Sachsenburg (Kärnten)

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Sachsenburg
Wappen von Sachsenburg
Sachsenburg (Kärnten) (Österreich)
Sachsenburg (Kärnten)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Spittal an der Drau
Kfz-Kennzeichen: SP
Fläche: 42,59 km²
Koordinaten: 46° 50′ N, 13° 21′ O46.82916666666713.355557Koordinaten: 46° 49′ 45″ N, 13° 21′ 18″ O
Höhe: 557 m ü. A.
Einwohner: 1.293 (1. Jän. 2015)
Bevölkerungsdichte: 30 Einw. pro km²
Postleitzahl: 9751
Vorwahl: 0 47 69
Gemeindekennziffer: 2 06 33
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 12
9751 Sachsenburg
Website: www.sachsenburg.at
Politik
Bürgermeister: Wilfried Pichler (AG)
Gemeinderat: (2015)
(15 Mitglieder)
7 AG, 5 SPÖ, 3 ÖVP
Lage der Marktgemeinde Sachsenburg im Bezirk Spittal an der Drau
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Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Ortsansicht von Osten
Modell des Marktes, wie er sich 1730 präsentierte
Marktplatz heutzutage
Marktplatz 7: In diesem Hause empfing Kaiserin Maria Theresia im Jahre 1765 Bittsteller
Pfarrkirche in Sachsenburg

Sachsenburg ist eine Marktgemeinde mit 1293 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2015) im Bezirk Spittal an der Drau in Kärnten.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt am Ausgang des oberen Drautals aufs Lurnfeld. Nordwestlich von Sachsenburg befindet sich die Kreuzeckgruppe und südöstlich das Goldeck.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Sachsenburg mit den zwei Katastralgemeinden Sachsenburg und Obergottesfeld besteht aus fünf Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Feistritz (92)
  • Lanzewitzen (5)
  • Nigglai (4)
  • Obergottesfeld (200)
  • Sachsenburg (1021)

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gebiet um Sachsenburg war schon zur römischen Zeit strategisch wichtig. Um 1200 wurden am Festungsberg zwei Burgen errichtet. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1213. Eine erste Ansiedlung von Händlern und Gewerbeleuten entstand vermutlich im frühen 13. Jahrhundert an der Gabelung von Drau- und Mölltal. Für 1292 ist hier der Sitz eines salzburgisch-erzbischöflichen Amtes nachgewiesen und ab 1326 wird Sachsenburg als Markt bezeichnet, der 1358 auch schon ummauert war.

Im Haus am Marktplatz Nummer 7 empfing Kaiserin Maria Theresia im Jahre 1765 Bittsteller aus der reichsunmittelbaren Umgebung.

Im März 1848 riefen Josef Klaus und Gottlieb Supersperg mit der Parole „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ im Zuge der Märzrevolution die Republik Sachsenburg aus. Nach einem Monat setzte eine Kompanie Soldaten der Republik Sachsenburg ein Ende. Während dieser Zeit wurden Postkutschen an der Durchfahrt gehindert und die Bürger von Sachsenburg verweigerten die Steuerzahlungen.

1850 konstituierte sich die Marktgemeinde Sachsenburg, der vorübergehend von 1865 bis 1889 auch die Ortsgemeinde Pusarnitz angeschlossen war. Bei der Gemeindereform 1973 wurden Pusarnitz, Möllbrücke und ein Großteil des Gemeindegebiets von Sachsenburg zur neuen Marktgemeinde Lurnfeld vereinigt. Nach einer Volksbefragung im Jahr 1992 verselbständigte sich Sachsenburg jedoch wieder.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Sachsenburg

Bevölkerung[Bearbeiten]

Zum Zeitpunkt der Volkszählung 2001 hatte Sachsenburg 1.438 Einwohner, davon waren 92,1 % österreichische, 2,9 % türkische und 1,8 % bosnische Staatsbürger. 83,1 % der Bevölkerung bekannten sich zur römisch-katholischen und 8,5 % zur evangelischen Kirche, 5,9 % zum Islam. 1,2 % waren ohne religiöses Bekenntnis.[2]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat von Sachsenburg hat 15 Mitglieder und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2015 wie folgt zusammen:

  • 7 Aktionsgemeinschaft Marktgemeinde Sachsenburg
  • 5 SPÖ
  • 3 ÖVP

Die Aktionsgemeinschaft Markt Sachsenburg (AG) ist eine Namensliste. Seit 2009 tritt sie auf einer gemeinsamen Liste mit dem BZÖ bzw. der FPÖ an. Direkt gewählter Bürgermeister ist Wilfried Pichler (AG, vorher AG/BZÖ).

Wappen[Bearbeiten]

Die Führung eines Siegels ist ab Mitte des 16. Jahrhunderts erschlossen und auf einem Schriftstück vom 17. April 1742 nachgewiesen.[3] Es zeigt eine Saxe oder Multer, ein längliches Holzgerät, das zum Goldwaschen verwendet wurde, was auf die im Mittelalter in Oberkärnten (hier speziell im Siflitzgraben) gängige Goldwäscherei und den möglicherweise daraus abgeleiteten Ortsnamen anspielt.

In einer ersten Wappen- und Fahnenverleihungsurkunde 1973 waren auch durch die Saxe getrennte Mineralien eingezeichnet und blasoniert, was bei der Neuverleihung nach der Wiederverselbständigung der Gemeinde wegfiel. Die Blasonierung des Wappens in der Verleihungsurkunde vom 3. Oktober 1995 lautet: „In Blau schrägrechts eine goldene Saxe.“[4] Die Fahne ist Blau-Gelb mit eingearbeitetem Wappen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Statistische Angaben laut Gemeindedaten, Stand Volkszählung 2001 der Statistik Austria
  3. Das Sachsenburger Siegel weist formale Ähnlichkeiten mit dem Feldkirchener Marktsiegel auf, so dass man auf eine Wappenverleihung durch Erzbischof Ernst (reg. 1540-1554) schließt.
  4. zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 238

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sachsenburg, Kärnten – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien