SMS Arcona (1885)

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SMS Arcona
SMS Arcona (1885).jpg
Schiffsdaten
Flagge Deutsches ReichDeutsches Reich (Reichskriegsflagge) Deutsches Reich
Schiffstyp Kreuzerkorvette
Klasse Alexandrine-Klasse
Bauwerft Kaiserliche Werft, Danzig
Baukosten 2.197.000 Mark
Stapellauf 7. Mai 1885
Indienststellung 1. Dezember 1886
Verbleib 1906 abgewrackt
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
81,2 m (Lüa)
71,8 m (KWL)
Breite 12,6 m
Tiefgang max. 6,25 m
Verdrängung Konstruktion: 2.361 t
Maximal: 2.662 t
 
Besatzung 282 bis 293 Mann
Maschine
Maschine 8 Zylinderkessel
2 2-Zyl.-Verbundmaschinen
Maschinen-
leistung
2.461 PS (1.810 kW)
Höchst-
geschwindigkeit
14,1 kn (26 km/h)
Propeller 1 zweiflügelig ∅ 5,02 m
Takelung und Rigg
Takelung Bark
Anzahl Masten 3
Segelfläche 1134 m²
Bewaffnung
  • 10 × 15,0 cm L/30 Rk (730 Schuss)
  • 4 × 10,5 cm L/35 Rk (400 Schuss)
  • 6 × 3,7 cm Rev

SMS Arcona war eine Kreuzerkorvette der Alexandrine-Klasse der deutschen Kaiserlichen Marine. Ihr Stapellauf erfolgte am 7. Mai 1885 auf der Kaiserlichen Werft in Danzig. Sie wurde von Vizeadmiral a.D. Eduard von Jachmann auf den Namen Arcona getauft. Ihr Schwesterschiff war die Alexandrine.

Reisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Frühjahr 1892 wurde die Arcona formal dem Permanenten Kreuzergeschwader unter KAdm Friedrich von Pawelsz unterstellt. Im Mai 1892 fuhr die Arcona unter ihrem Kommandanten Paul Hofmeier dann zunächst nach Mittelamerika und Venezuela, um dort auf der Westindischen Station als Stationsschiff zu dienen. Anfang 1893 wurde das Schiff dann als Teil des Permantenten Geschwaders kurzzeitig nach Ostafrika berufen und hielt sich zu Reparaturen in Kapstadt auf. Geschwader wurde außerdem zur Lieferung von Kriegsmaterial für die Schutztruppe in Deutsch-Südwestafrika benötigt. Nachdem das Geschwader aufgelöst worden war, kehrte die Arcona im Sommer 1893 nach Südamerika zurück, um weiter deutsche Wirtschaftsinteressen durchzusetzen.. Am 18. Sept 1893 traf sie mit Ihrem Schwesterschiff Alexandrine aus Buenos Aires kommend in Rio de Janeiro ein[1], wo aufständische Marinesoldaten gegen den Brasilianischen Präsidenten Floriano Peixoto putschten. Die Schiffe blieben bis Januar in Rio, um ausländische Bürger und Besitzungen vor den Aufständischen zu schützen und humanitäre Hilfe zu leisten. Beispielsweise evakuierte die Besatzung der Arcona am 9. Dezember 1893 deutsche Passagiere von dem argentinischen Dampfer Paranahiva, der beim Auslaufen von den Rebellen beschossen und aufgebracht wurde.[2] Aufgrund eines Ausbruchs von Gelbfieber und um der Besatzung dringend benötigten Urlaub zu gewähren, ging die Arcona dann Ende Januar zurück nach Buenos Aires.[3]

1894 fuhr sie mit einem Umweg über Peru zusammen mit der Alexandrine und der Marie nach China, um im chinesisch-japanischen Krieg verschiedene Einsätze zu fahren.

Die Arcona-Insel, nahe der Stelle, an der die Arcona Kiautschou anlief (um 1900)

1897 half sie zusammen mit der Irene bei der Besetzung der Kiautschou-Bucht und des dortigen Forts zusammen mit dem schon vor Ort agierenden Ostasiengeschwader mit den Schiffen Kaiser, Prinzeß Wilhelm und Cormoran unter dem Befehl des Konteradmirals Otto von Diederichs. 1899 erfolgte die Rückfahrt nach Wilhelmshaven, und am 27. Mai legte das Schiff nach sieben Jahren Einsatz ohne Pause wieder im Heimathafen an.

Verbleib[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schiff wurde am 11. Januar 1902 in Mercur umgetauft, als der Kleine Kreuzer Arcona fertiggestellt war. Die Mercur wurde am 22. Juni 1905 aus der Liste der Kriegsschiffe gestrichen und im Jahr 1906 abgewrackt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gerhard Wiechmann: Die Königlich Preußische Marine in Lateinamerika 1851 bis 1867. Ein Versuch deutscher Kanonenbootpolitik, in: Sandra Carreras/Günther Maihold (Hg.): Preußen und Lateinamerika. Im Spannungsfeld von Kommerz, Macht und Kultur (Europa-Übersee Bd. 12), Münster 2004, S. 203-204, ISBN 3-8258-6306-9.
  2. Gerhard Wiechmann: Die Königlich Preußische Marine in Lateinamerika 1851 bis 1867. Ein Versuch deutscher Kanonenbootpolitik, in: Sandra Carreras/Günther Maihold (Hg.): Preußen und Lateinamerika. Im Spannungsfeld von Kommerz, Macht und Kultur (Europa-Übersee Bd. 12), Münster 2004, S. 209, ISBN 3-8258-6306-9.
  3. Gerhard Wiechmann: Die Königlich Preußische Marine in Lateinamerika 1851 bis 1867. Ein Versuch deutscher Kanonenbootpolitik, in: Sandra Carreras/Günther Maihold (Hg.): Preußen und Lateinamerika. Im Spannungsfeld von Kommerz, Macht und Kultur (Europa-Übersee Bd. 12), Münster 2004, S. 213, 84-173, ISBN 3-8258-6306-9.