto).

Einen Betriebsrat gibt es nicht, trotz der inzwischen über 5200 Mitarbeiter.

Sportsponsoring, Werbe-Kooperationen und Sozialsponsoring[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch s.Oliver nutzt den Bekanntheitsgrad prominenter Musiker, Sportler und Sport-Mannschaften, um selbst bekannter zu werden bzw. um Präsenz zu zeigen. Darüber hinaus engagiert sich das Unternehmen bei wohltätigen Aktionen, um öffentlich in Erscheinung zu treten.

Sportsponsoring[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit den 1990er Jahren engagiert sich s.Oliver im Sportsponsoring. Unter Vertrag waren oder sind Ivan Lendl (Tennis, 1990er Jahre), Dirk Nowitzki (Basketball, 1990er Jahre), Borussia Dortmund (Fußball, 1997–1999), Ralf Schumacher (Formel 1), Timo Scheider (Formel 3, 1999–),[11] Lech Posen (Fußball, 2010–),[12] S.Oliver Baskets (eig. Würzburg Baskets, Basketball, 2010–),[13] FC Bayern München (Fußball, 2011–2014)[14] und Wladimir Klitschko (Boxen, 2014–).[15] Außerdem war s.Oliver in den Jahren 2000 bis 2003 Ligasponsor der Basketball-Bundesliga[16]. Ab der Saison 2016/2017 ist s.Oliver Hauptsponsor des Fußball-Zweitligisten Würzburger Kickers[17].

Werbe-Kooperation mit Musikern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem Sportsponsoring wählt s.Oliver auch Werbepartner aus der Musikbranche, z. B. Dieter Bohlen (Musiker, 2003),[18] Anastacia (Sängerin, 2006) oder David Garrett (Geiger, 2009).

Sozialsponsoring[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen s.Oliver betreibt regelmäßig Sozialsponsoring, d. h. es werden Geld- und Sachspenden für soziale Zwecke aufgebracht.

In der Vergangenheit engagierte sich s.Oliver für Special Olympics Deutschland e.V. (offizieller Partner, seit 1998, Geld und Bekleidung),[19] Opfern der Flutkatastrophe in Südindien nach dem Erdbeben im Indischen Ozean 2004 (Geld), das jährliche Africa Festival in Würzburg (Geld), den Kampf gegen Aids in Südafrika 2005 (Verhütungsmittel),[20] Opfer des Zyklons Nargis aus Bangladesch 2008 (Geld, über die Diakonie-Katastrophenhilfe), Cotton made in Africa (2008),[21] Erdbebenopfer nach dem Erdbeben in Haiti 2010 (Geld, zusammen mit David Garrett),[22] ein Berufsbildungsprojekt namens Work2Learn Advanced zur Unterstützung benachteiligter Arbeitskräfte in Bangladesch 2011 (Gründung zusammen mit der Kinderrechtsorganisation Save the Children),[23] Schlaganfall-Opfer (Geld), den Verein Hilfe im Kampf gegen Krebs e. V. (Geld) und das Togo-Projekt der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) (Geld).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Fakten & Zahlen der s.Oliver Bernd Freier GmbH & Co. KG
  2. s.Oliver History (PDF)
  3. comma - Unternehmensgeschichte
  4. IHK Würzburg – Wettbewerb Familienfreundlichster Arbeitgeber Mainfranken
  5. Textilwirtschaft – S.Oliver startet Jubiläumskampagne „Together we are 40“
  6. Textilwirtschaft – s.Oliver kommt mit Großen Größen
  7. Mainpost – s.Oliver hat eigenen Kindergarten
  8. s.Oliver und seine Segmente (PDF)
  9. s.Oliver: Familienurlaub am Strand
  10. Der Westen.de – Arbeit auf Abruf
  11. S. Oliver-Marke Knock Out sponsert Formel 3-Fahrer
  12. s.Oliver official General Sponsor of KKS Lech Poznań
  13. Mainpost – s. Oliver steigt bei den Würzburg Baskets ein
  14. s.Oliver Website – s.Oliver ist offizieller Fashionpartner des FC Bayern München
  15. Klitschko - die offizielle Website
  16. Taurus Sport und BBL schließen Vertrag über Basketball-Fernsehrechte
  17. https://www.wuerzburger-kickers.de/de/news/profis/2016-06-24-s-oliver-wird-haupt-und-trikot-sponsor-beim-zweitligisten-fc-wuerzburger-kickers
  18. Stern-Artikel: Bohlens neue Kleider
  19. Special Olympics Deutschland – Premium Partner
  20. 1.000.000 Kondome für das südliche Afrika
  21. Pressemitteilung von s.Oliver – November 2008
  22. s.Oliver und David Garrett spenden für Haiti
  23. s.Oliver Website – s.Oliver startet Berufsbildungsprojekt in Bangladesch

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]