SC Magdeburg (Handball)

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SC Magdeburg
SCM handball Logo.png
Voller Name Sportclub Magdeburg e. V. (Hauptverein)
Handball Magdeburg GmbH (Handball-Bundesliga-Spielbetrieb)
Abkürzung(en) SCM
Gegründet 1. März 1955
Vereinsfarben grün, rot
Halle GETEC Arena, Magdeburg
Plätze 7.071
3.300
Präsident Dirk Roswandowicz
Trainer Bennet Wiegert
Liga Handball-Bundesliga
2021/22
Rang Meister
DHB-Pokal 2021/22: Finalist
International IHF Super Globe 2021: Sieger
EHF European League 2021/22: Finalist
Website www.scm-handball.de
Heim
Auswärts
Größte Erfolge
National DDR-Feldhandballmeister
1967
DDR-Meister
1970, 1977, 1980, 1981, 1982, 1983, 1984, 1985, 1988, 1991
Deutscher Meister
2001, 2022

DDR-Meister (Damen)
1981
Turniermeister
1970
FDGB-Pokalsieger
1977, 1978, 1984, 1990
DHB-Pokalsieger
1996, 2016
DHV-Pokalsieger (Damen)
1976
Supercupsieger
1996, 2001

International Europapokalsieger der Landesmeister/Champions-League-Sieger
1978, 1981, 2002

EHF-Pokal-/European-League-Sieger
1999, 2001, 2007, 2021
IHF Men’s Super Globe (Klub-Weltmeister)
2021, 2022
EHF Champions Trophy (Klub-Europameister)
1981, 2001, 2002

Die Abteilung Handball des SC Magdeburg (SCM) ist eine der erfolgreichsten des Sportclubs. Der SCM war der erste deutsche Handballverein, der 2002 die EHF Champions League im Handball gewinnen konnte. Mit dem Gewinn der EHF European League 2021, des IHF Super Globes 2021 und 2022 und der Deutschen Meisterschaft 2022 holte der Club die Titel 31 bis 34 im Herrenbereich; nur der THW Kiel hat in Deutschland der Zahl nach mehr Titel gewonnen. Weitere zwei Titel wurden im Damenhandball gewonnen. Von 2002 bis Mitte 2010 führten die Handballer den Zusatznamen „SC Magdeburg Gladiators“. Die Heimspielstätte des SC Magdeburg ist die 7000 Zuschauer fassende GETEC Arena.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fahne des SC Magdeburg 2008 vor einem Bundesligaspiel

Gründungsjahre und Erfolge der DDR-Zeit (1955 bis 1991)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der SC Aufbau Magdeburg wurde im Juli 1955 gegründet.[1] Im DDR-System wurden Sportclubs zur gezielten Förderung des Leistungssports genutzt. Die Handball-Abteilung spielte ab 1958 in der DDR-Liga, konnte in den ersten Jahren allerdings noch keine größeren Erfolge vorweisen. Zunächst stritt man sich mit Stadtkonkurrenten ESV Lok Südost Magdeburg um die Vorherrschaft in Magdeburg. Noch vor dem SC gelang es dem ESV Lok Südost 1963, Handballmeister der DDR zu werden. 1964 wurde mit der DDR-Oberliga eine eingleisige Handball-Liga als höchste Spielklasse eingeführt. Der SCM nahm als eines von zehn Teams daran teil.

Nach einigen Spielzeiten im Tabellenmittelfeld stieg der SC Magdeburg unter Trainer Klaus Miesner, der vorher beim ESV Lok spielte, zum führenden Handball-Verein in der DDR auf. Nach dem ersten DDR-Meistertitel im Jahr 1970 belegte der SCM im Endklassement konstant einen Platz unter den besten Drei. 1978 gelang mit dem Gewinn des Europapokals der Landesmeister der erste internationale Titel. Im Finale besiegte der SCM Śląsk Wrocław aus Polen. Als erfolgreichste Epoche sind aber vor allem die Jahre 1980 bis 1985 zu nennen, in der der SCM sechs Mal infolge den Titel gewinnen konnte. 1981 wurde ein zweites Mal der Europapokal errungen. Einer 23:25-Niederlage im Hinspiel gegen Slovan Ljubljana ließ der SCM ein 29:18 folgen.

In der 21-jährigen Amtszeit von Klaus Miesner schafften die Magdeburger  insgesamt neun Meistertitel. Den DDR-Pokal gewann man 1970, 1977, 1978 und 1984. Miesner verstarb zu Beginn des Jahres 1989.

Das Traineramt beim SCM übernahm Hartmut Krüger. Mit ihm erreichte man noch den zehnten Meistertitel in der letzten Saison der DDR-Oberliga 1990/91. Im in dieser Form zum einzigen Mal ausgetragenen Finale um die gesamtdeutsche Meisterschaft trat der SC Magdeburg gegen den VfL Gummersbach an, verlor dieses aber knapp mit insgesamt 32:31. Als eines von insgesamt zwölf DDR-Teams wurde der SC Magdeburg zur Folgesaison in die gesamtdeutsche Bundesliga eingegliedert.

Nach der Wende zum Spitzenteam (1991 bis 2007)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etablierung in der Bundesliga (1991 bis 1997)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Jahren nach der Wende etablierte sich der SC Magdeburg in der Handball-Bundesliga. In der ersten Saison konnte man als aktiver DDR-Meister einen guten 3. Platz in der Nord-Staffel erringen und sich damit sogar für die Playoffs zur Deutschen Meisterschaft qualifizieren. Im Viertelfinale schied man dort gegen den späteren Vizemeister SG Leutershausen in der Verlängerung aus. Die Premierensaison war insofern beachtlich, weil die meisten anderen DDR-Teams direkt in die 2. Bundesliga abstiegen.

In den folgenden Jahren war der SCM meist im Tabellenmittelfeld zu finden. In vier der folgenden fünf Spielzeiten belegte der SCM dabei den 9. Platz. Unter Lothar Doering erreichte der SCM in der Saison 1995/96 sogar den 6. Platz. Zugleich konnte der SCM im DHB-Pokal-Finale 1996 gegen TUSEM Essen gewinnen und damit den ersten nationalen Titel seit der Wende feiern. Im Jahr 1997 wurde zudem die Bördelandhalle (heute: GETEC Arena) fertiggestellt, die fortan als Heimstätte des SC Magdeburg fungierte.

Die GETEC Arena

In der Bördelandhalle zu großen Titeln (1997 bis 2002)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saisonbilanzen 1991 bis 2007
Saison Rang Punkte Tore Differenz
1991/92

(BL Nord)

3 36:16 548:479 +69
1992/93 9 34:34 668:651 +17
1993/94 9 36:32 684:657 +27
1994/95 9 33:27 658:632 +26
1995/96 6 35:25 660:642 +18
1996/97 9 27:33 697:723 −26
1997/98 3 36:20 712:681 +31
1998/99 5 33:27 738:682 +56
1999/00 3 49:19 822:721 +101
2000/01 1 59:17 1001:815 +186
2001/02 6 41:27 932:895 +37
2002/03 3 55:13 1109:947 +162
2003/04 4 51:17 1039:918 +121
2004/05 3 49:19 1114:984 +130
2005/06 4 52:16 1086:977 +109
2006/07 6 48:20 1080:954 +126

Spätestens in der Saison 1997/98 entwickelte Doering den SCM zu einem Bundesliga-Spitzenteam. Hinter dem THW Kiel und dem TBV Lemgo erreichte Magdeburg den 3. Platz, womit man sich für den EHF-Pokal qualifizierte. Neben talentierten Eigengewächsen wie Henning Fritz, Steffen Stiebler und später Bennet Wiegert – Sohn der SCM-Legende Ingolf Wiegert – konnte der SCM auch immer mehr internationale Top-Talente gewinnen. 1997 schlossen sich Joël Abati und Guéric Kervadec, 1998 Ólafur Stefánsson dem SCM an. Bereits 1996 war Stefan Kretzschmar vom VfL Gummersbach gekommen, der in den Folgejahren das Bild des SCM prägen sollte.

Zwar wurde man 1999 nur Bundesliga-Fünfter, sorgte international aber für Furore. Durch einen knappen Erfolg gegen TBV Lemgo war man ins EHF-Pokal-Finale eingezogen und traf dort auf CBM Valladolid. Nach einer 25:21-Niederlage in Spanien bot Magdeburg im Rückspiel daheim eine überzeugende Vorstellung und gewann mit dem 33:22 den ersten internationalen Titel seit 1981. An der Seitenlinie stand dort aber Peter Rost, der im Januar den langjährigen Erfolgstrainer Lothar Döring abgelöst hatte.

