Sabine Weyand

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Sabine Weyand (* um 1965) ist eine hohe deutsche EU-Beamtin. Zum 1. Oktober 2016 wurde sie zur Stellvertreterin des Franzosen Michel Barnier bei den Brexit-Verhandlungen der EU mit dem Vereinigten Königreich ernannt.

Weyand studierte ab 1983 Politikwissenschaft, Ökonomie, Anglistik und Linguistik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg mit dem Diplom 1990. Von 1986 bis 1987 studierte sie an der Universität Cambridge. 1991 erhielt sie das Diplom in Advanced European Studies vom College of Europe und 1995 wurde sie an der Universität Tübingen in Politikwissenschaft promoviert. Thema der Dissertation war die gemeinsame Verkehrspolitik der EU. Ab 1994 war sie Angestellte der EU, zunächst im Generaldirektorat für Industrie, wo sie sich mit der Autoindustrie außerhalb Europas befasste. 1997 bis 1999 war sie in der Abteilung auswärtige Beziehungen, wo sie sich ebenfalls mit wirtschaftlichen Fragen befasste und die G7/G8-Gipfel mit vorbereitete. Ab 1999 war sie im Stab des EU-Kommissars für Handel Pascal Lamy. 2004 bis 2007 leitete sie den Stab des Kommissars für Entwicklungshilfe und humanitäre Hilfe Louis Michel. 2007 bis 2009 war sie zur Beraterin im Stab des Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso aufgestiegen. Unter anderem war sie mit internationalen Klima- und Energieverhandlungen befasst. 2009 bis 2012 war sie Vertreterin der EU-Kommission im Ausschuss der Ständigen Vertreter der Mitgliedstaaten (Coreper I). Ab 2012 war sie Direktorin im Generalsekretariat der EU zuständig für politische Koordinierung. Dabei war sie auch mit internationalen Verhandlungen der EU wie TTIP mit den USA, CETA mit Kanada, mit Nachbarländern der EU und mit der WTO befasst. Im März 2016 wurde sie stellvertretende Generaldirektorin der Generaldirektion Handel, zuständig für die Referate E (Nachbarstaaten, USA und Kanada), F (WTO, Rechtsangelegenheiten und Warenhandel), G (Handelsstrategie und Analyse, Marktzugang) und H (Handelspolitische Schutzinstrumente).[1]

Sie spielte eine wichtige Rolle in der Formung der Klimapolitik der EU und in der Vorbereitung von G7/G8-Gipfeln.[2]

Sie spricht außer Deutsch auch Englisch und Französisch.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Vollendung des Binnenmarktes im Güterkraftverkehr: Defizite im Entscheidungsprozeß der EU. Baden-Baden: Nomos Verlag 1996, zugl. Dissertation, Tübingen
  • mit Rudolf Hrbek: Betrifft: das Europa der Regionen: Fakten, Probleme, Perspektiven. (Beck’sche Reihe), München: Beck 1994
  • Inter-Regional Associations and the European Integration Process. In: Regional and Federal Studies 6, Nr. 2, 1996, S. 166–182

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. EU Whoiswho: Stellvertretender Generaldirektor zuständig für die Direktionen E, F, G, und H (website) In: EU Whoiswho, Publications Office of the European Union. Abgerufen am 20. Juli 2017.
  2. Sabine Weyand. The Women who shape Brussels, Politico