SV Drochtersen/Assel

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SV Drochtersen/Assel
Vereinslogo
Basisdaten
Name Spielvereinigung Drochtersen/Assel e. V.
Sitz Drochtersen, Niedersachsen
Gründung 19. April 1977
Farben Rot-Blau
Präsident Rigo Gooßen
Website sv-drochtersen-assel.com
Erste Fußball-Mannschaft
Cheftrainer Lars Uder
Spielstätte Kehdinger Stadion
Plätze 3000
Liga Regionalliga Nord
2019/20 4. Platz
Heim
Auswärts

Die SV Drochtersen/Assel (offiziell: Spielvereinigung Drochtersen/Assel e. V.) ist ein Fußballverein aus den Orten Drochtersen und Assel der niedersächsischen Gemeinde Drochtersen im Landkreis Stade. Der Verein entstand im Jahre 1977 als Zusammenschluss der beiden Vereine TVG Drochtersen und VTV Assel.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 17. April 1974 wurde erstmals ein erster Versuch zur Gründung einer Spielgemeinschaft aus den Vereinen Turnverein Germania Drochtersen und Vereinigte Turnvereine Assel unternommen. Während man in Drochtersen dem bereits aufgesetzten Vertrag zustimmte, lehnte Assel nach längeren Überlegungen ab. Dennoch nahm in der Saison 1974/75 aufgrund der geringen Personaldecke eine gemeinsame Mannschaft aus A-Jugendlichen der beiden Vereine als JSG Südkehdingen an den Spielen der Bezirksliga teil. Am 15. Juli 1975 wurden die Jugendabteilungen der beiden Vereine zur JSG Drochtersen/Assel zusammengeschlossen, um die Jugendförderung zu verbessern. Nach erneuten Verhandlungen im Frühling 1977 stimmten schließlich am 19. April 1977 beide Vereine dem Zusammenschluss zur SV Drochtersen/Assel zu.

Aufgrund des Aufstiegs des VTV Assel in der Vorsaison startete die Spielvereinigung in der Saison 1977/78 in der Bezirksklasse. 1985 gelang schließlich der Aufstieg in die Bezirksliga und der sportliche Aufstieg begann. 1987 stieg die SV Drochtersen/Assel in die Bezirksoberliga Lüneburg auf und 1990 gelang gar der Sprung in die fünftklassige Landesliga Ost, doch bereits ein Jahr später folgte der sofortige Wiederabstieg in die Bezirksoberliga. 1997 musste der Verein den Gang in die Bezirksliga antreten. Mit den Aufstiegen in die Landesliga 2001 und in die zu diesem Zeitpunkt fünftklassige Niedersachsenliga Ost im Jahr 2005 spielte Drochtersen/Assel ab 2008 in der Oberliga Niedersachsen, aus der sie 2011 jedoch einmal absteigen musste. 2012 gelang der direkte Wiederaufstieg.

Ein Jahr später geriet der Verein in die Schlagzeilen, nachdem der Vereinspräsident und Mäzen Rigo Gooßen Selbstanzeige wegen nicht gezahlter Sozialversicherungsbeiträge gestellt hat.[1] Gooßen, der hauptberuflich im nahen Stade als Steuerberater arbeitet, zahlte daraufhin eine sechsstellige Summe nach um einem Gerichtsverfahren zu entgehen.[2]

2015 gelang drei Spieltage vor Saisonende der Oberliga Niedersachsen als Meister der Aufstieg in die viertklassige Regionalliga Nord.

Saison 2015/16[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der ersten Regionalligasaison belegte die Spielvereinigung am Ende der Saison Platz vier. Mit dem Einzug in das Finale des Niedersachsenpokals 2015/16 qualifizierte sich der Verein erstmals für den DFB-Pokal. Am 28. Mai 2016 gewann die Mannschaft mit einem 0:2-Auswärtssieg beim 1. FC Germania Egestorf/Langreder zum ersten Mal den Niedersachsenpokal.

Saison 2016/17[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals 2016/17 unterlag Drochtersen am 20. August 2016 Borussia Mönchengladbach mit 0:1 vor rund 7.100 Zuschauern im mit Spezialtribünen ausgebautem Kehdinger Stadion. Die zweite Regionalliga-Saison 2016/17 wurde auf dem neunten Tabellenplatz abgeschlossen. Im Niedersachsenpokal 2016/17 schied der Verein bereits im Achtelfinale aus.

