SSV Lokomotive Bernau

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Der SSV Lokomotive Bernau ist ein Basketballverein in der dritthöchsten Basketballliga Deutschlands (2. Bundesliga ProB).

Die Heimspiele werden in der Erich-Wünsch-Halle an der Heinersdorfer Straße in Bernau ausgetragen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anfänge des Bernauer Basketballs gehen auf das Ende der 1950er Jahre zurück. Erich Wünsch, der bei der BSG Empor Bernau, die Sektion Leichtathletik leitete, machte sich mit dem Basketball vertraut, den er als sinnvolle Sportart für das Wintertraining der Leichtathleten ansah. In der Turnhalle an der Jahnstraße wurden Basketballbretter angebracht, der Übungsbetrieb begann im Winter 1957/58.[1]

Entwicklung in der DDR[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Auflösung der BSG Empor wurde der Übungsbetrieb bei der TSG Einheit Bernau weitergeführt, man nahm im Berlin am Spielbetrieb teil. In den 1960er Jahren schlossen sich die Basketballer der Betriebssportgemeinschaft Lokomotive Bernau an. Diese trug lange den Namen BSG Lok / KIM Bernau, wodurch die Unterstützung durch die Reichsbahndirektion Berlin – Bahnhof Bernau, das Kombinat Industrielle Mast (KIM; später VEB Frischeierproduktion Bernau) Ausdruck fand. Als dritter Betrieb unterstützte der VEB Großbäckerei Bernau die BSG.[1] 1973 wurde die erste Internationale Bernauer Basketballwoche, ein Turnier mit Mannschaften aus dem In- und Ausland veranstaltet.[1] 1974 wurde zur Eröffnung der Sporthalle an der Ladeburger Chaussee in Bernau ein Länderspiel DDR gegen Kuba ausgetragen. Zeitweilig spielte die Bernauer Herrenmannschaft in der höchsten Spielklasse der DDR, der Oberliga.[2] 1983, 1984, 1985 und 1986 wurde Bernau jeweils DDR-Schülermeister im Basketball.[3]

Nach der Wende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ende der Deutschen Demokratischen Republik entstand aus der BSG der SSV Lokomotive Bernau e.V.[4] Der Verein wurde Mitglied des Brandenburgischen Basketball-Verbands, der 1990 in Bernau gegründet wurde.[1] Nach dem Übertritt des Basketballverbands der DDR in den Deutschen Basketball Bund wurde die Bernauer Herrenmannschaft, die zuvor in der zweitklassigen DDR-Liga Nord vertreten war,[2] zum Spieljahr 1991/92 in die 2. Regionalliga Nord-Ost eingegliedert. 1994 fand die letzte Austragung der Internationalen Bernauer Basketballwoche statt.[1] Die Herrenmannschaft stieg zwischenzeitlich in die Oberliga ab und kehrte dann in die 2. Regionalliga zurück.[2]

Aufschwung der Herren und erster Zweitligaaufstieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Herrenmannschaft trug von 2001 bis 2003 den Beinamen „Bernau RimRockers“, dann bis 2007 „Barnim RimRockers“. Nach dem Aufstieg in die 1. Regionalliga im Jahr 2000 gliederten sich die RimRockers als Leistungssportabteilung vom Stammverein ab. Nachdem man sich im ersten Jahr nach dem Aufstieg im Mittelfeld der Liga etablieren konnte (5. Platz), schaffte man in der darauf folgenden Spielzeit (2003) den Aufstieg in die zweithöchste Liga Deutschlands (2. Basketball-Bundesliga). Die Zweitligaspielzeit 2003/04 schloss die Bernauer Mannschaft mit fünf Siegen und 25 Niederlagen auf dem letzten Platz der 2. Bundesliga Nord ab[5] und stieg deshalb wieder in die 1. Regionalliga ab. Bester Korbschütze der Bernauer im Zweitligajahr war der Kroate Milan Ostojić (12,5 Punkte/Spiel) vor dem US-Amerikaner Robert Stevenson (11,1 Punkte/Spiel) und Steve Krajewski (11 Punkte/Spiel).[6] Auch ein im Januar 2004 vorgenommener Trainerwechsel (Sven Wehrmeyer ersetzte Spielertrainer Frank Müller)[7] verhinderte den Abstieg nicht.

