Sachsenkam

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Sachsenkam
Sachsenkam
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Sachsenkam hervorgehoben

Koordinaten: 47° 48′ N, 11° 39′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Bad Tölz-Wolfratshausen
Verwaltungs­gemeinschaft: Reichersbeuern
Höhe: 713 m ü. NHN
Fläche: 15,93 km2
Einwohner: 1288 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 81 Einwohner je km2
Postleitzahl: 83679
Vorwahl: 08021
Kfz-Kennzeichen: TÖL, WOR
Gemeindeschlüssel: 09 1 73 141
Gemeindegliederung: 2 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulweg 7
83679 Sachsenkam
Website: www.sachsenkam.de
Erster Bürgermeister: Andreas Rammler (Unabhängige Wählerschaft)
Lage der Gemeinde Sachsenkam im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen
Starnberger SeeAmmerseeÖsterreichLandkreis EbersbergLandkreis Garmisch-PartenkirchenLandkreis Landsberg am LechLandkreis MiesbachLandkreis MünchenLandkreis RosenheimLandkreis StarnbergLandkreis Weilheim-SchongauWolfratshauser ForstPupplinger AuPupplinger AuBad HeilbrunnBad TölzBenediktbeuernBichlDietramszellEglingEurasburg (Oberbayern)GaißachGeretsriedGreilingIckingJachenauKochel am SeeKönigsdorf (Oberbayern)LenggriesMünsingReichersbeuernSachsenkamSchlehdorfWackersbergWolfratshausenKarte
Über dieses Bild

Sachsenkam ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Der gleichnamige Hauptort ist Sitz der Gemeindeverwaltung. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Reichersbeuern.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindefläche teilt sich folgendermaßen auf:

  • Gebäude und Freiflächen: 23,26 ha
  • im Grundbesitz der Gemeinde Sachsenkam befindliche Flächen: 63,40 ha
  • Betriebsflächen: 0,65 ha
  • Erholungsflächen: 2,95 ha
  • Verkehrsflächen: 43,29 ha
  • Landwirtschaftsflächen (mit Moor): 954,75 ha
  • Wald: 506,64 ha
  • Wasser: 59,91 ha
  • Sonstige Flächen 0,61 ha

Es existieren zwei amtlich benannte Gemeindeteile:[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegründet wurde Sachsenkam vermutlich im Rahmen von Ansiedlungsmaßnahmen Karls des Großen im 8. oder 9. Jahrhundert.[3] Der Name lässt auf Siedler aus Sachsen oder einen Ortsgründer namens Sahso o. ä. schließen. Eine Urkunde von 1035 belegt eine frühe Zugehörigkeit zum Kloster Tegernsee, später gehört der Ort zum Besitz des Grafen Adalbero von Ebersberg. Das Wappen derer von Ingram, denen das Dorf darauf zufiel, ist seit 1959 Gemeindewappen. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts erwarb der Tölzer Pfleger Kaspar Winzerer die Hofmark Sachsenkam; danach wechselt der Ort mehrmals den Besitzer. Bei Aufhebung der Hofmark 1848 war das Dorf Eigentum derer von Sigriz.

Anna von Pinzenau erhielt den Ort 1589 zur Mitgift und legte 1606 den Grundstein zu einer Loretokapelle, die erweitert wurde, als sie den wachsenden Strom der Wallfahrer nicht mehr aufnehmen konnte. 1735 wurden die Arbeiten an Kirche und Kloster in jetziger Form abgeschlossen. Das Kloster, seit 1651 an die bayerische Franziskanerprovinz angegliedert, führt seit 1668 eine berühmte Apotheke. Aus derselben Zeit stammt die Brauerei, die heute als Brauereigenossenschaft weitergeführt wird. Von 1837 bis 1958 unterhielt das Kloster eine Mädchenschule, bis heute führt es eine Fremdenpension. Die Nonnen selbst verrichten auch einen großen Teil der Arbeiten, die in der zum Kloster gehörigen Landwirtschaft anfallen.

Vor der Gemeindegebietsreform gehörte die Gemeinde zum Alt-Landkreis Bad Tölz.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 807 auf 1315 um 508 Einwohner bzw. um 63 % – der höchste prozentuale Anstieg im Landkreis im genannten Zeitraum.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinderatswahl 2020 erbrachte folgende Sitzverteilung:[4]

  • CSU/Unabhängige Wählerschaft: 10 Sitze
  • Grüne: 2 Sitze

Nach der Kommunalwahl am 16. März 2014 hatte der Gemeinderat zwölf Mitglieder, die alle zur Fraktion der CSU/Unabhängige Wählerschaft gehören. Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist der 1. Bürgermeister Andreas Rammler.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DEU Sachsenkam COA.svg
Blasonierung: „In Rot eine silberne Hirschstange.“[5]

Kultur und Landschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wegen des schönen Ortsbildes und der Landschaft wird in Sachsenkam seit dem Ende der 1960er Jahre immer wieder für Film- und Fernsehproduktionen gedreht, beispielsweise für Der Bulle von Tölz, Forsthaus Falkenau und Die Rosenheim-Cops. Tatort-Kommissar Horst Schimanski ist schon mal in den Kirchsee „gefallen“.[6]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Sachsenkam – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Sachsenkam in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 6. September 2019.
  3. Ortsgeschichte. In: sachsenkam.de. Gemeinde Sachsenkam, abgerufen am 12. Mai 2019.
  4. Parlament - Gemeinderat Sachsenkam. Abgerufen am 28. Dezember 2020.
  5. Eintrag zum Wappen von Sachsenkam in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  6. Beschreibung. In: sachsenkam.de. Gemeinde Sachsenkam, abgerufen am 12. Mai 2019.