Saastal

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Saastal (Vallée de Saas)
Saastal mit Saas-Fee (links) und Saas-Grund (Bildmitte). Im Hintergerund die schneebedeckten Berner Alpen.

Saastal mit Saas-Fee (links) und Saas-Grund (Bildmitte). Im Hintergerund die schneebedeckten Berner Alpen.

Lage Kanton Wallis
Gebirge Walliser Alpen
Geographische Lage 638243 / 10735946.1166527.9333234545Koordinaten: 46° 6′ 59,9″ N, 7° 56′ 0″ O; CH1903: 638243 / 107359
Saastal (Schweiz)
Saastal
Typ landmark
Höhe 723,5 m bis 4545 m
Gewässer Vispa

Das Saastal, das Tal der Saaser Vispa, ist ein Seitental im Oberwallis (deutschsprachiger östlicher Teil des Kantons Wallis) in der Schweiz.

Geografie[Bearbeiten]

Das Saastal ist der östliche Zweig des Vispertals, in dem es sich mit dem westlich gelegenen Mattertal (auch Nikolaital) beim Ort Stalden vereint. Vom Rhonetal her kommend gelangt man über Visp und Stalden zuerst nach Saas-Balen, dann nach Saas-Grund. Von Saas-Grund erreicht man weiter südlich dem Tal folgend Saas-Almagell und später den Staudamm Mattmark oder nach rechts abzweigend das gut 200 Meter höhergelegene Saas-Fee.

Südlich und südöstlich grenzt das Saastal an Italien (Valle Anzasca mit dem Hauptort Macugnaga). Einige Pässe im Saastal dienten früher als Schmugglerwege (Monte-Moro-, Ofental- und Antrona-Pass). Nach der Eröffnung des Simplonpasses verloren die schwer zugänglichen und hohen Pässe im Saastal ihre Bedeutung.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Saastal ist in erster Linie bekannt durch die Skiorte Saas-Fee und Saas-Grund, die Nähe zum Mattertal mit Zermatt und den Zugang zu den alpinistisch anziehenden Gebieten der Mischabelkette mit dem höchsten grenzfernen Gipfel der Schweiz, dem Dom.

Saas-Grund galt in früherer Zeit klar als Hauptort, dies hat sich durch die touristische Entwicklung der letzten 60 Jahre aber geändert. Saas-Fee hat Saas-Grund sowohl in der Einwohnerzahl wie auch in der wirtschaftlichen Bedeutung für das Tal überholt. Zurzeit laufen politische Bemühungen, die einst gemeinsame Gemeinde Saas, die sich später in die Gemeinden Balen, Grund, Almagell und Fee aufsplitteten, wieder zu vereinigen.

Im Jahre 1851 verfasste Domherr Peter Joseph RuppenDie Chronik des Thales Saas“, welche noch heute als das Standardwerk über das Saastal gilt. Als Grundlage dienten ihm die Aufzeichnungen von Dekan Peter Joseph Zurbriggen (Familienstatistik Saas Nr. 553). Notar Alois Zurbriggen und Pfarrer Imseng ergänzten diese Chronik mit wissenschaftlichen Beilagen. Das Manuskript ist bis heute erhalten geblieben.

Bis zum Jahre 1893 bildete das Saastal mit den Gemeinden Almagell, Balen, Fee und Grund eine einzige Pfarrei. Die Talkirche war in Saas-Grund. Die Bewohner der drei Gemeinden Almagell, Balen und Fee mussten somit für alle kirchlichen Angelegenheiten, wie Taufe, Firmung, Eheschliessung usw. nach Saas-Grund gehen. Sogar die Beerdigungen fanden dort statt.

Die vom Aussterben bedrohte Schafrasse Saaser Mutte hat ihren Ursprung im Saastal.[1][2]

Grösste Konzentration von Viertausendern in den Alpen[Bearbeiten]

Zusammen durchziehen das Saas- und das Nikolaital, die bis zum Matterhorn und dem südlich der von ihnen umfassten Mischabelkette gelegenen Monte Rosa (mächtigstes und zweithöchstes Bergmassiv in den Alpen)[3] aufsteigen, 38 Viertausender[4], was die grösste Konzentration von Hauptgipfeln der Viertausender in den Alpen ist. Auf der rechten Seite des Saastals finden sich zwei Viertausender (Weissmies und Lagginhorn), 36 Viertausender umgeben das Nikolaital.

Talgemeinden[Bearbeiten]

Saas-Fee[Bearbeiten]

Hauptartikel: Saas-Fee

Saas-Fee ist die die grösste Gemeinde der vier Teilorte im Saastal. Sie zählt 1632 Einwohner (Stand 31. Dezember 2014) und ist auf rund 1'800 m ü. M. gelegen. Die Gemeinde verfügt über das grösste Skigebiet der vier Gemeinden. Saas-Fee ist autofrei.

Saas-Grund[Bearbeiten]

Hauptartikel: Saas-Grund

Saas-Grund hat 1053 Einwohner (Stand 31. Dezember 2014) und ist der zentral gelegene Teilort des Saastales. In Saas-Grund teilt sich die Autostrasse nach Saas-Fee bzw. Saas-Almagell. Der Ort verfügt über ein sonniges Ski- und Wandergebiet (Hohsaas, Kreuzboden) und ist – wie auch das restliche Saastal – auf den Tourismus ausgerichtet.

Saas-Almagell[Bearbeiten]

Hauptartikel: Saas-Almagell
Almagell mit Kirche 1914–1918

Saas-Almagell, ca. 1'650 m ü. M., ist die südlichste und kleinste der vier Teilgemeinden im Saastal und hat 390 Einwohner (Stand 31. Dezember 2014). Unmittelbar im Anschluss an Saas-Almagell befindet sich der Mattmark-Staudamm, der höchstgelegene Erdstaudamm Europas (2.197 m). Für Wintersportler gibt es im Winter ein Skigebiet und Langlaufloipen, für Wanderer steht ganzjährig ein grosses Wegenetz an Wanderwegen zur Verfügung.

Saas-Balen[Bearbeiten]

Hauptartikel: Saas-Balen

Saas-Balen ist die nördlichste und zweitkleinste der Saas-Gemeinden. Sie zählt 367 Einwohner (Stand 31. Dezember 2014) und ist vor allem bekannt für ihre Rundkirche und den Fellbach. Es gibt im Ort nur einen Skilift, weshalb Wintertouristen oft auf die benachbarten Ortschaften ausweichen.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Christian Imboden: Berge: Beruf, Berufung, Schicksal. Rotten Verlag, Visp 2013, ISBN 3-907624-48-3. (Kapitel Die Alpen und das Tal des Matterhorns (das Nikolaital), Die früheren Erstbesteigungen um das Nikolaital und Die früheren Erstbesteigungen ausserhalb des Nikolaitals).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Saastal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eintrag zu Saaser Mutten auf der Website von pro specie rara
  2. «Saaser Mutte» akut vom Aussterben bedroht auf der Website von SRF
  3. Christian Imboden, Berge: Beruf, Berufung, Schicksal, Rotten Verlag, Visp, 2013, S. 50
  4. Christian Imboden, Berge: Beruf, Berufung, Schicksal, Rotten Verlag, Visp, 2013, S. 12