Saison 2017/18[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Niedersachsenpokal 2017/18 qualifizierte sich die SV Drochtersen/Assel durch ein 7:6 nach Elfmeterschießen im Halbfinale gegen den VfL Osnabrück erneut für den DFB-Pokal. Das Finale am 21. Mai 2018 gewann der Verein mit 5:1 gegen den SSV Jeddeloh, so dass der Niedersachsenpokal in dieser Saison zum zweiten Mal gesichert wurde. In der Regionalliga beendete man die Saison 2017/18 auf Tabellenplatz zwölf.

Saison 2018/19[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der ersten Runde im DFB-Pokal der Saison 2018/19 traf der Verein am 18. August 2018 auf den deutschen Rekordmeister FC Bayern München und verlor dabei knapp mit nur 0:1. Erneut aufgebaute Tribünen ermöglichten 7.800 Fans, das Spiel im Kehdinger Stadion zu sehen.

Obwohl man aus Sicherheitsgründen, der großen Nachfrage nach Karten und der Flutlichtanlage, die für Fernsehübertragungen am Abend nicht ausreicht, von einem Umzug nach Hamburg ins Millerntor-Stadion des FC St. Pauli redete, durfte der Verein nach eigenem Wunsch in Drochtersen spielen, da die Spielzeit auf einen Nachmittag fiel und der DFB von dem Konzept vom Aufbau der Zusatztribünen und anderen organisatorischen Angelegenheiten vom DFB-Pokalspiel gegen Borussia Mönchengladbach zwei Jahre zuvor überzeugt gewesen war.

Die Regionalligasaison 2018/19 wurde auf dem fünften Tabellenplatz abgeschlossen. Mit Siegen gegen Eintracht Braunschweig, VfL Osnabrück und einem 1:0-Finalsieg über den SV Meppen gewann Drochtersen am 22. Mai 2019 den neu gestalteten Niedersachsenpokal 2018/19 der Dritt- und Regionalligisten. Darüber hinaus qualifizierte sich der Verein für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals 2019/20.

Saison 2019/20[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den DFB-Pokal 2019/20 wurde der FC Schalke 04 als Gegner zugelost. Das Spiel verlor der Verein am 10. August 2019 mit 0:5, jedoch konnte man durch Erfahrungen von den anderen beiden DFB-Pokalspielen die Zuschauerzahl auf 8.000 erhöhen. Im Niedersachsenpokal 2019/20 verlor der Verein bereits im Viertelfinale gegen Eintracht Braunschweig.

Aufgrund des Abbruchs der Regionalliga-Saison 2019/20 wegen der COVID-19-Pandemie beendete der Verein die Liga auf dem vierten Tabellenplatz.

Saison 2020/21[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da aufgrund der COVID-19-Pandemie die vorherige Saison abgebrochen wurde und die Mannschaften der Regionalliga und den unteren Ligen aufstiegsberechtigt waren, jedoch kein Team absteigen musste, gelten 22 Mannschaften als berechtigt, am Spielbetrieb der Regionalliga Nord teilzunehmen. Dadurch wurde die Regionalliga Nord in dieser Saison in die Staffeln Nord (Schleswig-Holstein und Hamburg) und Süd (Niedersachsen und Bremen) aufgeteilt. Aufgrund der geografischen Lage wurde die SV Drochtersen/Assel mit dem Lüneburger SK Hansa zusammen als Vereine aus Niedersachsen in die Gruppe Nord mit eingeteilt.

Kader[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Nat. Name Geburtstag  Im Verein seit
Tor
01 DeutschlandDeutschland Fabian Klinkmann 20. Jan. 1997  2018
27 DeutschlandDeutschland Julian Quack 29. Mai 2000  2018
30 DeutschlandDeutschland Patrick Siefkes 12. Jan. 1990  2015
Abwehr
04 DeutschlandDeutschland Benjamin Nadjem 02. Apr. 1995  2019
05 DeutschlandDeutschland Eyke Kleine 15. Sep. 1995  2018
09 DeutschlandDeutschland Jan-Ove Edeling 10. Sep. 1993  2018
12 DeutschlandDeutschland Nico von der Reith 14. Juni 1993  2011
13 DeutschlandDeutschland Sören Behrmann (C)Kapitän der Mannschaft 20. Feb. 1990  2010
15 DeutschlandDeutschland Laurens Rogowski 18. Jan. 1994  2016
16 DeutschlandDeutschland Ashton Götz 16. Juli 1993  2019
22 LibanonLibanon Hassan El-Saleh 13. Jan. 1997  2018
23 DeutschlandDeutschland Justin Heinbockel 27. März 2000  2019
28 DeutschlandDeutschland Liam Giwah 14. Jan. 2000  2018
31 DeutschlandDeutschland Finn Zeugner 25. Jan. 1999  2019
Mittelfeld
03 DeutschlandDeutschland Stig Hartig 06. Juni 2001  2019
06 DeutschlandDeutschland Jannes Wulff 14. Sep. 1999  2019
07 DeutschlandDeutschland Jannes Elfers 11. Okt. 1995  2013
10 DeutschlandDeutschland Florian Nagel 13. März 1992  2014
11 DeutschlandDeutschland Jasper Gooßen 17. Nov. 1995  2014
18 KroatienKroatien Dario Kovacic 05. Apr. 1999  2019
20 DeutschlandDeutschland Oliver Ioannou 06. Apr. 1989  2015
21 KasachstanKasachstan Dimitri Fiks 27. Okt. 1990  2016
24 DeutschlandDeutschland Till Hermandung 10. Okt. 1997  2018
25 DeutschlandDeutschland Sven Zöpfgen 25. Aug. 1989  2014
26 DeutschlandDeutschland Marco Schuhmann 15. Sep. 1994  2017
29 DeutschlandDeutschland Alexander Shehada 03. Juni 2000  2019
Sturm
08 DeutschlandDeutschland Marcel Andrijanic 21. Okt. 1992  2017
14 DeutschlandDeutschland Alexander Neumann 13. Aug. 1989  2014
17 DeutschlandDeutschland Marcus Borgmann 02. Juni 2000  2019
19 DeutschlandDeutschland Hilkiah Voigt 06. Jan. 2000  2019
77 Korea SudSüdkorea Hyun Jung Sung 20. Mai 1995  2018

Erwähnenswerte ehemalige Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mannschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Herren gibt es zurzeit sieben aktive Teams, wobei die 2. Mannschaft seit der Saison 2015/16 in der sechsklassigen Landesliga Lüneburg spielt, dahinter in den jeweils unteren Ligen die anderen Herrenmannschaften.

Die SV Drochtersen/Assel betreibt zur Zeit mehr als 25 Jugendmannschaften im Jungen- und Mädchenfußball, sowie eine Damenmannschaft, eine Altherrenmannschaft und zwei Altseniorenmannschaften.

Stadion und Spielstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kehdinger Stadion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste und zweite Mannschaft der SV Drochtersen/Assel spielen im Kehdinger Stadion in Drochtersen. Es bietet Platz für insgesamt 3.000 Besucher. Davon gibt es 501 überdachte Sitzplätze, zwei Stehplatztribünen (davon eine größtenteils überdacht) sowie einen abgetrennten Bereich für Gästefans.

Das Aufstellen von Zusatztribünen ermöglichte bei vergangenen DFB-Pokalspielen Kapazitäten von über 7.000 Zuschauern. Das Stadion hat Naturrasen und verfügt über eine Laufbahn um den Platz herum. Im nördlichen Teil befindet sich der Haupteingang und das Vereinshaus der Spielvereinigung.

Für Gästefans wird bei Spielen gegen Vereine mit hoher Zuschauernachfrage zudem ein weiterer Eingang im südlichen Teil über die Straße Zur Wettern geöffnet, der direkt mit dem Gästeblock verbunden ist.

Weitere Spielstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Spielstätten des Vereins sind der Kunstrasen-Platz Hempels Park neben dem Kehdinger Stadion in Drochtersen und zwei weitere Sportplätze in Assel.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. "Ich habe eine Selbstanzeige gestellt". Hamburger Abendblatt, abgerufen am 24. Mai 2015.
  2. Jörg Marwedel: Herzblut hinterm Deich. Süddeutsche Zeitung, abgerufen am 22. Mai 2018.