Sachrang

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Dieser Artikel behandelt den Ort im Chiemgau; zu dem dreiteiligen Fernsehfilm aus dem Jahr 1977 siehe Sachrang (Film).
Sachrang
Koordinaten: 47° 41′ 25″ N, 12° 15′ 43″ O
Höhe: 738 m
Fläche: 38,99 km²
Einwohner: 571 (25. Mai 1987)
Bevölkerungsdichte: 15 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 83229
Vorwahl: 08057
Sachrang
Kirche St. Michael
Das "Naturdorf" Sachrang. Aquarell von Siegfried Schieweck-Mauk, Eichstätt

Sachrang ist ein Ortsteil der Gemeinde Aschau im Chiemgau im oberbayrischen Landkreis Rosenheim.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bergdorf mit einem traditionellen Erscheinungsbild befindet sich am südlichen Ende des Prientales vor der Kulisse des Kaisergebirges, unweit der österreichischen Grenze (Tirol). Umgeben von den Chiemgauer Alpen, am Fuße des Geigelsteins und des Spitzsteins, liegt Sachrang auf einer Höhe von 738 m über dem Meeresspiegel.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sachrang gehörte zum Chiemgauer Dotationsgut des 1215 errichteten Salzburger Suffragan-Bistums Chiemsee. Im 13. Jahrhundert errichtete der „Salzburger“ Rüdiger von Walchen eine Befestigung und einen Turm, die aber durch eine Verfügung der bayerischen Herzöge wieder abgebrochen werden mussten, da sie den Bau als unrechtmäßig auf Aschauer Gebiet errichtet ansahen. Im 15. Jahrhundert belehnte der Bischof die Familie Freyberg mit Sachrang, die die Lehensrechte 1529 durch Kauf ablöste. Der Wandel vom Kirchengut zur Adelsherrschaft war damit vollzogen. Sachrang gehörte zum Herrschaftsgericht Hohenaschau und war ein eigenes Amt dieser Herrschaft, dem weitere 14 Ansiedelungen unterstanden. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts bestand der Ort aus acht Anwesen. 1827 (1829?) endete die Herrschaft der Grafen von Preysing auf Schloss Hohenaschau. Die eigenständig gewordene Gemeinde Sachrang wurde im Zuge der bayerischen Gebietsreform am 1. Mai 1978 in die Gemeinde Aschau im Chiemgau eingegliedert. Die Gemeinde hatte eine Fläche von 3898,97 Hektar und bestand aus 15 Ortsteilen.[1] Heute bildet das Gebiet die Gemarkung Sachrang innerhalb der Gemeinde Aschau im Chiemgau. Zur Volkszählung am 25. Mai 1987 hatte frühere Gemeindegebiet mit den 15 Ortsteilen insgesamt 571 Einwohner, davon 227 im Pfarrdorf Sachrang.[2]

Katholische Pfarrkirche St. Michael[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zentrum des Ortes ist die Barock-Kirche St. Michael. Die erste Kirche war romanisch; der jetzige Bau wurde 1687/88 nach den Plänen von Giovanni Gaspare Zuccalli und Lorenzo Sciasca mit Mitteln der Grafen Preysing von Hohenaschau errichtet. Am 31. August 1689 konsekrierte der Fürstbischof von Chiemsee, Sigmund Ignaz Graf Wolkenstein, die neue Kirche. Das Deckengemälde stammt von Simon Zaglacher aus dem Jahr 1768. 1806 wurde die Filialkirche zur Pfarrkirche aufgewertet.

Die Kirche diente als Drehort für die ZDF-Komödie Der Bergpfarrer mit Stephan Luca in der Hauptrolle.

Museum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das von der Gemeinde Aschau und vom Museumsverein Müllner-Peter-von-Sachrang eingerichtete Müllner-Peter-Museum wurde im Dachgeschoss des ehemaligen Schulhauses (Schulstraße 3) 2001 eröffnet. Im 1. Stock des Gebäudes befindet sich das Lehrer-(Max) Hickl-Zimmer mit Möbeln und Exponaten von 1910. Am Haus ist ein Heilkräutergarten angelegt und die ehemaligen Schulräume werden für einen Kindergarten genutzt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Huber (1766–1843), genannt Müllner-Peter, Musiker und Universalgelehrter
  • Werner Herzog (* 1942), Filmregisseur. Wuchs hier auf.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Carl Oskar Renner: Der Müllner-Peter von Sachrang (Roman), Rosenheimer Verlagshaus, Rosenheim 1972, ISBN 978-3475542138.
  • Müllner Peter von Sachrang. (Faltblatt). Sachrang 2005.
  • Christoph Glaser: Das Sachranger Rezeptbuch, S. Hirzel Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 978-3777614526.
  • Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 15: Landgerichte Wasserburg und Kling; sowie Altbayern Reihe I Heft 38: Rosenheim. In: Digitalsammlung der Bayerischen Staatsbibliothek.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikivoyage: Sachrang – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus d. Volkszählung 1961, München, 1964, Spalte 189
  2. Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987, München, 1991, S. 129