Sachsenhagen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Sachsenhagen
Sachsenhagen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Sachsenhagen hervorgehoben
Koordinaten: 52° 24′ N, 9° 16′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Schaumburg
Samtgemeinde: Sachsenhagen
Höhe: 55 m ü. NHN
Fläche: 15,53 km²
Einwohner: 1922 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 124 Einwohner je km²
Postleitzahl: 31553
Vorwahl: 05725
Kfz-Kennzeichen: SHG, RI
Gemeindeschlüssel: 03 2 57 033
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
31553 Sachsenhagen
Webpräsenz: www.sachsenhagen.de
Bürgermeister: Heinz Mensching (SPD)
Lage der Stadt Sachsenhagen im Landkreis Schaumburg
Nordrhein-Westfalen Landkreis Hameln-Pyrmont Landkreis Nienburg/Weser Region Hannover Ahnsen Apelern Auetal Auhagen Bad Eilsen Bad Nenndorf Beckedorf Bückeburg Buchholz (bei Stadthagen) Hagenburg Haste Heeßen Helpsen Hespe Heuerßen Hohnhorst Hülsede Lauenau Lauenhagen Lindhorst Lüdersfeld Luhden Meerbeck Messenkamp Niedernwöhren Nienstädt Nordsehl Obernkirchen Pohle Pollhagen Rinteln Rodenberg Sachsenhagen Seggebruch Stadthagen Suthfeld Wiedensahl WölpinghausenKarte
Über dieses Bild

Sachsenhagen ist eine Stadt im Landkreis Schaumburg in Niedersachsen und Teil der Samtgemeinde Sachsenhagen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die kleine Stadt grenzt im Süden an den Mittellandkanal und liegt nur sechs Kilometer südlich des Steinhuder Meeres. Die Sachsenhäger Aue und der Ziegenbach durchfließen das Stadtgebiet. Der Ort ist gemessen sowohl an der Einwohnerzahl (1951) als auch an der Fläche (15,53 km²) die viertkleinste Stadt in Niedersachsen. Nachbarstädte sind Rehburg-Loccum, Wunstorf, Bad Nenndorf und Stadthagen.

Zur Stadt Sachsenhagen gehören die Ortsteile Sachsenhagen und Nienbrügge.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sachsenhagen geht auf die Wasserburg Sachsenhagen im Dülwald zurück, die zwischen 1248 und 1253 von Herzog Albrecht I. von Sachsen (1175–1260, aus dem Geschlecht der Askanier und Enkel von „Albrecht der Bär“), südlich an der Sachsenhagener Aue erbaut wurde, um das Gebiet in Besitz zu nehmen. Da das Bistum Minden zum Sachsenhäger Gebiet Hoheitsrechte anmeldete, musste Herzog Albrecht I. von Sachsen die von ihm erbaute Burg 1253 teilweise an den Bischof von Minden abgeben. Eine Urkunde aus dem Jahr 1253 berichtet vom Castro Sassenhagen.

1297 heiratete Graf Adolf VI. von Holstein-Schaumburg Helene, die Tochter Herzogs Johann I. von Sachsen-Lauenburg und die Schwester der Herzöge Johann, Albrecht und Erich von Sachsen-Lauenburg. Helene brachte anstelle einer Mitgift von 500 Mark reinen Silbers die Pfandschaft und damit die Verfügungsgewalt über den sächsischen Teil von Burg und der Ortschaft Sachsenhagen in die Ehe ein. Die Burg Sachsenhagen wurde nie zurückgegeben beziehungsweise das Pfand nie eingelöst und steht seither unter Schaumburger Hoheit.[2]

Obwohl Stadt und Burg den Namen eines Hagens tragen, ist der Ursprung nicht eine bäuerliche Hagensiedlung wie im nahen Auhagen, sondern ein bäuerlicher Flecken, dessen Einwohner neben der Ackerwirtschaft freiem Handel und Handwerk nachgingen.

Am 8. Mai 1407 erhielt die Siedlung Sachsenhagen durch Graf Adolf XI. von Holstein-Schaumburg Fleckenrechte mit Garantie von Freizügigkeit, frei vererblichen und veräußerlichen Grundbesitz, Befreiung von grundherrlichen Dienstpflichten und Zusicherung einer Ratsverfassung.

1561 wurde Sachsenhagen als Flecken das Recht auf Siegel- bzw. Wappenführung und Anlegung eines den Stadtbüchern gleichwertigen Fleckenbuches durch Graf Otto IV. von Holstein-Schaumburg verliehen. Das erste Wappen zeigt im roten Feld über einem Teich das silberne Nesselblatt ohne Schildform.

Das Amt Sachsenhagen wurde 1596 das Erbteil des Grafen Ernst von Holstein-Schaumburg und seiner Frau Hedwig, die Tochter des Landgrafen Wilhelm IV. des Weisen von Hessen-Kassel. Die Wasserburg Sachsenhagen wird durch Graf Ernst zum Schloss ausgebaut. Im Jahr 1601 siedelte Graf Ernst nach Stadthagen über, weil er nach dem Tode seines Stiefbruders Adolf die Herrschaft der Grafschaft Schaumburg übernahm und 1619 zum Fürsten ernannt wurde. Das Amt Sachsenhagen fällt 1622 an Graf Hermann der auf das Schloss Sachsenhagen mit seiner Frau Katharina Sophia, Tochter des Herzog Otto II. zu Braunschweig-Lüneburg-Harburg zieht. Er residierte auf Schloss Sachsenhagen bis zu seinem Tode am 15. Dezember 1634. Seine Witwe Katharina Sophia wohnte trotz der Teilung der Grafschaft im Jahre 1647 bis zu ihrem Tode im hohen Alter von 88 Jahren am 18. September 1665 weiter im Schloss Sachsenhagen.

Eine Feuersbrunst von 1619, die den gesamten Ort vernichtete, überstanden nur das Rathaus und das Schloss, das noch einzelne Bauteile aus dem Mittelalter (Turm) und dem 16. und 17. Jahrhundert (Karyatidenportal) aufweist.[3]

1647 wurde, nach dem Aussterben des Grafengeschlechts im Mannesstamm mit dem 27-jährigen Otto V. von Holstein-Schaumburg, die alte Grafschaft Schaumburg geteilt. In Verträgen im westfälischen Frieden (Oktober 1648) wurde die Teilung besiegelt. Die südliche und östliche Hälfte des Amtes Sachsenhagens kam an die Landgrafschaft Hessen-Kassel unter der hessischen Landgräfin Amalie Elisabeth (1637–1650) als die Witwe des Landgrafen von Hessen-Kassel. Sachsenhagen wurde Grenzort und ist somit eine hessische Teil-Enklave in der Grafschaft Schaumburg-Lippe.

1650 erhielt Sachsenhagen unter hessischer Herrschaft das Stadtrecht.

1807 wurde Sachsenhagen Teil des Königreichs Westphalen unter König Jérôme Bonaparte im Weserdepartment. Sachsenhagen war Hauptort eines Kantons mit neun Gemeinden im Distrikt Rinteln/Weser. Nach dem Ende des Königreichs Westphalen im Jahr 1813 gehörte Sachsenhagen wieder zur hessischen Grafschaft Schaumburg.

Nach der hessischen Verwaltungsreform im Jahre 1821 nannte sich die Grafschaft Schaumburg fortan Kreis Schaumburg in der Provinz Niederhessen, Justizamt Rodenberg.

1839 wurde das Nachbardorf Kuhlen eingemeindet.

„Sachsenhagen, die nördlichste der hessischen Städte, liegt in der Ebene auf einer Insel der Aue, 5 ½ Stunden von Rinteln. Südlich von der Stadt liegen die Trümmer des gleichnamigen Schlosses“, heißt es in einer Beschreibung des Kurfürstentums Hessen aus dem Jahre 1842.[4]

Sachsenhagen kam 1866 zur preußischen Provinz Hessen-Nassau in den preußischen Reg.-Bez. Kassel.

Am 28. Dezember 1877 erfolgte die Ersteigerung der Domäne und der dazugehörigen Ländereien für 242.030 Mark durch die Stadt und die Eingemeindung, Aufteilung und Verkauf des Domänenlandes an die Bürger der Stadt.

Der Landkreis Grafschaft Schaumburg und damit Sachsenhagen wurden 1932 im Rahmen einer Verwaltungsreform innerhalb Preußens der Provinz Hannover zugeteilt und auch zum NSDAP-Gau Westfalen Nord mit Sitz in Münster.

Nach der Gründung des Landes Niedersachsen im Jahre 1946 gehörte Sachsenhagen zum Kreis Grafschaft Schaumburg mit Rinteln als Kreisstadt.

Das Gründungsjahr der Freiwilligen Feuerwehr wird wegen der vom 7. Juli 1889 datierenden Statuten auf das Jahr 1889 datiert. 1912 wurde die „neue Freiwillige Feuerwehr“ gegründet. Von 1912 datieren auch neue Statuten, gedruckt bei W. Leimbach.[5]

Nach Kriegsende 1945 erschlugen freigelassene Zwangsarbeiter den Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr, Eduard Bock, in seiner Werkstatt.[6]

Im Zuge der Verwaltungs- und Gebietsreform im Lande Niedersachsen am 1. März 1974 wurde die Stadt zusammen mit dem Ort Nienbrügge als Mitgliedsgemeinde Sachsenhagen in die Samtgemeinde Sachsenhagen aufgenommen.

Am 28. Januar 2010 zerstörte ein Feuer ein in Fachwerk errichtetes Wohn- und Geschäftshaus in der Altstadt, was eine Welle der Hilfsbereitschaft hervorrief.

Am 1. März 1974 wurde die Nachbargemeinde Nienbrügge eingegliedert.[7]

Dorferneuerung:

Zwischen 2003 und 2012 befand sich Sachsenhagen im Dorferneuerungsprogramm des Landes Niedersachsen. Im privaten Bereich förderte das Land 20 Projekte mit 118.014 Euro. Im öffentlichen Bereich wurden acht Bauprojekte mit 609.761 Euro bezuschusst. Das öffentliche Investitionsvolumen belief sich auf ~ 2,75 Millionen Euro. Hiervon trug die Stadt ~ 1,24 Millionen Euro. Herzstück der Dorferneuerung war die Um- und Neugestaltung des Sachsenhagener Marktplatzes.[8]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Sachsenhagen diente zunächst das 1607 errichtete Rathaus als Gebetshaus, das folgerichtig im Jahr 1712 einen Glockenturm erhielt. Die rund 2000 Mitglieder starke evang.-lutherische Kirchengemeinde Sachsenhagen, seit 1990 mit Auhagen, ist Teil der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe. Sie wurde 1650 mit Verleihung der Stadtrechte durch Gräfin Amalie Elisabeth zu Hessen-Kassel eine selbstständige Kirchengemeinde. Das beinhaltete auch das Recht zum Bau einer Kirche, die daraufhin in den Jahren 1663 bis 1676 errichtet wurde, wegen fehlender finanzieller Mittel zunächst ohne Turm. Durch eine großzügige Spende von Frau Elisabeth Tunner-Hartmann wurde im Jahre 1976 die nachträgliche Errichtung eines Kirchturms ermöglicht. Die Kirche wurde 1996/97 grundlegend saniert. Seit dem 29. August 2004 trägt sie den Namen Elisabethkirche. Der Name ist keiner besonderen Person zugeordnet, er bedeutet „Gott ist die Vollkommenheit“ und kann daher als „Programm“ verstanden werden. Dennoch kann man ihn mit der biblischen Elisabeth verbinden als Synonym für Glaubensfreude oder ihn auch der heiligen Elisabeth als Symbol für Mildtätigkeit zuordnen.

Die am 21. Juli 1963 durch Weihbischof Heinrich Pachowiak geweihte katholische Herz-Jesu-Kirche in Sachsenhagen gehört zum Bistum Hildesheim mit dem Dekanat Weserbergland und wird als Filialkirche der Pfarrgemeinde St. Joseph in Stadthagen genutzt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtratswahl 2011[9][10]
Wahlbeteiligung: 58,58 % (2006: 59,33 %)
 %
60
50
40
30
20
10
0
50,69 %
33,68 %
8,32 %
7,29 %
WGS
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   8
   6
   4
   2
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  -4
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-0,44 %p
-1,70 %p
-5,16 %p
+7,29 %p
WGS
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer
Das Rathaus

Der Stadtrat von Sachsenhagen setzt sich aus 13 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

SPD CDU WGS GRÜNE Gesamt
2011 7 4 1 1 13 Sitze
2006 7 4 2 13 Sitze

Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011

Bürgermeister/Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenamtlicher Bürgermeister ist Heinz Mensching (SPD). Zum Stadtdirektor hat der Rat den Samtgemeindebürgermeister Jörn Wedemeier bestellt. Die Verwaltung der Stadt wird im Rathaus der Samtgemeinde durchgeführt.

Wappen/Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Wappen der Stadt besteht aus zwei im Wasser stehenden Löwen, die das silberne Schaumburger Nesselblatt mit drei Nägeln aus dem blauen Wasser mit rotem Grund hochheben.
  • Die Flagge zeigt auf rotweißem Grund das Wappen der Stadt.[11]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ev.-luth. Elisabethkirche
    Der gotisierende Bau mit fünfseitigem Chor liegt außerhalb des eigentlichen Ortskernes. Er wurde 1663–1676 als Nachfolgebau der Stadtkirche in Bückeburg errichtet. Den Glockenturm in historisierenden Formen fügte man erst 1976 hinzu. In den Jahren 1962 und 1996/97 wurde die Kirche umfassend renoviert. Im Inneren wird die Dreischiffigkeit durch schlanke Holzsäulen angedeutet, die die Holzdecke tragen. Die Ausstattung stammt noch größtenteils aus der Erbauungszeit, darunter der Altar von 1679 mit großem Tafelgemälde, der kelchförmige Taufstein und die Kanzel mit Evangelistenfiguren. Kronleuchter von 1730. Der Orgelprospekt in neobarocken Formen stammt von 1878. Seit dem 29. August 2004 trägt sie den Namen „Elisabethkirche“.
  • Kath. Herz-Jesu-Kirche von 1963
  • Schloss
    Die ehemalige Wasserburg Sachsenhagen wurde zwischen 1248 und 1253 durch Herzog Albrecht I. von Sachsen-Lauenburg errichtet und 1595–97 zur Residenz ausgebaut. Der Wohnturm stammt im Kern wohl noch aus dem 14. Jahrhundert. Er wurde ab 1565 durch Jacob Kölling erneuert und mit einem Treppenturm versehen. Das gegenüberliegende Amtshaus wurde 1595–97 in seiner jetzigen Form als Wohnhaus errichtet, enthält aber vermutlich einen älteren Kern. Es ist ein niedriger Massivbau mit Walmdach, der an der Giebelseite einen Erker aufweist. Vor dem Schloss befindet sich eine große Renaissance-Schale, die heute als Springbrunnen dient. Sie entstand gegen Ende des 16. Jahrhunderts und ist mit Roll- und Beschlagwerkdekor verziert. 1597 soll Graf Ernst den Brunnen seiner Hedwig für den Lustgarten geschenkt haben.
  • Rathaus
    Der zweigeschossige Bruchsteinbau ist 1607 bezeichnet. Während das Glockentürmchen mit Laterne 1712 hinzugefügt wurde, hat man den Laubengang im Erdgeschoss erst im Laufe des 20. Jahrhunderts eingebrochen.
  • Ratskeller
    Nach einem Brand 1847–1848 errichtet. 1987/88 als Sichtfachwerkbau erneuert, wobei die historische Substanz weitgehend vernichtet wurde.
  • Im Ortskern findet man noch mehrere Fachwerk-Dielenhäuser des 17. bis 19. Jahrhunderts. Die ältesten stehen an der Mittelstraße und wurden direkt nach dem verheerenden Brand von 1619 erbaut. Das Haus Nr. 6, das über eine Auslucht verfügt, ist zwar mit den römischen Ziffern M D X X X I (=1531) versehen, doch soll der Zimmermann hier die Jahreszahl falsch eingeschlagen haben.[12] Tatsächlich stammt es wohl aber erst von 1621. Aus demselben Jahr stammt Mittelstraße Nr. 10, während das Haus Nr. 12, das ebenfalls über eine Auslucht verfügt, am Tor 1622 bezeichnet ist. Durchweg jüngeren Datums sind die Fachwerkbauten an der Oberen Straße, die zumeist in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden, so Nr. 8, 14 und 22a, die allesamt 1831 erbaut wurden.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sachsenhagen hat drei Sportplätze, eine Sporthalle, ein Fitness-Studio und eine Tennishalle. In Nienbrügge gibt es eine Kegelbahn.

