Saaldorf-Surheim

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Wappen Deutschlandkarte
Saaldorf-Surheim
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Saaldorf-Surheim hervorgehoben

Koordinaten: 47° 52′ N, 12° 56′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Berchtesgadener Land
Höhe: 438 m ü. NHN
Fläche: 39,1 km2
Einwohner: 5554 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 142 Einwohner je km2
Postleitzahl: 83416
Vorwahlen: 08654, 08682, 08666
Kfz-Kennzeichen: BGL, BGD, LF, REI
Gemeindeschlüssel: 09 1 72 130
Gemeindegliederung: 55 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Moosweg 2
83416 Saaldorf-Surheim
Website: www.saaldorf-surheim.de
Erster Bürgermeister: Andreas Buchwinkler (Junge Liste)
Lage der Gemeinde Saaldorf-Surheim im Landkreis Berchtesgadener Land
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Über dieses Bild

Saaldorf-Surheim ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Berchtesgadener Land. Sie liegt nördlich von Freilassing und grenzt mit der östlichen Seite an Österreich. Hauptort im Nordosten des Gemeindegebiets ist Surheim, das an der Sur liegt. Sitz der Gemeindeverwaltung ist Saaldorf.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet gehört zum Rupertiwinkel im Hügelland der Salzach und grenzt an folgende Gemeinden: Freilassing und Ainring im Süden, Teisendorf und Petting im Westen sowie Laufen im Norden. Durch Surheim fließt der Fluss Sur. Hier verläuft die Straße der Residenzen. Die östliche Gemeindegrenze bildet die Salzach, die zugleich die Grenze zu Österreich ist. Im Gemeindeteil Abtsdorf befindet sich das Naturschutzgebiet Abtsdorfer See am gleichnamigen See, zu dem auch das Feuchtgebiet Haarmoos, das ein Moor ist, gehört.

Haarmoos in der Gde. Saaldorf-Surheim

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt 55 Gemeindeteile:[2][3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urkundlich erstmals erwähnt wurden Saaldorf und Surheim im Jahre 788 in der Notitia Arnonis. Saaldorf war lange Zeit Sitz einer Obmannschaft des Erzstifts Salzburg und fiel bei der Säkularisation 1803 mit Surheim an das Fürstentum Salzburg des Erzherzogs Ferdinand von Toskana. 1805 kam das Gebiet im Frieden von Pressburg zu Österreich, welches es 1809/10 an Bayern abtreten musste. Auf dem Gemeindegebiet wurde 1818 mit dem bayerischen Gemeindeedikt nach der Abtrennung von Salzburg aus sieben ehemaligen Gerichtsvierteln der Pfleggerichte Oberlebenau und Staufeneck die Gemeinden Saaldorf und Surheim gebildet. Die bis dahin selbstständigen Gemeinden Saaldorf und Surheim wurden am 1. Mai 1978 zu einer neuen Gemeinde mit dem Namen Saaldorf zusammengeschlossen.[4] Seit dem 1. Mai 1994 lautet der Gemeindename Saaldorf-Surheim.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 4201 auf 5525 um 1324 Einwohner bzw. um 31,5 % – der höchste prozentuale Zuwachs im Landkreis im genannten Zeitraum.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet gehörte jahrhundertelang zur römisch-katholischen Pfarrei Salzburghofen. Erst 1891 wurden Saaldorf und 1957 Surheim eine eigene Pfarrei.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Gemeinderatswahl am 15. März 2020 setzt sich der Gemeinderat folgendermaßen zusammen:

Partei / Liste Sitze
Christlich-Soziale Union in Bayern (CSU) 6
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 1
Bündnis 90/Die Grünen (Grüne) 3
Freie Überparteiliche Wähler Saaldorf-Surheim (FÜW) 4
Junge Liste Saaldorf-Surheim (JL) 6

Die Wahlbeteiligung betrug 69,1 %.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andreas Buchwinkler (Junge Liste) ist seit 1. Mai 2020 Erster Bürgermeister; dieser wurde am 15. März 2020 mit 73,76 % der Stimmen gewählt. Sein Vorgänger von Mai 2014 bis April 2020 war Bernhard Kern (CSU), der nicht mehr kandidierte.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen der Gemeinde Saaldorf-Surheim.jpg
Blasonierung: „Im Wellenschnitt geteilt von Silber und Rot, oben ein blaues Rad, das rechts und links mit einer wachsenden blauen heraldischen Lilie besteckt ist, unten ein waagrechtes silbernes Türband, überdeckt von einer goldenen Ähre.“[6]

Wappenführung seit 1981

Die Fahne zeigt drei Streifen in der Farbenfolge Rot-Weiß-Blau mit dem aufgelegten Wappen.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnergemeinde von Saaldorf-Surheim ist seit dem 29. September 2007 die Ortschaft Kővágóörs in Ungarn.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulturelle Traditionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine kulturelle Besonderheit ist der Brauch des Aperschnalzens. Saaldorf ist der Sitz der Schnalzervereinigung Rupertiwinkel, die 1957 hier gegründet wurde. Das Aperschnalzen wird nur im bayerischen Rupertiwinkel und im angrenzenden Salzburger Flachgau ausgeübt.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche St. Martin
  • Die Pfarrkirche St. Martin in Saaldorf wurde 1914–1915 im Stil des Neubarocks nach Plänen der Münchner Architekten Joseph Elsner senior und/oder Joseph Elsner junior[7] errichtet. Die Altäre aus der Vorgängerkirche wurden neubarock verändert und an die Raumverhältnisse angepasst. Die Innenraumhöhe musste aus Kostengründen entgegen der ursprünglichen Planung um drei Meter reduziert werden.
  • Die Pfarrkirche St. Stephanus in Surheim wurde 1914 um ein Joch verlängert und im Stil des Neubarocks umgestaltet.
  • 1273 wurde auf einem einstigen Burghügel (Burgstall Steinbrünning) die Kirche St. Johann Baptist erbaut.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Importarzneimittel-Unternehmen EurimPharm Arzneimittel hat seinen Sitz in der Gemeinde. Die Porr GmbH & Co KGaA, Tief- und Straßenbau hat in der Gemeinde ihre Deutschland-Gesellschaft angesiedelt.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anton Streitwieser (1916–1972), SS-Führer und Schutzhaftlagerführer im KZ Mauthausen
  • Günter Hager (1943–2017), deutscher Rechtswissenschaftler
  • Anton Kern (* 1951), Landtagsabgeordneter a. D. (CSU)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dehio, Bayern IV: Oberbayern, S. 1045 und 1144
  • Christliche Kunst in Bayern, Nr. 16: Die Kirchen der Pfarrei Saaldorf. Salzburg 2006

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Saaldorf-Surheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Saaldorf-Surheim in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 28. Mai 2021.
  3. Gemeinde Saaldorf-Surheim, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 9. Januar 2022.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 597.
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1994
  6. Eintrag zum Wappen von Saaldorf-Surheim in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  7. Zuschreibung nicht gesichert.