SAS Scandinavian Airlines

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SAS Scandinavian Airlines AB
Logo der SAS Scandinavian Airlines
Airbus A340-300 der SAS
IATA-Code: SK
ICAO-Code: SAS
Rufzeichen: SCANDINAVIAN
Gründung: 1946
Sitz: Stockholm,
SchwedenSchweden Schweden
Drehkreuz:

Heimatflughafen:

Kopenhagen-Kastrup

Unternehmensform: AB
IATA-Prefixcode: 117
Leitung:

Rickard Gustafson (CEO)

Mitarbeiterzahl: 10.710[1]
Umsatz: SEK 39,5 Milliarden[1] (2015/2016)
Fluggastaufkommen: 29,5 Millionen[1] (2015/2016)
Allianz: Star Alliance
Vielfliegerprogramm: EuroBonus
Flottenstärke: 160 (+ 64 Bestellungen)
Ziele: national und International
Website: www.flysas.com

SAS Scandinavian Airlines (kurz SAS, früher Scandinavian Airlines System) ist eine skandinavische Fluggesellschaft mit Sitz in Stockholm.[2] Das größte Unternehmen unter dem Dach der SAS Group ist Mitglied der Luftfahrtallianz Star Alliance und unterhält Drehkreuze in Kopenhagen-Kastrup, Oslo-Gardermoen und Stockholm/Arlanda.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründung und erste Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Douglas DC-3 der SAS
Boeing 747-200B der SAS im Jahr 1981

1946 schlossen sich die dänische Det Danske Luftfartselskab (DDL), die schwedische Svensk Interkontinental Lufttrafik und die norwegische Det Norske Luftfartselskap zusammen, um eine starke Fluggesellschaft zu gründen. SAS stieg zu einer der führenden Fluggesellschaften in Europa auf und besteht heute aus zwei dänischen, zwei norwegischen und drei schwedischen Eigentümeranteilen.

Bereits im Gründungsjahr flog SAS mit einer Douglas DC-4 über den Atlantik. Die Route führte von Kopenhagen über Prestwick und Gander nach New York.

Am 15. November 1954 eröffnete SAS mit Douglas DC-6B als erste Fluggesellschaft die Flugroute von Europa an die Westküste der USA mit Abkürzung über die sogenannte „Polroute“ (die aber nicht tatsächlich den Nordpol überflog). Eine Maschine flog an diesem Tag von Kopenhagen über Söndre Strömfjord auf Grönland und Winnipeg in Kanada nach Los Angeles, eine zweite Maschine startete zur gleichen Zeit in Los Angeles in Gegenrichtung. 1957 eröffnete die SAS mit einer Douglas DC-7 die Verbindung nach Japan über Anchorage (Alaska). Die Flugzeit verringerte sich dadurch gegenüber der bisher gebräuchlichen Südroute von 50 auf 32 Stunden.

1956 beauftragte SAS Arne Jacobsen, ein Hotel mit Abfertigungsterminal in der Kopenhagener Innenstadt zu errichten. Das SAS Royal Hotel wurde 1960 eröffnet und gilt als Gesamtkunstwerk Jacobsens. Ab 1959 setzte die Gesellschaft ihre ersten Strahlflugzeugs, Sud Aviation Caravelle, und ab 1960 Douglas DC-8 auf den Langstrecken ein. Im Jahr 1961 gründete SAS die Tochtergesellschaft Scanair, die im Charterflugverkehr tätig war. Im Jahr 1965 führte SAS als erste Fluggesellschaft ein europaweites, elektronisches Reservierungssystem ein und stellte 1969 mit Turi Widerøe die erste Pilotin in einer westlichen Fluggesellschaft ein.

Im Jahr 1968 formierten sich SAS, KLM und Swissair zum KSS-Gruppe. Aus diesem Bündnis entstand nach dem Eintritt der Union de Transports Aériens (UTA) im Februar 1970 das KSSU-Konsortium.

Ab 1971 kam mit der Boeing 747 das erste Großraumflugzeug bei SAS zum Einsatz. Ab 1984 betrieb sie ein Luftkissenboot zwischen Kopenhagen und Malmö.

Das Logo in den 1980er Jahren, die Farben der Streifen stammen aus den Flaggen von Dänemark, Norwegen und Schweden.

Entwicklung in den 1990er und 2000er Jahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Boeing 767-200ER der SAS im Jahr 1993
McDonnell Douglas DC-9-82 der SAS im Jahr 2004

SAS ist Gründungsmitglied der Star Alliance, einer der bedeutendsten strategischen Luftfahrtallianzen. SAS Scandinavian Airlines ist ein Tochterunternehmen der SAS Group, die Anteile an der Hotelbetreibergesellschaft Rezidor (Markenname damals Radisson SAS) hielt. Sie ist zudem Gründer des Vielfliegerprogramms „EuroBonus“, dem sieben weitere Fluggesellschaften angeschlossen sind. 1997 wurden Anteile der Fluggesellschaft Widerøe erworben, die inzwischen komplett von der SAS Group übernommen wurde. 1998 wurde die finnische Fluggesellschaft Air Botnia übernommen und in Blue1 umbenannt, 2001 die norwegische Braathens gekauft. Zwischen 2003 und 2004 wurde der Versuch unternommen, mit der Gründung der „Snowflake“ eine Billigfluggesellschaft zu etablieren.[3]

Die Tochter SAS Cargo betreibt keine Frachtflugzeuge. Sie befördert Luftfracht in den Frachträumen der Passagierflugzeuge von SAS.[4]

Am 8. September 2006 übernahm SAS ihren ersten von vier Airbus A319-100. Aus diesem Grund wurde diese Maschine mit dem Luftfahrzeugkennzeichen OY-KBO mit einer Retrobemalung versehen. Geschäftsführer der SAS ist seit 1. Januar 2007 der Schwede Mats Jansson.

Ende Januar 2009 wurde die Mehrheit an der spanischen Fluggesellschaft Spanair für einen symbolischen Preis von einem Euro an ein katalanisches Konsortium verkauft. Im Vorjahr hatte Spanair 4,9 Milliarden Schwedische Kronen Verlust erwirtschaftet. Im gleichen Monat wurde ein 47,2-prozentiger Anteil an Air Baltic verkauft.[5] SAS selbst wurde über die Jahre immer wieder als Übernahmekandidat für die deutsche Lufthansa gehandelt.[6][7]

Am 3. Februar 2009 wurde bekannt, dass SAS die Anzahl der Mitarbeiter um 40 Prozent von 23.000 auf 14.000 verringern wird. 5600 Mitarbeiter verlassen das Unternehmen entweder durch Outsourcing oder mit dem Verkauf anderer Unternehmensteile wie Spanair. Im Geschäftsjahr 2008 verzeichnete das Unternehmen einen Verlust von 6,32 Milliarden schwedischen Kronen (ca. 757 Millionen US-Dollar).[8] Anfang August 2009 wurde die Bilanz des zweiten Quartals bekanntgegeben, die mit einem Verlust von über 1 Milliarde SEK zu Buche schlägt.[9]

Die norwegische Fluggesellschaft der SAS Group mit dem Namen SAS Norge wurde zum 1. Oktober 2009 wieder in die Hauptlinie integriert.[10] Zum 1. November 2009 verkaufte SAS einen 20-prozentigen Anteil an der Fluggesellschaft British Midland Airways an Lufthansa zum Gesamtpreis von 38 Millionen Euro.[11]

Jüngste Geschichte seit 2010[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitz der Scandinavian Airlines (SAS Frösundavik Office Building)

Laut einer Meldung aus dem April 2011 bereitete die norwegische Regierung den Verkauf ihrer Beteiligung an der SAS in Höhe von 14,29 Prozent vor, da der Besitz als nicht mehr notwendig angesehen wurde.[12]

