Saarbrücker Zeitung

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Saarbrücker Zeitung
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Beschreibung regionale Tageszeitung
Verlag Saarbrücker Zeitung Verlag und Druckerei
Erstausgabe 1761
Erscheinungsweise täglich außer sonn- und feiertags
Verkaufte Auflage
(IVW 1/2016, Mo–Sa)
134.578 Exemplare
Reichweite (MA  2009) 0,48[1] Mio. Leser
Chefredakteur Peter Stefan Herbst
Weblink www.saarbruecker-zeitung.de
ZDB 200773-3

Die Saarbrücker Zeitung ist die einzige Tageszeitung des Saarlandes. Seit 1. Januar 2013 gehört sie zusammen mit der gesamten Saarbrücker Zeitungsgruppe mehrheitlich zur Rheinische Post Mediengruppe.[2] Seit der Einstellung der sozialdemokratischen Saarbrücker Allgemeine Zeitung am 27. April 1967[3]:S.115 übt die Saarbrücker Zeitung am saarländischen Zeitungsmarkt de facto ein Monopol aus.

Produziert wird die SZ in der verlagseigenen Druckerei. Die SZ hat elf Lokalredaktionen im Saarland. Das Haupthaus befindet sich im Saarbrücker Stadtzentrum.

Im Jahr 2001 erhielt die Zeitung den begehrten Lokaljournalistenpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung. Die verkaufte Auflage beträgt 134.578 Exemplare, ein Minus von 27,4 Prozent seit 1998.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beginn in der Monarchie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem die fürstlich-nassauische Regierung, geführt von Wilhelm Heinrich von Nassau-Saarbrücken, am 24. Januar 1761 einen Auftrag an den Hofbuchdrucker Gottfried Hofer erteilt hatte, ein Allgemeines Wochenblatt zu drucken, erschien die Zeitung 1761 in der ersten Nummer unter der Aufschrift Nassau-Saarbrückisches Wochenblatt, wie bei Wagner, im Handbuch der Deutschen Tagespresse von 1937 und in anderen Quellen angegeben wurde. In dem Blatt wurden einmal in der Woche Bekanntmachungen der Regierung, Preise des Marktes und ähnliche Informationen gedruckt. Politische Nachrichten fehlten in dem Blatt.

Offensichtlich setzte sich der Name Allgemeines Wochenblatt im Titel des Blattes später durch. Eine ernste Krise der Zeitung bedeuteten die Auswirkungen der Französischen Revolution von 1793, die auch Saarbrücken betrafen. Das Erscheinen des Blattes wurde eingestellt. Im Jahre 1794 erfolgte eine Umbenennung des Blattes in Saarbrücker Wochenblatt anlässlich der Wiederaufnahme des Vertriebs. Die Anwesenheit der Franzosen führte dazu, dass alle Anzeigen und Akten in französischer Sprache gedruckt wurden. Diese Maßnahmen hatte der französische Präfekt angeordnet. Das Blatt musste dadurch Verluste hinnehmen und wurde auch nicht mehr regelmäßig herausgegeben.

Im Jahre 1808 nannte sich die Publikation Saarbrücker Offizielles Intelligenzblatt, um dann 1816 nach dem Anschluss an Preußen den Titel Saarbrücker Intelligenzblatt zu tragen. Nachdem die politische Ordnung verändert wurde, hieß die Zeitung nun Amtsblatt von Saarbrücken. Ab dem 22. Mai 1818 trug die Titelseite den preußischen Adler und die Aufschrift Intelligenzblatt von Saarbrücken, womit eine vollkommene Umstellung des Blattes abgeschlossen wurde. Ab dem 23. September 1836 wurde das Blatt Intelligenzblatt des Kreises Saarbrücken genannt, wobei die Auflage jetzt zweimal wöchentlich erschien. In den Jahren 1837 bis 1848 wurde die Zeitung dreimal in der Woche vertrieben.

Ab 1838 erfolgte die Umbenennung in Saarbrücker Anzeiger. Das Revolutionsjahr 1848 brachte auch eine erhebliche Politisierung der Bürgerschaft, so dass die Zeitung vom 1. Juli bis zum 22. September 1848 täglich gedruckt wurde. Jetzt wurden auch politische Deklarationen wie eine Petition an den König gedruckt. Ab dem 22. September 1848 führte die Zeitung den Titel Saarzeitung, um dann 1861 den Titel Saarbrücker Zeitung anzunehmen. Damit begann die Phase, in der sich diese Zeitung zur bedeutendsten im Saargebiet entwickelte.

Im Saargebiet zwischen Deutschland, Frankreich, und Faschismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ersten Weltkrieg geriet auch die Saarbrücker Zeitung im Jahre 1920 in große Schwierigkeiten, weil die französische Besatzungsmacht die Zeitung in französisches Eigentum überführen wollte. Max Winkler leitete die finanziellen und unternehmerischen Maßnahmen ein, so dass die Zeitung im deutschen Besitz blieb. Im Jahre 1928 hatte die Zeitung eine Auflage von 70 000 Exemplaren.

Nach der Rückgliederung des Saargebiets wurde das Blatt mit der nationalsozialistischen Presse gleichgeschaltet.[5]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Zeitung ab dem 27. August 1945 wieder als Neue Saarbrücker Zeitung herausgegeben, um dann ab dem 5. September 1946 den Traditionsnamen Saarbrücker Zeitung von 1861 wieder aufzunehmen. Verleger und Herausgeber der überparteilichen Zeitung war Josef Maria Felten, Direktor des Presse-Verlag Saarbrücker Zeitung; die Auflage erreichte 1947 (bei dreimal wöchentlichem Erscheinen) 236.000 Exemplare.[6]

Mit dem Vertrag von Luxemburg, d.h. dem Saarvertrag über den Beitritt des Saarlandes zur BRD in der Folge der Volksabstimmung vom 23. Oktober 1955 wurde das neue Bundesland Saarland Eigentümer der Saarbrücker Zeitung.

Wieder im "Reich"[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Beschluss des Saarländischen Landtags vom 5. November 1969 erfolgte schließlich die Privatisierung, wobei zunächst 49 % an den Verleger Georg von Holtzbrinck gingen und 26 Prozent der Geschäftsanteile unentgeltlich an die Gemeinnützige „Förderergesellschaft Saarbrücker Zeitung“ übertragen wurden. Diese Förderergesellschaft wiederum ist im Jahre 2000 in die „Gesellschaft für staatsbürgerliche Bildung Saar mbH“ übergegangen.. Die Gesellschaft für staatsbürgerliche Bildung Saar mbH (GSB) hält seither einen Anteil von 26 %. Diese Gesellschaft wird von den Stiftungen der Parteien CDU, SPD und FDP getragen.[7][5]

Der Verlag und die Saarbrücker Zeitungsgruppe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verlag übernahm 1980 den Pfälzischen Merkur in Pirmasens[8] und im Jahre 1993 übernahm der Verlag den Trierischen Volksfreund, beide in dem Saarland benachbarten Teilen von Rheinland-Pfalz. Bei der Privatisierung der DDR-Zeitungen ging im April 1990 die Lausitzer Rundschau an die Saarbrücker Zeitung. Die Saarbrücker Zeitung Druckerei und Verlag GmbH wurde so zum Kern der Saarbrücker Zeitungsgruppe.

Im Jahr 2005 versuchte die Saarbrücker Zeitung mit der Tageszeitung "20Cent saar" im Billigsegment Fuß zu fassen. Die Publikation konnte das "Break-Even" aber nie erreichen. Das Experiment wurde am 28. Februar 2009 beendet, als die letzte Ausgabe ausgeliefert wurde.[9]

Im Jahr 2015 kaufte die Saarbrücker Zeitung die Marke "Saar-Zeitung" von einem Saarlouiser Verlag. Nachdem die Saarbrücker Zeitung von 1848 bis 1861 selbst unter dem Namen Saar-Zeitung erschienen war, wandelte der Verlag den neu erworbenen Titel in eine crossmedial erscheinende Vereinszeitung[10] um.

Auflage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Saarbrücker Zeitung hat in den vergangenen Jahren erheblich an Auflage eingebüßt. Die verkaufte Auflage ist seit 1998 um 27,4 Prozent gesunken.[11] Sie beträgt gegenwärtig 134.578 Exemplare.[12] Das entspricht einem Rückgang von 50.867 Stück. Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 88,5 Prozent.

Entwicklung der verkauften Auflage[13]


Die Saarbrücker Zeitung wird von rund 420.000 Menschen (Mediaanalyse 2013, mit Pfälzischer Merkur) gelesen und von 480.000 Unique Usern (AGOF III/2013) im Internet genutzt.

Ehemalige Chefredakteure[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Internetauftritt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Saarbrücker Zeitung war 1993 als eine der ersten deutschen Tageszeitungen im Internet präsent, seinerzeit mit dem Angebot SZ-Newsline. Das SZ-Angebot ging 2002 in dem Portal SOL.DE auf. Seit September 2007 ist die Saarbrücker Zeitung wieder mit einem eigenen Angebot im Internet vertreten. Der Online-Auftritt der SZ setzt unter anderem auf geokodierte Regionalnachrichten, Videonews, ePaper und eine Leser-Community. Das Medienhaus setzt seither auf eine Zwei-Säulen-Strategie: saarbruecker-zeitung.de soll die etwas ältere, nachrichtenaffine Zielgruppe ansprechen, SOL.DE die jungen Internet-Nutzer, die an Entertainment-Inhalten, Terminen und Communitys interessiert sind. Im Zuge des Portalausbaus und der Erschließung neuer Zielgruppen hat der Verlag im September 2012 das Gastronomie-Portal finerio.de gestartet.

Literatur – Referenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eugen Wagner: Die Presse des Saargebiets und ihr Kampf gegen die französischen Annexionsbestrebungen in den Jahren 1918 bis 1925, Dissertation Heidelberg 1933
  • Institut für Zeitungswissenschaft an der Universität Berlin, Handbuch der Deutschen Tagespresse, Berlin 1937
  • Institut für Publizistik der Freien Universität Berlin: Die Deutsche Presse 1961 – Zeitungen und Zeitschriften, Berlin 1961
  • Emil Ermatinger, Eugen Thurnher, Paul Stapf: Deutsche Kultur im Zeitalter der Aufklärung, Frankfurt/Main 1969
  • Bernarding, Bernhard: Als der Fürst die Zeitung schuf. 250 Jahre Saarbrücker Zeitung – eine ausführliche Geschichte. In: Saarbrücker Zeitung (Hauptteil) v. 3. Januar 2011, S. A2

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Saarbrücker Zeitung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mit Pfälzischer Merkur
  2. Informationen auf den Internetseiten der Rheinische Post Mediengruppe
  3. Joachim Heinz, Kühn: 150 Jahre Sozialdemokratie an der Saar. Stiftung Demokratie Saarland. 2013. Abgerufen am 23 March 2016.
  4. laut IVW, (Details auf ivw.eu)
  5. a b Entstehung der Stiftung Demokratie Saarland, dargestellt auf der Internetpräsenz der Stiftung
  6. Dietrich Oppenberg(Hrsg.): Handbuch Deutsche Presse 1947. Reprint des Zeitungsteils, Econ Verlag, Düsseldorf 1996. ISBN 3-430-17288-8
  7. Anfrage der Fraktion DIE LINKE Saarland: Gesellschaft für staatsbürgerliche Bildung Saar mbH. In: linksfraktion-saarland.de. 17. April 2014. Abgerufen am 23 March 2016.
  8. "300 Jahre Pfälzischer Merkur". In: Pfälzischer Merkur - 40 Seite Beilage, 25. September 2013. 
  9. Holtzbrinck beendet "20Cent"-Experiment, 12. Februar 2009, abgerufen am 31. Oktober 2012.
  10. Saarbrücker Zeitung legt Saar-Zeitung als Vereinszeitung neu auf, abgerufen am 12. Mai 2015
  11. laut IVW, (Details auf ivw.eu)
  12. laut IVW, erstes Quartal 2016, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  13. laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.eu)