Sagelat

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Sagelat
Wappen von Sagelat
Sagelat (Frankreich)
Sagelat
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Dordogne
Arrondissement Sarlat-la-Canéda
Kanton Vallée Dordogne
Gemeindeverband Vallée de la Dordogne et Forêt Bessède
Koordinaten 44° 47′ N, 1° 1′ OKoordinaten: 44° 47′ N, 1° 1′ O
Höhe 65–219 m
Fläche 7,57 km2
Einwohner 306 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 40 Einw./km2
Postleitzahl 24170
INSEE-Code

Pfarrkirche Saint-Victor

Sagelat (okzitanisch: gleichlautend) ist ein Ort und eine südwestfranzösische Gemeinde (commune) mit 306 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) in der alten Kulturlandschaft des Périgord im Département Dordogne im Nordosten der Region Aquitanien.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Sagelat liegt auf einem Hügel im Périgord Noir in einer Höhe von ca. 100 m ü. d. M. und etwa 34 Kilometer (Fahrtstrecke) südwestlich von Sarlat-la-Canéda; Pays de Belvès befindet sich etwa drei Kilometer südlich. Zur Gemeinde gehören auch mehrere Einzelgehöfte.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2012
Einwohner 261 253 302 300 325 348 330
Quelle: Cassini und INSEE

Im 19. Jahrhundert lag die Einwohnerzahl der Gemeinde meist deutlich über bei etwa 500 Personen. Die Reblauskrise im Weinbau und der Verlust von Arbeitsplätzen durch die Mechanisierung der Landwirtschaft führten zu einem kontinuierlichen Bevölkerungsrückgang, dessen Tiefpunkt möglicherweise in den 1960er und 1970er Jahren erreicht wurde.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis in die heutige Zeit spielt die Landwirtschaft die größte Rolle im Wirtschaftsleben der Gemeinde. Der hier betriebene Weinbau ist jedoch nach der Reblauskrise gänzlich aufgegeben worden. Tabak und Mais sind ebenfalls auf dem Rückzug – stattdessen dominieren Wälder, Felder und Weiden, aber auch Walnuss-, Esskastanien- und Obstbäume die Region. Auch Gänseleberpastete und Trüffel zählen zu den regionalen Spezialitäten. Einige leerstehende Häuser werden als Ferienwohnungen (gîtes) vermietet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort entstand auf dem Gebiet einer gallorömischen Landgutes (villa rustica). Einer lokalen Überlieferung zufolge wurde die örtliche Quelle bereits vom aquitanischen Herzog Waifar (reg. 745–768) auf der Flucht vor den Soldaten Pippins des Jüngeren aufgesucht. Im ausgehenden 11. Jahrhundert entstand in der Nähe die Benediktinerabtei Fongauffier, die jedoch im Verlauf der Französischen Revolution aufgelöst und abgerissen wurde. Um die Abtei herum bildete sich im Laufe von Jahrhunderten der heutige Ort.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fontaine de Fontgauffier
  • Die schmucklose romanische Pfarrkirche Saint-Victor mit ihrem einfachen Glockengiebel stammt möglicherweise noch aus dem 11. Jahrhundert; sie wurde jedoch im 12. Jahrhundert überarbeitet und erhielt eine Ostpartie in Form eines Dreikonchenchors. Das einschiffige Innere und das Querhaus sind tonnengewölbt; über der Vierung spannt sich ein Kreuzgratgewölbe; die kleine Apsis ist kalottengewölbt. Zwei schöne figürliche romanische Kapitelle befinden sich am Übergang vom Langhaus zur Vierung. Eine behutsame Restaurierung im 20. Jahrhundert machte sie zu einem kleinen Schmuckstück ländlicher Romanik.
  • Auf dem Gemeindegebiet befanden sich seit dem ausgehenden Mittelalter mehrere Wassermühlen; das Gemeindewappen erinnert daran.
  • Ein auf Arkadenbögen ruhendes Taubenhaus (pigeonnier) ist ebenfalls sehenswert.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sagelat – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien