SWEG Südwestdeutsche Landesverkehrs-GmbH

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
SWEG Südwestdeutsche Landesverkehrs-GmbH
SWEG Logo.svg
Basisinformationen
Unternehmenssitz Lahr/Schwarzwald
Webpräsenz sweg.de
Bezugsjahr 2020[1]
Eigentümer 95 % Land Baden-Württemberg, 2,5 % Landkreis Sigmaringen, 2,5 % Zollernalbkreis
Rechtsform GmbH
Geschäftsführung Tobias Harms (Vorsitzender)
Thilo Grabo
Betriebsleitung Matthias Laber (EBL)
Verkehrsverbund diverse
Mitarbeiter 1300[1]
Umsatz 178,0 Mio.[1]dep1
Linien
Spurweite 1435 mm (Normalspur)
Eisenbahn Riegel-Malterdingen <-> Breisach (Kaiserstuhlbahn) | Bad Krozingen <-> Münstertal (Münstertalbahn)
Anzahl Fahrzeuge
Lokomotiven 8 Diesellokomotiven für Güterverkehr
Triebwagen 148 davon 103 Regio-Shuttle RS1
12 Talent 3
33 LINT 54[2][3]
Omnibusse 400[1]
Statistik
Fahrgäste 76 Mio.[1]
Fahrleistung >3 Mio. Zugkilometer (HzL)
Länge Liniennetz
Eisenbahnlinien 170 km zzgl. 122 km im Bereich HzLdep1
Buslinien 2600 kmdep1

Die SWEG Südwestdeutsche Landesverkehrs-GmbH (SWEG) ist ein Verkehrsunternehmen, das Eisenbahnstrecken, Schienenpersonen- und Güterverkehr sowie Busverkehr betreibt. Die SWEG ist Mitglied im Tarifverband der Bundeseigenen und Nichtbundeseigenen Eisenbahnen in Deutschland (TBNE).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 10. Dezember 1962 wurde in Ettlingen die Südwestdeutsche Eisenbahn-Gesellschaft mbH (SWEG) vom Land Baden-Württemberg als Auffanggesellschaft für die von der Stilllegung bedrohten süddeutschen Strecken der privaten Deutsche Eisenbahn-Betriebsgesellschaft (DEBG) gegründet.

Nachdem die DEBG ihre zehn noch in Baden-Württemberg betriebenen Bahnen an die neue Gesellschaft veräußert hatte, nahm diese am 1. Mai 1963 mit folgenden Bahnen den vollen Geschäftsbetrieb auf:

Am 1. Oktober 1971 vereinigte das Land Baden-Württemberg die ebenfalls in seinem Eigentum befindliche Mittelbadische Eisenbahnen (MEG) mit der SWEG und wandelte diese in die Südwestdeutsche Eisenbahnen Aktiengesellschaft mit Hauptsitz in Lahr/Schwarzwald um. Dadurch kamen folgende MEG-Strecken und Buslinien zur SWEG:

Da inzwischen der Omnibusbetrieb einen größeren Anteil am Gesamtbetrieb erlangt hatte, erfolgte im Jahr 1984 die Änderung der Firma in Südwestdeutsche Verkehrs-AG, wobei die bisherige Abkürzung „SWEG“ beibehalten wurde.

Dem Gewinn von Ausschreibungen bzw. der freihändigen Vergabe von Nahverkehrsleistungen durch das Land Baden-Württemberg an die Ortenau-S-Bahn und Breisgau-S-Bahn stehen verlorene Ausschreibungen über Leistungen auf der Wiesentalbahn (in Kooperation mit den Basler Verkehrsbetrieben, Vergabe an die Schweizerischen Bundesbahnen) bzw. auf der Badischen Schwarzwaldbahn (in Kooperation mit der SBB GmbH, Albtal-Verkehrs-Gesellschaft und der HzL, Vergabe an die Schwarzwaldbahn GmbH, eine 100-Prozent-Tochter der Deutschen Bahn) gegenüber.

Mit der Auflösung der Ortenau-S-Bahn GmbH 2014 übernahm die SWEG Personenverkehr deren Zugleistungen auf der Renchtalbahn, der Bahnstrecke Hausach–Schiltach, der Bahnstrecke Eutingen im Gäu–Schiltach im Abschnitt Freudenstadt–Schiltach und der Bahnstrecke Appenweier–Strasbourg, mit der Auflösung der Breisgau-S-Bahn GmbH 2017 jene auf der Breisacher Bahn und der Elztalbahn.

Anfang Oktober 2016 gliederte das Unternehmen die Eisenbahninfrastruktur aufgrund eisenbahnrechtlicher Vorgaben in die SWEG Schienenwege GmbH aus.[4]

Zum 1. Januar 2018 fusionierte die SWEG Südwestdeutsche Verkehrs-Aktiengesellschaft mit der Hohenzollerischen Landesbahn, die schon seit Juni 2000 einen personengleichen Vorstand hatte, zur SWEG Südwestdeutsche Landesverkehrs-AG.[5] Diese änderte Anfang Oktober 2021 die Gesellschaftsform und firmiert seither als SWEG Südwestdeutsche Landesverkehrs-GmbH.[6]

Ende 2021 wurde bekannt, dass die SWEG das im Schutzschirmverfahren befindliche Eisenbahnverkehrsunternehmen Abellio Rail Baden-Württemberg GmbH zu einem Preis von etwas mehr als 5 Millionen Euro kauft. Die Planungen sehen vor, die Übernahme bis Ende Dezember 2021 abzuschließen und im Januar 2022 im Rahmen einer Notmaßnahme den Betrieb mit einem neuen Verkehrsvertrag für zwei Jahre fortzuführen.[7][8]

Verkehrsbetrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittlerweile liegt der Geschäftsschwerpunkt auf dem Betrieb von Buslinien vornehmlich im Landesteil Baden. Die Betriebsführung erfolgt durch regionale Verkehrsbetriebe mit zugeordneten Busleitstellen.[9]

Eisenbahninfrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die SWEG Schienenwege GmbH betreibt als Eisenbahninfrastrukturunternehmen folgende Strecken mit einer Gesamtlänge von 210 Kilometern (km) in drei Teilnetzen:[10]

SWEG-Netz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von April 2017 bis Ende November 2019 wurde die Kaiserstuhlbahn in drei Abschnitten ausgebaut und elektrifiziert.[12]

HzL-Netz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 26. Juni 2018 gehört auch die Infrastruktur der ehemaligen Hohenzollerischen Landesbahn AG zur SWEG Schienenwege GmbH.[10]

Infrastruktur EVU seehäsle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beteiligungen und Tochterunternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tochterunternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insgesamt befinden sich mittlerweile fünf Tochtergesellschaften im Besitz der SWEG: NVW Nahverkehr Mittelbaden Walz (zu 100 %), SWEG Schienenwege GmbH (zu 100 %), ORB Ortenau-Regio-Bus (zu 100 %), TRAPICO Schieneninnovations GmbH (zu 100 %) und RVO Regio Nahverkehrsgesellschaft Oberrhein GmbH (zu 50 %). Seit dem 18. März 2010 ist die SWEG Eigentümer der NVW Nahverkehr Mittelbaden Walz GmbH aus Kuppenheim. Seit dem 5. Oktober 2016 ist die SWEG alleiniger Gesellschafter bei der ausgegliederten SWEG Schienenwege GmbH. Des Weiteren wird die SWEG ab dem 1. Januar 2022 die Abellio Rail Baden-Württemberg GmbH übernehmen.

Die ehemaligen Tochterunternehmen Ortenau-S-Bahn GmbH (OSB) und Breisgau-S-Bahn GmbH (BSB) wurden komplett auf die Muttergesellschaft verschmolzen, lediglich die Namen blieben als Marke erhalten.

Beteiligungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die SWEG und die Hohenzollerische Landesbahn (HzL) halten Anteile an der Fahrzeugbereitstellung Baden-Württemberg GmbH (FBBW).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Südwestdeutsche Verkehrs-Aktiengesellschaft – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Zahlen / Fakten. SWEG, Juli 2020, abgerufen am 15. November 2020.
  2. Südwest Presse Online-Dienste GmbH: Vorstellung: Lint 54: Das ist der neue Brenzbahn-Zug. 1. April 2019, abgerufen am 24. April 2019.
  3. HzL Hohenzollerische Landesbahn www.hzl-online.de: Moderne Züge und neue Fahrpläne für die Zollern-Alb-Bahnen. Abgerufen am 15. November 2020.
  4. SWEG gliedert ihre Eisenbahninfrastruktur aus. (PDF; 58,2 kB) Südwestdeutsche Verkehrs-Aktiengesellschaft, 5. Oktober 2016, abgerufen am 8. Oktober 2020.
  5. Hohenzollerische Landesbahn und Südwestdeutsche Verkehrs-AG fusionieren. Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg, 24. Juli 2017, abgerufen am 24. Juli 2017.
  6. Handelsregistereinträge SWEG Südwestdeutsche Landesverkehrs-AG. 7. Oktober 2021, abgerufen am 11. Oktober 2021.
  7. Baden-Württemberg: Übernahme von Abellio-Tochter durch Land besiegelt. In: Bahnblogstelle. Oliver Dittrich, 25. November 2021, abgerufen am 25. November 2021.
  8. Abellio-Züge fahren ab Januar unter dem Dach der SWEG. Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg, 25. November 2021, abgerufen am 26. November 2021.
  9. Verkehrsbetriebe der SWEGabgerufen am 27. Juli 2020
  10. a b Wir über uns. SWEG Schienenwege GmbH, 26. Juni 2018, abgerufen am 24. April 2019.
  11. Schienennetzbenutzungs-Bedingungen der SWEG Südwestdeutschen Verkehrs-Aktiengesellschaft, Besonderer Teil (SNB-BT). (PDF) Südwestdeutsche Verkehrs-Aktiengesellschaft, 25. August 2010, abgerufen am 12. Februar 2013.
  12. Ausbau und Elektrifizierung der Kaiserstuhlbahn. SWEG Schienenwege GmbH, 2018, abgerufen am 24. April 2019.