Sabinen

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Strukturformel
Strukturformel von Sabinen
(1R,5R)-(+)-Sabinen (links) und (1S,5S)-(–)-Sabinen (rechts)
Allgemeines
Name Sabinen
Andere Namen
  • 4-Methyliden-1-propan-2-ylbicyclo[3.1.0]hexan (IUPAC)
  • 4(10)-Thujen
Summenformel C10H16
Kurzbeschreibung

farbloses Öl mit schwachem, charakteristischem Geruch[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
  • 3387-41-5 (Racemat)
  • 2009-00-9 [(1R,5R)-(+)-Sabinen]
  • 10408-16-9 [(1S,5S)-(–)-Sabinen]
PubChem 18818
Wikidata Q421278
Eigenschaften
Molare Masse 136,23 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

0,84 g·cm−3 (20 °C)[1]

Siedepunkt

163–165 °C[1]

Löslichkeit

nahezu unlöslich in Wasser[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
02 – Leicht-/Hochentzündlich

Achtung

H- und P-Sätze H: 226
P: 210​‐​280​‐​303+361+353 [1]
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Sabinen (Betonung auf der dritten Silbe: Sabinen) ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Monoterpene, spezieller der Thujene. Der Naturstoff, der chemisch gesehen ein cyclischer ungesättigter Kohlenwasserstoff ist, kommt vor allem in den ätherischen Ölen des Majorans und den Blättern des Sadebaumes vor.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sadebaum (Juniperus sabina)

(+)-Sabinen findet sich mit bis zu 30 % im russischen Sadebaum-Öl (Juniperus sabina), (−)-Sabinen in der indischen Heilpflanze Zanthoxylum rhetsa.[2] Weitere Vorkommen sind unter anderem in der Kubebe, der Limette, in Majoran, der Meisterwurz, der Schafgarbe, im schwarzen Kardamom und im Wacholder.

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sabinen ist eine licht- und oxidationsempfindliche ölige Flüssigkeit, die wasserunlöslich ist. Sie löst sich in Ethanol und Diethylether.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Sabinen-haltige ätherische Öl des Sadebaumes wurde früher wegen seiner stark hautreizenden, nekrotischen Wirkung zu Behandlung von Warzen und Kondylomen eingesetzt.[3] Heute wird Sabinen noch homöopathisch verwendet.

Toxische Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei hoher Dosierung kann Sabinen zu Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit, Erbrechen und Nierenversagen führen. Bei stärkeren Vergiftungen kann es zu inneren Blutungen kommen, was sich durch blutigen Durchfall oder blutigen Urin bemerkbar macht. Sehr hohe Dosen rufen Bewusstlosigkeit und Krämpfe hervor, die bis zum Tod führen können, wenn die Lähmung auch auf die zentrale Atemfunktion übergreift. Auf die Haut aufgetragen, kann Sabinen Hautirritationen verursachen.[4][5]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Datenblatt Sabinen (PDF) bei Carl Roth, abgerufen am 14. Dezember 2010.
  2. Eintrag zu Thujene. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 2. März 2012.
  3. E. Teuscher: Biogene Arzneimittel. 5. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 1997, S. 245. ISBN 3-8047-1482-X.
  4. Kurzbeschreibung von Sabinen.
  5. Kurzbeschreibung auf Lebensmittelwissen.de.
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