Zur neuen Saison wurde Alfreð Gíslason verpflichtet, unter dem der positive Trend anhielt. In der Saison 1999/2000 hatte man bis in die Endphase noch Chancen auf die erste deutsche Meisterschaft, letztlich waren der THW Kiel und der SG Flensburg-Handewitt aber noch zu stark, sodass man wie zwei Jahre zuvor Dritter wurde und sich für den EHF-Pokal qualifizierte.

Die Saison 2000/01 wurde zur erfolgreichsten Spielzeit seit der Wende. In der Bundesliga lieferte man sich ein packendes Meisterschaftsrennen mit der SG Flensburg-Handewitt und dem TBV Lemgo. Einen Punkt vor der Konkurrenz liegend verlor der SCM am vorletzten Spieltag durch eine Niederlage bei der SG Wallau/Massenheim die Tabellenführung an Flensburg. Da Lemgo zeitgleich aber ebenfalls punktlos blieb, hatte man die Chance, mit einem Heimsieg im direkten Duell gegen Flensburg am letzten Spieltag doch noch auf Platz 1 zu springen. Am 20. Mai 2001 siegte der SCM in der heimischen Bördelandhalle 30:23 und wurde somit zum ersten Mal gesamtdeutscher Meister. Es war der zweite Titel der Saison, da der SCM wenige Wochen zuvor gegen RK Metković zum zweiten Mal den EHF-Pokal gewonnen hatte.

Vor der nächsten Saison wechselte Henning Fritz zum THW Kiel. In der Liga konnte der SCM nicht an die erfolgreichen Vorjahre anknüpfen und landete nur auf Rang 6. Dafür spielte der SCM erstmals in der EHF Champions League, wo man sich bis ins Finale spielen konnte. Dort traf man auf den ungarischen Vertreter KC Veszprém. Einer 23:21-Niederlage in Ungarn folgte im Heimspiel am 27. April 2002 ein 30:25-Sieg, womit der SC Magdeburg als erster deutscher Verein die Champions League nach ihrer Umstrukturierung gewinnen konnte.

Die Gladiators und das Ende der Ära Gislason (2002 bis 2007)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den folgenden Jahren konnte der SCM, der nun den Namenszusatz Gladiators trug, zwar weiterhin in der Spitzengruppe mitspielen, allerdings nicht mehr in den Meisterschaftskampf eingreifen. Gegen Mitte der 2000er erwiesen sich der THW Kiel und die SG Flensburg-Handewitt als zu stark, sodass man sich neben dem TBV Lemgo als dritt- und viertstärkste Kraft in Deutschland etablierte. Vier Spielzeiten infolge belegte man entweder den 3. oder 4. Platz. 2005 konnte man zum dritten Mal in ein EHF-Pokal-Finale einziehen, verlor es aber zum ersten Mal, weil man gegen TUSEM Essen das starke 30:22-Hinspielergebnis noch verspielte. Im Winter der Saison 2005/06 endete die erfolgreiche Ära Gislason beim SCM. Gründe waren sportliche Probleme. So hatte der SCM mit einem 34:54 beim THW Kiel die höchste Niederlage seiner Bundesligageschichte hinnehmen müssen. Die Rückserie spielte der SCM unter dem langjährigen Gislason-Assistenten Gheorghe Licu.[2]

Bogdan Wenta, gleichzeitig polnischer Nationaltrainer, trat die Nachfolge an. Die Mannschaft landete in der Bundesliga nur auf Platz 6, konnte aber zum vorerst letzten Mal einen großen Erfolg landen: In seinem vierten EHF-Pokal-Finale traf der SCM auf das spanische CAI BM Aragón. Einem Remis im Hinspiel folgte am 29. April 2007 in Magdeburg ein knapper 31:28-Erfolg, womit der SCM den vierten internationalen Titel in neun Jahren erringen konnte.

Vom Umbruch zu neuen Erfolgen (seit 2007)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Umbruchsjahre (2007 bis 2010)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ersatzbank am 19. November 2008 mit Bennet Wiegert, Alexandros Vasilakis, Christoph Theuerkauf, Stefan Kretzschmar, Bartosz Jurecki und Steffen Stiebler.

Schon 2006, vor allem aber 2007 erfolgte der große Umbruch beim SC Magdeburg. Mit Stefan Kretzschmar (Karriereende) und Joel Abati (Wechsel zu Montpellier) verließen zwei wichtige Säulen der erfolgreichen Ära den Verein. Steffen Stiebler folgte zwei Jahre später. Kretzschmar wurde aber neuer Sportdirektor.[3] Dafür kehrte Bennet Wiegert nach drei Jahren in Wilhelmshaven und Gummersbach zum SCM zurück. Schon 2006 waren Fabian van Olphen und Bartosz Jurecki zum SCM gekommen, die in den folgenden Jahren zu den Top-Spielern des Vereins avancierten.

In der Bundesliga verpasste man in dieser Zeit aber den Anschluss an die Spitzengruppe und landete im Endklassement nie besser als Platz 7. Auch auf der Trainerbank stellte sich lange keine Konstanz ein. Bogdan Wenta verließ den Verein im November 2007, nachdem er mit ihm auf Platz 11 abgestürzt war.[4] Unter Nachfolger Michael Biegler konnte der SCM die Saison 2007/08 immerhin noch auf Platz 8 beenden und im Folgejahr sogar Platz 7 sichern. Im Herbst 2009 fand sich der SCM aber erneut in der unteren Tabellenhälfte wieder. Michael Biegler bat nach Unstimmigkeiten mit der Vereinsführung um Vertragsauflösung.[5] Wenige Wochen zuvor hatte auch Club-Legende Stefan Kretzschmar seinen Posten wieder abgegeben.[6] Interimstrainer Sven Liesegang schaffte keine Trendumkehr und belegte mit der Mannschaft am Ende einen enttäuschenden 11. Platz. Dies war das einzige Mal, dass der SCM in der gesamtdeutschen Bundesliga keinen einstelligen Tabellenplatz belegte.

Rückkehr nach Europa und DHB-Pokal-Gewinn (2010 bis 2016)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heimspiel des SC Magdeburg gegen die TSV Hannover-Burgdorf in der Saison 2014/2015

Nach 2010 legte der Club den Beinamen Gladiators wieder ab. Zur Saison 2010/11 stieß Frank Carstens als Cheftrainer zum Verein und nahm ein Jahr später zusätzlich den Posten des Co-Trainers der Nationalmannschaft an. Unter Carstens konnte sich der SCM wieder stabilisieren und sich zwei Mal für den EHF-Pokal qualifizieren. Die Saison 2012/13 endete aber erneut mit einer Enttäuschung und Platz 8. Weil sich der SCM auch in der Hinserie der Folgesaison sportlich nicht verbessern konnte, wurde Frank Carstens nach dreieinhalb Jahren entlassen.[7] Unter Nachfolger Uwe Jungandreas wurde man Siebter.

Zur Saison 2014/15 verpflichtete der SCM Geir Sveinsson als neuen Trainer.[8] Unter Sveinsson spielte Magdeburg die erfolgreichste Saison seit 2006 und wurde Vierter. Großen Anteil am Erfolg hatte Robert Weber, dem es als ersten SCM-Spieler gelang, Torschützenkönig der Bundesliga zu werden. Zudem konnte man ins Final Four und ins DHB-Pokal-Finale gegen den SC Flensburg-Handewitt einziehen, das man jedoch unglücklich im Siebenmeterwerfen verlor.

Der positive Trend konnte jedoch nicht aufrechterhalten werden. Ende 2015 belegte man einmal mehr den 10. Platz. Sveinsson wurde entlassen.[9] Bennet Wiegert, der seine Karriere zwei Jahre zuvor beendet hatte, übernahm und beendete die Saison auf dem 8. Platz. Im DHB-Pokal nahm der SC Magdeburg Revanche für die Vorjahresniederlage und gewann mit einem 32:30 gegen die SG Flensburg den ersten Titel seit 2007. Auf nationaler Ebene war dies sogar der erste Titel seit der Meisterschaft 2001 und läutete eine neue Hochphase des SCM ein.

