SAR-Klasse 9E

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SAR 9E, Serie 1
E9016 in Saldanha, Western Cape, 26. Juli 2009
E9016 in Saldanha, Western Cape, 26. Juli 2009
Nummerierung: 5546-5570
Anzahl: 25
Hersteller: Union Carriage & Wagon
Baujahr(e): 1978-1979
Achsformel: Co'Co'
Länge über Puffer: 21.132 mm
Breite: 2.900 mm
Drehzapfenabstand: 16.290 mm
Dienstmasse: 166,30 t
Radsatzfahrmasse: 28 t
Höchstgeschwindigkeit: 90 km/h
Stundenleistung: 4.140 kW
Dauerleistung: 3.840 kW
Anfahrzugkraft: 570 kN
Stromsystem: 50 kV AC
Anzahl der Fahrmotoren: 6

Die SAR-Klasse 9E, Series 1, ist ein von der General Electric Company (GEC) entwickelter und von Union Carriage and Wagon (UCW) gebaute Elektolokomotivtyp.

Union Carriage and Wagon in Nigel, welche auch die Folgeserie Series 2 baute, bot diese vornehmlich für den afrikanischen Markt an – hier insbesondere für die staatliche South African Railways (SAR). Zwischen 1978 und 1979 erwarb die South African Railways (später umbenannt in Spoornet und Transnet Freight Rail) 25 Maschinen mit den Nummer E9001 bis E9025 zum Einsatz vor Eisenerzzügen auf der Bahnstrecke Sishen–Saldanha.[1]

Konstruktive Merkmale[Bearbeiten]

Blick auf die rechte Lokseite, Aufnahme im Salkor yard von Saldanha vom 19. August 2010

Der Aufbau der Lok hat nur auf einer Seite ein klimatisiertes Führerhaus. Das gegenüberliegende Ende des Lokkastens ist niedriger als der restliche Aufbau ausgeführt, um Platz für auf dem Dach montierte elektrische Einrichtungen zu schaffen. Es handelt sich um den einzigen Stromabnehmer der Lok, einen Spannungsteiler, einen Vakuum-Leistungsschalter, einen Überspannungsableiter sowie die Hochspannungsanschlussklemmen für die Transformatoren.

Aufgrund häufig vorkommender größerer Spannungsabfälle zwischen den elektrischen Umspannwerken wurde die Lokomotive so konzipiert, dass sie mit einer Spannung zwischen 25 und 55 kV betrieben werden kann. Die Akku-Boxen und die wichtigsten Druckluftbehälter sind zwischen den Drehgestellen unter dem Rahmen montiert. Ein weiteres Fach beherbergt einen kleinen Motorroller, den die Lokmannschaft zur Arbeitserleichterung bei Überprüfungen an den bis zu 4.000 m langen Eisenerzzügen nutzen kann.

Einsatz[Bearbeiten]

Die Baureihe wird auf der 861 Kilometer langen Sishen-Saldanha-Linie von den Eisenerzminen in Sishen in der Provinz Nordkap bis zum Hafen Saldanha in der Provinz Westkap eingesetzt. Der größte Teil der Strecke verläuft im sehr heißen und trockenen Nordkap. Die letzten 75 km der Strecke nach Saldanha-Bucht verlaufen parallel zur meist in Nebel gehüllten Atlantikküste. Die in diesem Abschnitt vorzufindende salzige Meeresluft setzt den Maschinen erwähnenswert zu.[2][3]

Die E9006 bei Dingleton am 4. Mai 2006 in SAR-Gulf-Red-Farbgebung

Die Bahnstrecke von Sishen nach Saldanha ist für Südafrika ungewöhnlich:

  • Der Bau dieser Linie erfolgte ab 1973 durch die South African Iron and Steel Corporation (ISCOR) Construction und wurde nicht von der SAR mitgetragen. Die ISCOR setzte dieselelektrische Fahrzeuge der Strecke ein. Erst 1977 wurde diese von der SAR übernommen.
  • Die Strecke wurde mit 50 kV Wechselstrom, im Gegensatz zu den üblichen 25 kV Wechselstrom, im Rest des Landes elektrifiziert.
  • Bis heute ist die Strecke die längste mit 50 kV Wechselstrom elektrifizierte Bahnstrecke der Welt.[2]
  • Die Strecke ist die einzige in Südafrika, auf der gleichzeitig Elektro- und Diesellokomotiven eingesetzt werden.[4]

Gemischter Einsatz von Diesel- und Elektrolokomotiven in einem Zug[Bearbeiten]

Auf der Sishen–Saldanha-Linie kommen Diesellokomotiven der Baureihe 34 und die Baureihe 9E gleichzeitig zum Einsatz, um aus bis zu 342 Eisenerzwagen bestehende Züge zu ziehen. Jeder dieser Güterwagen hat ein Ladevermögen von 100 Tonnen. Die Züge sind im Normalfall 3.720 m lang.[5][3][4][6]

Eisenerzstrecke 100 km nördlich von Lamberts Bay

Hierbei kommt immer eine Elektrolokomotive der Baureihe 9E oder Baureihe 15E an der Zugspitze zum Einsatz. Insgesamt werden neun bis höchstens zwölf Lokomotiven pro Zug eingesetzt. Vor dem Einsatz von Maschinen der Baureihe 15E im Jahr 2010 wurden die Lokomotiven in den Zügen zu drei Sets zusammengestellt. Ein Set bestand aus ein bis zwei Loks der Baureihe 9E und ein bis zwei Dieselloks der Baureihe 34. Zwischen den Sets reihte man jeweils 114 Güterwagen in den Zugverband ein.[5][4][6][7] Diese Zugkonfiguration bereitete jedoch Probleme, es kam zu Entgleisungen. Man reihte daher die Lokomotiven in vier Sets in den Zug ein, am Zugende ein aus zwei Diesellokomotiven bestehendes Set.[5][6]

Nach und nach werden die Diesellokomotiven der Baureihe 34 Diesellokomotiven durch die neue Baureihe 15E ersetzt. Ein Erzzug wird daher in Zukunft aus sieben E-Loks der Baureihe 9E oder 15E in vier Sets bestehen.[5][6]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Leith Paxton, David Bourne: Locomotives of the South African Railways. A Concise Guide. C. Strui (Pty) Ltd., Cape Town 1985, ISBN 0-86977-211-2.
  • John N. Middleton: Railways of Southern Africa. Locomotive Guide. 5th edition. Beyer-Garratt Publications, Rickmansworth 1994, ISBN 0-620-18548-1.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: SAR-9E, Serie I – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: SAR-9E, Serie II – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. UCW - Electric locomotives. The UCW Partnership. Archiviert vom Original am 12. Oktober 2007. Abgerufen am 30. September 2010.
  2. a b Paxton-Bourne, Seite 129-131
  3. a b John N. Middleton: Railways of Southern Africa: Locomotive Guide. - 2002 (berichtigt mit kombinierter Liste Nr. 4, Januar 2009). Beyer-Garratt Publications, England; S. 50, 62
  4. a b c Actom Divisions News, 22 July 2010
  5. a b c d E&D Diagram-Buch
  6. a b c d Information supplied by Orex train crew members
  7. Locotrol Distributed Power