S. Spitz

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S.Spitz GmbH
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Rechtsform GmbH
Gründung 1857
Sitz Attnang-Puchheim
Mitarbeiter 670 (Geschäftsjahr 2015/16)[1][2]
Umsatz 251 Mio. € (Geschäftsjahr 2015/16)[1][2]
Branche Nahrungs- und Genussmittelindustrie
Website www.spitz.at

Die S. Spitz GmbH ist einer der größten österreichischen Nahrungsmittelhersteller. Das Unternehmen mit Sitz im oberösterreichischen Attnang-Puchheim produziert vor allem für den österreichischen Markt, exportiert aber auch ein Drittel seiner Produkte. Im Jahr 2005 konnte mit rund 650 Mitarbeitern ein Umsatz von mehr als 200 Millionen Euro erzielt werden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1857 gründete Salomon Spitz in Urfahr die Einzelunternehmung S. Spitz und begann mit der Produktion von Rum, Schnaps und Likören. 1935 wurde eine Produktionsstätte in Attnang-Puchheim eröffnet und das Sortiment um Fruchtsäfte und Sirup erweitert.

1938 wurde das Unternehmen arisiert, da die Familie Spitz Juden waren. Der Eigentümer des Unternehmens und Enkel des Gründers, Viktor Spitz floh in die Vereinigten Staaten. Während des Nationalsozialismus wurde der Betrieb herabgewirtschaftet und geplündert. In der sowjetischen Besatzungszone, in der sich Urfahr nun befand, konnte der Betrieb nur schwer wiederaufgenommen werden. Als Viktor Spitz 1949 aus den Vereinigten Staaten zurückreiste um den Betrieb zu verkaufen, fanden sich nur niedrige Gebote unter den Interessenten.[3] 1952 wurde schließlich an Walter Scherb, der den Betrieb seit 1945 führte, verkauft. Ihm folgte später sein Sohn Walter als Eigentümer nach.[4]

Mit dem Fall der Demarkationslinien nach Ende der Besatzung Österreichs 1955 wurde der Vertrieb rasch auf ganz Österreich ausgeweitet. 1970 wurde Spitz – seit dem Verkauf 1952 als Kommanditgesellschaft geführt – zu einer GesmbH.

In den 1970er Jahren diversifizierte das Unternehmen weiter und begann auch Konfitüren sowie Senf, Mayonnaise und Ketchup zu erzeugen. Ende der 1970er wurde das Sortiment um Backwaren wie Kuchen, Biskotten und Waffeln erweitert. 1989/90 wurde die Produktion von Brot und Süßwaren aufgenommen. 1994 beteiligte sich Spitz mit Power Horse am Kampf um Marktanteile am wachsenden Markt der Energy-Drinks und vertreibt einen ähnlichen unter dem Namen Flying Power bei Hofer und ALDI.

1995 wird die erste PET-Flaschenabfüllanlage im Haus installiert und 2006 wird die Pet2Pet Recycling GmbH gegründet.

2007 übernimmt Spitz (51 %) zusammen mit der Brauunion (49 %) die Gasteiner Mineralwasser GmbH mit Sitz in Bad Gastein (Salzburg).

2008 geht die BioWärme Spitz GmbH in Betrieb zur Versorgung des Betriebs auf Basis nachwachsender Rohstoffe und des Raums Attnang-Puchheim mit Nahwärme.

Mit 1. August 2013 hat Spitz den Süßwarenhersteller Auer-Blaschke vom Backkonzern Continental Bakeries übernommen.[5][6] Auer-Blaschke ist aus dem Zusammenschluss der 1902 gegründeten Bäckerei Blaschke und der 1920 gegründeten Auer im Jahre 1997 hervorgegangen, 1998 wurde Auer-Blaschke von Continental Bakeries übernommen[7] und ist Hersteller der Blaschke-Kokoskuppeln, Auer-Tortenecken, Auer-Baumstämmen und Eiswaffeln mit 60 Mitarbeitern und Produktion am Standort Spillern. Die Original Blaschke Kokoskuppel ist eine Kreation von Johann Blaschke aus dem Jahr 1921 und wird seitdem nach unverändertem Rezept hergestellt, Auer-Tortenecken wurden 1922 von Rudolf Auer kreiert. Die Marken Auer und Blaschke sollen auch nach der Übernahme eigenständig weitergeführt werden.[8]

Spitz bietet sich (Stand 2016) anderen Unternehmen als Abfüller für Co-Packaging an, der PET-Flaschen (konventionell oder aseptisch), Getränkedose, Kartongetränkeverpackungen (Tetra Rex mit Schraubverschluss 1,0 und 0,75 Liter, Tetra Edge 1 L, Tetra Brik 0,20 L), Glas und Kunststoff-Stehtuben (etwa für Ketchup) befüllt. Spitz betreibt ein Hochregallager und einen eigenen Trinkwasserbrunnen. 1,2 Mio. Verpackungen verlassen täglich das Werk.[9]

Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1935 befindet sich – nach zuvor Linz-Urfahr – der einzige produzierende Kern-Standort des Unternehmens in Attnang-Puchheim.

Am ältesten Standort, zentral in Linz-Urfahr, Fiedlerstraße 6, betreibt Spitz heute neben Teilen der Verwaltung das Spitz Hotel, ausgestattet mit Design und Kunst.[10]

Diverses[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Spitzweg in Linz-Urfahr wurde 1998 nach Salomon Spitz (1828–1918) benannt.[11]
  • Die S. Spitz GmbH ist auch Hauptsponsor des FC Spitz Attnang.[12]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b derStandard.at - Spitz: Diskrete Geschäfte mit Saft, Senf und Schaumwein. Artikel vom 18. Oktober 2016, abgerufen am 5. November 2016.
  2. a b trendTOP500.at: S. Spitz GmbH. Abgerufen am 5. November 2016.
  3. Österreichisch-jüdisches Geistes- und Kulturleben. Band 4, Wien 1992, S. 43–46, In: Daniela Ellmauer, Michael John, Regnia Thumser: ‚Arisierungen‘, beschlagnahmte Vermögen, Rückstellungen und Entschädigungen in Oberösterreich. Veröffentlichung der Österreichischen Historikerkommission, Band 17/1, Oldenbourg Verlag, Wien/München 2004, S. 165 (Buchauszug online auf googlebooks.com)
  4. Spitz ist in die Jahre gekommen. Barbara Forstner, Der Standard, 16. August 2007 (Artikel online, abgerufen am 3. Februar 2008)
  5. derStandard.at - Spitz übernimmt Kokoskuppel-Macher. Artikel vom 1. August 2013, abgerufen am 1. August 2013
  6. orf.at - Spitz übernimmt Auer-Blaschke. Artikel vom 1. August 2013, abgerufen am 1. August 2013.
  7. Continental Bakeries Austria GmbH - Standort Spillern. Abgerufen am 1. August 2013
  8. NÖN Woche 32/2013
  9. Sirupe Fruchtsäfte ... (Private Label Mappe Getränke) Spitz, abgerufen 5. November 2016.
  10. Spitz Hotel Website des Hotels, abgerufen 5. November 2016.
  11. Linzer Straßennamen: Spitzweg, www.linz.gv.at
  12. FC Spitz Attnang bei fussballoesterreich.at