Saadiyat

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bau der Brücke auf die Insel Saadiyat, Oktober 2008
Maßstabgetreues Modell der Insel Saadiyat, Mai 2007

Die Insel Saʿadiyat (arabisch جزيرة سعديات, DMG Ǧazīrat Saʿdīyāt ‚Insel des Glücks‘) liegt etwa 500 Meter östlich des Hafens von Abu Dhabi.

Bei der rund 26,32 km²[1] großen Insel handelt es sich nicht wie bei den Palmeninseln in Dubai um eine gänzlich künstlich aufgeschüttete Insel, sondern um einen natürlichen Sandkern in der Mangrovenzone, der durch ergänzende Aufschüttungen befestigt und vergrößert wurde. Die Insel dient dazu, die bereits knapp gewordenen Bau- und Strandflächen der Stadt Abu Dhabi zu erweitern. Von der Tourism Development & Investment Company werden auf Saadiyat bis zum Jahr 2018 in relativ aufgelockerter Bauweise etwa 29 Hotels mit über 7000 Zimmern, 8000 Villen und 38.000 Apartments sowie zahlreiche Tourismus-, Freizeit- und Versorgungseinrichtungen errichtet. Allein die Marina für Freizeitboote wird mit 1000 Liegeplätzen ausgestattet.

Kulturbezirk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hauptattraktionen auf der Insel sollen die geplanten Kultureinrichtungen in einem großen Kulturbezirk mit weltweitem Anspruch sein. Dazu werden folgende Einzelprojekte genannt:

  • Der Louvre Abu Dhabi, geplant von Jean Nouvel, ist ein Museum der klassischen Bildenden Kunst. Es wurde im November 2017 eröffnet.[2][3]
  • Das Guggenheim Museum, geplant von Frank Gehry, sollte 2017 eröffnet werden (moderne Bildende Kunst), geriet jedoch ins Stocken.[4] Das Projekt hatte 2011 für Schlagzeilen gesorgt, als über 130 Künstler drohten, das Museum wegen der schlechten Arbeitsbedingungen auf der Baustelle zu boykottieren.[5]
  • Das Performing Arts Center: mehrere Gebäude mit zwei Konzertsälen, einer Oper und zwei Theatersälen (Gastspiele, klassische und Unterhaltungsproduktionen).[6]
  • Die New York University: Der Uniableger eröffnete 2010 einen temporären Campus.[7] Der Bauauftrag für das Universitätsgebäude wurde im April 2010 an die Mubadala Development Company vergeben. Der Bau wurde 2014 abgeschlossen.[8][9]
  • Sheikh-Zayed: Nationalmuseum (arabische Tradition und Moderne).

Die Insel ist seit 2009 über eine 10-spurige Autobahn und die 1,4 Kilometer lange Straßenbrücke Sheikh Khalifa Bridge mit Abu Dhabi und der Yas-Insel verbunden. Nach der geplanten Fertigstellung der Inselbauten um 2018 soll Saadiyat etwa 150.000 Einwohner haben. Der Bauetat für dieses Prestigeprojekt wurde mit 27 Milliarden US-Dollar angesetzt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. PNAS Islands Database
  2. Helge Sobik: Louvre in Abu Dhabi: Wie Picasso in die Wüste kam. In: Spiegel Online. 17. Oktober 2017 (spiegel.de [abgerufen am 22. Oktober 2017]).
  3. Lena Bopp: Das leuchtende Ei in der staubigen Wüste. Die Zeit, 11. November 2017.
  4. Bernhard Schulz: Weltmuseum am Wüstenrand, Der Tagesspiegel, 7. November 2017.
  5. Nicolai Ouroussoff: Abu Dhabi Guggenheim Faces Protest, NYTimes.com, 17. März 2011, Zugriff am 26. August 2011
  6. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,463757,00.html
  7. Tom Hundley: Lacking students, US colleges drop out of Mideast, globalpost.com, 14. September 2010, Zugriff am 26. August 2011
  8. Andrew Roscoe: Al-Futtaim Carillion wins New York University contract in Abu Dhabi, meed.com, 28. April 2010, Zugriff am 26. August 2011
  9. The Gulf Art War, The New Yorker, 19. Dezember 2016.

Koordinaten: 24° 32′ N, 54° 26′ O