SV Waldhof Mannheim

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Waldhof Mannheim
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Basisdaten
Name Sportverein Waldhof Mannheim 07 e. V.
Sitz Mannheim, Baden-Württemberg
Gründung 11. April 1907
Farben Blau-Schwarz
Mitglieder 2.441 (22. September 2017)[1]
Präsident Klaus-Rüdiger Geschwill
Website svw07.de
Erste Mannschaft
Trainer Michael Fink (interim)
Stadion Carl-Benz-Stadion
Plätze 25.667
Liga Regionalliga Südwest
Landesliga Rhein-Neckar (II.)
2016/17 2. Platz
7. Platz (II.)
Heim
Auswärts

Der SV Waldhof Mannheim 07 ist ein Sportverein aus Mannheim, dessen erste Fußballmannschaft von 1983 bis 1990 in der Bundesliga spielte. Der Verein aus dem Stadtteil Waldhof zählt 2.441 Mitglieder.[1] Er ist bekannt für seine Nachwuchsarbeit: Der SV Waldhof Mannheim brachte mit Bernd Förster, Karlheinz Förster, Jürgen Kohler, Maurizio Gaudino, Uwe Rahn, Christian Wörns und Hanno Balitsch mehrere Nationalspieler hervor. Heute spielen die Blau-Schwarzen aus dem Mannheimer Norden in der Regionalliga Südwest, schaffen es aber dennoch, mehrere Tausend Zuschauer zu ihren Heimspielen ins Carl-Benz-Stadion im Stadtteil Oststadt zu locken.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anfänge des SV Waldhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1905 gründeten Jugendliche aus dem im Norden Mannheims gelegenen Arbeiterstadtteil Waldhof eine Mannschaft mit dem Namen Fußballgesellschaft Ramelia. Wurde zunächst nur auf den Straßen und freien Plätzen des Vorortes Fußball gespielt, fanden die ersten Spiele nach der bezirksamtlichen Anmeldung auf dem Exerzierplatz im Stadtteil Käfertal statt. Durch Kontakte der Vereinsmitglieder zur örtlichen Spiegelfabrik von Saint-Gobain konnte auf deren Firmengelände ein Fußballplatz geschaffen werden. Dieser aufgrund seiner schlechten Verfassung „Schlammloch“ genannte Platz war auch der Grund für ein kurzzeitiges Zusammengehen mit dem MFC Phönix 02 Mannheim, der zu diesem Zeitpunkt Platzschwierigkeiten hatte. Die Verbindung war allerdings nur von kurzer Dauer; am 11. April 1907 gründeten 42 junge Männer, darunter einige Mitglieder von Phönix, im Gasthaus Zum Tannenbaum einen neuen Verein mit dem Namen SV Waldhof 07 und den Farben Blau-Schwarz-Blau. Zum ersten Vorsitzenden wurde der Bankkassierer Emil Menton gewählt, erster Mannschaftskapitän wurde Fritz Streckfuß.

Der neue Klub wurde am 12. März 1908 vom Verband Süddeutscher Fußball-Vereine aufgenommen und konnte so ab der Saison 1908/09 in der C-Klasse Neckargau am Punktspielbetrieb teilnehmen. Mit einem 8:1 bei der FG Ladenburg 03 konnte ein erfolgreiches Pflichtspieldebüt gefeiert werden, doch der Aufstieg in die B-Klasse ließ noch eine weitere Saison auf sich warten. Zu den Spielen um die Westkreis-Meisterschaften der B-Klasse wurde 1911 hinter der Waldhofschule ein neues Spielfeld mit einer Holztribüne, der „Sandacker“, eingeweiht. 1912 folgte der Aufstieg in die A-Klasse und 1914 stieg der SVW zum ersten Mal in die höchste Spielklasse auf. Während des Ersten Weltkrieges kam der Spielbetrieb zum Erliegen, es kam nur zu sogenannten Kriegshilfe-Fußballrunden. Erst mit der Saison 1919/20 wurde wieder regulär Fußball gespielt. Der SV Waldhof kam über die Liga-Klasse Odenwaldkreis zu einem zweiten Platz in der Gruppe Nord der süddeutschen Meisterschaft, hinter dem 1. FC Nürnberg.

Im Jahr 1921 kam es zu einer Affäre um den Jungnationalspieler Sepp Herberger. Herberger hatte das Interesse der Mannheimer Konkurrenz geweckt und bereits 10.000 Reichsmark für einen Wechsel zu Phönix Mannheim erhalten, als er sich für den als bürgerlich angesehenen Rivalen VfR Mannheim entschied. Dieser hatte ihm für einen Wechsel mietfreies Wohnen und eine Stelle bei der Dresdner Bank angeboten. Dadurch zog Herberger sowohl den Unmut der Waldhöfer auf sich, die ihn als „Verräter“ beschimpften, als auch eine Sperre durch den Süddeutschen Fußball-Verband wegen Verstößen gegen den Amateurparagraphen. Nachdem er das Geld zurückgezahlt hatte, wurde die Sperre aufgehoben und Herberger Spieler des VfR.

1923 wurde dem SVW von der Stadt ein Platz im Wäldchen an den Schießständen – am heutigen Alsenweg – zur Verfügung gestellt, wo der Verein seither seine Heimat hat. Bis zur Machtübernahme durch die Nationalsozialisten konnte der SVW sich noch einige Male für die Endrunde um die süddeutsche Meisterschaft qualifizieren, allerdings keinen Meistertitel gewinnen. Größter sportlicher Rivale aus Mannheim war Ende der 1920er Jahre im Rheinbezirk der VfL Neckarau aus dem südlich gelegenen Stadtteil.

Auftreten des SVW auf nationaler Ebene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der „Machtergreifung“ wurde der Fußball in Deutschland neu organisiert und „gleichgeschaltet“, unter anderem wurden 16 Gauligen eingerichtet. Durch den Gewinn des Titels der Gauliga Baden konnte sich der SVW für die Endrunde um die deutsche Meisterschaft 1933/34 qualifizieren. Das Halbfinalspiel gegen den späteren Meister FC Schalke 04 in Düsseldorf ging vor 2.000 mitgereisten Waldhof-Anhängern mit 2:5 verloren, nachdem es zehn Minuten vor Schluss noch 2:2 gestanden hatte. In der folgenden Saison verpasste Waldhof die Teilnahme an der nationalen Endrunde und wurde hinter dem VfR und dem VfL Neckarau sogar nur dritte Kraft im Mannheimer Fußball. Im Pokalwettbewerb, dem auch als Tschammerpokal bekannten Vorläufer des DFB-Pokals, musste sich der SVW erst im Halbfinale dem 1. FC Nürnberg mit 0:1 geschlagen geben. 1935/36 und 1936/37 kam Waldhof nicht über die Gruppenphase hinaus. Als überragender Spieler des SVW in den 1930er Jahren gilt Otto Siffling, Teilnehmer an den Weltmeisterschaften 1934 und 1938, der in dem legendären Spiel der Breslau-Elf 1937 fünf der acht Tore erzielte. Siffling starb im Alter von 27 Jahren an den Folgen einer schweren Krankheit.

Auch in der Endrunde 1939/40, der ersten Kriegsmeisterschaft, war Waldhof im Halbfinale dem FC Schalke 04 unterlegen. Anlässlich der beiden Spiele um den dritten Platz gegen den SK Rapid Wien sprach die Berliner Presse wegen des jungen Alters zahlreicher SV-Spieler von den Waldhof-Buben, ein Begriff der den Verein bis in die Gegenwart begleitet hat. Im selben Jahr gelang mit dem Einzug ins Pokalfinale gegen den 1. FC Nürnberg – trotz der 0:2-Niederlage – der bislang größte Pokalerfolg.

Nachkriegszeit und Unterklassigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg und den durch diesen verursachten Schwierigkeiten bei der Aufrechterhaltung des Spielbetriebes – unter anderem das Risiko von Luftangriffen und dem dadurch verursachten Zuschauer- und Einnahmenschwund – wurde 1945 von den Behörden der Amerikanischen Besatzungszone die Einrichtung einer Oberliga Süd gestattet. 1947 wurde der SVW Zweiter und wäre damit für die Endrunde zur deutschen Meisterschaft qualifiziert gewesen, so eine solche stattgefunden hätte. Zweiter Deutscher Meister nach dem Krieg wurde 1949 zur Enttäuschung der Waldhöfer der Stadtrivale VfR.

Regionalliga-Spiel zwischen Heilbronn und Waldhof Mannheim 1970

In den 1950er Jahren war der SVW nur Mittelmaß in der Oberliga Süd und musste 1954 den Abstieg in die 2. Liga Süd hinnehmen, womit der Verein zum ersten Mal seit 40 Jahren nicht mehr erstklassig spielte. Nach dem Aufstieg 1958 entwickelte sich der Verein zu einer Fahrstuhlmannschaft zwischen Ober- und 2. Liga und hatte sich deshalb nicht für die neugeschaffene Bundesliga zur Saison 1963/64 qualifiziert. Als Unterbau der Bundesliga wurden Regionalligen eingerichtet, an denen der SVW bis zum Abstieg 1970 teilnahm. Nach zwei Jahren in der 1. Amateurliga Nordbaden gelang Waldhof der Wiederaufstieg, der dem Verein in der Saison 1973/74 die Möglichkeit gab, sich für die neugeschaffene, aus einer Nord- und einer Südstaffel bestehenden, 2. Bundesliga zu qualifizieren, zusammen mit dem VfR Mannheim, der sich dort jedoch nur ein Jahr halten konnte.

1972 hatte sich der Verein in Chio Waldhof 07 umbenannt und dafür 190.000 DM von der Firma Chio Chips erhalten. 1975 folgte die Umbenennung in SV Chio Waldhof 07. In den folgenden Jahren etablierte sich der 1978 in SV Waldhof Mannheim 07 umbenannte SVW im Mittelfeld der 2. Liga. 1981 qualifizierte sich der Verein für die neue eingleisige 2. Bundesliga, da in den maßgeblichen Spielzeiten genügend Punkte erreicht wurden. Nach der Saison 1982/83 stand Waldhof als Aufsteiger und damit als 36. Bundesligaverein seit ihrer Gründung fest.

Aufstieg 1983 und sieben Jahre in der Bundesliga[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In das erste Jahr startete der SVW weiter mit Trainer Klaus Schlappner, neun von 20 Spielern stammten aus der eigenen Jugend. Da keines der Mannheimer Stadien, darunter das eigene Stadion am Alsenweg zu diesem Zeitpunkt erstligatauglich war, musste in das Ludwigshafener Südweststadion umgezogen werden. Zunächst bestand eine auf ein Jahr befristete Ausnahmegenehmigung, da Heimspiele auf verbandsfernem Gebiet (in diesem Fall auf dem Gebiet des Südwestdeutschen Fußballverbandes) eigentlich untersagt waren. Der Umzug in die Vorderpfalz wurde vom Ligakonkurrenten 1. FC Kaiserslautern in Hinblick auf befürchtete Zuschauerverluste nicht mit Wohlwollen aufgenommen. In der Aufstiegssaison 1983/84 verzeichnete der SV Waldhof einen deutlich besseren Zuschauerschnitt (26.982 Zuschauer) als die Pfälzer Ligarivalen (19.017 Zuschauer), doch sank der Schnitt des SVW in den folgenden Jahren kontinuierlich.

In den ersten Jahren der Erstklassigkeit sorgte der Verein, der fast ausschließlich mit Eigengewächsen agierte, bundesweit für Furore. Klaus Schlappner und seine Mannschaft schafften es mit ihrer Unbeschwertheit, sich in der deutschen Eliteklasse zu etablieren. Talente aus der eigenen Jugend wie etwa Jürgen Kohler, Christian Wörns und Maurizio Gaudino machten sich schnell einen Namen und avancierten später gar zu Nationalspielern. Uwe Zimmermann im Tor, Fritz Walter im Sturm, Günter Sebert in der Abwehr sowie Alfred Schön im Mittelfeld waren Stützen der Mannschaft des Bundesliganeulings. In der zweiten Bundesligasaison 1984/85 verpassten die „Waldhof-Buben“ den UEFA-Pokal-Einzug nur wegen der schlechteren Tordifferenz. In der Spielzeit 1985/86 konnte der SV Waldhof das Halbfinale des DFB-Pokals erreichen, in dem die Mannschaft dem späteren Sieger FC Bayern München unterlag. In der Saison 1989/90 wurden die Heimspiele wieder im Waldhofstadion ausgetragen, zumal das Stadion in Ludwigshafen zu teuer wurde und man dem allgemeinen Zuschauerschwund in der höchsten deutschen Spielklasse Rechnung tragen musste. Unter Trainer Günter Sebert gelang zunächst ein sehr guter Saisonstart, der sogar auf einen UEFA-Cup-Platz hoffen ließ (unter anderem gelang ein Heimsieg gegen Bayern München und ein 4:0-Erfolg gegen den Erzrivalen aus Kaiserslautern), doch häuften sich Verletzungen insbesondere bei Stammspielern, so dass der Verein am Ende der Saison den Gang in die 2. Liga antreten musste.

Gescheiterte Wiederaufstiegsversuche und Abstieg 1997[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach zwei knapp gescheiterten Wiederaufstiegsversuchen 1991/92 und 1992/93 konnte der SV Waldhof in der Saison 1994/95 seine neue Heimstätte, das Carl-Benz-Stadion, einweihen. Dieses, so hoffte man, würde dem Verein nicht nur beim Wiederaufstieg in die Bundesliga helfen, sondern auch die inzwischen notwendig gewordene finanzielle Sanierung ermöglichen.

Stattdessen zeigte sich, als der Aufstieg in der Saison 1994/95 erneut knapp verpasst wurde, immer deutlicher eine Führungskrise im Präsidium unter dem damaligen Präsidenten Wilfried Gaul. Durch häufige Trainerwechsel, gepaart mit Fehleinkäufen und persönlichen Querelen im Umfeld, geriet der Verein sportlich wie auch finanziell immer mehr in Bedrängnis.

Einen ersten Tiefpunkt erlebte die Krise 1997 mit dem Abstieg in die Regionalliga. Dem finanziell stark angeschlagenen Verein gelang mit einem stark verjüngten Kader in der Saison 1998/99 unter Trainer Uwe Rapolder nach zwei Jahren die Rückkehr in den Profifußball.

Nach dem Wiederaufstieg wurde bereits innerhalb kürzester Zeit das Ziel Bundesliga ausgegeben, welches mit Sponsorengeldern, vor allem der Firma Sportwelt, erreicht werden sollte. Als diese jedoch Konkurs anmelden musste und die Zahlungen einstellte, wurden die Finanzprobleme des Vereins wieder akut.

Im Jahr 2001 stand der SV Waldhof kurz vor dem Aufstieg in die Bundesliga. Am letzten Spieltag führte man zu Hause gegen den 1. FSV Mainz 05 mit 4:0 und stand fünfzehn Minuten vor Ende der Partie auf dem dritten Aufstiegsplatz. Der bereits aufgestiegene 1. FC Nürnberg unterlag jedoch noch dem Aufstiegskonkurrenten FC St. Pauli, der dadurch den SV Waldhof vom 3. Platz verdrängte und statt diesem aufstieg.

Da nach dem knapp verpassten Aufstieg die Erwartungen von Fans und Präsidium stark gestiegen waren, musste Rapolder nach einem schlechten Saisonstart in der darauf folgenden Saison gehen. 2002 folgte dann auch der Rücktritt des mittlerweile umstrittenen Präsidenten Wilfried Gaul.[2] Dieser Schritt brachte jedoch keine Ruhe in den Verein und die Querelen in der Führungsspitze dauerten an.

Fünf Jahre Oberliga 2003–2008[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem erneuten Abstieg aus der 2. Bundesliga 2003 wurde das ganze Ausmaß der finanziellen Krise offenbar. Durch die Nichterteilung der Lizenz für die Regionalliga erfolgte der direkte Abstieg in die Oberliga Baden-Württemberg. Nach erneuten heftigen Führungsquerelen versuchte der Verein 2004 nun unter einem neuen Präsidium, geführt von Hans-Joachim Bremme, die Querelen der letzten Jahre hinter sich zu lassen, zu alter Stärke zurückzufinden und den zuvor verspielten Kredit bei Fans und Sponsoren wieder zurückzugewinnen.

Der Aufstieg in die Regionalliga Süd wurde 2004 ebenso verpasst wie 2005. Für die Saison 2005/06 wurden zahlreiche neue Spieler mit Profierfahrung verpflichtet, um den Aufstieg in die Regionalliga in Angriff zu nehmen. Der Etat wurde auf 1,2 Millionen Euro erhöht, obwohl der Verein trotz inzwischen etwas entspannterer finanzieller Lage nach wie vor nicht gerade aus dem Vollen schöpfen konnte.

Im April 2007 feierte der Traditionsverein sein 100-jähriges Bestehen. Anlässlich des Vereinsjubiläums gastierte der FC Bayern München zu einem Freundschaftsspiel im Carl-Benz-Stadion, in dem die Waldhof-Buben nur knapp mit 1:2 unterlagen.

Nachdem das Saisonziel Aufstieg in die Regionalliga 2006/07 abermals deutlich verfehlt worden war, mobilisierte der SV Waldhof vor der Saison 2007/08 noch deutlich mehr Mittel. Mit erfahrenen Spielern, die teils Bundesliga- und Zweitliga-Erfahrung mitbrachten, qualifizierte sich der Verein am 24. Mai 2008 mit einem 2:0 gegen den SV Linx im heimischen Carl-Benz-Stadion vorzeitig für die neue Regionalliga. Wirtschaftlich allerdings geriet er in eine Krise, konnte aber durch eine kurzfristige Finanzspritze von 500.000 Euro von Mäzen Dietmar Hopp vor der Insolvenz bewahrt werden.[3] Von ihm wurde auch das neue Jugendförderzentrum unterstützt, mit dem an die traditionell gute Jugendarbeit angeknüpft werden sollte. Im Herbst 2007 wurde Mario Nöll Präsident des SV Waldhof.[4] Mittelfristig wollte der Verein, der sich einer für Oberliga-Verhältnisse sehr großen Zuschauerresonanz erfreute, wieder zurück in die höchsten deutschen Fußballklassen.

Waldhof viertklassig mit erneutem Lizenzentzug[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der nach Einführung der neuen 3. Liga umstrukturierten Regionalliga belegte Waldhof in der Saison 2008/09 den 4. Platz in der Südstaffel. In der Saison 2009/10 spielte man in der Weststaffel der Regionalliga und konnte sich dort mit dem 14. Tabellenplatz knapp vor dem Abstieg retten. Zur Spielzeit 2010/11 erhielten die Mannheimer vom DFB keine Lizenz für die Regionalliga und traten in der Oberliga Baden-Württemberg an.[6] Am 16. Dezember 2010 wurde der Unternehmer Steffen Künster mit 230 von 321 abgegebenen Stimmen zum neuen Präsidenten des SV Waldhof gewählt.

Oberliga-Zuschauerrekord und Aufstieg in die Regionalliga[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2010/11 stieg der Verein erneut in die Regionalliga auf. Erst am vorletzten Spieltag gelang es, den seit Saisonbeginn an der Spitze stehenden FC Nöttingen vom ersten Tabellenplatz zu verdrängen. Am letzten Spieltag trennten die beiden Konkurrenten lediglich zwei Punkte in der Tabelle. Im letzten und entscheidenden Spiel gegen den FV Illertissen traten die Akteure dabei vor einer Rekordkulisse an: 18.313 Zuschauer verfolgten das Fernduell im Carl-Benz-Stadion in Mannheim.[7] Es war die höchste Zuschauerzahl, die jemals bei einem Fünftligaspiel in Deutschland erreicht wurde (vormaliger Rekord: FC Sachsen Leipzig gegen 1. FC Lokomotive Leipzig (14.968 Zuschauer)). Der SVW gewann das Spiel mit 6:0 (4:0) (Reule (12./22./36.), Kyei (38.), Malchow (75.), Dautaj (87.)), während der FC Nöttingen zuhause gegen den FC 08 Villingen mit 0:3 verlor. Mit 83 Punkten und fünf Punkten Abstand zum zweitplatzierten FC Nöttingen sicherte sich der SV Waldhof Mannheim die Meisterschaft und den direkten Aufstieg in die Regionalliga.

Regionalliga Südwest und Ausgliederung der Profi-Fußballabteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Osttribüne im Carl-Benz-Stadion

2011/12 hielt Mannheim die Klasse und beendete die Saison auf dem zwölften Tabellenplatz der Regionalliga. Zur Saison 2012/13 wurde der Kader umgebaut und man visierte einen einstelligen Tabellenplatz an. Im April 2013 kehrte der ehemalige Spieler Jürgen Kohler als sportlicher Leiter für kurze Zeit zum Verein zurück. Gleichzeitig trat Trainer Reiner Hollich aus persönlichen Gründen zurück und übergab die Mannschaft übergangsweise an den bisherigen Co-Trainer Andreas Clauß.[8] Zum Saisonauftakt 2013/14 wurde dann Kenan Kocak als neuer Trainer verpflichtet. In der Saison 2015/16 erreichte Waldhof Mannheim den 1. Platz der Regionalliga Südwest. Der Meisterschaft folgten zwei Relegationsspiele gegen die Mannschaft der Sportfreunde Lotte um den Aufstieg in die 3. Fußball-Liga. Nach einer 0:2-Niederlage im Rückspiel vor heimischer Kulisse verblieb die Mannschaft von Kenan Kocak jedoch in der Regionalliga Südwest. Das Spiel im Carl-Benz-Stadion besuchten 22.371 Zuschauer.[9]

Im Juli 2016 wurde Gerd Dais neuer Trainer des SV Waldhof Mannheim. Er folgte auf Kenan Kocak, der sich wiederum Dais ehemaligem Verein, dem Zweitligisten SV Sandhausen, anschloss.

Am 15. September 2016 beschloss die Mitgliederversammlung des Vereins die Ausgliederung der Regionalliga-Mannschaft in eine Spielbetriebs GmbH. Der Unternehmer Bernd Beetz, ehemaliger Konzernchef des Parfümherstellers Coty, stellte für die Gesellschaft eine Million Euro als Stammkapital zur Verfügung.[10] Der bisherige Interimspräsident Klaus-Rüdiger Geschwill wurde am 24. November 2016 von der Mitgliederversammlung des Vereins zum Präsidenten gewählt.

Im Januar 2017 gab der Verein schließlich die erfolgte Umstrukturierung bekannt, seitdem firmiert die Profi-Fußballabteilung des SV Waldhof Mannheim als „SV Waldhof Mannheim07 Spielbetriebs GmbH“.[11]

In der Saison 2016/17 erreichte der SVW als Vizemeister erneut die Relegationsspiele um den Aufstieg in die 3. Liga. Gegner war der SV Meppen aus der Fußball-Regionalliga Nord. Nach einem torlosen Remis zuhause im Hinspiel vor 24.186 Zuschauern unterlag man im Rückspiel im Elfmeterschießen vor 13.815 Zuschauern in der ausverkauften Hänsch-Arena mit 3:4 und blieb in der Regionalliga.[12][13]

Entwicklung des Vereinsemblems[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kader 2017/18[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand: 16. September 2017[14]

Nr. Spieler Nationalität Beim SVW seit
Torhüter
1 Christopher Gäng Deutscher Sommer 2016
12 Kubilay Dogan Deutscher Sommer 2004
25 Markus Scholz Deutscher Sommer 2015
30 Konstantin Weis Deutscher Sommer 2016
Abwehr
2 Mete Çelik Türke Winter 2016/2017
3 Hassan Amin Afghane Deutscher Sommer 2016
4 Jesse Weippert Deutscher Sommer 2017
5 Kevin Conrad Deutscher Sommer 2017
21 Marco Meyerhöfer Deutscher Sommer 2017
22 Ilias Tzimanis Deutscher Sommer 2017
23 Michael Schultz Deutscher Sommer 2016
37 Mirko Schuster Deutscher Sommer 2017
44 Kevin Nennhuber Deutscher Winter 2016/2017
Mittelfeld
6 Marco Schuster Deutscher Sommer 2017
7 Raffael Korte Deutscher Sommer 2017
8 Dorian Diring FrankreichFrankreich Sommer 2017
11 Andreas Ivan RumänienRumänien DeutschlandDeutschland Sommer 2017
17 Gianluca Korte Deutscher Winter 2016
18 Lukas Kiefer Deutscher Sommer 2016
24 Simon Tüting Deutscher Winter 2017
27 Sinisa Sprecakovic Deutscher Sommer 2017
31 Daniel di Gregorio ItalienItalien Sommer 2014
Angriff
9 Benedikt Koep Deutscher Sommer 2016
10 Patrick Mayer Deutscher Sommer 2017
14 Maurice John Deville LuxemburgLuxemburg DeutschlandDeutschland Sommer 2017
19 Nicolas Hebisch Deutscher Sommer 2016
20 Jannik Sommer Deutscher Sommer 2015
28 Dennis Rothenstein Deutscher Winter 2016/2017
Aktueller Trainerstab
Name Funktion
Chef-Trainer
Michael Fink Co-Trainer
Dennis Tiano Torwart-Trainer
Dominique Böhnisch Fitness-Trainer
Alexander Beyer Spielleiter
Nadine Göhring Physiotherapeutin
Florian Mayer Physiotherapeut
Fred Hass Betreuer
Hartmut Modlinski Betreuer
Dr. Konstantinos Cafaltzis Mannschafts-Arzt

Letzte Transfers[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zugänge Abgänge
Sommer 2017
Zugänge Abgänge
Winter 2016/2017
a. ausgeliehen
w.a. war ausgeliehen

Bekannte Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innenraum des Carl-Benz-Stadions
Aus Sicht des Fernmeldeturms

Seit 1994 trägt der SV Waldhof seine Heimspiele im Carl-Benz-Stadion (Fassungsvermögen 25.667 Plätze) aus.

Nach der Gründung 1907 waren die ersten Spielstätten der Blau-Schwarzen das „Schlammloch“ und der „Sandacker“ hinter der Waldhof-Schule im gleichnamigen Stadtteil Mannheim-Waldhof. 1924 zog der SVW ins Stadion am Alsenweg (das sich ebenfalls auf dem Waldhof befindet) um, wo er bis Ende 1993 seine Spiele austrug. Dort befindet sich auch heute noch das Vereinsgelände mit Trainingsplätzen, Clubhaus, Fanshop und Geschäftsstelle. Eine Ausnahme stellten die Jahre 1983 bis 1989 dar, in denen die erste Mannschaft des SV Waldhof Mannheim aufgrund von DFB-Auflagen für ihre Spiele in der Bundesliga ins benachbarte Ludwigshafener Südweststadion ausweichen musste.

Vor der Saison 2008/09 wurde das Stadion umfangreich renoviert. Unter anderem wurde eine neue Anzeigetafel installiert. Die Renovierung fand statt, damit die TSG 1899 Hoffenheim in der Vorrunde der Saison 2008/09 ihre Heimspiele in Mannheim austragen konnte. Deren eigenes Stadion, die Rhein-Neckar-Arena, wurde erst in der Winterpause fertig.

Dreimal fanden im Carl-Benz-Stadion Länderspiele der deutschen Frauennationalmannschaft statt, 2009 gegen Japan, 2012 gegen Spanien und 2014 gegen Slowenien.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Handball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Abteilungen des Vereins[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Handball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den ersten Jahrzehnten der Waldhof-Geschichte waren die Handballer besonders erfolgreich. Die Herren-Mannschaft wurde 1933 durch einen 7:5-Erfolg im Endspiel gegen den Polizei-SV Burg als erster Nicht-Polizei-Sportverein Deutscher Meister der Deutschen Sportbehörde für Leichtathletik im Feldhandball. Mit Wilhelm Müller und Fritz Spengler waren zwei Waldhöfer am Gewinn der Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin beteiligt. Philipp Zimmermann errang mit der deutschen Nationalmannschaft den Weltmeistertitel 1938.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gewann Waldhof als Vertreter der Amerikanischen Besatzungszone die erste interzonale Meisterschaft im Feldhandball 1946; im Endspiel der Zonenmeister in Hagen wurde der Vertreter der Britischen Zone, der Sportring 33 Gevelsberg mit 11:4 geschlagen.[17] Anschließend konnte der Verein noch zweimal das Endspiel um die deutsche Feldhandball-Meisterschaft erreichen. Beide Male gab es jedoch knappe Niederlagen: Bei der ersten deutschen Meisterschaft der Nachkriegszeit 1947, die als Offene Meisterschaft der Britischen Besatzungszone ausgetragen wurde, scheiterte Waldhof mit 6:8 gegen den RSV Mülheim, ein Jahr später beim interzonalen Endrundenturnier 1948 unterlag die Mannschaft mit 8:10 gegen den Turnverein Hassee-Winterbek aus Kiel (siehe dazu auch: Zonenmeisterschaft). 1952 stiegen die Waldhöfer aus der Badischen Feldhandball-Oberliga ab. Von 1954 bis 1956 gehörten sie der damals höchsten Spielklasse noch für zwei weitere Jahre an. Der Abstieg 1956 nach einem Entscheidungsspiel gegen den TSV Oftersheim bedeutete den endgültigen Abschied des SVW von der großen Feldhandballbühne. Im Hallenhandball zählte der SV Waldhof nur im Frauenbereich zeitweise zur badischen Spitze. In den 1960er Jahren dominierte die Damen-Mannschaft den badischen Handball und wurde zwischen 1960 und 1967 sieben Mal Badischer Meister in der Halle (1960, 1961 und 1963–1967) und sechs Mal auf dem Großfeld (1962–1967). In jener Zeit wurde die Waldhof-Torhüterin Monika Eichenauer 59-mal in die deutsche Nationalmannschaft berufen (55 Hallen-, 1 Kleinfeld- und 3 Feldhandballspiele).

Tennis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1954 wird Tennis im Verein geboten. Mit rund 200 aktiven und nicht aktiven Mitgliedern liegt ein Hauptaugenmerk auf der Jugendförderung. Es gibt 7 Mannschaften (Damen/Herren/Mixed), von denen 5 an der sogenannten Medenrunde teilnehmen. Die Ligen reichen von der Bezirks- bis zur Kreisliga.

Tischtennis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang der 1970er Jahre war der SV Waldhof auch im Tischtennis erfolgreich. 1971 gelang der Aufstieg in die Oberliga Süd, die damals zweithöchste deutsche Spielklasse (nach der Tischtennis-Bundesliga). Dort konnten sich die Mannheimer sofort etablieren. Nach drei Jahren wechselte die Mannschaft jedoch (unter Mitnahme des Staffelplatzes) zur DJK Käfertal über. Heute gibt es keine Tischtennisabteilung mehr im Verein.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Helmut Klingen: 50 Jahre SV Waldhof Mannheim. A. Rausch, Heidelberg 1957.
  • Rudolf Hahner: 75 Jahre SV Waldhof Mannheim 07 e. V. Mannheim 1982.
  • Joachim Bremser: Wunder Waldhof. Biblis 1983.
  • Fritz Glanzner und Kurt Schaller: Günter Sebert – Waldhof ist mein Leben. TIP-Verlag, Lampertheim 1985.
  • Günter Rohrbacher-List: Blau und Schwarz – Der SV Waldhof. Waldkirch Verlag, Mannheim 2004, ISBN 3-927455-15-6.
  • Günter Rohrbacher-List: das SV WALDHOF lexikon. Waldkirch Verlag, Mannheim 2007, ISBN 978-3-927455-33-7.
  • Karl-Heinz Schwarz-Pich: 100 Jahre SV Waldhof Mannheim 1907–2007. Grunert Medien & Kommunikation GmbH, Mannheim 2007, ISBN 978-3-00-019800-7.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Wir sind 2441 Mitglieder! Abgerufen am 22. September 2017 (deutsch).
  2. netzeitung.de Gaul tritt als Waldhof-Präsident zurück (Memento vom 17. März 2012 im Internet Archive)
  3. Rangnick zornig (Memento vom 17. September 2012 im Webarchiv archive.is) vom 7. Januar 2009 in sueddeutsche.de.
  4. Bremme: SV Waldhof ist durch die Talsohle – FUSSBALL: Scheidender Präsident rechtfertigt Schulden und stagnierende sportliche Entwicklung (Memento vom 6. Juni 2009 im Internet Archive) Schwetzinger Zeitung vom 1. Oktober 2007.
  5. Regionalliga Südwest | Zuschauer. Stand nach 5 Heimspielen, 25. September 2017, abgerufen am 27. September 2017 (deutsch).
  6. SV Waldhof Mannheim: DFB erteilt keine Regionalligalizenz, 8. Juni 2010.
  7. Aufstieg und Rekord! Waldhof im 7. Himmel. In: kicker.de. 11. Juni 2011, abgerufen am 24. Dezember 2014.
  8. Jürgen Kohler neuer Sportlicher Leiter beim SV Waldhof / Trainer Reiner Hollich bittet um sofortige Freistellung. SV Waldhof Mannheim 07 e. V., 2. April 2013, abgerufen am 3. April 2013.
  9. Granatowski ballert SF Lotte in die 3. Liga. kicker online, 29. Mai 2016, abgerufen am 31. Mai 2016.
  10. Frank Enzenauer: Mitgliederversammlung des SV Waldhof Mannheim beschließt Ausgliederung in Spielbetriebs-GmbH. Rhein-Neckar-Zeitung, 16. September 2016, abgerufen am 22. Juli 2017 (deutsch).
  11. SVW setzt Ausgliederung erfolgreich um. In: Pressemitteilung. SV Waldhof Mannheim, 3. Februar 2017, abgerufen am 22. Juli 2017 (deutsch).
  12. Nach Elfer-Krimi: Meppen steigt in 3. Liga auf. In: kicker. Olympia-Verlag, 31. Mai 2017, abgerufen am 15. Juni 2017 (deutsch).
  13. http://datencenter.dfb.de/profil/262804 Waldhof scheitert erneut in den Aufstiegsspielen. In: swr.de. 31. Mai 2017, abgerufen am 1. Juni 2017.
  14. Aktueller Kader. In: Webseite. SV Waldhof Mannheim 07, abgerufen am 4. September 2017 (deutsch).
  15. SVW leiht Morris Nag aus. In: Pressemitteilung. SV Waldhof Mannheim, 25. August 2017, abgerufen am 01. September 2017 (deutsch).
  16. SV Waldhof nach Kantersieg gegen Saar Meister! In: http://www.mannheim24.de. 21. Mai 2016, abgerufen am 29. Mai 2016.
  17. Webers (Red.): Feldhandball-Meisterschaft der britischen und amerikanischen Besatzungszone 1946 (abgerufen 5. März 2014)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: SV Waldhof Mannheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 49° 31′ 55″ N, 8° 29′ 4″ O