Aufschwung unter Bennet Wiegert (seit 2016)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saisonbilanz seit 2007
Saison Rang Punkte Tore Differenz
2007/08 8 37:31 1036:972 +64
2008/09 7 42:26 978:906 +72
2009/10 11 25:43 957:1016 −59
2010/11 7 42:26 1009:941 +68
2011/12 6 39:29 985:940 +45
2012/13 8 36:32 955:918 +37
2013/14 7 39:29 995:939 +56
2014/15 4 48:24 1074:994 +80
2015/16 8 35:29 895:880 +15
2016/17 5 51:17 988:902 +86
2017/18 4 50:18 1037:927 +110
2018/19 3 54:14 1010:867 +143
2019/20 3 39:15 782:717 +65
2020/21 3 53:23 1151:1013 +138

Unter Bennet Wiegert schaffte es der SC Magdeburg in der Folgezeit, sich wieder in der Bundesliga-Spitzengruppe zu etablieren und spielt seitdem stets international. In der Saison 2016/17 wurde der SCM Fünfter, war dabei dem Meister Rhein-Neckar Löwen aber genauso nah wie dem 6. Platz. Im Folgejahr konnte man sich um einen Platz verbessern. Im EHF-Pokal schied man zwei Mal hintereinander im Halbfinale aus. Seit 2018 hat der SCM hinter dem Spitzen-Duo aus Kiel und Flensburg durchgängig den dritten Platz belegt. 2018/19 war dabei die punktemäßig beste Saison des SCM seit 2003. Mit Matthias Musche wurde zum zweiten Mal ein Magdeburger Spieler Torschützenkönig. Die COVID-19-Pandemie führte zu einem vorzeitigen Abbruch der Saison 2019/20 nach 27 Spielen. Die Spielzeit 2020/21 fand deshalb ohne Zuschauer statt.

Nachdem der SCM 2019 bereits in der Qualifikation scheiterte und der Wettbewerb 2020 aufgrund der Pandemie nicht beendete wurde, erreichte Magdeburg in der Saison 2020/21 zum ersten Mal seit 2007 wieder das Finale des EHF-Pokals, der nun aber EHF European League genannt wurde. Im deutsch-deutschen Finale gegen die Füchse Berlin siegte der SC Magdeburg 28:25.[10] Dank einer Wildcard nahm der SCM am IHF Super Globe 2021 teil, wo die Mannschaft nach Siegen über den Ozeanien-Vertreter Sydney University HC, den Champions-League-Finalisten Aalborg Håndbold und im Finale über den Champions-League-Sieger FC Barcelona zum ersten Mal den Weltpokal für Vereinsmannschaften gewann.[11]

In der Saison 2021/22 erreichte der SCM ohne Niederlage erneut das Finale in der EHF European League, das gegen den Gastgeber Benfica Lissabon mit 39:40 nach Verlängerung verloren wurde. Im DHB-Pokal 2021/22 stand die Mannschaft ebenfalls im Endspiel, hier war der THW Kiel am Ende siegreich. Im Verlauf der Bundesliga-Saison 2021/22 unterlag der SCM nur zu Hause dem THW und auswärts bei der SG Flensburg-Handewitt. Am 32. Spieltag wurde man vorzeitig Deutscher Meister.

In der Saison 2022/23 verteidigte der SCM den Titel beim IHF Super Globe 2022 durch einen 41:39-Sieg nach Verlängerung gegen den FC Barcelona.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Männer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

International[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

National[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frauen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cheftrainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Start in die Oberliga im Jahre 1957 hatte der SCM 13 Cheftrainer. Mit Cheftrainer ist der für die erste Mannschaft verantwortliche Trainer gemeint. Zur DDR-Zeit wurde dieser „Verantwortlicher Oberligatrainer“ genannt. Daneben gab es einen „Cheftrainer“, dessen Aufgaben gewissermaßen mit denen eines heutigen Sportdirektors vergleichbar waren.

Erfolgsbilanzen der Trainer

Die Punktebilanzen (exklusive der Play-off-Spiele) der Trainer seit Start in die Bundesliga im Jahr 1991:

LN Name Nation Von Bis Spiele Punkte Quote
1 Hartmut Krüger Deutschland 1991 1993 60 70 1,17
2 Ingolf Wiegert Deutschland 1993 1994 34 36 1,06
3 Lothar Doering Deutschland 1994 1999 135 148 1,10
4 Peter Rost Deutschland 1999 1999 13 16 1,23
5 Alfreð Gíslason Island 1999 2006 226 330 1,46
6 Gheorghe Licu Rumänien / Deutschland 2006 2006 16 26 1,63
7 Bogdan Wenta Polen / Deutschland 2006 2007 44 58 1,32
8 Helmut Kurrat Deutschland 2007 2008 10 7 0,70
9 Michael Biegler Deutschland 2008 2009 66 78 1,18
10 Sven Liesegang Deutschland 2010 2010 16 9 0,56
11 Frank Carstens Deutschland 2010 2013 120 136 1,13
12 Uwe Jungandreas Deutschland 2013 2014 16 20 1,25
13 Geir Sveinsson Island 2014 2015 52 64 1,23
14 Bennet Wiegert Deutschland 2015 2022 217 320 1,47

Stand: 12. Juni 2022 (nach 34 von 34 Spielen in der Saison 2021/22)

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Würdigung auf dem Sports Walk of Fame in Magdeburg für den Gewinn der Championsleague 2002
Hall of fame

Bis 2015 wurden 14 ehemalige Spieler in die Hall of Fame aufgenommen. Symbolisiert werden die Spieler durch Trikots, die zusammen an der Westseite in der GETEC Arena hängen. Zuletzt wurde Bennet Wiegert die Ehre der Aufnahme in die Hall of Fame zuteil.

Kader Saison 2022/23[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Name Nation Position geb. am Größe seit Vertrag bis letzter Verein
1 Mike Jensen Danemark Tor 26. Februar 1995 2,05 m 2021 2023 HBW Balingen-Weilstetten
80 Nikola Portner Schweiz Tor 19. November 1993 1,94 m 2022 2024 Chambéry Savoie HB
2 Lucas Meister Schweiz KM 16. August 1996 1,97 m 2022 2024 GWD Minden
3 Piotr Chrapkowski Polen RL 24. März 1988 2,03 m 2017 2023 KS Kielce
5 Vladan Lipovina Montenegro RR 7. März 1993 1,98 m 2023 2023 HSG Wetzlar
6 Matthias Musche Deutschland LA 18. Juli 1992 1,86 m 2011 2024 HG 85 Köthen
10 Gísli Þorgeir Kristjánsson Island RM 30. Juli 1999 1,91 m 2020 2025 THW Kiel
11 Daniel Pettersson SchwedenSchweden RA 6. Mai 1992 1,79 m 2016 2026 IF Guif
14 Ómar Ingi Magnússon Island RR 12. März 1997 1,86 m 2020 2026 Aalborg Håndbold
17 Tim Hornke Deutschland RA 4. August 1990 1,88 m 2019 2026[12] TBV Lemgo
20 Philipp Weber Deutschland RM 15. September 1992 1,94 m 2021 2028 SC DHfK Leipzig
22 Lukas Mertens Deutschland LA 22. Juni 1996 1,82 m 2017 2027[12] Wilhelmshavener HV
23 Magnus Saugstrup Danemark KM 12. Juli 1996 1,95 m 2021 2026 Aalborg Håndbold
24 Christian O’Sullivan Norwegen RM 22. August 1991 1,90 m 2016 2025 IFK Kristianstad
25 Marko Bezjak Slowenien RM 26. Juni 1986 1,84 m 2013 2023 RK Velenje
31 Kay Smits NiederlandeNiederlande RR 31. März 1997 1,86 m 2021 2023 Team Tvis Holstebro
34 Michael Damgaard Danemark RL 18. März 1990 1,92 m 2015 2024 Team Tvis Holstebro

Transfers zur Saison 2022/23[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zugänge
Nation Name abgebender Verein
Schweiz Nikola Portner[13] Chambéry Savoie HB
Schweiz Lucas Meister[14] GWD Minden
Montenegro Vladan Lipovina[15] HSG Wetzlar
Stand: 3. Februar 2023
Abgänge
Nation Name aufnehmender Verein
Norwegen Magnus Gullerud[16] Kolstad IL
Danemark Jannick Green Krejberg[17] Paris Saint-Germain
Deutschland Moritz Preuss[18] SC DHfK Leipzig
Stand: 30. Dezember 2022