In der Saison 2004/05 wurde die Rückkehr in die 2. Bundesliga als Zweiter der 1. Regionalliga Nord knapp verpasst.[8] Auch in den folgenden Jahren war die Mannschaft im Vorderfeld der 1. Regionalliga dabei. Vor allem Rainer Jeschonek, der 1996 nach Bernau gekommen war,[9] prägte diese Zeit als Manager, ehe er 2007 von seinem Amt zurücktrat.[10] Im Sommer 2007 holte Trainer Torsten Schierenbeck den US-Amerikaner Jason Boone nach Bernau,[11] der sich sportlich und menschlich als großer Gewinn entpuppte[12] und noch während des Spieljahres 2007/08 vom Bundesligisten BG Göttingen abgeworben wurde.[13]

In der 2. Bundesliga ProB (seit 2010)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Saison 2009/2010 schaffte der Verein unter Schierenbeck als Tabellenzweiter[14] den Aufstieg in die nunmehr drittklassige 2. Basketball-Bundesliga Pro B Nord.[15] 2012 folgte der Abstieg in die 1. Regionalliga.[16] Nach dem 2014 verstorbenen Wünsch, dem „Vater des Basketballsports in Bernau“, wurde im Juni 2015 die Sporthalle in der Heinersdorfer Straße benannt.[17]

Die Saison 2015/16 absolvierte die Herrenmannschaft in der 1. Regionalliga Nord ohne Niederlage und wurde unter der Leitung von Trainer René Schilling Meister, damit stieg man wieder in die ProB auf.[18] Entscheidender Mann auf dem Spielfeld war dabei der US-Amerikaner Pierre Bland, der von eurobasket.com zum besten Spieler der Regionalliga Nord in der Saison 2015/16 gekürt wurde[19] und dem Verein auch nach dem Aufstieg treu blieb.[20] Im Juni 2016 ging der Verein eine Kooperation mit dem Bundesligisten Alba Berlin ein, damit Talente der Berliner in Bernaus ProB-Mannschaft mittels einer Doppellizenz Einsatzzeit erhalten.[21]

Die Hauptrunde der ProB-Saison 2016/17 wurde als Liganeuling auf dem ersten Tabellenrang der Nordstaffel beendet,[22] ehe die Brandenburger im Viertelfinale der Meisterrunde das Aus gegen den VfL Bochum (0:2-Siege) ereilte.[23] Im Spieljahr 2017/18 schieden die Eisenbahner in der ersten Playoff-Runde (0:2-Siege gegen Iserlohn) aus.[24] Die mit bei Alba Berlin ausgebildeten Nachwuchskräften gespickte junge Bernauer Mannschaft stieß in der Saison 2018/19 in die Vorschlussrunde der ProB vor und unterlag dort Leverkusen.[25]

Konzept[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Langfristiges Ziel des SSV Lok Bernau ist es, Jugendspieler auch aus ganz Brandenburg an das Niveau der Regional- und Bundesliga heranzuführen und gezielt zu fördern. Über die Nachwuchs-, Damen- und Herrenmannschaft sammeln die Jugendlichen erste Erfahrung auf höchster Ebene im eigenen Bundesland. Zudem setzt sich der größte Teil der ProB-Mannschaft mit Doppellizenzspielern aus der Kooperation mit Alba Berlin zusammen, die in der Vorstadt die Chance haben, sich für höhere Aufgaben zu empfehlen. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit sammelten spätere Berufsbasketballspieler wie Franz Wagner,[26] Bennet Hundt,[27] Jonas Mattisseck[28] und Lorenz Brenneke[29] Erfahrung in Einsätzen für die Bernauer Mannschaft.

Der SSV Lok Bernau gehört zu den erfolgreichsten Basketballsportvereinen im Land Brandenburg. In der Spielzeit 2018/19 sind 24 Mannschaften im Spielbetrieb gemeldet. Des Weiteren gibt es eine Ballschule und eine Eltern-Kind-Gruppe.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2000/01 Aufstieg in die 1. Regionalliga
  • 2002/03 Aufstieg in die 2. Basketballbundesliga
  • 2003/04 Einzug in die 3. Runde des DBB-Pokals
  • 2004/05 Landespokalgewinner
  • 2005/06 2. Hauptrunde BBL-Pokal vs. Eisbären Bremerhaven (BBL)
  • 2006/07 Landespokalgewinner
  • 2008/09 Landespokalgewinner
  • 2009/10 Aufstieg in die 2. Basketball-Bundesliga Pro B Nord
  • 2010/11 Klassenerhalt und eine weitere Saison in der 2. Basketball-Bundesliga Pro B Nord
  • 2015/16 Ungeschlagener Meister in der 1. Regionalliga Nord und Aufstieg in die 2. Basketball-Bundesliga ProB Nord
  • 2016/17 Hauptrundenmeister in der 2. Basketball-Bundesliga ProB Nord

Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktueller Kader (2018/19)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trainer: Rene Schilling
Co-Trainer: Sebastian Trzcionka

Bekannte Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Teoman Öztürk, 2004–2005 (ehemaliger Nationalspieler Deutschlands und Spieler von Alba Berlin)
  • Jason Gregory Boone, 2007–2008 (später u. a. bei den Bundesligisten Göttingen, Ludwigsburg, Würzburg)
  • Robert Kulawick, 2007, 2016–2019, ab 10/2021 (u. a. bei den Bundesligisten Braunschweig, Göttingen, Berlin, Bremerhaven)
  • Konstantin Mau, 2006–2011 (später Königs Wusterhausen, vorher: SSV Lok Bernau, BG Zehlendorf, 1. Liga Bulgarien)
  • Sebastian Trzcionka,[30] 2000–2012 (fünf Jahre Mannschaftskapitän, Aufstiege 2003 und 2010, später Nachwuchstrainer Alba Berlin und Co-Trainer SSV Lok Bernau)
  • Pierre Bland, 2014–2017 (Spieler des Jahres 1. Regionalliga Nord 15/16, führte Bernau 2016 zum Aufstieg in die ProB und 2017 zum Gewinn der Hauptrundenmeisterschaft in der ProB Nord)
  • Felix Schekauski, 2007–2012 und 2014–2016 (ProB-Aufstiege 2010 und 2016)

Trainer (seit 1995)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amtszeit Trainer
1995–1999 Deutschland Torsten Schierenbeck
1999–2002 Deutschland Stefan Tresselt
12/2002–01/2004 Deutschland Frank Müller
01/2004–09/2005 Deutschland Sven Wehrmeyer
09/2005–12/2005 Deutschland Thomas Dröll
12/2005–200612/ Deutschland Andreas Hinz
12/2006–01/2011 Deutschland Torsten Schierenbeck
01/2011 Deutschland Andreas Röblitz
01/2011–201212/ Deutschland Axel Rüber
seit 2012 Deutschland René Schilling

