Saeffelen

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Saeffelen
Gemeinde Selfkant
Koordinaten: 51° 1′ 57″ N, 5° 57′ 38″ O
Höhe: [1] 62 (52–62) m
Einwohner: 942 (30. Jun. 2016)[2]
Eingemeindung: 1. Juli 1969
Postleitzahl: 52538
Vorwahl: 02455
Karte
Lage von Saeffelen in Selfkant
Karte der Gemeinde Selfkant
Karte der Gemeinde Selfkant
Saeffelen, Pfarrkirche Sankt Lucia
Pfarrhaus, Denkmal Nr. 13
Hofanlage, Denkmal Nr. 28
Ortsmitte
Ortsschild
Hofanlage, Denkmal Nr. 23
Wohn-Stall-Haus, Denkmal Nr. 53
Alte Wasserpumpe, Denkmal Nr. 24
Saeffelen auf der Neuaufnahme von 1912
Saeffelen auf der Urkatasterkarte von 1846
Saeffelen auf der Tranchotkarte 1803–1820

Saeffelen ist eine ländliche Ortschaft in der Gemeinde Selfkant, der westlichsten Gemeinde Deutschlands im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saeffelen liegt im Osten der Gemeinde Selfkant in etwa auf halber Strecke zwischen Heinsberg und Sittard. Die derzeit noch wichtigste Verbindung zwischen diesen beiden Städten, die stark frequentierte L228, führt mitten durch Saeffelen.

Nördlich des Dorfes liegt die niederländische Grenze, am Ortsausgang befindet sich ein Grenzübergang nach Koningsbosch (Gemeinde Echt-Susteren). Südlich des Ortes fließt in Ost-West Richtung der Saeffeler Bach in einem Tälchen (Naturschutzgebiet Höngener und Saeffeler Bruch).

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Starkregen und bei Schneeschmelze fließt das Oberflächenwasser aus den Bereich Saeffelen über den Saeffelbach in den Rodebach (GEWKZ 281822)[3] und dann weiter in die Maas. Der Rodebach hat eine Länge von 28,918 km bei einem Gesamteinzugsgebiet von 173,385 km².[4]

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schalbruch Koningsbosch (NL) Bocket
Heilder Nachbargemeinden Breberen
Höngen Kleinwehrhagen Kievelberg

Dorfform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saeffelen ist ein beidseitig bebautes Platzdorf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1144 Safele
  • 1276 Sefele
  • 14. Jahrhundert Soyffele
  • 1457 Saefelen
  • 1550 Saiffelen
  • 1666 Saeffelen
  • Der Saeffelbach gab dem Dorf seinen Namen. An dem Gewässernamen wurde das Suffix -e(n) angehängt.

Ortsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals erwähnt wurde Saeffelen im Jahr 1136 als Safla. Safla ist auf eine keltische Bezeichnung für den sandigen Boden zurückzuführen, somit spricht der Ortsname für eine Siedlung aus der Keltenzeit.

Saeffelen gehörte zur Waldgemeinschaft des großen Echterbuschs, den nach der Überlieferung Pippin II. der Gemeinde Echt geschenkt hatte. Eine Kapelle ist aus dem Jahr 1276 bezeugt, das alte Lucia-Patronat lässt auf ein hohes Alter schließen.

Die heutige Kirche, ein schlichter Backsteinbau der Jahre 1846/49 wurde am 9. Mai 1852 geweiht. Sie bildet zusammen mit dem Pfarrhaus und dem Dorfplatz den Mittelpunkt des Ortes. Zur Pfarre Saeffelen gehören die beiden Weiler Dieck und Heilder.

Im Zuge der Pfarrgemeindereformen im Bistum Aachen wurde die ehemals eigenständige katholische Pfarrgemeinde St. Lucia Saeffelen in die Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) St. Servatius Selfkant eingegliedert.[5]

  • Heilder wird im 15. Jahrhundert als Heylare erwähnt. Ob das Beiwort sich auf Heide bezieht, ist nicht sicher. Das Grundwort -lar könnte Weide oder Sumpf bedeuten. Heilder hat eine kleine kath. Kapelle.
  • Das Haus Dieck, das versteckt hinter ausgedehnten Wiesen in einem Bachtal liegt, wurde bereits im 14. Jahrhundert als Dyke, d. h. Deich, erwähnt. Heute bildet es ein allseitig geschlossenes Hofgeviert.

Im Mittelalter gehörte Saeffelen zur Herrschaft Millen, die später in den Besitz der Herren von Heinsberg überging. 1499 übernahm das Herzogtum Jülich das Heinsberger Gebiet. Saeffelen gehörte nun zum jülicher Amt Millen.

In der frühen Neuzeit galt Saeffelen als Zentrum der Täuferbewegung.

Am 1. Juli 1969 wurde aus den Gemeinden Saeffelen, Havert, Hillensberg, Höngen, Millen, Süsterseel, Tüddern und Wehr die neue Gemeinde Selfkant gebildet. Saeffelen hatte zuvor zum Amt Waldfeucht gehört.[6] Die übrigen Gemeinden, die die neue Gemeinde Selfkant bildeten, hatten bis zum 31. Juli 1963 unter niederländischer Auftragsverwaltung gestanden und ab dem 1. August 1963 das Amt Selfkant gebildet.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemäß § 3 (1) der Hauptsatzung der Gemeinde Selfkant ist das Gemeindegebiet in Ortschaften eingeteilt. Saeffelen ist eine Ortschaft und wird nach § 3 (2) von einem Ortsvorsteher in der Gemeindevertretung vertreten. Ortsvorsteher der Ortschaft Saeffelen ist Werner Joerißen. (Stand 2013)

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ein Heilpädagogisches Zentrum steht zur Verfügung.
  • Ein Alten- und Pflegezentrum kümmert sich um bedürftige Menschen.
  • Es gibt Bushaltestellen im AVV, bedient von den Linien 434, 436, 438 und 474.
  • Der Ort hat Anschluss an das Radverkehrsnetz NRW.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Katholische Pfarrkirche St. Lucia, als Denkmal Nr. 12
  • Buntverglasung in der Pfarrkirche St. Lucia

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Freiwillige Feuerwehr Selfkant, Löscheinheit Höngen-Saeffelen
  • St. Sebastianus Schützenbruderschaft Saeffelen
  • Sport Verein Höngen-Saeffelen 1996 e.V.
  • Musikverein St. Gregorius Saeffelen
  • Spielmannszug Saeffelen 1921 e.V.
  • Pfarrcaecilienchor St. Lucia Saeffelen
  • Sozialverband VdK Deutschland – Ortsverband Selfkant betreut Saeffelen

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vogelschuss der Bruderschaft
  • Patronatsfest und Kirmes
  • St. Martin-Umzug in Saeffelen
  • Oktoberfest

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Autobahnanbindung

BAB Streckenabschnitt Anschlussstelle Entfernung
A 46 Heinsberg – Düsseldorf AS Heinsberg 15 km
A 44 Aachen – Mönchengladbach AS Aldenhoven 30 km
A 4 Aachen – Köln AS Weisweiler 40 km

Bahnanbindung

Ab Bahnhof Geilenkirchen (ca. 15 km Entfernung)

Linie Linienbezeichnung Linienverlauf
RE 4 Wupper-Express AachenMönchengladbachDüsseldorfDortmund
RB 33 Rhein-Niers-Bahn AachenMönchengladbachKrefeldDuisburg
RB 20 Euregiobahn AachenGeilenkirchen

Straßennamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Bäderweg, Am Bilderweg, Am Dorfanger, Am Steincleef, An der Raderstraße, Breberener Straße, Friedhofstraße, Grenzstraße, Heinsberger Straße, Kirchweg, Lindenstraße, Pfarrer-Jäger-Straße, Selfkantstraße, Weidenstraße, Zum Schützenbruch

Söhne Saeffelens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilhelm Cleven (1893–1983), Weihbischof von Köln
  • Willi Otten, Bürgermeister der Gemeinde Selfkant bis 2004

Kurioses[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Rurtal Trio, nach eigener Darstellung „eines der ganz wenigen Zwei-Mann-Trios auf der Welt und Fachkräfte für Comedy und Realsatire“, machte Saeffelen bekannt, weil es seine Programme dort ansiedelt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Handbuch des Bistums Aachen. 3. Auflage. Kühlen, Mönchengladbach 1994, ISBN 3-87448-172-7, S. 693f.
  • Leo Gillessen: Die Ortschaften des Kreises Heinsberg, ISBN 3-925620-13-3, S. 253
  • Leo Gillessen: Zur Ortsnamen- und Siedlungskunde des südlichen Selfkantkreises, in: Heimatkalender 1971, S. 41–50
  • Friedrich von Restorff: Topographisch-Statistische Beschreibung der Königlich Preußischen Rheinprovinz. Nicolai, Berlin und Stettin 1830

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Saeffelen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Deutsche Grundkarte 1:5000
  2. http://www.selfkant.de/component/content/article/80-buergerservice/93-zahlen-fakten.html
  3. http://www.lanuv.nrw.de/fileadmin/lanuv/wasser/pdf/Gewaesserverzeichnis%20GSK3C.xls
  4. http://www.lanuv.nrw.de/wasser/pdf/GSK3B_Gebietsverzeichnis.pdf
  5. http://www.kirche-selfkant.de/cms/pages/kirchen/saeffelen.php
  6. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 101.