SMS Prinz Adalbert (1876)

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Deutsches ReichDeutsches Reich (Reichskriegsflagge)
Saltzmann 1888 100x159.jpg
SMS Prinz Adalbert von Carl Saltzmann
Schiffsdaten
Schiffstyp Gedeckte Korvette
Stapellauf (Schiffstaufe): 1876 als SMS Sedan
Indienststellung: 28. August 1877
Umbenennung: 1. September 1878
in SMS Prinz Adalbert
Bauwerft: AG Vulcan Stettin
Bau-Nr.: 73
Baubezeichnung: Gedeckte Korvette A
Besatzung: ca. oder 537[1] Mann
Technische Daten
Vermessung: 2627 BRT
1643 NRT
Wasserverdrängung: Konstruktion: 3.980 t
Einsatz: 4.626 t
Länge: KWL: 87,0 m
über alles: 87,5 m
Breite: 14,0 m
Tiefgang: 6,2 – 6,9 m
Maschinenanlage:
Schraube: 1 zweiflügelig ø6 m
1 vierflügelig ø5,8 m
Maschinenleistung: 6050 PSi
Höchstgeschwindigkeit: 15,8 oder 13[1] kn
Brennstoffvorrat: 370 t Kohle
Fahrbereich: 2330 sm bei 10 kn
1580 sm bei 14 kn
Takelung: Vollschiff
Segelfläche: 2600 m²
1580 m²
Bewaffnung:
  • 2 × 17 cm L/25 Rk
  • 10 × 17 cm L/20 Rk (gesamt 1.226 Schuss)
  • 4 × 3,7 cm Rev
  • 4 Torpedorohre 35 cm (2 Seiten, 2 Bug, über Wasser, 10 Schuss)

SMS Prinz Adalbert war eine Gedeckte Korvette der Kaiserlichen Marine, die später zur Kreuzerfregatte umklassifiziert wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schiff wurde als SMS Sedan von der AG Vulcan in Stettin gebaut und lief am 17. Mai 1876 vom Stapel. Die Galionsfigur Nike schuf der Bildhauer Emil Steiner aus amerikanischem Holz. Sie wurde 1877 in Dienst gestellt. Da befürchtet wurde, dass der Name Sedan, der an die Schlacht von Sedan im Deutsch-Französischen Krieg erinnerte, die deutsch-französischen Beziehungen belasten könnte, wurde das Schiff schon am 1. September 1878 in SMS Prinz Adalbert umgetauft, nachdem der bisherige Namensträger, das gepanzerte Widderschiff Prinz Adalbert, außer Dienst gestellt und abgewrackt worden war. Damit war das Schiff nach Prinz Adalbert von Preußen (1811–1873) benannt, dem Gründer der Preußischen Marine und Oberkommandierenden der Marine des Norddeutschen Bundes. Das Schwesterschiff der Prinz Adalbert war SMS Leipzig.

Die Prinz Adalbert segelte am 14. Oktober 1878 zu einer insgesamt zweijährigen Weltreise in Kiel ab.[2] An Bord waren neben Prinz Heinrich von Preußen, der als Seekadett Dienst tat und auch Repräsentationsdienste auf der Fahrt wahrnehmen sollte, auch Kapitän von Seckendorff[3] Großadmiral Hans von Koester und der Marinemaler Carl Saltzmann. Die Reise führte über Südamerika um das Kap Hoorn und Hawaii nach Japan, wo sich Prinz Adalbert mit den anderen Marineschiffen Luise, Wolf und Cyclop zu einem Geschwader vereinigte. In Ostasien wurden danach vor allem die umliegenden Hauptstädte und deren Regierungen besucht, um deutsche Interessen zu stärken. Dabei nahm Prinz Heinrich als Vertreter des Deutschen Kaisers die Repräsentationsaufgaben wahr. Im Frühjahr 1880 wurde das Geschwader nach Shanghai verlegt, wo es wegen des Konfliktes zwischen China und Japan wegen der Ryūkyū-Inseln zu Unruhen in der Bevölkerung kam. Nach dem Eintreffen eines weiteren Schiffes, der Vineta, trat Prinz Adalbert die Heimreise an. Am 29. September 1880 lief die Korvette wieder in die Kieler Förde ein und wurde für Wartungs- und Reparaturmaßnahmen längere Zeit außer Dienst gestellt.

In den Jahren 1883 bis 1885 wurde eine weitere Weltreise durchgeführt, die ebenfalls von April bis September 1884 nochmal durch einen längeren Aufenthalt in den ostasiatischen Gewässern unterbrochen wurde. In dieser Zeit gehörte Prinz Adalbert dem Ostasiengeschwader an. Im Sommer 1885 befand sich die Prinz Adalbert zusammen mit anderen Schiffen in australischen Gewässern, als das Schiff unter Kapitän zur See Karl Paschen auf dessen Flaggschiff SMS Stosch nach Ostafrika gerufen wurde, um dort den Abschluss von Schutzverträgen zu unterstützen. Im August 1885 traf Prinz Adalbert, nun Teil des Ostafrikanischen Kreuzergeschwaders, in Sansibar ein.[4] Das Geschwader wurde inzwischen von Konteradmiral Knorr geführt. Im September 1885 erhielt Paschen den Befehl, aus den Kreuzerfregatten Stosch, Prinz Adalbert und Gneisenau, ein selbständiges Geschwader zu bilden und nach Westafrika zu verlegen. Da die Stosch ab Oktober reparaturbedingt ausfiel, nutze Paschen, der am 1. Oktober zum Konteradmiral befördert worden war, die Prinz Adalbert als Flaggschiff. Allerdings hatte sich die politische Lage in Westafrika inzwischen wieder beruhigt, sodass die Gneisenau nach Ostafrika zurückkehrte, während Prinz Adalbert die Heimreise antrat. Nach der Abkommandierung ins Manöver- und danach in das Schulgeschwader, stand die Korvette bis zum 6. Mai 1890 auf der Liste der Kriegsschiffe. Danach wurde sie als Wohnhulk in Kiel verwendet.

Verbleib[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 7. Juni 1907 erfolgte der Verkauf zu einem Preis von 131.000 Mark. Im gleichen Jahr wurde das Schiff in Rotterdam abgewrackt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Berliner Auktionshaus für Philatelie GmbH (Hrsg.): Sonderkatalog „Kaiserliche Marineschiffspost und Marinepost vor dem I. Weltkrieg“ – Katalog zur Versteigerung der Jürgen-Kessing-Sammlung. Berlin. Oktober 2010. Seiten 15 und 21.
  • Georg Wislicenus, Willy Stöwer: Deutschlands Seemacht. Reprint-Verlag, Leipzig 2007, ISBN 3826223136, S. 73.
  • Erich Gröner, Dieter Jung, Martin Maass: Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945 Band 1. Bernard & Graefe, München 1982, ISBN 3-7637-4800-8.
  • John Roberts, H. C. Timewell, Roger Chesneau (Hrsg.), Eugene M. Kolesnik (Hrsg.): Kriegsschiffe der Welt 1860 bis 1905 – Band 1: Großbritannien/Deutschland. Bernard & Graefe, Koblenz 1983, ISBN 3-7637-5402-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b deutsche-schutzgebiete.de
  2. amtspresse.staatsbibliothek-berlin.de
  3. retrobibliothek.de
  4. Georg Wislicenus, Willy Stöwer: Deutschlands Seemacht. Reprint-Verlag, Leipzig 2007, ISBN 3826223136, S. 83.