SXTN

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SXTN
SXTN im Jahr 2016 (Juju links, Nura rechts)
SXTN im Jahr 2016 (Juju links, Nura rechts)
Allgemeine Informationen
Herkunft Berlin
Genre(s) Hip-Hop
Gründung 2014
Website Facebook
Aktuelle Besetzung
Nura
Juju

SXTN (sprich sɪksten) ist ein deutsches Hip-Hop-Duo aus Berlin, bestehend aus den Rapperinnen Juju und Nura. Sie polarisieren durch ihre provokanten Texte.[1]

Bandgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Juju kam als Tochter eines Marokkaners und einer Deutschen in Marokko auf die Welt und wuchs bei ihrer Mutter in Berlin auf. Nura wurde als Tochter eines Saudis und einer Eritreerin in Saudi-Arabien geboren und kam als Dreijährige mit ihrer Mutter und ihren drei Geschwistern als Flüchtling nach Deutschland, wo sie zuerst in Wuppertal lebte und im Alter von 18 Jahren nach Berlin zog.[2] Beide lernten sich in bescheidenen Verhältnissen in der Bundeshauptstadt kennen. Während Juju vor allem im Freundeskreis gerappt hatte, sammelte Nura bereits Band- und Bühnenerfahrung bei The toten Crackhuren im Kofferraum und beim Berliner Kneipenchor. Anschließend gründeten sie 2014 das Duo SXTN. Bereits vor Veröffentlichung ihrer EP 2016 wurden sie im Underground bekannt. SXTN traten nach der Veröffentlichung einiger Tracks über YouTube zusammen mit Haftbefehl auf einigen Festivals auf. Juju veröffentlichte zudem zusammen mit Said den Track Berliner Schnauze. Das Duo steht mit seinen provokanten Texten bei JINX Music unter Vertrag und veröffentlichte im April 2016 sein erstes Extended Play Asozialisierungsprogramm, das über Spike Management im Vertrieb von Soulfood erschien. Auftritte im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, insbesondere in Dokumentationen, sowie Interviews in diversen Zeitungen[3][1] der beiden Berlinerinnen zu Gangster-Rap und ihrem Migrationshintergrund[4] machten das Duo auch einem Mainstreampublikum bekannt.[5]

Am 2. Juni 2017 erschien ihr Debütalbum Leben am Limit, das Platz 8 der deutschen Charts erreichte.

Musik und Texte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

SXTN verwenden provokante Texte, die dem Battlerap angehören. Ihre markige Sprache sowie die eher von männlichen Vertretern des Genres verwendete derbe Sprache prägen ihren Stil. Ein passendes Beispiel wäre der Track Deine Mutter, in dem es unter anderem heißt: „Ich ficke deine Mutter ohne Schwanz“. Dabei spielen sie durchgängig mit männlichen Klischees. Einflüsse kommen unter anderem von Frauenarzt, Bushido, Kool Savas, MC Bomber und King Orgasmus One. Dabei greifen sie für ihre Musik auf das Selbstverständnis US-amerikanischer Rapperinnen wie Queen Latifah und Roxanne Shanté zurück. Für den Track Hass Frau übernahmen sie ein Sample von Alice Schwarzer aus der Talkshow Maischberger, in dem diese King Orgasmus One zitiert, und verwenden diesen Beat unterlegt als Hook.[1] Für den Track Ich bin schwarz übernahmen sie die musikalische Gestaltung des Popsängers Markus mit dem Song Ich will Spaß.[6] Anfangs als moderne Tic Tac Toe bezeichnet, gelten sie heute eher als weibliche Antwort auf Duos wie Die Atzen (Frauenarzt und Manny Marc).[7] In ihrem Videoclip zu dem Song Von Party zu Party, der 2017 erschien, zitieren SXTN zu Beginn den amerikanischen Schriftsteller Hunter S. Thompson mit dem vorangestellten Satz „It never got weird enough for me“.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chartplatzierungen
(vorläufig)
Erklärung der Daten
Alben[8]
Leben am Limit
  DE 8 09.06.2017 (… Wo.)
  AT 23 16.06.2017 (1 Wo.)
  CH 37 11.06.2017 (1 Wo.)
Singles[8]
Von Party zu Party
  DE 92 09.06.2017 (1 Wo.)
Bongzimmer
  DE 88 22.09.2017 (3 Wo.)
Vorlage:Infobox Chartplatzierungen/Wartung/vorläufige Chartplatzierung
Alben
EPs
Singles
  • 2015: Deine Mutter
  • 2017: Die Fotzen sind wieder da
  • 2017: Bongzimmer
  • 2017: Er will Sex
  • 2017: Ständer
  • 2017: Von Party zu Party
Gastbeiträge

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: SXTN – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Julia Lorenz: Berliner Rap-Duo SXTN: Auf die Kacke hauen. die tageszeitung, 16. September 2016, abgerufen am 3. Dezember 2016.
  2. Antonia Baum: Berliner Rapperinnen SXTN: Entfesselt, laut und unverschämt. FAZ.net, 12. März 2016, abgerufen am 25. Januar 2017.
  3. Jugend Ich sehe was, was du nicht siehst. In: ZEITmagazin Nr. 34/2016 26. August 2016. Abgerufen am 3. Dezember 2016.
  4. Ich bin schwarz! Neues Selbstverständnis junger schwarzer Menschen in Deutschland. PULS fragt junge Schwarze wie Nura von SXTN nach ihrem Selbstverständnis.. PULS vom 9. Oktober 2016, 9:30 Uhr auf ONE
  5. SXTN bei laut.de. Abgerufen am 3. Dezember 2016
  6. Marvin Müller: laut.de-Kritik: Asozialisierungsprogramm. Die Absolventinnen der Pörnchen-Schule. Laut.de, abgerufen am 3. Dezember 2016.
  7. Malcolm Ohanwe: Ende der Männerdomäne: Diese 5 Deutsch-Rapperinnen solltet ihr kennen. In: PULS. Bayerischer Rundfunk, 26. Juli 2016, abgerufen am 3. Dezember 2016.
  8. a b Chartquellen: DeutschlandÖsterreichSchweiz