Saarländischer Fußballverband

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Saarländischer Fußballverband
Logo Saarländischer Fußball-Verband.svg
Gegründet 25. Juli 1948
Präsident Franz Josef Schumann (seit 2008)
Adresse Hermann-Neuberger-Sportschule 2
66123 Saarbrücken
Meister Herren FV Diefflen (2016)
Pokalsieger Herren FC 08 Homburg (2016)
Meister Frauen SV Bliesmengen-Bolchen (2016)
Pokalsieger Frauen 1. FC Riegelsberg (2016)
Übergeordneter Verband Fußball-Regional-Verband Südwest
Untergeordnete Verbände Fußballkreis Nordsaar
Fußballkreis Ostsaar
Fußballkreis Südsaar
Fußballkreis Westsaar
Region Karte-DFB-Regionalverbände-SL.png
Vereine (ca.) 370*
Mitglieder (ca.) 98.112*
Mannschaften (ca.) 2.361*
*Stand: 8. Juni 2016[1]
Homepage www.saar-fv.de

Der Saarländische Fußballverband (SFV) ist einer von 21 Landesverbänden des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Zusammen mit dem Fußballverband Rheinland und dem Südwestdeutschen Fußballverband (beide in Rheinland-Pfalz) bildet der Saarländische Fußballverband den Fußball-Regional-Verband Südwest.

Dem Fußballverband sind 370 Vereine aus dem Saarland angeschlossen, die zusammen 98.113 Mitglieder haben. 2361 Mannschaften nehmen am Spielbetrieb teil.[1] Der Sitz des SFV befindet sich auf dem Gelände der Hermann-Neuberger-Sportschule in der saarländischen Landeshauptstadt Saarbrücken.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Der Saarländische Fußballverband wurde am 25. Juli 1948 in Sulzbach von Hermann Neuberger als Saarländischer Fußballbund (SFB) des formal selbstständigen Saarlandes gegründet. Der SFB wurde dabei die erste selbstständige Fachgruppe im Landessportverband für das Saarland (LSVS). Der erste Präsident wurde Willy Koch.[2]

Ab der Saison 1948/49 nahmen die saarländischen Fußballvereine, bedingt durch die außenpolitische Situation, nicht mehr am deutschen Meisterschaftsspielbetrieb teil, sondern spielten in französischen Ligen. Der 1. FC Saarbrücken spielte 1948/49 nach kurzfristigem Rückzug des AS Angoulême, der keine Mannschaft für den Profiligabetrieb zusammenbekam, außer Konkurrenz als FC Sarrebruck in der zweiten französischen Division. Der Verein beendete die Saison als Erster der (inoffiziellen) Tabelle, besaß allerdings keine Aufstiegsberechtigung. Deswegen zeigt die offizielle Abschlusstabelle dieser Spielzeit lediglich 19 Teilnehmer (mit Racing Lens und Girondins-AS du Port Bordeaux auf den ersten beiden Plätzen). Wären die ausgetragenen 37 Begegnungen der Saarbrückener gewertet worden, wären sie in die erste Liga aufgestiegen. Der 1. FC Saarbrücken organisierte anschließend den Internationalen Saarlandpokal, den er 1950 gewann.

Die höchste Spielklasse im Vereinsfußball war die Ehrenliga Saarland (drei Spielzeiten von 1948 bis 1951), allerdings nahm die erste Mannschaft des 1. FC Saarbrücken, die damals sportlich beste Mannschaft, daran nicht teil.

Am 17. Juli 1949 lehnte der Bundestag des SFB einen von der saarländischen Regierung unterstützten Antrag zum Beitritt des SFB zum Französischen Fußball-Verband mit 609 Nein-Stimmen bei 299 Ja-Stimmen und 55 Enthaltungen ab.[2]

Hermann Neuberger wurde am 14. Mai 1950 neuer Präsident des SFB. Der SFB wurde am 22. Juni desselben Jahres eigenständiges Mitglied des Weltfußballverbandes FIFA, noch vor dem DFB, der erst im Herbst wieder aufgenommen wurde.[2] Ebenso war das Saarland Mitglied im europäischen Verband UEFA, als diese 1954 gegründet wurde. Bis 1956 war der SFB in beiden internationalen Verbänden Mitglied und unterhielt eine eigene Saarländische Fußballnationalmannschaft.

1951 erreichten der Deutsche Fußball-Bund und der Saarländische Fußballbund bei der FIFA die Genehmigung zur Rückkehr des 1. FC Saarbrücken und der Borussia Neunkirchen in die deutsche Fußball-Oberliga Südwest. Ein Jahr später erreichte der 1. FC Saarbrücken das Finale um die Deutsche Meisterschaft.[2]

Das Saarland nahm an der Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft 1954 teil. Dort traf die Nationalmannschaft in der Qualifikationsgruppe 1 auf die Bundesrepublik Deutschland und Norwegen und belegte dank eines Auswärtssieges in Oslo vor Norwegen Platz zwei.

Der SFB hatte in seiner kurzen Geschichte einen Teilnehmer am Europapokal: In der Saison 1955/56 nahm der 1. FC Saarbrücken am Europapokal der Landesmeister teil. Dort gewannen die Saarbrücker im Hinspiel der ersten Runde beim AC Mailand mit 4:3, schieden aber nach einer 1:4-Heimniederlage im Rückspiel aus.

Nachdem der Beitritt des Saarlands zur Bundesrepublik (zum 1. Januar 1957) eingeleitet worden war, trat der SFB aus der FIFA aus. Auf dem Verbandstag am 8. Juli 1956 erfolgte die Umbenennung in Saarländischer Fußballverband (SFV), der den Antrag auf Wiederaufnahme beim DFB stellte. Der DFB-Bundestag beschloss die Aufnahme schließlich am 28. Juli in Duisburg.[2]

Seit 1975 wird der Saarlandpokal, der Verbandspokal des SFV, ausgetragen. Der 1. FC Saarbrücken ist mit neun Titelgewinnen der Rekordsieger und war zuletzt 2013 erfolgreich.

Präsidium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Präsidium des SFV besteht aus dem Präsidenten, seinen beiden Stellvertretern und dem Schatzmeister.[3]

Präsidenten des Saarländischen Fußballbundes (1948–1956) bzw. des Saarländischen Fußballverbands (seit 1956) waren bisher:

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verband unterteilt sich in vier Kreise:

  • Kreis Nordsaar
  • Kreis Ostsaar
  • Kreis Südsaar
  • Kreis Westsaar

Liga-System im Herrenfußball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab der Saison 2009/10 wurde die Saarlandliga oberhalb der Verbandsliga eingeführt, sodass alle anderen Spielklassen jeweils eine Stufe nach unten versetzt wurden. Es erfolgte zudem eine Reform der Kreisligen A und B. Ab der Saison 2012/2013 wurde das Ligensystem erneut modifiziert, sodass sich aktuell folgende Ligenhierarchie ergibt:[7]

Stufe Liga
Landesebene
6 Saarlandliga

18 Vereine

↑↓ max. 4 Absteiger, 2 Meister steigen auf;

Zweitplatzierte spielen Relegation um dritten Aufstiegsplatz

7 Verbandsliga Nordost

16 Vereine

Verbandsliga Südwest

16 Vereine

↑↓ max. 2 Absteiger, Meister steigen auf;

Zweitplatzierte spielen Relegation um vierten Aufstiegsplatz

↑↓ max. 2 Absteiger, Meister steigen auf;

Zweitplatzierte spielen Relegation um vierten Aufstiegsplatz

8 Landesliga Nord

16 Vereine

Landesliga Ost

16 Vereine

Landesliga Süd

16 Vereine

Landesliga West

16 Vereine

↑↓ min. 1 Absteiger, Meister steigen auf;

Zweitplatzierte spielen Relegation um vierten Aufstiegsplatz

↑↓ min. 1 Absteiger, Meister steigen auf;

Zweitplatzierte spielen Relegation um vierten Aufstiegsplatz

↑↓ min. 1 Absteiger, Meister steigen auf;

Zweitplatzierte spielen Relegation um vierten Aufstiegsplatz

↑↓ min. 1 Absteiger, Meister steigen auf;

Zweitplatzierte spielen Relegation um vierten Aufstiegsplatz

Bezirksebene
9 Bezirksliga St. Wendel

16 Vereine

Bezirksliga Neunkirchen

16 Vereine

Bezirksliga Homburg

16 Vereine

Bezirksliga Merzig-Wadern

16 Vereine

Bezirksliga Saarlouis

16 Vereine

Bezirksliga Saarbrücken

16 Vereine

↑↓ min. 1 Absteiger, Meister steigen auf;

2. spielt Relegation

↑↓ min. 1 Absteiger, Meister steigen auf;

2. spielt Relegation

↑↓ min. 1 Absteiger, Meister steigen auf;

2. spielt Relegation

↑↓ min. 1 Absteiger, Meister steigen auf;

2. spielt Relegation

↑↓ min. 1 Absteiger, Meister steigen auf;

2. spielt Relegation

↑↓ min. 1 Absteiger, Meister steigen auf;

2. spielt Relegation

Kreisebene
10 15 Kreisligen A

je 14-16 Vereine

↑↓1-3 Auf- und Absteiger (nur Nord- und Ostsaar)
11 13 Kreisligen B

je 16 oder wenige Vereine

Vereine oberhalb der Verbandsliga (Saison 2016/17)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Männer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stufe Bezeichnung Anzahl Mannschaften
1. Bundesliga 0
2. 2. Bundesliga 0
3. 3. Liga 0
4. Regionalliga Südwest 3 SV Elversberg Logo.svg SV Elversberg, FC 08 Homburg Logo.svg FC 08 Homburg, 1. FC Saarbrücken.svg 1. FC Saarbrücken
5. Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar 6 FV 07 Diefflen.png FV 07 Diefflen, FSVViktoriaJägersburg.jpg FSV Viktoria Jägersburg, Borussia Neunkirchen.svg Borussia Neunkirchen, Saar 05.png SV Saar 05 Saarbrücken, Voelklingen.gif SV Röchling Völklingen, FC Hertha Wiesbach Logo.png FC Hertha Wiesbach
6. Saarlandliga mit 18 Mannschaften

Frauen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stufe Bezeichnung Anzahl Mannschaften
1. Bundesliga 0
2. 2. Bundesliga Süd 1 1. FC Saarbrücken.svg 1. FC Saarbrücken
3. Regionalliga Südwest 4 SV Bliesmengen-Bolchen, SVDirmingen.gif SV Dirmingen, 1. FC Riegelsberg.gif 1. FC Riegelsberg, 1. FC Saarbrücken.svg 1. FC Saarbrücken II
4. Verbandsliga Saar mit 11 Mannschaften

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Mitglieder-Statistik des DFB 2016, aufgerufen am 7. August 2016
  2. a b c d e Chronik Saarländischer Fußballbund 1945 – 1956. In: Deutscher Fußball-Bund (Hrsg.): 100 Jahre DFB – Die Geschichte des Deutschen Fußball-Bundes. Sportverlag Berlin, Berlin 1999, ISBN 3-328-00850-0, S. 88 bis 91
  3. Präsidium. Saarländischer Fußballverband, abgerufen am 6. August 2015.
  4. Neuberger Hermann. Saarländische Biografien, abgerufen am 6. August 2015.
  5. Gluding Kurt. Saarländische Biografien, abgerufen am 9. Dezember 2015.
  6. Empfang für Ehrenpräsident Günter Müller. Saarländischer Fußballverband, 29. Oktober 2013, abgerufen am 6. August 2015.
  7. Saarländischer Fußballverband. Saarländischer Fußballverband, abgerufen am 6. August 2015.