SG Dynamo Schwerin (2003)

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Dynamo Schwerin
Dynamo-Schwerin-Logo.png
Basisdaten
Name Sportgemeinschaft Dynamo Schwerin e.V.
Sitz Schwerin, Mecklenburg-Vorpommern
Gründung 27. November 2003
Farben weinrot-weiß
Vorstand Maik Ventzke
Website sg-dynamo-schwerin-ev.de
Erste Fußballmannschaft
Cheftrainer Jano Klempkow
Spielstätte Sportpark Lankow
Plätze 2000
Liga Oberliga Nordost-Nord
2021/22 1. Platz  
(Verbandsliga Mecklenburg-Vorpommern)

Der Verein SG Dynamo Schwerin, auch Dynamo Schwerin, ist ein deutscher Fußballverein aus Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern. Er wurde 2003 gegründet und gehört in der Saison 2022/23 der Oberliga Nordost an. Heimstätte ist der Sportpark Lankow.

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historisch bezieht sich Dynamo Schwerin auf die 1953 unter gleichem Namen gegründete Sportgemeinschaft Dynamo, die als PSV Schwerin 1990 in das FDGB-Pokalfinale einzog, anschließend im Europapokal der Pokalsieger gegen Austria Wien spielte und im FC Mecklenburg Schwerin aufging. Formell besteht daher keine historische Linie beider Klubs, wenngleich sich die neue SG Dynamo in dieser Tradition sieht.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zunächst trat Dynamo in der Kreisliga an. Nach drei Aufstiegen spielte der Verein ab der Saison 2007/08 für vierzehn Jahre in der Landesliga West des Landesfußballverbands Mecklenburg-Vorpommern.

2017 wurde offenkundig, dass ein NPD-nahes Unternehmen den Verein als Werbepartner unterstützte. Die Zusammenarbeit wurde daraufhin beendet.[2][3] Jens-Holger Schneider, ehemaliger Betreuer der SG Dynamo, gilt als langjähriger Teil der rechtsextremen Szene Mecklenburg-Vorpommerns und trat später als Landtagskandidat der AfD an, für die er seit 2017 im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern sitzt.[4]

Am Ende der Saison 2020/21, die corona-bedingt abgebrochen und nach der Quotientenregel Punkte pro Spiel gewertet wurde, stieg Dynamo Schwerin in die sechstklassige Verbandsliga auf. Aus dieser stieg man 2022 direkt in die fünftklassige Oberliga Nordost auf.

Aufstiegsspiel gegen Anker Wismar auf dem Sportplatz Paulshöhe am 4. Juni 2022

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Liga Ebene Platz Tore Punkte Anmerkung
2004/05 Kreisliga Schwerin 0IX 01. 112:7 105 Aufstieg
2005/06 Bezirksklasse West 0VIII 01. 102:18 064 Aufstieg
2006/07 Bezirksliga West 0VII 01. 077:18 069 Aufstieg
2007/08 Landesliga West 0VI 02. 055:27 053
2008/09 Landesliga West 0VII 06. 042:40 040
2009/10 Landesliga West 0VII 05. 053:27 050
2010/11 Landesliga West 0VII 04. 048:39 044
2011/12 Landesliga West 0VII 09. 031:41 032
2012/13 Landesliga West 0VII 08. 048:48 035
2013/14 Landesliga West 0VII 08. 037:35 031
2014/15 Landesliga West 0VII 07. 028:24 034
2015/16 Landesliga West 0VII 11. 024:28 027
2016/17 Landesliga West 0VII 05. 042:39 043
2017/18 Landesliga West 0VII 04. 098:42 065
2018/19 Landesliga West 0VII 04. 087:39 061
2019/20 Landesliga West 0VII 06. 048:27 031 Saisonabbruch wegen COVID-19-Pandemie
2020/21 Landesliga West 0VII 01. 043:3 024 Saisonabbruch wegen COVID-19-Pandemie, Aufstieg
2021/22 Verbandsliga Mecklenburg-Vorpommern 0VI 01. 085:30 065 Aufstieg
2022/23 Oberliga Nordost 0V

Sportplatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz der SGD in Lankow

Heimstätte des Vereins ist seit der Saison 2022/23 der Sportpark Lankow.

Bis Juni 2022 war Dynamo auf dem Sportplatz Paulshöhe ansässig. Verein und Anhängerschaft engagierten sich erfolglos für den Erhalt des Sportplatzes Paulshöhe als dem ältesten Sportplatz der Stadt Schwerin. Die Stadtvertretung beschloss 2010 jedoch die Umwidmung zum zukünftigen Wohnpark Paulshöhe, sodass Dynamo nach Lankow wechseln musste.[5]

Anhängerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teile der Anhängerschaft gelten als rechtsextrem und dem Hooligan-Milieu zugehörig, weshalb der Verein die Initiative „Fan statt Hooligan“ ins Leben rief.[6][7][8][9] Für die Initiative erhielt der Verein bis 2007 insgesamt 4800 Euro, die allerdings in das Vereinsheim statt wie vorgesehen in sozialpädagogische Arbeit investiert wurden. Auch Beratung durch das Regionalzentrum für demokratische Kultur Westmecklenburg wurde nicht in Anspruch genommen.[10]

Der ehemalige Fanbeauftragte Ronny Sanne ist verurteilter Gewalttäter der rassistischen Ausschreitungen von Rostock-Lichtenhagen.[10]

Weitere Abteilungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der SG Dynamo bestehen des Weiteren Abteilungen in den Sportarten Kraftsport und Kickboxen.[11] Die Leichtathletik-Abteilung brachte ferner mit Martina Strutz eine erfolgreiche Stabhochspringerin hervor. Andrea Philipp war als Trainerin bei Dynamo Schwerin tätig.

In der Vergangenheit gab es außerdem Abteilungen für Cheerleading, American Football, Karate und Drachenboot.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelverweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. SG Dynamo Schwerin: Geschichte
  2. Schweriner Volkszeitung: Eklat um Werbepartner
  3. Endstation rechts: NPD-Landesschatzmeister als Partner von Dynamo Schwerin
  4. Vorwärts (Deutschland): AfD-Mann mit Nähe zu Neonazis
  5. Beschlüsse der Schweriner Stadtvertretung zur Paulshöhe. In: Paulshöhe Schwerin. 7. Juni 2022, abgerufen am 7. Juni 2022.
  6. Die Tageszeitung: Lübecks anderer Fußball
  7. AIB: »Hooligan statt Fan« auf Staatskosten
  8. Hamburger Abendblatt: „Gewalt? Das war sowas wie ein Happening“
  9. Deutschlandfunk: Gegen extremistische Einflussnahme in Sportvereinen
  10. a b Süddeutsche Zeitung: In der Rechtskurve
  11. Fußball in Schwerin: SG Dynamo Schwerin