SIG P220

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SIG P220
SIG220-Morges two sides.jpg
Allgemeine Information
Zivile Bezeichnung: SIG P220
Militärische Bezeichnung: Pist 75 (Schweizer Armee)
Einsatzland: Deutschland, Schweiz, Japan, Vatikan
Entwickler/Hersteller: J. P. Sauer & Sohn
Herstellerland: Schweiz, Deutschland
Produktionszeit: 1975 bis heute
Modellvarianten: P220-1, P220ST, P225, P245
Waffenkategorie: Pistole
Ausstattung
Gesamtlänge: 198 mm
Gewicht: (ungeladen) 0,75 kg
Visierlänge: 160 mm
Lauflänge: 112 mm,
Dralllänge (Rechtsdrall) 250 mm
Technische Daten
Kaliber: 9 × 19 mm,
.45 ACP,
7,65 × 21 mm Luger,
.38 Super,
9 mm Steyr,
10 mm Auto,
.22 lfB
Mögliche Magazinfüllungen: 9 (7,65 mm, 9 mm, .38),
8 (10 mm Auto, .45 ACP) Patronen
Munitionszufuhr: einreihiges Stangenmagazin
Feuerarten: Einzelfeuer
Anzahl Züge: 6
Visier: Kimme und Korn
Verschluss: modifiziertes Browning-System
Ladeprinzip: Rückstoßlader
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Die Pistole SIG P220 ist eine Selbstladepistole der SIG Sauer GmbH & Co. KG in Eckernförde. Konzipiert und (teilweise) konstruiert wurde sie von Walter Ludwig in den 1960er- und Anfang der 1970er-Jahre bei der SIG in Neuhausen (Kanton Schaffhausen, Schweiz) im Auftrag der Schweizerischen Armee.

Technik und Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pistole SIG P220 (Pist 75) in ihre Hauptbestandteile zerlegt

Die SIG P220 ist ein Rückstoßlader mit modifiziertem Browning-System. Der Lauf verriegelt mit dem Patronenlagerblock im Hülsenauswurffenster des Schlittens. Nach dem Schuss laufen Schlitten und Lauf wenige Millimeter gemeinsam zurück, dann wird das Patronenlager von der Steuerkulisse nach unten gezogen und dadurch vom Schlitten entriegelt, der den restlichen Weg durch seine Trägheit allein zurücklegt. Die Schließfeder bewegt den Schlitten wieder nach vorn, wobei eine neue Patrone aus dem Magazin in das Patronenlager eingeführt und der Abzug gespannt wird. Der Lauf wird dabei wieder aus der Steuerkulisse angehoben und verriegelt wieder im Hülsenauswurffenster. Die Waffe verfügt über einen Spannabzug, Druckpunktabzug und eine automatische Schlagbolzensicherung.

Von der SIG 220 existieren zwei Serien. Die erste Serie hat auf dem Schlitten eine feine Riffelung und ist beim Lauf abgerundet. Die zweite Serie hat eine grobe Riffelung und ist beim Lauf „kantiger“.

Nutzer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schweizer Armee verwendet die Waffe seit 1975 als Dienstpistole im Kaliber 9 × 19 mm unter den Bezeichnungen Pist 75 und Pistole 75, sie löste damals die SIG P210 ab. Ebenfalls wird sie bei der Royal Canadian Mounted Police (Modellvariante P220 Rail) und der Militärpolizei der kanadischen Streitkräfte (Modellvariante P225) verwendet. Auch die Päpstliche Schweizergarde ist mit der Waffe ausgerüstet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tino Schmidt, Stefan Perey: Deutsche Alternative: SIG Sauer P220 X-Six in. 45 Auto. In: caliber. Nr. 4, 2018, S. 6–15 (frankonia.de [PDF; abgerufen am 17. Juli 2019]).
  • Massad Ayoob: The Gun Digest Book of Sig-Sauer: A Complete Look At Sig-Sauer Pistols. Gun Digest Books, 2004, ISBN 978-0-87349-755-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: SIG-Sauer P220 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien