Siegmund Adrian von Rothenburg

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Siegmund Adrian von Rothenburg, als Entomologe häufig S. A. von Rottemburg zitiert, (1745; † 1797) war ein deutscher Naturforscher (Entomologe).

Er hatte einen Freiherrn-Titel (bzw. Baron) und stammte aus dem Adelsgeschlecht Rothenburg. In Das gelehrte Teutschland von Georg Christoph Hamberger und Johann Georg Meusel wird er als Privatier in Klemzig beschrieben und S. A. von Rottemburg genannt.[1]Für sein entomologisches Werk wird er auch Rottenburg zitiert.[2]

Rothenburg war der Sohn des preußischen Kammerpräsidenten Samuel Gottlieb Graf von Rothenburg (1703-1770)[3]. Er studierte Kameralwissenschaften in Frankfurt an der Oder und übernahm nach dem Tod des Vaters 1771 mit seinem Bruder Friedrich Gottlieb von Rothenburg (1757-1811), einem preußischen Stabskapitän, das vom Vater 1760 erworbene Gut Klenzig (Klemzig) und sie besaßen auch Gut Harte bei Sternberg. 1789 erhielt er das Amt des Salzrentmeisters der Küstriner Kriegs- und Domänenkammer.

Ein Eintrag im Mitgliederverzeichnis der Berlinischen Gesellschaft naturforschender Freunde im Jahr 1777 nennt als seinen Wohnort Klemzig bei Züllichau in der Neumark[4].

In den 1770er Jahren übernahm Rottemburg die lepidopterologische Sammlung von Johann Siegfried Hufnagel (1724–1795) und veröffentlichte darüber eine Reihe von Abhandlungen. Diese Publikationen sind von großer Bedeutung, weil sie es erlauben, viele der von Hufnagel nur äußerst kurz und knapp (weil in Tabellenform) beschriebenen und deshalb oft schwer kenntlichen Arten sicher zu identifizieren.

Zusätzlich beschrieb er selbst eine Reihe neuer Taxa, von denen einige noch heute gültige Arten sind:

Da er einige dieser Arten aus Landsberg an der Warthe beschrieb, besteht die Möglichkeit, dass er zeitweilig dort lebte oder seine Familie dort Besitztümer hatte. Über den Verbleib der Hufnagel-Rottemburg-Sammlung ist nichts bekannt; wahrscheinlich existiert sie nicht mehr. In der zoologischen Literatur wird sein Name meist mit „Rott.“ abgekürzt.

Sein Sohn Karl Wilhelm Sigismund von Rottenburg (1777–1837) war königlich preußischer Generalleutnant sowie zeitweise Kommandant von Minden und Wesel. Mit dessen Neffen Oberstleutnant Eduard Alexander von Rothenburg (1825–1880), dem Enkel von Siegmund Adrian von Rothenburg, erlosch seine Linie, die seines Bruders Friedrich Gottlieb setzte sich aber fort.

Werke[Bearbeiten]

  • Rottemburg, S. A. von (1775a): Anmerkungen zu den Hufnagelischen Tabellen der Schmetterlinge. Erste Abtheilung. – Der Naturforscher, 6: 1-34.
  • Rottemburg, S. A. von (1775b): Anmerkungen zu den Hufnagelischen Tabellen der Schmetterlinge. Zweyte Abtheilung. – Der Naturforscher, 7: 105-112.
  • Rottemburg, S. A. von (1776a): Anmerkungen zu den Hufnagelischen Tabellen der Schmetterlinge. Der dritten Abtheilung erste Classe. – Der Naturforscher, 8: 101-111.
  • Rottemburg, S. A. von (1776b): Anmerkungen zu den Hufnagelischen Tabellen der Schmetterlinge. Der dritten Abtheilung zwote Classe. – Der Naturforscher, 9: 111-144.
  • Rottemburg, S. A. von (1777): Anmerkungen zu den Hufnagelischen Tabellen der Schmetterlinge. Der dritten Abtheilung dritte Classe. – Der Naturforscher, 11: 63-91.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Hamberger, Das gelehrte Teutschland oder Lexikon der jetztlebenden Teutsche, Band 3, Lemgo 1784, S. 303, Eintrag S. A. von Rottemburg (Geburtsdatum dort unbekannt).
  2. Zum Beispiel Johann Eiselt, Geschichte, Systematik und Literatur der Insektenkunde, Leipzig 1836, S. 201
  3. Eintrag Samuel Gottlieb Graf von Rothenburg in: Rolf Straubel, Biographisches Handbuch der preußischen Verwaltungs- und Justizbeamten 1740-1806, De Gruyter 2009, S. 833
  4. Erwähnung im Mitgliederverzeichnis der „Beschäftigungen der Berlinischen Gesellschaft naturforschender Freunde“, 3 (1777): XII. [Wohnort: Klemzig bei Züllichau]