Der Sportverein SV Victoria Sachsenhagen wurde 1900 gegründet und bietet u. a. Fußball, Tischtennis und eine Jedermann-Sparte an. Die Heimspiele der Fußballer werden im „Kanal-Stadion“ ausgeführt.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Frühjahrsmarkt im März
  • Herbstmarkt im November
  • städtisches Schützenfest im Juli

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Fertigstellung des Mittellandkanals 1916 bekam Sachsenhagen einen Hafen, der noch heute ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für die Stadt ist. Nach 1945 entstanden größere Siedlungen und auch Gewerbebetriebe. 1993 eröffnete man in der großen Tonkuhle an der alten Ziegelei westlich der Stadt das (Müll)-Entsorgungszentrum des Landkreises. Weiter westlich, im Wald bei Nienbrügge, wurde 2001 in einem ehemaligen Armee-Depot eine Wildtier- und Artenschutzstation eingerichtet.[13]

Trotz des nahen Naturparks Steinhuder Meer spielt der Tourismus in der Stadt nur eine untergeordnete Rolle.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Freiwillige Feuerwehr Sachsenhagen ist eine von zwei Stützpunktfeuerwehren in der Samtgemeinde Sachsenhagen. Sie sorgt für den Brandschutz und die allgemeine Hilfe und benutzt dazu ein Tanklöschfahrzeug 8/18, ein Löschgruppenfahrzeug 10/6, sowie einen von der Abfallwirtschaftsgesellschaft des Landkreises Schaumburg (AWS) zur Verfügung gestellten Schlauchanhänger. Für den Transport von Kindern und Jugendlichen der Jugendfeuerwehr wurde ein Mannschaftstransportfahrzeug vom Träger der Feuerwehren beschafft.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Sachsenhagen gibt es einen Kindergarten und eine Grundschule, die Gerda-Philippsohn-Schule. Weiterführende Schulen befinden sich in Lindhorst (Oberschule) und Stadthagen (Integrierte Gesamtschule und Gymnasien).

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hafen

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Oskar Bürgener (* 23. März 1876 in Sachsenhagen; † 12. Januar 1966 in Stralsund), deutscher Gymnasiallehrer, Biologe und Botaniker
  • Arthur Konrad Ernsting (* 1709 in Sachsenhagen; † 11. September 1768), Physikus der Ämter Sachsenhagen und Stadthagen[14]
  • Ludwig Klingemann (* 2. Januar 1887 in Sachsenhagen; † 12. Juni 1942 in Schöningen), Arbeiterführer, Gemeinderatsmitglied in Vorsfelde und NS-Opfer
  • Christel Irmscher (* 14. April 1946 in Sachsenhagen), deutsche Künstlerin

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Matthias Blazek: Einblicke in die Ortsgeschichten der Dörfer der Hessischen Grafschaft Schaumburg sowie Bergkirchen, Hagenburg und Lindhorst. Fontainebleau 1998.
  • Ernst Geweke: Sachsenhagen: Eine Reise in die Vergangenheit. Norderstedt (Books on Demand GmbH) 2002.
  • Bärbel Grote, Wolfgang Bergmann, Wolfgang Everding, Hans-Jürgen Konsog, Klaus Wichert: 50 Jahre DRK-Ortsverein Sachsenhagen 1936–1986. Sachsenhagen 1986.
  • Heimatverein Sachsenhagen-Auhagen e. V.: Sachsenhagen und Umgebung auf alten Postkarten im Wandel der Zeit. Sachsenhagen 1995.
  • Heinrich Munk: Sachsenhagen – Burg-Flecken-Stadt. Sachsenhagen 1985.
  • NN, 100 Jahre Kyffhäuser-Kameradschaft Sachsenhagen 1873–1973. Sachsenhagen 1973.
  • Franz Carl Theodor Piderit: Geschichte der Grafschaft Schaumburg und der wichtigsten Orte in derselben. Rinteln 1831, S. 137 ff., 190.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sachsenhagen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde: Sechster Band, mit zwei Ansichten der Burg Herzberg und einem Grundrisse derselben. Kassel 1854, S. 275; Hans Sudendorf: Urkundenbuch zur Geschichte der Herzöge von Braunschweig und Lüneburg. Hannover 1881, VII. 97.
  3. Vgl. die Neubewertung der Katastrophe von Matthias Blazek, in: Blazek, Matthias: Die Grafschaft Schaumburg 1647–1977, ibidem, Stuttgart 2011, S. 29 ff. ISBN 978-3-8382-0257-0.
  4. Georg Landau: Beschreibung des Kurfürstenthums Hessen. Druck und Verlag von Theodor Fischer, Kassel 1842, S. 363.
  5. Ausführlich: Blazek, Matthias: „Freiwillige Feuerwehr Sachsenhagen – Die Chronik der ersten 25 Jahre“, in ders.: Festschrift Jugendfeuerwehr Sachsenhagen 1972–1992, Sachsenhagen 1992, S. 23 ff.
  6. Matthias Blazek: Deutschlands Feuerwehren unter Hitler, letzter Teil: Unterstellung, Bombennächte, Sonderaufgaben. In: Feuerwehr-Journal, 12. Jahrg., März 2012, S. 33 f.
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 193.
  8. Planungsgruppe Stadtlandschaft Hannover, Informationsbroschüre: Dorferneuerung Sachsenhagen-Nienbrügge.
  9. http://www.sachsenhagen.de/assets/wahlen/2011/ssh/00_tabelle.html
  10. www.sachsenhagen.de.
  11. Hauptsatzung für die Stadt Sachsenhagen in der Fassung vom 15. Dezember 2011.
  12. Heinrich Munk: Sachsenhagen: Burg, Flecken, Stadt. Sachsenhagen 1984, S. 48. Abbildung S. 53. Das Gebäude hatte früher die Nr. 90.
  13. Webseite der Wildtier- und Artenschutzstation e. V.: www.wildtierstation.de.
  14. Biographisch-literarisches Lexicon der Thierärzte aller Zeiten und Länder, 1863 (Online-Ressource bei Google Books).