Saarbrücker Zeitung Verlag und Druckerei

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Saarbrücker Zeitung Verlag und Druckerei
Rechtsform GmbH
Sitz Saarbrücken
Mitarbeiterzahl 2700
Branche Medien
Website www.sz-medienhaus.de

Die Saarbrücker Zeitung Verlag und Druckerei GmbH – im alltäglichen Sprachgebrauch „Saarbrücker Zeitungsverlag“ oder „Saarbrücker Zeitungsgruppe“ – ist ein Verlagskonzern mit Sitz in Saarbrücken. Das Unternehmen ist 1969 durch Privatisierung aus der bis dahin staatlichen Saarbrücker Zeitung hervorgegangen. Als Konzern verlegt es unmittelbar sowie in Tochtergesellschaften mehrere Tageszeitungen und betreibt zahlreiche weitere Medien. Mit insgesamt 2.700 Mitarbeitern erwirtschaften die Konzernunternehmen einen Umsatz von 330 Millionen Euro. Der Gewinn liegt nach eigenen Angaben im zweistelligen Millionenbereich.

Mehrheitseigentümer der Saarbrücker Zeitung Verlag und Druckerei GmbH mit einem Anteil von 56 Prozent ist die Rheinische Post Mediengruppe, die mit Johannes Werle auch den Vorsitzenden des Aufsichtsrats stellt. Minderheitsgesellschafter sind mit 28 Prozent die von parteinahen Stiftungen getragene Gesellschaft für Staatsbürgerliche Bildung Saar mbh (GSB) sowie mit 16 Prozent die Beteiligungsgesellschaft der Mitarbeiter der Saarbrücker Zeitung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Skulptur eines Zeitungslesers im Innenhof

Die Saarbrücker Zeitung hat durch die wechselhafte Geschichte des Saarlands bis ins Jahr 1761 zurückreichend eine große Zahl Vorgängerinnen unterschiedlicher Namen. Nach der Gleichschaltung in der Zeit des Nationalsozialismus gelangte die Zeitung nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in das Eigentum der Besatzungsmacht Frankreich. Nach dem Beitritt des Saarlands zur Bundesrepublik Deutschland in der Folge der Volksabstimmung vom 23. Oktober 1955 kaufte das neu geschaffene Bundesland 1956 für 1,3 Millionen Mark alle Anteile der Presseverlag Saarbrücker Zeitung GmbH.[1]

Am 5. November 1969 beschloss der Saarländische Landtag die Privatisierung der Saarbrücker Zeitung. Dazu wurde als privatwirtschaftliches Trägerunternehmen die Saarbrücker Zeitung Verlag und Druckerei GmbH gegründet. 49 Prozent der Eigentumsanteile wurden an den Verleger Georg von Holtzbrinck verkauft und 26 Prozent unentgeltlich an die Gemeinnützige Förderergesellschaft Saarbrücker Zeitung übertragen. Die Förderergesellschaft ging im Jahr 2000 in die Gesellschaft für staatsbürgerliche Bildung Saar mbH (GSB) über, deren Anteilseigner die den Parteien CDU, SPD und FDP nahestehenden Stiftungen Union Stiftung, Stiftung Demokratie Saar und Liberale Stiftung Villa Lessing sind.[2]

Bei der Privatisierung der vormaligen SED-Zeitungen verkaufte die Treuhandanstalt im April 1990 die Lausitzer Rundschau an den Saarbrücker Zeitungsverlag, der zu ihrem Betrieb das hundertprozentige Tochterunternehmen Lausitzer Rundschau Verlag und Druckerei GmbH gründete.

Im Mai 2012 gab die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck ihr Regionalzeitungsgeschäft auf und verkaufte ihren Anteil von 52,33 Prozent am Saarbrücker Zeitungsverlag an die GSB.[3] Die GSB wollte dabei nur vorübergehend als Mehrheitsgesellschafter fungieren. Sie bekundete sie suche einen neuen Gesellschafter, der den Willen mitbringe, „die regionalspezifischen Ausprägungen der einzelnen Zeitungstitel zu erhalten und weiterzuentwickeln“.[4] Bereits zum 1. Januar 2013 verkaufte die GSB 56 Prozent des Unternehmens an die Rheinische Post Mediengruppe weiter, die die unternehmerische Leitung übernahm und die Tageszeitungen der Gruppe in ihren Konzern eingliederte. 28 Prozent des Saarbrücker Verlags blieben weiterhin im Eigentum der GSB, 16 Prozent gehören einer Beteiligungsgesellschaft der Mitarbeiter.[5] Seit der Mehrheitsübernahme stellt die RP den Vorsitzenden des Aufsichtsrats, zunächst mit Karl Hans Arnold, dann mit Johannes Werle.[6]

2018 verkaufte der Saarbrücker Zeitungsverlag die Lausitzer Rundschau an die Herausgeberin der benachbarten Märkischen Oderzeitung, die Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG. Diese wiederum ist Teil des Medienkonzerns Neue Pressegesellschaft mit Sitz in Ulm, dem zahlreiche Regionalzeitungen in Süd- und Ostdeutschland gehören.[7]

Konzernstruktur und Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Saarbrücker Zeitung Verlag und Druckerei GmbH ist als Konzernmutter an zahlreichen Tochterunternehmen beteiligt.[8]

Tageszeitungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berliner Medienservice (BMS)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Berliner Medienservice GmbH (BMS) verfügt die Zeitungsgruppe Saarbrücker Zeitung über ein Berliner Korrespondentenbüro, das neben den Zeitungen der Saarbrücker Zeitungsgruppe mehrere andere Regionalzeitungen mit Artikeln der drei Hauptstadt-Korrespondenten versorgt und einen „News-Pool“, dessen Redaktion in Saarbrücken sitzt. Die Website der BMS zählt als ihre Kunden auf die Aachener Nachrichten, die Pirmasenser Zeitung, das Offenburger Tageblatt, die Ludwigsburger Kreiszeitung, die Nordsee Zeitung, die Pforzheimer Zeitung, die Wetzlarer Neue Zeitung, das Tageblatt in Luxemburg, die Westdeutsche Zeitung mit ihren Kopfblättern Solinger Tageblatt und Remscheider General-Anzeiger, die Hessische/Niedersächsische Allgemeine (Zeitungsgruppe Ippen) und den Hanauer Anzeiger.[9]

Saarbrücker VerlagsService GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Saarbrücker VerlagsService GmbH, eine Tochtergesellschaft des Verlages, gab vom 31. März 2005 bis zum 28. Februar 2009 20cent saar heraus. Dieses Regionalblatt im Tabloid-Format, das sich vor allem an junge Leser richtete, kooperierte mit der Zeitung 20cent in Cottbus, die wiederum zur Lausitzer Rundschau, einer Tochter der SZ gehörte. Auch dieser Titel erschien ab März 2009 nicht mehr.

  • Lifestyle Saarland
  • Lifestyle Trier
  • www.sol.de

Multimedia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Produkten der Saarbrücker Zeitung gehört außerdem das Internet-Portal SOL.DE. Im Jahr 2015 erwarb der Verlag die Titelrechte an der „SaarZeitung“ und wandelte das im Raum Saarlouis erscheinende Blatt in eine Vereinszeitung um, die seit 2016 saarlandweit publiziert wird. Im September 2016 startete der Verlag mit „allesprofis.de“ einen Mix aus Branchenportal und Fachartikeln. Das Portal ist in den Regionen Saarland, Trier/Eifel und Lausitz aktiv.

ProServ – Medien Service Gesellschaft mbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Saarbrücker Zeitung Verlag und Druckerei sowie die Verlage des Trierischen Volksfreund und der Lausitzer Rundschau halten jeweils 16,66 Prozent der Anteile an der Proserv Medien-Service Gesellschaft mbH, die Rheinische Post Mediengruppe die anderen 50 Prozent, die sie Anfang 2013 von der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck übernommen hatte. Die ProServ wiederum ist zusammen mit der Funke Mediengruppe und der Verlagsgruppe Ippen an dem Online-Anzeigennetzwerk Markt Gruppe beteiligt, die Portale wie immowelt.de, stellenanzeigen.de, motoso.de und markt.de betreibt.

Telemedia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Telemedia ist ein Telefonbuchverlag und verlegt die "Blauen Telefonbücher" in den Verbreitungsgebieten Saarland, Westpfalz, Mosel/Eifel/Hunsrück sowie Lausitz/Sachsen/Sachsen-Anhalt und betreibt lokales Suchmarketing.[10]

Postzustellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter der Marke saarriva ist der Konzern als Briefzusteller tätig.

Amplexor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Amplexor International S.A. mit Sitz in Luxemburg, 1987 gegründet als Euroscript Luxembourg, ist ein Dienstleistungsunternehmen für digitale Technologien und Verarbeitung von Inhalten.[11]

Circ IT[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Circ IT GmbH & Co. KG ist ein IT-Dienstleister für Verlage und Medienunternehmen, der 2007 als Gemeinschaftsunternehmen der Rheinische Post Mediengruppe und der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck gegründet wurde.[12]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Bischof bietet mit: In Saarbrücken steht eine Zeitung zum Verkauf. In: Die Zeit. 14. Februar 1969, abgerufen am 24. August 2019.
  2. Gesellschaft für staatsbürgerliche Bildung Saar mbH, Kleine Anfrage der Linksfraktion im Saarländischen Landtag. In: Website von Die Linke. Fraktion im Landtag des Saarlandes. 17. März 2014, abgerufen am 24. August 2019.
  3. Holtzbrinck verkauft Saarbrücker Zeitung. In: Meedia.de. 30. Mai 2012, abgerufen am 24. August 2019.
  4. GSB darf übernehmen: Kartellamt erlaubt Verkauf der „Saarbrücker Zeitung“. In: Kress News. 2. Juli 2012, abgerufen am 24. August 2019.
  5. „Rheinische Post“ kauft „Saarbrücker Zeitung“. In: Handelsblatt. 30. September 2012, abgerufen am 24. August 2019.
  6. In eigener Sache: Johannes Werle führt künftig den SZ-Aufsichtsrat. In: Saarbrücker Zeitung. 4. Mai 2018, abgerufen am 24. August 2019.
  7. „Lausitzer Rundschau“ steht vor Besitzerwechsel. In: Horizont Online. 13. März 2018, abgerufen am 24. August 2019.
  8. Mediendatenbank: Saarbrücker Zeitung Verlag und Druckerei GmbH. In: Mediendatenbank der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK). Abgerufen am 24. August 2019.
  9. Berliner Medien Service Unternehmensübersicht. In: Website der Berliner Medien Service GmbH. Abgerufen am 24. August 2019.
  10. Über uns. Abgerufen am 10. November 2019.
  11. Unsere Geschichte. In: Website der Amplexor International S.A. Abgerufen am 24. August 2019.
  12. Über uns. In: Website der Circ IT GmbH & Co. KG. Abgerufen am 24. August 2019.