SLB ET40/50

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SLB ET40/50
Salzburger Lokalbahn Pabing.jpg
Nummerierung: ET41 – ET58
Anzahl: 18
Hersteller: Mechanischer Teil:
SGP (ET41–54),
Siemens (ET55–58)
Elektrischer Teil:
AEG (ET41–54), Bombardier (ET55–58)
Baujahr(e): ET41–45: 1983
ET46–50: 1986
ET51–54: 1992
ET55–58: 2001–2002
Achsformel: ET40: B’2’B’
ET50: B’2’2’B’
Länge über Kupplung: ET40: 28.400 mm
ET50: 38.800 mm
Höhe: 3.720 mm
Breite: 2.674 mm
Drehzapfenabstand: 10.400 mm
Drehgestellachsstand: 1.944 mm
Leermasse: ET40: 46,8 t
ET50: 62,7 t
Höchstgeschwindigkeit: 80 km/h
Stundenleistung: 600 kW
Stromsystem: 1000 V =
Sitzplätze: ET40: 080
ET50: 104
Stehplätze: ET40: 100
ET50: 154

Die ab 1983 gebauten ET41–58 sind normalspurige Elektrotriebwagen für den Einsatz auf den mit 1000 Volt Gleichspannung elektrifizierten Salzburger Lokalbahnstrecken, die heute in das Netz der S-Bahn Salzburg integriert sind. Hierbei handelt es sich um die S1 Salzburg–Lamprechtshausen und die S11 Bürmoos–Ostermiething. Die Fahrzeuge wurden als Ersatz für die Triebwagen 22–24 und 31–33 beschafft und basieren konstruktiv auf den etwas älteren U3-Triebwagen der U-Bahn Frankfurt.[1]

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mechanischer Teil

Der Wagenkasten ist als selbsttragende Stahlkonstruktion ausgeführt welche sich auf den beiden Motordrehgestellen an den Fahrzeugenden sowie auf Jakobs-Drehgestelle abstützt. Der Fahrmotor ist den Drehgestellen als Längsmotor eingebaut, die Kraftübertragung erfolgt über Winkelgetriebe (Tandemantrieb). Die Primärfederung wurde mittels Megi-Federn ausgeführt, zwischen Drehgestell und Wagenkasten kommen Schraubenfedern in Verbindung mit hydraulischen Stoßdämpfern zum Einsatz.

Elektrischer Teil

Die Fahrmotoren sind als vierpolige, kompensierte Vollspannungs-Reihenschlussmotoren mit 300 kW Nennleistung ausgeführt. Jeder Motor wird von einem eigenen Thyristor-Gleichstromsteller (Chopper) angesteuert. Durch die Verwendung von Gleichstromstellern ist es möglich, Bremsenergie in die Fahrleitung zurückzuspeisen. Kann die Bremsenergie nicht aufgenommen werden, wird diese durch Bremswiderstände in Wärme umgewandelt. Die eingebaute Vielfachsteuerung erlaubt das Kuppeln von bis zu vier Fahrzeugen im Regelbetrieb.

Modifizierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Lauf ihres Einsatzes wurden die Triebwagen mehreren Modifizierungen unterzogen:

Kundeninformationssystem
Die ersten drei Serien wurden zur Fahrtzielanzeige mit Brosebändern ausgerüstet. Nach Auslieferung der vierten Serie, die bereits mit LCD-Matrixanzeigen bestückt war, wurden die restlichen Triebwagen dementsprechend nachgerüstet.
Niederflur-Mittelteil
Die Wagen 50–58 wurden in den Jahren 2012–2014 um ein Niederflur-Mittelteil erweitert. Der Umbau wurde beim tschechischen Unternehmen INEKON Group durchgeführt. Weiters wurden in den Endwagen Sitze und Bodenbeläge getauscht sowie die Drehfalttüren durch Schwenkschiebetüren der Firma IFE ersetzt. Vom Türumbau ausgenommen waren die Triebwagen ET55–58, da diese bereits mit Schwenkschiebetüren ausgeliefert wurden.
Türen
Als Folgeprojekt zu den Niederflur-Mittelteilen wurden bei den nicht verlängerten Triebwagen ebenfalls die Drehfalttüren durch Schwenkschiebetüren ersetzt.

Bemängelt wird, dass der gesamte Triebewagenbestand auch im Zuge der letzten Modifizierungen noch mit keiner Klimaanlage versehen wurde.[2]

Benennung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Triebwagen ET55 mit dem Namen Land Salzburg

Die Wagen 41–58 erhielten Namen von Gemeinden, durch die die beiden Strecken führen sowie einige weitere Ortsbezeichnungen aus der Region einschließlich aus dem benachbarten Bayern. Die Ortsnamen sind zusätzlich mit dem jeweiligen Wappen an beiden Seiten der Wagen aufgebracht.

Triebwagen Name Baujahr
ET41 Salzburg 1983
ET42 Bergheim 1983
ET43 Oberndorf 1983
ET44 Bürmoos 1983
ET45 Lamprechtshausen 1983
ET46 Anthering 1988
ET47 Nußdorf 1988
ET48 Göming 1988
ET49 St. Georgen 1988
ET50 Freilassing 1988
ET51 Berchtesgaden 1992
ET52 Dorfbeuern 1992
ET53 St. Pantaleon 1992
ET54 Laufen 1992
ET55 Land Salzburg 2001
ET56 Land Oberösterreich 2002
ET57 Oberes Innviertel 2002
ET58 Partnerstadt Dresden 2002

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Markus Inderst: Typenatlas Österreichische Privatbahnen. Technik – Geschichte – Einsatz. GeraMond, München 2015, ISBN 978-3-95613-021-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: SLB ET40/50 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mackinger, Osterer, Schindler, Schnell: 30 Jahre Gelenktriebwagen: Die Baureihe ET40 – ET50, Oktober 2013
  2. Die Salzburger Lokalbahn: Erfolgreiche Regionalbahn von Salzburg in den nördlichen Flachgau und Innviertel. Abgerufen am 27. Juli 2019.