Sadova Veche

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Sadova Veche
Altsadowa
Öszagyva
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Sadova Veche (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Banat
Kreis: Caraș-Severin
Gemeinde: Slatina-Timiș
Koordinaten: 45° 15′ N, 22° 18′ OKoordinaten: 45° 14′ 56″ N, 22° 17′ 52″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 300 m
Einwohner: 301 (2002)
Postleitzahl: 327363
Telefonvorwahl: (+40) 02 55
Kfz-Kennzeichen: CS
Struktur und Verwaltung
Gemeindeart: Dorf
Lage von Sadova Veche im Kreis Caraș-Severin

Sadova Veche (deutsch Altsadowa oder Alt-Sadowa, ungarisch Öszagyva) ist ein Dorf im Kreis Caraș-Severin, Banat, Rumänien. Verwaltungsmäßig gehört Sadova Veche zur Gemeinde Slatina-Timiș.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sadova Veche liegt 20 Kilometer südlich von Caransebeș, im Temeschtal. Der Ort befindet sich in einer Höhe von 820 m am Fuße des Semenic-Gebirges im Banater Bergland an der Europastraße 70.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Secu Slatina Timiș Ilova
Văliug Nachbargemeinden Sadova Nouă
Semenic-Gebirge Armeniș Sat Bătrân

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altsadowa wurde im Frühjahr 1829 von Deutschböhmen in der Nähe von Moldova Nouă als Teil der Banater Militärgrenze gegründet. Den Auswanderern wurde Unterstützung zugesagt, eine zehnjährige Steuerfreiheit, eine fünfjährige Befreiung vom Militärdienst, eine kostenfreie Anreise sowie Grund und Boden, ein Blockhaus und Haushaltsgeräte.

Im April 1828 machten sich die ersten 56 Familien aus dem Böhmerwald und aus dem Bayerischen Wald auf den Weg ins Banat. Die ersten Siedler trafen im Spätherbst an ihrem Bestimmungsort ein und überwinterten in Slatina-Timiș. Im Frühjahr 1829 erreichten sie dann die für sie vorgesehenen Ortschaften Wolfsberg, Weidenthal, Wolfswiese und Lindenfeld. Wegen der schlechten Bodenqualität, den Missernten und den unzumutbaren Witterungsbedingungen fassten die Ansiedler den Entschluss wieder wegzuziehen.

Am 14. September 1833 bewilligte der Hofkriegsrat in Wien ihre Umsiedlung. 268 Familien ließen sich in der Banater Ebene nieder, 45 Familien jedoch verblieben im Temeschtal und gründeten das Dorf Altsadowa. Im Jahr 1864 erließ Kaiser Franz Joseph I. anlässlich einer Reise ins Banat die Ansiedlungsschulden der Deutschböhmen. 1872 wurde die Militärgrenze aufgelöst und das Dorf fiel an Ungarn. Gleichzeitig wurde eine Zivilverwaltung eingeführt.

Nach dem Vertrag von Trianon wurde Altsadowa Rumänien angegliedert. Anders als in den meisten Ortschaften des Banats wurde in Altsadowa die Landwirtschaft nicht verstaatlicht. Die Bauern blieben weiterhin Eigentümer ihrer Felder. Doch hohe Steuern und Abgaben führten dazu, dass die Bauernwirtschaften die Existenzgrundlage der Dorfbevölkerung nicht mehr sichern konnten. Die Jugend wanderte nach Timișoara und nach Reșița ab. Nach der Revolution von 1989 erfolgte eine massenhafte Auswanderung nach Deutschland.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Landwirtschaft waren nur wenige Altsadowaer hauptberuflich beschäftigt. Wegen der schlechten Qualität des Bodens wurde hier die Landwirtschaft in der sozialistischen Ära nicht kollektiviert. Die meisten Dorfbewohner waren Handwerker oder Viehzüchter, andere waren in der Holzverarbeitung tärig. Einige verdienten als Waldarbeiter ihren Unterhalt. Die Jugend arbeitete meist in den Betrieben in Caransebeș, Oțelu Roșu oder Reșița.

Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altsadowa war das einzige Dorf im Temeschtal, dessen Bewohner zu etwa 97 Prozent Deutschböhmen waren. Die meisten Deutschen gab es hier 1910, als ihre Zahl sich auf 606 Personen neben sechs Rumänen und 23 Ungaren belief.

1977 lebten in Altsadowa noch 522 Deutsche neben 61 Rumänen, drei Ungarn, einem Serben und einem Zigeuner.

Bei der Volkszählung von 1992 konnten nicht nur weniger Deutsche, sondern auch insgesamt weniger Dorfbewohner gezählt werden. Die Zahl der Deutschen sank auf 170 Personen, die Zahl der Rumänen stieg auf 152.

Die Gesamtzahl der Dorfbewohner sank von 588 im Jahre 1977 auf 322 im Jahr 1992. 2002 zählte Altsadowa nur noch 301 Einwohner.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Elke Hoffmann, Peter-Dietmar Leber und Walter Wolf: Das Banat und die Banater Schwaben. Band 5. Städte und Dörfer, Mediengruppe Universal Grafische Betriebe München GmbH, München, 2011, 670 Seiten, ISBN 3-922979-63-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]