SG NARVA Berlin

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SG NARVA Berlin
SG NARVA Berlin.jpg
Name Sportgemeinschaft
NARVA Berlin e. V.
Vereinsfarben Rot-Weiß-Blau
Gegründet 1949
Mitglieder 714 (2017)
Vorsitzender Heiko Wagner (seit 2014)

Die SG NARVA Berlin ist ein Sportverein aus Berlin.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus der Anfang des 20. Jahrhunderts ins Leben gerufenen Osram-AG in Friedrichshain entwickelten sich diverse betriebliche Sportgruppen. Einhergehend mit den Baumaßnahmen in Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 1936 wurde – ausgelagert der eigentlichen Lokalisation – ein Sportplatz (heute Bruno-Bürgel-Weg 99) erschaffen und eingeweiht. Nach Abschluss der Spiele in Berlin nutzten die Sportler des OSRAM-Konzerns weiterhin große Teile des auch nach dem Zweiten Weltkrieg kaum zerstörten Areals. Im Zuge der Wirrungen während der Nachkriegszeit wurde die Sportstätte der neu gegründeten Sportgruppe Niederschöneweide überlassen. Diese benannte sich 1947 in die Sportgemeinschaft Oberspree um, die im Februar 1949 mit der BSG Motor Friedrichshain-Ost fusionierte. Die erwachsenen Sportler der BSG waren fast ausschließlich beim VEB Berliner Glühlampenwerk (NARVA) beschäftigt.

Neustrukturierungen des beherbergenden Mutterbetriebs folgten und zogen auch Veränderungen in der Namensgebung mit sich. Die Namensgebungen Betriebssportgemeinschaft Mechanik Friedrichshain (ab 15. November 1950), BSG Motor Friedrichshain-Ost (ab 1951) und BSG Motor Berliner Glühlampenwerk (ab 1954) führten 1969 zur endgültigen Bezeichnung BSG NARVA Berlin, die bis zur Wende ihre Gültigkeit behielt. Nachfolgend wurde der Ost-Berliner Standort (Berlin-Friedrichshain) des Leuchtmittel-Herstellers NARVA abgewickelt, wodurch der Status als Betriebssportgemeinschaft verloren ging. Seither heißt der Verein Sportgemeinschaft NARVA Berlin.

Sportliche Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Zeit von der Gründung bis 1990 wuchs der Verein auf ca. 2500 Mitglieder und bis zu 15 Abteilungen an. Die Sparten Handball und Fußball zeigten sich sportlich am erfolgreichsten und erreichten jeweils die DDR-Liga (zweithöchste Spielklasse). Die Fußballer der SG Niederschöneweide spielten 1945/1946 in der Staffel D der damals erstklassigen Berliner Stadtliga, verpassten jedoch die Qualifikation für die eingleisige Stadtliga.[1] Die Fußballer der BSG gehörten der DDR-Liga sowohl 1974/75 als auch 1978/79 in der Staffel B an, stiegen jedoch jeweils als 11. von zwölf Teams wieder in die Bezirksliga ab.[2]

Im Zuge der Wiedervereinigung Deutschlands schrumpfte die Mitgliederzahl auf ein Fünftel, behielt aber seit 2002 zunächst ein stabiles Niveau (ca. 500). Nachdem sich die Fußballer dem FC Treptow anschlossen, sind die Handballer (2017 mit 522 beziffert) als das Aushängeschild des Vereins zu betrachten und stellen fast drei Viertel der Mitglieder. Beispielsweise errang die 1. Männermannschaft 2003 und 2005 die Berliner Vizemeisterschaft, bevor 2006 die Berliner Meisterschaft gefeiert werden konnte. Die Mannschaft hielt die Klasse (Oberliga Berlin-Brandenburg) in den folgenden Jahren souverän, stieg im Zuge von Umstrukturierungen 2010 aber in die Verbandsliga Berlin (höchste Spielklasse der Hauptstadt) ab. Währenddessen wurde die erforderliche Regeneration aus der eigenen Jugend durch die Aufwendung nahezu aller zur Verfügung stehenden Mittel forciert. Dieses Unterfangen gelang während der vergangenen 15 Jahre erfolgreich, sodass 2012 sowie 2014 der männlichen und 2016 weiblichen A-Jugend Berliner Meisterehren zuteil wurden, die zu überregionalen Qualifikationen (Oberliga-Ostsee-Spree) führten. Für die beispielhafte Jugendförderung wurde der Verein mehrfach ausgezeichnet. Aktuell verfügt die Abteilung Handball über 32 Mannschaften im Spielbetrieb, von denen 23 Jugend-Teams sind.

Bekannte Personen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Joachim Wagner (Vereinsvorsitzender von 1959–2009), Träger der Goldenen Ehrennadel und Ehrenmitglied des Handballverbands Berlin
  • Torsten Fehling (Vereinsvorsitzender von 2009–2014)
  • Hans Ramp (IHF-Schiedsrichter)
  • Willi Kutsche (IHF-Schiedsrichter)

Abteilung Schach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Abteilung Schach wurde am 1. Juli 1950, etwa ein Jahr nach Gründung der Betriebssportvereinigung Berliner Glühlampenwerk (1. April 1949), als Sparte gegründet. Ihre „besten Jahre“ hatte die Abt. Schach um 1990. Mit bis zu fünf Mannschaften spielte man in der Stadt. Die 1. Mannschaft maß sich auf hohem Niveau in der Stadtliga Berlin. Eine erfolgreiche Nachwuchsarbeit, die 1989 zu zwei Berliner Meistern (AK 7/8 m und AK 9/10 m) und zwei Vizemeistern bei den Mädchen führte, blieb zunächst nicht nachhaltig, denn in den Jahren danach ging es mit der Mitgliederzahl steil bergab. Im Jahre 1993 verblieb nur ein “Stamm” von acht Erwachsenen und sieben Kindern/Jugendlichen. Seit 1994/95 steigt die Mitgliederzahl wieder an. Seit 2003 spielen wieder 3 Mannschaften in den Berliner Klassen, es wurden Erfolge bei Jugendturnieren errungen und vordere Plätze bei Einzelturnieren. Die Mitgliederzahl liegt aktuell um die 50.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hardy Grüne (1996): Vom Kronprinzen bis zur Bundesliga. 1890 bis 1963. Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs. Band 1., S. 272. Kassel: AGON Sportverlag, ISBN 3-928562-85-1
  2. NARVA Berlin in: Hardy Grüne (2001): Vereinslexikon. Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs. Band 7. Kassel: AGON Sportverlag, S. 53, ISBN 3-89784-147-9