Transfers zur Saison 2023/24[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zugänge
Nation Name abgebender Verein
SchwedenSchweden Felix Claar[19] Aalborg Håndbold
SchwedenSchweden Albin Lagergren[20] Rhein-Neckar Löwen
Stand: 11. November 2022
Abgänge
Nation Name aufnehmender Verein
NiederlandeNiederlande Kay Smits[21] SG Flensburg-Handewitt
Polen Piotr Chrapkowski[22] Ziel unbekannt
Danemark Mike Jensen[23] Ziel unbekannt
Slowenien Marko Bezjak[24] Ziel unbekannt
Stand: 8. Januar 2023

Frauen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Frauenmannschaft spielte zwischen 1971 und 1991 in der DDR-Oberliga. Der größte Erfolg war der Gewinn der Meisterschaft 1981. In dieser Spielzeit dominierte der SC die Liga nach Belieben und stand am Ende mit nur zwei Verlustpunkten bei einer Niederlage auf Platz 1.[25] Weiterhin konnte die Mannschaft 1976 den DHV-Pokal gewinnen, nachdem man im Finale in Premnitz in der Sporthalle am Tor II gegen den SC Leipzig 18:13 gewann.[26] Im Jahr 1983 stand der SCM im Finale des Europapokals der Pokalsieger, scheiterte dort jedoch am jugoslawischen Vertreter RK Osijek.[27] Im Jahr 2000 fusionierte der weibliche Bereich des SCM mit der Handballabteilung vom SV Fortuna Magdeburg zum HSC 2000 Magdeburg.[28]

2. Mannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die sogenannten SCM Youngsters spielten bis 2011 in der 2. Handball-Bundesliga. Danach mussten sie auf Grund einer Ligareform in die 3. Liga zwangsabsteigen, wo sie bis heute spielen. In der Saison 2014/15 wurde die Mannschaft in der Oststaffel Meister, durfte aber als zweite Mannschaft eines Bundesligisten nicht aufsteigen.

Jugend[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben den sportlichen Erfolgen ist der SCM für seine gute Nachwuchsarbeit bekannt. Er gehört in Deutschland zu den führenden Vereinen in diesem Bereich, verzeichnet Jahr für Jahr immer wieder Jugendtitel.

  • Junioren (Hallenhandball)
    • A-Jugend-Meister: 1961, 1962, 1965, 1977, 1980 // 1991, 1996, 1997, 1998, 1999, 2001, 2002, 2003, 2004, 2006
    • B-Jugend-Meister: 1962, 1985, 1986, 1988, 1989 // 1992, 1994, 1998, 2000, 2001, 2006, 2018
    • DDR-Meister AK 14: 1988
    • DDR-Meister AK 13/14: 1975, 1976, 1977, 1978, 1980, 1985
  • Juniorinnen (Hallenhandball)
    • A-Jugend-Meister: 1963, 1966, 1967, 1976, 1977
    • B-Jugend-Meister: 1969, 1987 // 1997, 1998, 1999
    • DDR-Meister AK 13/14: 1961, 1974

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: SC Magdeburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Unsere Historie - SC Magdeburg Handball. Abgerufen am 25. August 2021.
  2. Handball: SC Magdeburg entläßt Trainer Gislason. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 25. August 2021]).
  3. Kretzschmars Karrieresprung: Der Handball-Punk wird Sportdirektor. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 25. August 2021]).
  4. Handball: Wenta in Magdeburg entlassen - Kretzschmar übernimmt. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 25. August 2021]).
  5. FOCUS Online: Trainer-Hickhack beendet: Biegler verlässt SCM. Abgerufen am 25. August 2021.
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  23. Danke, Mike! Mike Jensen verlässt den SC Magdeburg zum Saisonende. In: scm-handball.de. 20. Dezember 2022, abgerufen am 20. Dezember 2022.
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  25. Saisonbilanzen DDR-Meisterschaft, DDR-Liga und Oberliga Frauen (Hallenhandball) 1950–1991. Eingesehen am 15. März 2016.
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  27. Historie des Europapokals der Pokalsieger (Frauen)
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