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Geschichte. In: SSV Lokomotive Bernau e.V. Abgerufen am 30. November 2021.
  2. a b c LOK BERNAU-Podcast 20: Siegfried Wollanik und Reinhard Beyer. In: SSV Lokomotive Bernau. 23. August 2021, abgerufen am 30. November 2021.
  3. - Deutsche Meister der DDR. In: Archiv Basketball Mitteldeutschland. Abgerufen am 30. November 2021.
  4. Ricardo Steinicke: SSV Lok Bernau | 2. Basketball-Bundesliga · ProB - Geschichte. (Nicht mehr online verfügbar.) In: www.ssv-lok-bernau.de. Archiviert vom Original am 31. Oktober 2016; abgerufen am 1. November 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ssv-lok-bernau.de
  5. Ergebnisse 2. Bundesliga Herren Nord. In: basketball-net.de. Abgerufen am 30. November 2021.
  6. Rankings (Stand: 11.05.2004): Punkte. In: basketball-net.de. Abgerufen am 30. November 2021.
  7. Auch bei Bernau brennt's! In: Berliner Zeitung. 10. Januar 2004, abgerufen am 30. November 2021.
  8. Tabelle (Saison: 2004/2005) - 1.Regionalliga Herren (Senioren). In: basketball-bund.net. Abgerufen am 30. November 2021.
  9. Lok Bernau: Volldampf Richtung 2. Bundesliga. In: Berliner Zeitung. 4. April 2003, abgerufen am 30. November 2021.
  10. Der Traum von der 2. Basketball-Liga in Bernau. 7. Dezember 2008, abgerufen am 1. November 2016.
  11. Jason Boone kommt nach Bernau. In: schoenen-dunk.de. Abgerufen am 16. August 2019.
  12. "Wir werden angreifen". Abgerufen am 16. August 2019.
  13. Jason Boone weiterhin bei der MEG Göttingen › Basketball-Göttingen. Abgerufen am 16. August 2019.
  14. Tabelle (Saison: 2009/2010) - 1.Regionalliga Herren (Senioren). In: basketball-bund.net. Abgerufen am 30. November 2021.
  15. Ab sofort neuer Trainer - MOZ.de. In: MOZ.de. (moz.de [abgerufen am 1. November 2016]).
  16. Ricardo Steinicke: Lok kassiert bittere Niederlage im Playdownfinale. (Nicht mehr online verfügbar.) In: SSV Lok Bernau | 2. Basketball-Bundesliga · ProB. Archiviert vom Original am 14. September 2016; abgerufen am 6. September 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ssv-lok-bernau.de
  17. Bernau hat eine Erich-Wünsch-Halle - MOZ.de. In: MOZ.de. (moz.de [abgerufen am 1. November 2016]).
  18. Ricardo Steinicke: Lok Bernau krönt sich zum ungeschlagenen Meister. (Nicht mehr online verfügbar.) In: SSV Lok Bernau | 2. Basketball-Bundesliga · ProB. Archiviert vom Original am 14. September 2016; abgerufen am 6. September 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ssv-lok-bernau.de
  19. German Basketball, Teams, Scores, Stats, News, Standings - eurobasket.com. In: www.eurobasket.com. (eurobasket.com [abgerufen am 1. November 2016]).
  20. Lok Bernau: Aufstiegsheld Pierre Bland bleibt für eine dritte Saison. In: bernau-live.de. Abgerufen am 1. November 2016.
  21. Dietmar Wenck: Alba kehrt zu einem Erfolgsrezept zurück. In: www.morgenpost.de. Abgerufen am 6. September 2016.
  22. Ricardo Steinicke: Lok Bernau trifft im Playoff-Achtelfinale auf Frankfurt. (Nicht mehr online verfügbar.) Ehemals im Original; abgerufen am 5. März 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/www.ssv-lok-bernau.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  23. Ricardo Steinicke: Endstation Bochum: Lok verliert entscheidendes Playoff-Spiel 76:77. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 2. April 2017; abgerufen am 2. April 2017.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ssv-lok-bernau.de
  24. https://www.ssv-lok-bernau.de/saisonaus-in-letzter-sekunde/
  25. Basketball: Leverkusen stoppte LOK BERNAU im Playoff-Halbfinale. 21. April 2019, abgerufen am 22. April 2019.
  26. Basketball 2. Bundesliga: Von Berlin über Bernau nach Florida - in Wagners Fußstapfen. In: moz.de. 10. September 2021, abgerufen am 30. November 2021.
  27. U20 Nationalspieler Bennet Hundt per Doppellizenz weiter bei LOK. In: 2basketballbundesliga.de. 18. Juli 2018, abgerufen am 30. November 2021.
  28. Jonas Mattisseck rückt in den Profikader von ALBA BERLIN. In: SSV Lokomotive Bernau e.V. 6. August 2019, abgerufen am 30. November 2021.
  29. Basketball: Lorenz Brenneke entwickelt sich bei Lok Bernau zum Top-Scorer. In: moz.de. 21. Oktober 2020, abgerufen am 30. November 2021.
  30. Ex-Lok-Kapitän Tschonka ist zurück - MOZ.de. In: MOZ.de. (moz.de [abgerufen am 11. November 2016]).