Ende Januar 2012 musste SAS wegen der Krise bei der früheren Tochter Spanair Abschreibungen in Höhe von insgesamt etwa 1,7 Milliarden Schwedischen Kronen (190 Millionen Euro) vornehmen. SAS erläuterte, dass die Summe sich aus noch ausstehenden Forderungen, aus Garantien sowie aus Kosten durch die Einstellung des Betriebs von Spanair zusammensetze. Auswirkung auf das laufende Geschäft hätten die Abschreibungen dank guter Vorbereitung kaum, hieß es weiter. Aber laut SAS hätte man ohne die Insolvenz der Spanair sogar schwarze Zahlen geschrieben. Die SAS Group hatte sich 2009 weitgehend von ihrem Engagement bei der Spanair getrennt, war aber noch mit knapp elf Prozent an dem spanischen Unternehmen beteiligt.[13]

SAS Scandinavian Airlines ist seit Jahren unprofitabel und schreibt große Verluste. Die Gesellschaft, die stark unter den geringen Ticketpreisen leidet, ist deshalb bemüht, ihre Kosten zu senken und so wieder in die Gewinnzone gelangen zu können. Nachdem ein 2008 aufgelegtes Sparprogramm die Kosten der Gesellschaft um 23 Prozent senken konnte, soll das Ende 2011 gestartete Folge-Sparprogramm bis 2015 die Produktionskosten um etwa drei bis fünf weitere Prozent senken. SAS hat große Probleme mit dem stark expandierenden Billigflugverkehr in Skandinavien. Weiterhin ist sie stärker als die großen klassischen Fluggesellschaften auf den Europa-Verkehr fokussiert. Hier sind die Ertragschancen jedoch im Vergleich geringer.[14]

Im Oktober 2012 wurde bekannt, dass SAS die Kürzung der Gehälter ihrer Angestellten um bis zu 25 Prozent plane und zudem Kredite in Höhe von etwa 500 Millionen Euro aufnehmen wolle. Ende Oktober war der Aktienhandel kurzzeitig ausgesetzt und die Veröffentlichung der Quartalsbilanz kurzfristig verschoben worden.[15] Am 19. November stimmten nach umfangreichen Verhandlungen schließlich alle acht beteiligten Gewerkschaften einem umfangreichen Maßnahmenpaket zur Sanierung der bis dato von der Insolvenz bedrohten Gesellschaft zu.[16]

Am 26. Oktober 2013 flottete SAS als letzte große europäische Gesellschaft ihre verbliebenen McDonnell Douglas DC-9-82 aus.[17]

Im Dezember 2014 übernahm SAS die Regionalfluggesellschaft Cimber für 2,7 Millionen Euro. Dabei wurden deren bisherige Flugzeugtypen (eine ATR 72-200 und fünf Bombardier CRJ200) ausgemustert und durch zwölf Bombardier CRJ900 der SAS ersetzt. Der Flughafen Kopenhagen-Kastrup sollte zur Basis werden.[18]

Ab Ende 2016 sollten im Hinblick auf das harte Europageschäft 1000 Stellen in der Verwaltung abgebaut und möglicherweise Operationsbasen im Ausland angestrebt werden, dies aufgrund der Lohnkosten in Nordeuropa von 43 Euro pro Stunde gegenüber 25 Euro im EU-Durchschnitt.[19] Im September 2019 wurde ein Redesign gestartet, bei dem auch eine neue Bemalung der Flugzeuge verwendet wird. Das neue Design ist deutlich minimalistischer als das alte, so fällt beispielsweise die auffällige rote Bemalung der Triebwerksgondeln weg. Das weiterhin blaue Seitenleitwerk, das sich jetzt auch auf den darunterliegenden Rumpf erstreckt, erinnert dabei an die Bemalung, die Lufthansa bei ihren Flugzeugen ab 2018 eingeführt hat.[20]

Flugziele von SAS im Jahr 2012

Flugziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

SAS bedient von ihren Luftfahrt-Drehkreuzen zahlreiche Ziele in Europa. Die interkontinentalen Ziele liegen in den USA, in China, Japan, Thailand und Israel.

Im deutschsprachigen Raum werden Berlin, Bremen, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Genf, Hamburg, Hannover, Innsbruck, München, Salzburg, Stuttgart, Wien und Zürich angeflogen.[21] Zudem unterhält SAS diverse Codeshare-Abkommen mit anderen Gesellschaften, beispielsweise mit Lufthansa.

Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Airbus A319-100 der SAS
Boeing 737-800 der SAS
Bombardier CRJ900 der SAS

Aktuelle Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Stand November 2019 besteht die Flotte der SAS Scandinavian Airlines, inklusive Flugzeuge der Tochter Scandinavian Airlines Ireland und geleaste Flugzeuge, aus 160 Flugzeugen mit einem Durchschnittsalter von 10,2 Jahren:[22]

Flugzeugtyp Anzahl bestellt[23] Optionen Anmerkungen Sitzplätze[24]
(Business/Eco+/Eco)
Durchschnittsalter
Airbus A319-100 4 150 (-/-/150) 12,1 Jahre
Airbus A320-200 11 168 (-/-/168) 12,2 Jahre
Airbus A320neo 27 53 5 neun betrieben von Scandinavian Airlines Ireland 180 (-/-/180) 1,5 Jahre
Airbus A321-200 8 200 (-/-/200) 17,0 Jahre
Airbus A321LR 3 erste Auslieferung vsl. September 2020[25] 157 (22/12/123)
Airbus A330-300 9 262 (32/56/174)
266 (32/56/178)
9,8 Jahre
Airbus A340-300 7 247 (40/28/179) 18,0 Jahre
Airbus A350-900 1 7 6 Mit neuer Bemalung entgegengenommen. 300 (40/32/228) 0,1 Jahre
ATR 72-600 9 vier durch Nordica und fünf durch Flybe betrieben 70 (-/-/70) 4,1 Jahre
Boeing 737-600 3 SAS war größter Besteller und Betreiber der 737-600; werden bis Ende des Jahres 2019 ausgemustert und durch den Airbus A320neo ersetzt.[26] 120 (-/-/120) 20,2 Jahre
Boeing 737-700 26 18 mit Winglets ausgestattet; werden durch den Airbus A320neo ersetzt[27] 141 (-/-/141) 16,3 Jahre
Boeing 737-800 29 15 mit Winglets ausgestattet; werden durch den Airbus A320neo ersetzt[28] 181 (-/-/181) 12,8 Jahre
Bombardier CRJ900 26 22 betrieben durch CityJet; je zwei betrieben durch Nordica und Air Nostrum 90 (-/-/90) 3,2 Jahre
Gesamt 160 63 11 10,2 Jahre

Sonderbemalungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flugzeugtyp Luftfahrzeugkennzeichen Bemalung[29] Zeitraum Bild
Airbus A319-100 OY-KBO Retro seit August 2006 SAS Airbus A319 retrojet KvW.jpg
Airbus A340-300 OY-KBM Star Alliance seit Januar 2012 Scandinavian Air Service SAS Airbus A340-300 "Star Alliance" markings (26380190514).jpg
Boeing 737-800 LN-RRL
LN-RRW
RLL: seit Dezember 2003
RRW: seit März 2014
LN-RRL@LHR 16MAY13 (10979857106).jpg
Sud Aviation Caravelle III der SAS im Jahr 1965
McDonnell Douglas DC-10-30 der SAS im Jahr 1984

Ehemalige Flugzeugtypen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Vergangenheit setzte SAS unter anderem folgende Flugzeugtypen ein:

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

SAS Scandinavian Airlines verzeichnet in ihrer Geschichte bis November 2018 fünf Unfälle mit Todesopfern:

  • Am 2. Oktober 1948 verunglückte eine Short Sandringham 5 der SAS (LN-IAW) bei der Landung auf dem damaligen Seeflughafen Trondheim-Hommelvik. Beim Landen in schwerer See und Seitenwind war es zum Kontrollverlust gekommen. Von den 45 Insassen kamen 19 ums Leben.[33]
  • Am 15. Mai 1950 stürzte eine Short Sandringham 6 der SAS (LN-IAU) kurz nach dem Start am damaligen Seeflughafen Harstad/Narvik auf dem Weg zum Flughafen Tromsø ins Meer zurück und sank eine Stunde später. Alle 33 Insassen (7 Besatzungsmitglieder und 26 Passagiere) überlebten.[34]
  • Am 19. Januar 1960 verunglückte eine Sud Aviation Caravelle der SAS (OY-KRB) beim Landeanflug auf den Flughafen Ankara. Die Maschine flog aus unbekannten Gründen zu tief und schlug etwa 10 Kilometer vor der Landebahn auf Grund auf. Von den 42 Menschen an Bord überlebte niemand.[35]
  • Am 13. Januar 1969 verunglückte eine Douglas DC-8-62 der SAS (LN-MOO) beim Landeanflug auf den Los Angeles International Airport. Die Maschine stürzte etwa 11 Kilometer vor der Landebahn in den Pazifik, wobei 15 von 45 Menschen an Bord ums Leben kamen. Als Ursache gilt menschliches Versagen (siehe auch Scandinavian-Airlines-System-Flug 933).[36]
  • Am 27. Dezember 1991 machte eine McDonnell Douglas DC-9-81 der SAS (OY-KHO) auf dem Scandinavian-Airlines-Flug 751 kurz nach dem Start vom Flughafen Stockholm/Arlanda eine Bruchlandung auf einem Feld. Als „Wunder von Stockholm“ bezeichnet, überlebten alle 129 Menschen an Bord. Ursache war ein Ausfall beider Triebwerke aufgrund von Klareis, das sich von den Flügeln gelöst hatte.[37]
  • Am 8. Oktober 2001 ereignete sich beim Flugunfall von Mailand-Linate der bisher schwerste Unfall in der Geschichte der SAS. Eine McDonnell Douglas DC-9-87 (SE-DMA) kollidierte während des Starts auf dem Flughafen Mailand-Linate mit einer Cessna CitationJet CJ2 (D-IEVX), das sich versehentlich auf der Startbahn befand. Die DC-9 konnte sich nach dem Zusammenstoß schwer beschädigt nur für kurze Zeit in der Luft halten und stürzte schließlich in eine Gepäckhalle hinter der Startbahn. Bei diesem Unfall starben alle 110 Menschen an Bord der SAS-Maschine und die 4 Insassen des Privatjets, der sich von seiner Parkposition aus, von der Flugsicherung unbemerkt, auf einen falschen Weg zur Startposition gemacht hatte und daher die Startbahn der DC-9 kreuzte. Zum Zeitpunkt des Unglücks herrschte Nebel und das zwar nicht vorgeschriebene, aber vorhandene Bodenradar war seit geraumer Zeit inaktiv.[38]

Pannenserie der De Havilland DHC-8-400[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben den aufgelisteten schweren Unfällen erlangte eine Reihe von glimpflichen Zwischenfällen der De Havilland DHC-8-400 der SAS große Aufmerksamkeit und führte schließlich zur Ausmusterung dieses Typs.

  • Am 9. September 2007 brach das rechte Fahrwerk einer DHC-8-400 (Luftfahrzeugkennzeichen LN-RDK) auf dem Scandinavian-Airlines-Flug 1209 bei einer Notlandung auf dem Flughafen Aalborg. Kurz danach entzündete sich das rechte Triebwerk und Teile des Propellers bohrten sich infolge einer Explosion in die Kabine. Von den 69 Passagieren und vier Besatzungsmitgliedern mussten elf Personen wegen leichter Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden.[39]
  • Am 12. September 2007 wiederholte sich das Problem mit einer weiteren DHC-8-400 auf dem Scandinavian-Airlines-Flug 2748 von Kopenhagen nach Palanga. Der Kapitän veranlasste eine Notlandung auf dem Flughafen Vilnius, wobei wieder ein Fahrwerk brach. Daraufhin empfahl Bombardier alle Flugzeuge des Typs DHC-8-400, die über 10.000 Landungen absolviert haben, bis zur Überprüfung stillzulegen. Aus diesem Grund hatte SAS sämtliche Flugzeuge des Typs zunächst stillgelegt.[40]
  • Nach der Aufhebung des vorläufigen Flugverbots kam es am 27. Oktober 2007 erneut zu einem solchen Zwischenfall. Eine DHC-8-400 auf dem Scandinavian-Airlines-Flug 2868 aus Bergen kommend hatte 40 Passagiere und vier Besatzungsmitglieder an Bord, als sie auf ihrem Zielflughafen in Kopenhagen eine Sicherheitslandung durchführen musste. Wieder war das rechte Fahrwerk nicht ausgefahren, woraufhin der Pilot vor der Landung das rechte Triebwerk abschaltete, um eine möglichst sichere Landung zu gewährleisten. Unter den 44 Personen an Bord gab es nur einige Leichtverletzte.

