SC Lauchringen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
SC Lauchringen
Vorlage:Infobox Fußballklub/Wartung/Kein Bild
Basisdaten
Name Sportclub Lauchringen 1922 e.V.
Sitz Lauchringen, Baden-Württemberg
Gründung 1922
Farben rot/blau
Vorstand Thomas Kummer
(1. Vorsitzender)
Christian Mülhaupt
(Geschäftsführer)
Website www.sclauchringen.de
Erste Mannschaft
Cheftrainer Carmine Marinaro
Spielstätte Wutachstadion
Plätze 3.000
Liga Kreisliga A Hochrhein Ost
2016/17 9. Platz

Der Sportclub Lauchringen 1922 e.V. (kurz SC Lauchringen) ist ein Fußballverein aus Lauchringen im südbadischen Bezirk Hochrhein.

2019 nehmen zwei Mannschaften bei den Herren und diverse Juniorenmannschaften am Spielbetrieb teil.

Lange Zeit gab es eine dritte Herrenmannschaft. Ferner gehörte die Frauen in den 1970er und 80er Jahren zu den besten südbadischen Frauenmannschaften.

Fair-Play-Preis 2019[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einer Feierstunde zeichneten der Deutsche Olympische Sportbund (OSB) und der Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) den SC Lauchringen am 28. März 2019 in Wiesbaden mit dem Fair-Play-Preis des Deutschen Sports aus. Die Jury: „Die Mannschaft des SC Lauchringen setzt ein unübersehbares und wichtiges Zeichen gegen Rassismus, das auch über den Sport hinaus von Bedeutung ist.“

Zwischenfall in der Kreisliga A Ost
Am 8. September 2018 kam es „zu einem rassistischen Zwischenfall in der Kreisliga-Begegnung zwischen dem FC Weizen und dem SC Lauchringen.“ Ein Spieler des SCL wurde von einem Zuschauer aus Weizen beleidigt. Betroffen war Kebba Manneh, der aus Gambia stammende, 22-jährige Spieler des SCL. Manneh verließ das Spielfeld weinend und „für Spielführer Tobias Kummer und seine neun Teamkollegen gab es keine andere Wahl, als geschlossen den Platz zu verlassen: 'Kebba ist einer von uns. Wir stehen zusammen.'“

Der Vorfall erregte überregionales Aufsehen; im Verfahren verurteilte der Südbadische Fußballverband den Zuschauer „unter Haftung des FC Weizen, zu einer Geldstrafe von 500 €.“ Der Zuschauer hatte zuvor noch telefonisch bei Kebba Manneh um Entschuldigung gebeten.

Ablehnung des Asylantrags Mannehs
Zwischenzeitlich wurde bekannt, dass der Asylantrag Mannehs abschlägig beschieden wurde. „Die Duldung des Westafrikaners soll bereits am [... 27. März 2019] auslaufen. Thomas Kummer, Vorsitzender des SC Lauchringen bezeichnet seinen Spieler als 'ein fabelhaftes Beispiel für gelungene Integration.'“ Manneh kam 2014 übers Mittelmeer und Italien nach Deutschland, lernte „'schnell die Sprache. Hat den Hauptschulabschluss gemacht'“ (Th. Kummer) und arbeitet im Zweischichtbetrieb in einer Firma. Der SC Lauchringen setzt sich nun für seinen Spieler ein, seine Teilnahme an der Preisverleihung wurde erlaubt, eine Online-Petition ist vorgesehen und „Lauchringens Bürgermeister Thomas Schäuble versucht, zumindest einen Aufschub bis Sommer erwirken zu können.“[1]

Aktuelle Entwicklung
Während der Verleihungszeremonie berichtet Bürgermeister Schäuble, der die Vereinsabordnung mit Manneh begleitete, "dass ihm der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl von einer Initiative berichtet habe, dass Geflüchtete, die seit mehr als zwei Jahren arbeiten und in die Sozialsysteme einzahlen, ab 1. Januar 2020 aus den Asylverfahren genommen werden." Auch der Integrationsbeauftragte des Deutschen Fußballbundes (DFB), der ebenfalls aus Afrika stammende Ex-Nationalspieler Cacau, war zur Ehrung gekommen.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein entstand 1972 durch die Fusion von FC 22 Unterlauchringen e.V. (gegründet 1922) und dem SV Oberlauchringen 1949 e.V. (gegründet am 2. Juli 1949).[3] Der Entschluss zur Fusion fiel am 26. März 1972. Am 23. Juli 1972 stimmten die Mitglieder beider Vereine in einer gemeinsamen Hauptversammlung zu, die damit auch Gründungsversammlung des SC Lauchringen wurde. Zuvor schlossen am 1. Juli 1971 sich die beiden Gemeinden Unterlauchringen und Oberlauchringen zu Lauchringen zusammen. In der Spielzeit 1971/72 bildeten bereits die Juniorenspieler beider Vereine fünf gemeinsame Mannschaften im Spielbetrieb.

Der SC Lauchringen wurde mit dem Fair Play Preis des Deutschen Sports 2018 in der Kategorie Sonderpreis ausgezeichnet. Der Verein wurde dafür geehrt, dass die Fußballer während eines Kreisligaspiels geschlossen das Spielfeld verlassen hatten, um sich mit ihrem Mitspieler Kebba Manneh zu solidarisieren, der während des Spiels von gegnerischen Zuschauern rassistisch beleidigt worden war.[4] Die Jury begründete die Auszeichnung:[5]

„Die Mannschaft des SC Lauchringen setzte damit ein unübersehbares und wichtiges Zeichen gegen Rassismus, das auch über den Sport hinaus von Bedeutung ist. Gerade in der heutigen Zeit müssen Offenheit, Toleranz und Solidarität als Pfeiler unserer Gesellschaft verteidigt und gelebt werden. Das Verhalten des Teams des SC Lauchringen zeigt das Potenzial des Sports, eben solche Werte zu vermitteln und für sie einzutreten.“

Vereinsfarben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vereinsfarben sind laut Satzung des Vereines rot/blau.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Herrenmannschaften des SC Lauchringen spielten stets nur auf Bezirksebene. Platz 4 in der Bezirksliga Hochrhein war die beste Platzierung der ersten Mannschaft.

In den Spielzeiten 2006/07 und 2007/08 gewann der Verein zweimal in Serie den Bezirkspokal Hochrhein. 2007 fand dabei das Endtunier vor heimischer Kulisse statt.

Frauen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Frauenteam des SC Lauchringen spielte von 1978/79 bis 1983/84 in der Südbadischen Damenliga. Diese war damals die höchste Spielklasse in Deutschland. In der Spielzeit 1979/80 gewann die Mannschaft die Südbadische Meisterschaft und nahm an der Deutschen Meisterschaft teil. Dort schied man in der ersten Runde (Achtelfinale) gegen den FSV Harburg aus (2:5 in Harburg, 0:2 in Lauchringen).

Junioren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die A-Junioren spielen von 1989/90 bis 1991/92 in der Südbadischen Juniorenliga. Dies war damals die höchste Spielklasse.

Spielstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Heimspiele trägt der SC Lauchringen im Wutachstadion in Unterlauchringen aus. Das Stadion hat eine Kapazität von 3.000 Plätzen. Mit dem Küssaburgstadion in Oberlauchringen stand ein zweiter Sportplatz zur Verfügung, der derzeit hauptsächlich durch den türkischen Verein AGS Lauchringen genutzt wurde. Das Küssaburgstadion ist Wohnhäusern gewichen, wodurch sich die beiden Vereine aktuell das Wutachstadtion teilen.[6]

Bekannte Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dominik Bergdorf war Stammtorhüter von SSV Jahn Regensburg in der 3. Liga 2014/15. Er stammt aus der Jugend des SC Lauchringen, ehe er über Grasshopper Club Zürich und SC Freiburg zu Regensburg kam.[7]

Statistiken und Rekorde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Platzierungen der ersten Mannschaft des SC Lauchringen:

Spielzeit Spielklasse Platz Bemerkung
1972/73 B-Klasse Oberrhein, Staffel 3 3.
1973/74 B-Klasse Oberrhein, Staffel 3 1. Aufstieg
1974/75 A-Klasse Oberrhein 12.
1975/76 B-Klasse Oberrhein, Staffel 3 1. Aufstieg
1976/77 A-Klasse Oberrhein 13.
1977/78 A-Klasse Oberrhein 13. Abstieg
1978/79 Bezirksliga Oberrhein 4.
1979/80 Bezirksliga Oberrhein 15. Abstieg
1980/81 Kreisliga A Oberrhein, Staffel 3 3.
1981/82 Kreisliga A Oberrhein, Staffel 3 3.
1982/83 Kreisliga A Oberrhein, Staffel 3 3.
1983/84 Kreisliga A Oberrhein, Staffel 3 2.
1984/85 Kreisliga A Oberrhein, Staffel 3 3.
1985/86 Kreisliga A Oberrhein, Staffel 3 6.
1986/87 Kreisliga A Oberrhein, Staffel 3 3.
1987/88 Kreisliga A Oberrhein, Staffel 3 1. Aufstieg
1988/89 Bezirksliga Oberrhein 11.
1989/90 Bezirksliga Oberrhein 13.
1990/91 Bezirksliga Oberrhein 15. Abstieg
1991/92 Kreisliga A Oberrhein, Staffel 3 3.
1992/93 Kreisliga A Oberrhein, Staffel 3 1. Aufstieg
1993/94 Bezirksliga Oberrhein 4.
1994/95 Bezirksliga Oberrhein 5.
1995/96 Bezirksliga Oberrhein 6.
1996/97 Bezirksliga Oberrhein 4.
1997/98 Bezirksliga Hochrhein 4.
1998/99 Bezirksliga Hochrhein 7.
1999/00 Bezirksliga Hochrhein 13.
2000/01 Bezirksliga Hochrhein 16. Abstieg
2001/02 Kreisliga A Hochrhein, Staffel 3 1. Aufstieg
2002/03 Bezirksliga Hochrhein 11.
2003/04 Bezirksliga Hochrhein 11.
2004/05 Bezirksliga Hochrhein 15. Abstieg
2005/06 Kreisliga A Hochrhein, Staffel 3 2. Aufstieg über Aufstiegsrunde
2006/07 Bezirksliga Hochrhein 9.
2007/08 Bezirksliga Hochrhein 7.
2008/09 Bezirksliga Hochrhein 4.
2009/10 Bezirksliga Hochrhein 16. Abstieg
2010/11 Kreisliga A Hochrhein, Staffel 3 4.
2011/12 Kreisliga A Hochrhein, Staffel 3 5.
2012/13 Kreisliga A Hochrhein, Staffel 3 3.
2013/14 Kreisliga A Hochrhein, Staffel 3 10. Abstieg aufgrund Strukturreform
2014/15 Kreisliga B Hochrhein, Staffel 4 1. Aufstieg
2015/16 Kreisliga A Hochrhein Ost 3.
2016/17 Kreisliga A Hochrhein Ost 9.

Die A-Klasse bzw. Bezirksliga ist die oberste Spielklasse auf Bezirksebene. Die B-Klasse bzw. Kreisliga ist die zweitoberste Spielklasse auf Bezirksebene.

Frauen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Platzierungen der Frauenmannschaft:

Spielzeit Spielklasse Platz Bemerkung
1972/73 Oberrhein 9. von 9
1973/74 Oberrhein 8. von 9
1974/75 Oberrhein 8. von 8
1975/76 Oberrhein 5. von 6
1976/77 Oberrhein 2. von 6
1977/78 Oberrhein 2. von 7
1978/79 Südbadische Damenliga 2. jeweils 10 Teams
1979/80 Südbadische Damenliga 1. im 1/8-Finale der DM ausgeschieden
1980/81 Südbadische Damenliga 2.
1981/82 Südbadische Damenliga 3.
1982/83 Südbadische Damenliga 5.
1983/84 Südbadische Damenliga 10. Abstieg als Letzter
1983/84 Bezirksliga Oberrhein 1. Verzicht auf die Aufstiegsrunde
1984/85 Bezirksliga Oberrhein während der Runde zurückgezogen

Bis 1977/78 wurde nur auf Bezirksebene gespielt, die sechs Bezirksmeister ermittelten in einer Endrunde den Südbadischen Meister. Ab 1978/79 gibt es die Südbadische Damenliga als höchste Spielklasse, deren Meister bis zur Einführung der Bundesliga an der Deutschen Meisterschaft teilnahm.

Von 1978/79 bis 1980/81 nahm ferner eine 2. Frauenmannschaft in der Bezirksliga Oberrhein am Spielbetrieb teil.

A-Junioren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die A-Junioren in der Südbadischen Juniorenliga (damals oberste Spielklasse in Deutschland) als SG Lauchringen/Tiengen:

Spielzeit Platz Bemerkung
1989/90 11. von 12
1990/91 11. von 14
1991/92 13. von 14, Abstieg

Sponsoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein wird von einer Reihe lokaler Firmen unterstützt.[8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Matthias Scheibengruber: Zwischen Hoffnung und Bangen — so geht es Kebba Manneh heute in: Alb-Bote, 21. März 2019.
  2. M. Scheibengruber: Diese Solidarität hat eine besondere Würdigung verdient, Südkurier, 30. März 2019.
  3. SC Lauchringen in einer Serie des Südkurier [1], abgerufen am 3. April 2015
  4. Fair-Play-Preis für Triathlet und Fußballer. In: n-tv.de. 7. März 2019, abgerufen am 22. März 2019.
  5. Die Preisträger. In: fairplay.dosb.de. Abgerufen am 22. März 2019.
  6. Das Küssaburgstadtion weicht Wohnhäusern [2], abgerufen am 3. April 2015
  7. Dominik Bergdorf bei Kicker [3], abgerufen am 3. April 2015
  8. Sponsoren des SC Lauchringen auf www.sclauchringen.de, abgerufen am 3. April 2015