SMS Marie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kaiserliche Kriegsflagge (1892).png
SMS Marie.png
Baudaten
Schiffstyp Glattdeckskorvette
Schiffsklasse Carola-Klasse
Bauwerft: Reiherstiegwerft, Hamburg
Bau-Nr.: 332
Baubezeichnung: Ersatz Vineta
Kiellegung: 1880
Stapellauf: 20. August 1881
Fertigstellung: 1882
Schwesterschiffe: SMS Carola
SMS Olga
SMS Sophie
Schiffsmaße
Vermessung: 1278 BRT
575 NRT
Wasserverdrängung: Konstruktion: 2147 t
Maximal: 2424 t
Länge der Wasserlinie:
Länge über alles:
LKWL: 70,6 m
Lü.a.: 76,35 m
Breite: 12,5 m
Tiefgang: 4,98 - 6,08 m
Seitenhöhe: 6,98 m
Technische Daten
Kesselanlage: 6 kohlegefeuerte Zylinderkessel
Maschinenanlage: 1 liegende 2-Zylinder-
Zweifachexpansions-Dampfmaschine
Anzahl der Propeller: 1 zweiflügelig Ø 4,7 m
Wellendrehzahl: 98/min
Antriebsleistung: 2129 PSi
Geschwindigkeit: 14 kn
Fahrbereich: 3420 sm bei 10 kn
Treibstoffvorrat: 350 t Kohle
Besatzung: 13 Offiziere und 285 Mannschaften
(davon 150 Schiffsjungen)
Bewaffnung
Seezielgeschütze: 10 Rk - 15 cm L/22
(1000 Schuss, 50 hm)
2 Rk - 8,7 cm L/24
(200 Schuss)
2 Sk - 8,8 cm L/30
10 Revolverkanonen - 3,7 cm
Verbleib
29. Oktober 1904: Verkauf für 116.000 Mark
1909: Abbruch in Stettin

SMS Marie war eine Glattdeckskorvette der kaiserlichen Marine. Sie lief am 20. August 1881 auf der Reiherstiegwerft in Hamburg vom Stapel. Ihre Schwesterschiffe waren SMS Olga, SMS Carola und SMS Sophie. Wie diese war die Marie auch nach der Gemahlin des Herrschers eines deutschen Bundesstaats benannt. Namensgeberin war Prinzessin Marie von Schwarzburg-Rudolstadt, verheiratet seit 1868 mit Großherzog Friedrich Franz II. von Mecklenburg-Schwerin.

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei einer Länge von 75 Metern, einer Breite von 14 Metern und einem Tiefgang von 5,8 Metern verdrängte sie 2160 Tonnen. Die Besatzung zählte ca. 270 Mann. Die Höchstgeschwindigkeit betrug 12 Knoten.

1904 war das Schiff mit 4 Schnellfeuerkanonen Kaliber 15 cm, 8 Schnellfeuerkanonen Kaliber 8,8 cm, 2 Schnellfeuerkanonen Kaliber 10,5 cm sowie 2 Schnellfeuerkanonen Kaliber 5 cm ausgerüstet.

Verbleib[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Januar bis März 1893 war die Marie formal dem Permanenten Kreuzergeschwader unter KAdm Friedrich von Pawelsz unterstellt. Am 11. März 1894 lief das Schiff nach Rio de Janeiro ein[1], wo aufständische Marinesoldaten gegen den Brasilianischen Präsidenten Floriano Peixoto putschten. Im Juli und August 1895 gehörte die Marie zu einem nach Tanger in Marokko entsandten Geschwader, das dort nach der Ermordung zwei deutscher Kaufleute die Forderungen Berlins durchsetzen sollte. Zu diesem Geschwader gehörten außerdem das Küstenpanzerschiff SMS Hagen, der Kreuzer SMS Kaiserin Augusta und die Gedeckte Korvette SMS Stosch.

1909 wurde das Schiff abgewrackt.

Kommandanten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

September 1882 unbekannt
Mai 1883 – Februar 1886 KK Ferdinand Krokisius
25. Februar 1891 – 13. August 1892 KK/KzS Hermann Kirchhoff
Dezember 1892 – März 1894 KK Emil Freiherr von Lyncker
März 1894 – September 1895 KK Ernst Credner

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Hildebrand, Albert Röhr, Hans-Otto Steinmetz: Die deutschen Kriegsschiffe. Ein Spiegel der Marinegeschichte von 1815 bis zur Gegenwart. Biographien, Band 6. Hamburg 1985.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gerhard Wiechmann: Die Königlich Preußische Marine in Lateinamerika 1851 bis 1867. Ein Versuch deutscher Kanonenbootpolitik, in: Sandra Carreras/Günther Maihold (Hg.): Preußen und Lateinamerika. Im Spannungsfeld von Kommerz, Macht und Kultur (Europa-Übersee Bd. 12), Münster 2004, S. 215, ISBN 3-8258-6306-9.