SMS Arcona (1858)

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Arcona
Korvette arcona.JPG
Schiffsdaten
Flagge PreußenPreußen (Kriegsflagge) Preußen
Norddeutscher BundNorddeutscher Bund (Kriegsflagge) Norddeutscher Bund
Deutsches ReichDeutsches Reich (Reichskriegsflagge) Deutsches Reich
Schiffstyp Gedeckte Korvette
Klasse Arcona-Klasse
Bauwerft Königliche Werft, Danzig
Baukosten 563.700 Taler
Stapellauf 19. Mai 1858
Indienststellung 15. April 1859
Verbleib 1884 abgewrackt
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
71,95 m (Lüa)
63,55 m (KWL)
Breite 13,0 m
Tiefgang max. 6,35 m
Verdrängung Konstruktion: 1.928 t
Maximal: 2.391 t
 
Besatzung 380 Mann
Maschine
Maschine 4 Kofferkessel
2-Zyl.-Dampfmaschine
Maschinen-
leistung
1.365 PS (1.004 kW)
Höchst-
geschwindigkeit
12,4 kn (23 km/h)
Propeller 1 zweiflügelig ⌀ 4,8 m
Takelung und Rigg
Takelung Vollschiff
Anzahl Masten 3
Segelfläche 2.200 m²
Bewaffnung
  • 28 × Geschütze 68-Pfünder

ab 1869:

  • 17 × Rk 15,0 cm L/22
  • 2 × Rk 12,5 cm L/23

SMS Arcona, benannt nach dem nördlichsten Kap der Insel Rügen, war eine Gedeckte Korvette der Preußischen Marine, der Marine des Norddeutschen Bundes sowie später der Kaiserlichen Marine. Sie war das Typschiff der nach ihr benannten Arcona-Klasse und bildete zusammen mit ihrem Schwesterschiff Gazelle das erste Baulos dieser Klasse.

Der Stapellauf erfolgte am 19. Mai 1858 auf der Königlichen Werft in Danzig.

Technische Angaben[Bearbeiten]

Das bei voller Ausrüstung 2.391 Tonnen schwere Schiff war 71,95 Meter lang, 13,0 Meter breit und hatte einem Tiefgang von 6,35 Metern. Die Stärke der Besatzung betrug 380 Mann.

Bauweise[Bearbeiten]

Die Arcona war ein Querspantbau mit Kraweelbeplankung und komplett aus Eichenholz gefertigt. Zum Schutz vor Schiffsbohrwürmern war das Unterwasserschiff mit Kupferplatten beschlagen.

Antrieb[Bearbeiten]

Als Hauptantrieb der Arcona fungierte eine liegend eingebaute Zwei-Zylinder-Einfachexpansions-Dampfmaschine, die von vier kohlebefeuerten Dampfkesseln mit dem notwendigen Betriebsdruck versorgt wurde. Die Dampfmaschine leistete auf einer Antriebswelle 1.365 PSi bei 165/min, was dem Schiff das Erreichen einer Höchstgeschwindigkeit von 12 Knoten ermöglichte.

Um auf langen Reisen Kohle zu sparen, besaß die Arcona eine komplette Vollschifftakelung, die es ermöglichte, das Schiff nur mit Segeln zu manövrieren.

Reichweite[Bearbeiten]

Mit ihrem Brennstoffvorrat von circa 220 Tonnen Kohle besaß die Arcona bei einer Marschgeschwindigkeit von elf Knoten eine Reichweite von 1.150 Seemeilen.

Bewaffnung[Bearbeiten]

Ursprünglich war die Arcona mit 28 68-Pfünder-Kanonen ausgerüstet. Im Zuge einer Modernisierung im Jahr 1869 wurden diese demontiert. An ihre Stelle traten 17 Ringkanonen des Kalibers 15,0 cm L/22 und zwei Ringkanonen des Kalibers 12,5 cm L/23. Die neuen Ringkanonen besaßen eine höhere Reichweite und Präzision als die vorherige Bewaffnung.

Dienstzeit[Bearbeiten]

Während ihrer Dienstzeit absolvierte die Arcona mehrere große Fahrten.

Die Arcona in der Bucht von Yokohama

Vom 11. Dezember 1859 bis zum 5. Oktober 1862 führte sie als Flaggschiff mit zwei weiteren Schiffen eine beinahe dreijährige Ostasienreise durch, bei der am 2. September 1860 vor Yokohama in einem Taifun der Kriegsschoner Frauenlob mit allen 47 Mann Besatzung verloren ging. Im Jahr 1864 bewährte sich die Schraubenkorvette im Deutsch-Dänischen Krieg. Im Seegefecht bei Jasmund war die Arcona das Flaggschiff von Kapitän zur See Jachmann.

Seegefecht bei Jasmund am 17. März 1864. Im Vordergrund die Korvette Arcona. Gemälde von Willy Stöwer

Im März 1869 wurde Korvettenkapitän Georg von Schleinitz Kommandant von SMS Arcona. Bei den Feierlichkeiten zur Eröffnung des Sueskanals im Jahr 1869 repräsentierte die Arcona, mit dem preußischen Kronprinzen an Bord, das Königreich Preußen. Danach war sie bis zum Jahr 1870 als Schulschiff in den Seegebieten um Westindien und Nordamerika im Einsatz. Beim Ausbruch des deutsch-französischen Kriegs 1870 befand sich die Arcona auf dem Rückweg von New York und machte in Horta (Portugal) auf den Azoren Station. Dort informierte ein preußischer Armeeangehöriger Schleinitz vom Kriegsausbruch. Die Ascona verließ dann zunächst Horta, wurde aber von dem französischen Panzerschiff Montcalm wieder nach Horta zurückverfolgt. Kurze Zeit später traf am 16. November die französische Fregatte Bellone dort ein und da beide Schiffe ungefähr gleich stark waren, wurde ein Gefecht für den 20. November vereinbart. Beide Schiffe gerieten jedoch am 20. November in einen schweren Sturm, der die Bellone zwang, Cádiz als Nothafen anzulaufen. Die Arcona entkam in Richtung Englischer Kanal und kreuzte dort, um französische Handelsschiffe aufzuspüren, war aber nicht erfolgreich. Am 14. Januar 1871 lief sie Lissabon an und wurde dort im Hafen bis zum Waffenstillstand durch die französischen Fregatten Magnanime und Mangellan blockiert.

Vom 1. Oktober 1873 bis zum 18. Dezember 1875 absolvierte sie eine Weltumschiffung als Seekadettenschulschiff. Diese Reise diente der Vorbereitung der Expedition der Gazelle zur Beobachtung des Venustransites von 1874. Die Arcona hatte dabei im Vorfeld die Aufgabe, einen geeigneten Beobachtungsort des Venusdurchganges zu erkunden (Kerguelen-Inseln).

Schließlich war sie vom Jahr 1876 an in Kiel stationiert und diente dort als Schulschiff für Heizer und Maschinisten.

Verbleib[Bearbeiten]

Am 18. März 1884 wurde die Arcona aus der Liste der Kriegsschiffe der Kaiserlichen Marine gestrichen. Danach wurde sie noch einige Zeit als Zielschiff benutzt und noch im gleichen Jahr auf der Kaiserlichen Werft in Kiel abgewrackt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Mirko Graetz: Prinz Adalberts vergessene Flotte. Die Norddeutsche Bundesmarine 1867–1871. Lulu Enterprises Inc. Morrisville, NC (USA) 2008, ISBN 978-1-4092-2509-6, S. 49 und S. 62-63.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: SMS Arcona – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien