Saat-Wucherblume

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Saat-Wucherblume
Saat-Wucherblume (Glebionis segetum) auf Korsika

Saat-Wucherblume (Glebionis segetum) auf Korsika

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Anthemideae
Gattung: Glebionis
Art: Saat-Wucherblume
Wissenschaftlicher Name
Glebionis segetum
(L.) Fourn.

Die Saat-Wucherblume (Glebionis segetum, Syn.: Chrysanthemum segetum) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Saat-Wucherblume (Glebionis segetum)

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Saat-Wucherblume ist eine einjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 60 Zentimeter erreicht. Die Blätter sind unzerteilt, vorn verbreitert und grob gezähnt bis dreispaltig eingeschnitten. Die oberen sind stängelumfassend. Die Blütenköpfe haben einen Durchmesser von 4 Zentimetern. Die Zungenblüten/Strahlblüten sind gelb bis dunkelgelb.

Die Blütezeit reicht von Juni bis Oktober.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18.[1]

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Saat-Wucherblume kommt ursprünglich in Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen, Spanien, Frankreich, Italien, Albanien Bosnien-Herzegowina, Griechenland, Türkei, Zypern, Syrien, Libanon, Jordanien und Israel vor.[2] In Madeira, auf den Azoren, im südlichen Afrika, in Australien, Neuseeland, Chile, Nordamerika und in einigen Ländern Süd-, Ost-, Mittel- und Nordeuropas ist sie ein Neophyt.[2]

Frühere Auswirkungen auf die Landwirtschaft und heutiges Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Saat-Wucherblume kommt in Süd-, West- und Mitteleuropa auf Äckern vor. Im 19. Jahrhundert wurde sie als gefürchtetstes Ackerunkraut in Norddeutschland bezeichnet. Für die Nichtbeseitigung wurden zum Teil Geldstrafen verhängt.[3]

Besonders große Probleme bereitete die Saat-Wucherblume der Landwirtschaft im Westerwald. Vom 16. bis ins 19. Jahrhundert berichten Reisende und Botaniker mehrfach von einer verheerenden Verbreitung über ganze Landstriche zwischen Limburg und Hachenburg. Insbesondere der Hafer konnte flächendeckend überwuchert werden. Auch in den Räumen Marienberg und Höhn oder im Siegener Land kam sie häufig vor.[4]

Heute geht die Art zurück.[1] Sie gedeiht auf frischen, nährstoffreichen, kalkarmen, mehr oder weniger humosen, sandigen oder reinen Ton- oder Lehmböden. Sie ist eine Charakterart des Spergulo-Chrysanthemetum segetum aus dem Verband Polygono-Chenopodion.[1]

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Saat-Wucherblume wird zerstreut als Zierpflanze für Sommerblumenbeete sowie als Schnittblume genutzt. Die Art ist seit spätestens 1588 in Kultur.

Trivialnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Saat-Wucherblume bestehen bzw. bestanden auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen: Auerker Blome (Ostfriesland), Böse Blom (Delmenhorst), Bräkblome, Dauoomsblöme (Ostfriesland), Gellersche Blom (Münsterland), Hunneblome (Unterweser, Göttingen), Quaablaume (Grafschaft Mark), Quadeblomen (Oldenburg, Ostfriesland), Ringelblume (Eifel), Schöttmarsce Blume, Spessarter Blaume (Eifel bei Kempenich), Waukerblaum (Pommern), Wocherblome (Münsterland), Wokerblome (Oldenburg, Mecklenburg, Altmark) und Wucherblume.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eckehart J. Jäger, Friedrich Ebel, Peter Hanelt, Gerd K. Müller (Hrsg.): Rothmaler Exkursionsflora von Deutschland. Band 5: Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum Akademischer Verlag, Berlin Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8274-0918-8.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 939.
  2. a b Glebionis im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen im 18. Februar 2019.
  3. a b Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 96 (online).
  4. Karl Kessler: ... Ich hab mein Lebenlang dieser Blumen nicht mehr gesehen / als im Westerwald zwischen Limburg und Hachenburg... Die Saat-Wucherblume oder Gelbe Wucherblume Chrysanthemum segetum L., ein unbeliebtes Wildkraut. In: Wäller Heimat 2004. S. 77–84.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Saat-Wucherblume – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien