SA-1 Guild

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SA-1 Guild

S-25 KYm.jpg

Allgemeine Angaben
Typ: Boden-Luft-Lenkwaffensystem
Heimische Bezeichnung: S-25 Berkut
NATO-Bezeichnung: SA-1 Guild
Herkunftsland: Sowjetunion 1955Sowjetunion Sowjetunion
Hersteller: OKB-2 Lawotschkin
Entwicklung: 1950
Indienststellung: 1955
Einsatzzeit: 1956-1982
Technische Daten
Länge: 11,90 m
Durchmesser: 650 mm
Gefechtsgewicht: 3.300 kg
Spannweite: 2.700 mm
Antrieb: Flüssigtreibstoff-Raketentriebwerk
Geschwindigkeit: Mach 2,5
Reichweite: 48 km
Dienstgipfelhöhe: 25.000 m
Ausstattung
Lenkung: Trägheitsnavigationsplattform
Zielortung: Radarzielverfolgung mit Funkkommandolenkung
Gefechtskopf: 210-250 kg Splittergefechtskopf
oder Nukleargefechtskopf 15 kt
Zünder: Näherungs- und Aufschlagzünder
Waffenplattformen: Ortsfeste Stellung
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Die SA-1 Guild (russische Bezeichnung: S-25 (Systema-25); weitere Bezeichnungen W-300, R-113) war die erste Boden-Luft-Rakete, die in der Sowjetunion entwickelt wurde. Sie war seit den 1950er- bis in die 1980er-Jahre hinein im Einsatz. Die funkgesteuerte Waffe war ausschließlich zur Verteidigung von Großstädten gegen strategische Bomber vorgesehen.

Obwohl die SA-1 Guild (S-25) unter vielen "Kinderkrankheiten" litt, war sie mit einem damals einmaligen Multikanal-Radar ausgestattet und wird bis heute von manchen Experten als die erste „richtige Flugabwehrrakete“ angesehen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die SA-1 Guild (S-25) wurde in den Jahren 1951 bis 1955 vom Konstrukteur A. Raspletin im OKB Lawotschkin entwickelt. Angesichts der Intensivierung des Kalten Krieges und der zunehmenden nuklearen Bedrohung durch US-Bomber benötigte man eine Abwehrwaffe. Diese nahm dann ausgehend von den Raketenplänen für die sowjetische Zenith in Form der SA-1 Guild (S-25) Gestalt an.

In den Jahren 1955/56 wurde die SA-1 Guild (S-25) dann bei der Sowjetarmee eingeführt. Sie wurde ausschließlich zur Verteidigung Moskaus eingesetzt, wobei die Positionierung in zwei Verteidigungsringen um die Stadt herum erfolgte. Der innere Verteidigungsgürtel war etwa 40 km vom Stadtzentrum entfernt, der zweite etwa 75 km.

Die Errichtung dieser SAM-Stellungen um Moskau herum führte zu einer Aufbesserung der Infrastruktur, da eigens hierfür Gebäude, Straßen und Kommunikationseinrichtungen gebaut wurden. Die Rakete selbst konnte entweder mit konventionellem oder nuklearem Sprengkopf ausgerüstet werden. Während die Nachfolgerin SA-2 Guideline weltweite Verbreitung erlangte, wurde die SA-1 Guild (S-25) aufgrund ihrer schlechten Trefferwahrscheinlichkeit, Mobilität und umständlichen Bedienung nie außerhalb Moskaus eingesetzt.

Technik[Bearbeiten]

Bei der SA-1 Guild (S-25) handelte es sich um eine funkgesteuerte Rakete, die mit Hilfe einer Radarquelle ins Ziel gelenkt wurde. Eine SA-1-Stellung bestand aus:

  • W-300-Startersystem (Basisfahrzeug, Startvorrichtung, Funklenkanlage)
  • B-200-Radar (TWS, Track-While-Scan, Simultane Verfolgung und Angriff von bis zu 20 Zielen)
  • W-301-Rakete

Die SA-1 Guild (S-25) besaß ein halbaktives Radar: Der Himmel wurde von der Radarstation nach Bedrohungen abgesucht. Wurde eine solche entdeckt und aufgeschaltet, dann wurde das Ziel vom Radarstrahl verfolgt und Lenkdaten an die Funklenkanlage gesendet, welche die Rakete ins Ziel führte.

Die Rakete wurde zur Bekämpfung von Zielen bis auf 55 km Entfernung bei Geschwindigkeiten bis 4.200 km/h und Maximalhöhen von 35.000 Metern konzipiert. In der Praxis waren diese Werte von mehreren Faktoren abhängig (Flugrichtung, Startrichtung, Wetter etc.), so dass Ziele nur in Höhen von 1.000 m bis 20.000 m bekämpft werden konnten. Mit nuklearem Sprengkopf und Zusatzausrüstung konnte die SA-1 Guild (S-25) auch gegen Ziele bis zu 26.000 m eingesetzt werden.

Die Rakete war ohne Feststoff-Booster und mit einem einzigen Flüssigtreibstoffmotor konzipiert worden. Obwohl sie eine Endgeschwindigkeit von Mach 2,5 (2,5fache Schallgeschwindigkeit) erreichte, war die Beschleunigung für eine Flugabwehrrakete gering, was ihre Abfangleistung gegenüber Zielen, die sich oberhalb der Schallgeschwindigkeit bewegten, stark beeinträchtigte.

Das Radar- und Ziellenksystem B-200 war das weltweit erste Multikanal-Radar, das von einer SAM eingesetzt wurde. Das TWS-Radar (Track-While-Scan) des B-200 konnte den Luftraum in einem Winkel von 54° in der Horizontalen und Vertikalen abtasten. Die Feuerkontrollausrüstung ermöglichte weiterhin die Verfolgung und Bekämpfung von bis zu 20 Zielen gleichzeitig. Im zentralen Bunker eines SA-1-Regiments fand sich neben 20 Zielleitkonsolen auch der analoge Hauptfeuerleitcomputer. Ein SA-1-Regiment bestand aus 450 Soldaten und 30 Offizieren.

Durch die hohe Anzahl an SA-1-Stellungen um Moskau herum (eine Stellung bestand aus etwa 60 Startrampen) und das für die damalige Zeit leistungsfähige B-200-Radar- und Ziellenksystem konnten eindringende Ziele unter schweres Abwehrfeuer durch SA-1 Guild (S-25) genommen werden. In den späteren Jahren wurde die geringe Genauigkeit der Rakete dadurch kompensiert, dass die Ziele durch schwersten SA-1-Beschuss zur Umkehr oder in den Tiefflug und somit ins Visier der leistungsfähigeren SA-2 Guideline und Flugabwehrgeschütze gezwungen werden sollten.

Siehe auch[Bearbeiten]