SOS Eisberg

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Filmdaten
Originaltitel S.O.S. Eisberg
Produktionsland Deutsches Reich
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1933
Länge 103 Minuten
Stab
Regie Arnold Fanck
Drehbuch Arnold Fanck
Friedrich Wolf
Produktion Paul Kohner für die Deutsche Universal Film A.G.
Musik Paul Dessau
Kamera Richard Angst, Hans Schneeberger
Schnitt Hermann Haller
Besetzung

S.O.S. Eisberg ist ein deutscher Spielfilm von Arnold Fanck aus den Jahren 1932/1933, in dem sich Elemente des Bergfilmdramas und des Katastrophenfilms vermischen. Zu den Vorbildern gehören jedoch auch „Pol-Hörspiele“ der späten Weimarer Republik, insbesondere SOS ... rao rao ... Foyn – „Krassin“ rettet „Italia“ von Friedrich Wolf, der auch Drehbuch-Koautor von S.O.S. Eisberg war.

Handlung[Bearbeiten]

Die Grönland-Expedition von Prof. Lorenz ist im ewigen Eis verschollen. Bisherige Rettungsexpeditionen seines jungen Kollegen Dr. Johannes Krafft blieben erfolglos, und Krafft muss sich vorwerfen lassen, nicht ausgiebig genug gesucht zu haben. Als schließlich doch Beweise dafür gefunden werden, dass Prof. Lorenz noch am Leben sein könnte, stellt Krafft ein neues Team zusammen und bricht in den Norden auf. Am Karajak-Gletscher findet er Aufzeichnungen, aus denen hervorgeht, dass Lorenz versuchen wollte, eine in der Nähe gelegene Eskimo-Siedlung zu erreichen. Auch Krafft und seine Männer machen sich auf den Weg, sie werden jedoch beim Versuch, einen Fjord zu überqueren, auf einer Eisscholle aufs offene Meer getrieben. Sie treiben geradewegs auf einen Eisberg zu, auf dem sie Lorenz entdecken. Mit Hilfe eines Kurzwellenfunkgeräts senden die Gestrandeten Hilferufe aus. Zufällig empfängt ein Funkamateur auf dem Festland die Signale und benachrichtigt Lorenz' Ehefrau Hella. Sie macht sich mit einem Flugzeug auf den Weg ins Eismeer, um ihren Ehemann zu retten. Bei der Wasserung kollidiert das Flugzeug mit dem Eisberg, Hella gelingt es jedoch, den Eisberg zu erklettern. Die Rettung bringt Flieger Ernst Udet, der auch in diesem Fanck-Film sich selbst spielt. Er sichtet den Eisberg und mobilisiert die Bewohner einer Eskimo-Siedlung. Kommandiert vom Flieger-Ass, kommen sie mit ihren Kanus den Havaristen zu Hilfe und bringen diese zurück auf das Festland.

Anmerkungen[Bearbeiten]

Der Film wurde als deutsch-amerikanische Koproduktion realisiert (Universal Pictures/Deutsche Universal Film A.G) und wie zur Zeit des frühen Tonfilms oft üblich in zwei verschiedenen Sprachfassungen gedreht (deutsch/englisch). Ein Großteil der Dreharbeiten fand im Sommer 1932 in der Umgebung der Siedlung Uummannaq auf Grönland statt, einige Szenen wurden 1933 in den Schweizer Alpen umgesetzt.

Fanck arbeitete mit seinem bewährten Kamerateam um Richard Angst und Hans Schneeberger, auch die Hauptdarstellerin Leni Riefenstahl gehörte bereits seit mehreren Jahren zu Fancks ständigen Mitwirkenden. Mit ihr wie auch dem Flieger Ernst Udet hatte er bereits Die weiße Hölle vom Piz Palü (1929) sowie Stürme über dem Mont Blanc (1930) gedreht. Parallel wurde im Auftrag von Carl Laemmle von der Universal Pictures die Grönlandposse Nordpol – Ahoi! gedreht. Regisseur war Andrew Marton, der bei der englischen Fassung von SOS Eisberg für den Schnitt zuständig war. Die Hauptrollen besetzte Marton mit seiner Frau Jarmila Marton sowie Guzzi Lantschner und Walter Riml. Hinter der Kamera stand Richard Angst. Der Film gilt als Parodie auf SOS Eisberg und bekam bei seiner Premiere am 18. April 1934 im Berliner Mozartsaal begeisterte Kritiken. Er ist bis heute verschollen.

S.O.S. Eisberg hatte seine Uraufführung am 30. August 1933 in Berlin. Die US-amerikanische Fassung SOS Iceberg wurde am 22. September 1933 in New York uraufgeführt.

Das Drehbuch basiert auf Motiven der Hörspielvorlage von Friedrich Wolf, die den Absturz des Luftschiffes „Italia“ im nördlichen Eismeer im Jahr 1928 und die sich daran anschließende internationale Rettungsaktion behandelt. Betont die Vorlage noch die Rolle des Funkverkehrs für die internationale Solidarität (die italienischen Havaristen werden schließlich durch einen sowjetischen Eisbrecher gerettet), so wird SOS Eisberg aus betont nationaler Perspektive erzählt: Eine deutsche Funkstation koordiniert die Suchaktion, ein deutscher Flieger bringt die Rettung.

Im Abspann des nach der nationalsozialistischen „Machtergreifung“ 1933 uraufgeführten Films taucht der Name des KPD-Mitglieds Wolf nicht mehr auf.

Literatur[Bearbeiten]

  • Arnold Fanck: Er führte Regie mit Gletschern Stürmen und Lawinen. München 1973
  • Arnold Fanck: S.O.S Eisberg - Mit Dr. Fanck und Ernst Udet in Grönland. Die Grönland-Expedition des Universal-Films SOS Eisberg. München 1933
  • Ernst Sorge: Mit Flugzeug, Faltboot und Filmkamera in den Eisfjorden Grönlands. Ein Bericht über die Universal-Dr.-Fanck-Grönlandexpedition. Berlin 1933

Weblinks[Bearbeiten]