Am 28. Oktober 2007 gab SAS schließlich bekannt, alle De Havilland DHC-8-400 umgehend aus der Flotte zu entfernen.[41]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: SAS Scandinavian Airlines – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c sasgroup.net – SAS Annual Report 2015/2016 (englisch), abgerufen 7. Februar 2017
  2. SAS Group and Scandinavian Airlines Facts. (PDF; 3,8 MB) (Nicht mehr online verfügbar.) flysas.com, archiviert vom Original am 24. Januar 2014; abgerufen am 20. März 2010 (englisch). i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.flysas.com
  3. FliegerRevue November 2011, S. 12–15, Pünktliches Nordlicht.
  4. sascargo.com – SAS Cargo Milestones (englisch)
  5. sasgroup.net – The SAS Group completes transaction in respect of the sale of its 47.2% holding in airBaltic, 30. Januar 2009 (englisch), abgerufen am 28. Juni 2017
  6. Lufthansa hebt Prognose an. (Nicht mehr online verfügbar.) boerse.ard.de, 2. März 2009, archiviert vom Original am 12. Januar 2010; abgerufen am 19. Februar 2010. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/boerse.ard.de
  7. HandelsblattTrotz Sparprogramms: Lufthansa sucht Übernahmekandidaten, 8. April 2013 abgerufen am 26. Juni 2013
  8. SAS reducing its workforce by 40%. news.bbc.co.uk, 3. Februar 2009, abgerufen am 19. Februar 2010 (englisch).
  9. SAS gör miljardförlust för andra kvartalet. (Nicht mehr online verfügbar.) www.nyhetsverket.se, 12. August 2009, archiviert vom Original am 12. September 2015; abgerufen am 26. Juni 2013 (schwedisch). i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.nyhetsverket.se
  10. SAS Norge. (Nicht mehr online verfügbar.) ch-aviation, archiviert vom Original am 27. Oktober 2010; abgerufen am 19. Februar 2010. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ch-aviation.ch
  11. Lufthansa übernimmt britischen Regionalflieger komplett. Financial Times Deutschland, 1. Oktober 2009, archiviert vom Original am 4. Oktober 2009; abgerufen am 19. Februar 2010.
  12. n-tvKapitel SAS vor dem Ende: Norwegen will raus, 1. April 2011
  13. HandelsblattSpanair droht Millionen-Geldstrafe, 28. Januar 2012 abgerufen am 29. Januar 2012
  14. volaspheric.blogspot.de – SAS cuts costs, 19. Juli 2012 (englisch)
  15. Der StandardSkandinavische Airline SAS in der Krise, 11. November 2012
  16. aero.de – SAS einigt sich mit Gewerkschaften auf Krisenplan 19. November 2012
  17. aero.de – SAS zum letzten Mal mit MD80 in Frankfurt 23. Oktober 2013
  18. aerotelegraph.com – SAS kauft Cimber abgerufen am 11. Dezember 2014
  19. Neue Zürcher Zeitung, 14, Dezember 2016, Seite 27
  20. Achim Schaffrinna: SAS Scandinavian Airlines im neuen Design. In: designtagebuch.de. 25. September 2019, abgerufen am 25. November 2019: „Charakteristisch für das neue SAS-Außendesign ist ein silber-grauer SAS-Schriftzug auf dem Vorderteil des Rumpfs, silber-blaue Triebwerke (bisher rot) sowie ein blaues Farbband, das das komplette Seitenleitwerk einschließt und darüber hinaus diagonal über die Unterseite des Rumpfs verläuft. Eine ähnliche Ausweitung der Farbe Blau hatte Lufthansa im Zuge des letzten Redesigns vorgenommen (siehe vergleichende Abbildung). In einem Web-Special wird das neue Flottendesign im Detail vorgestellt.“
  21. flysas.com – Destinationen abgerufen am 7. Februar 2017
  22. SAS Scandinavian Airlines Fleet Details and History. In: planespotters.net. Abgerufen am 25. September 2019 (englisch).
  23. Airbus Orders and deliveries. In: airbus.com. Abgerufen am 25. September 2019 (englisch).
  24. Our Fleet. In: sasgroup.net. Abgerufen am 25. September 2019 (amerikanisches Englisch).
  25. Was SAS mit dem Airbus A321LR vorhat bei aero.de
  26. Morten Lund Tiirikainen: SAS styrer mod ren Airbus-flåde. 27. April 2016, abgerufen am 25. September 2019 (da-DK).
  27. Morten Lund Tiirikainen: SAS styrer mod ren Airbus-flåde. 27. April 2016, abgerufen am 25. September 2019 (da-DK).
  28. SAS places order for an additional 50 Airbus A320neo aircraft to create a single-type fleet. Abgerufen am 25. September 2019 (amerikanisches Englisch).
  29. SAS Scandinavian Airlines Fleet Details and History. planespotters.net, abgerufen am 7. Februar 2017 (englisch).
  30. Unfallbericht Kollision Northolt, DC-6 SE-BDA, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 18. Dezember 2018.
  31. Unfallbericht Kollision Northolt, Avro York MW248, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 18. Dezember 2018.
  32. James J. Halley: Broken Wings. Post-War Royal Air Force Accidents. Air-Britain (Historians), Tunbridge Wells, 1999, ISBN 0-85130-290-4, S. 76.
  33. Unfallbericht Sandringham LN-IAW, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 25. November 2018.
  34. Unfallbericht Sandringham LN-IAU, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 25. November 2018.
  35. Flugunfalldaten und -bericht Caravelle OY-KRB im Aviation Safety Network abgerufen am 18. März 2012
  36. Flugunfalldaten und -bericht DC-8-62 LN-MOO im Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 20. Januar 2016
  37. havkom.se – Unfallbericht des Swedish Accident Investigation Board (Memento des Originals vom 15. Juni 2011 auf WebCite) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.havkom.se (PDF-Datei, 8,8 MB) abgerufen am 2. Juli 2014
  38. Flugunfalldaten und -bericht DC-9-87 SE-DMA im Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 20. Januar 2016
  39. Flugzeug-Fahrwerk bricht bei Notlandung – mehrere Verletzte. Der Spiegel, 9. September 2007, abgerufen am 19. Februar 2010.
  40. airliners.de – Bombardier empfiehlt Startverbot für DHC-8-400, 12. September 2007 (Memento vom 17. September 2007 im Internet Archive)
  41. waymaker.net – SAS removes Dash 8 Q400 from service permanently, 28. Oktober 2007 (Memento vom 2. November 2014 im Internet Archive)