Sagrado

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Sagrado
Wappen
Sagrado (Italien)
Sagrado
Staat Italien
Region Friaul-Julisch Venetien
Koordinaten 45° 53′ N, 13° 29′ OKoordinaten: 45° 52′ 30″ N, 13° 29′ 0″ O
Höhe 32 m s.l.m.
Fläche 14 km²
Einwohner 2.181 (31. Dez. 2019)[1]
Postleitzahl 34078
Vorwahl 0481
ISTAT-Nummer 031017
Schutzpatron Hl. Nikolaus
Website Sagrado

Sagrado (vollständiger Name: Sagrado d’Isonzo; Sagrât auf Furlanisch; Zagraj auf slowenisch) ist eine Gemeinde mit 2181 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019) in der norditalienischen Region Friaul-Julisch Venetien.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sagrado liegt am linken Ufer des Flusses Isonzo am Fuße des Monte San Michele auf dem Karst und umfasst vier Ortsteile: Peteano, Poggio Terza Armata (veraltet: Sdraussina/Sdraučina), San Martino del Carso (slow. Vrk), Stazione Gradisca-San Martino. Nachbargemeinden sind Doberdò del Lago, Farra d’Isonzo, Fogliano Redipuglia, Gradisca d’Isonzo und Savogna d’Isonzo.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Monte San Michele (275 m s.l.m.) war im Ersten Weltkrieg ein schwer umkämpfter Hügel an der Isonzofront. Am 7. August 1916 gelang es italienischen Truppen im Laufe der Sechsten Isonzoschlacht nach wiederholten Versuchen die Erhebung einzunehmen. Die in den Karstfelsen gesprengten Kasematten sind noch vorhanden, museal aufbereitet worden und können besichtigt werden, so die Gen.-Lukacich-Höhle, der Schönburg-Tunnel und die Galleria della Terza Armata. Unterhalb eines Vorsprungs, von dem aus die österreichisch-ungarischen Truppen das Isonzo-Tal und die Stadt Görz kontrollierten, lag der Schützengraben der ersten Frontlinie der Italiener, gegen den am Morgen des 29. Juni 1916 ein Gasangriff erfolgte,[2][3] dem rund 7.000 Italiener zum Opfer fielen und 2.500 sofort das Leben kostete.[4]

Der Ortsteil Poggio Terza Armata (übersetzt „Stützpunkt 3. Armee“) liegt im Osten von Sagrado in einem engen flachen Streifen zwischen dem Isonzo und dem Karst unterhalb vom Monte San Michele. Bis nach dem Ersten Weltkrieg hieß der Ort noch Sdraussina bzw. Sdraučina, was auf slawisch-keltische Wurzeln deutet. Umbenannt wurde er während des Faschismus zum Gedenken an das während der Isonzoschlachten hier liegende Hauptquartier der italienischen 3. Armee.

San Martino del Carso ist ein Dorf auf dem Karstplateau, das während der Kampfhandlungen stark beschädigt wurde. Die völlig zerstörte Kirche wurde 1925 an derselben Stelle wiedererrichtet.

Im Ortsteil Paetano verübten Rechtsterroristen der Organisation Ordine Nuovo am 31. Mai 1972 einen Autobombenanschlag, bei dem drei Carabinieri starben. Die Ermittlungsbehörden verdächtigten zunächst die linksradikale Gruppe Lotta Continua, während sie Hinweise auf rechtsextreme Täter ignorierten. Erst 1984 bekannte sich der Neofaschist Vincenzo Vinciguerra zur Täterschaft. Dabei berichtete er auch von Verbindungen zwischen Ordine Nuovo und dem italienischen Militärgeheimdienst SID, was zur späteren Aufdeckung des Gladio-Netzwerks beitrug.[5]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Monte San Michele wird namentlich erwähnt im Gedicht Sono una creatura des italienischen Dichters Giuseppe Ungaretti, der als Soldat hier kämpfte. Ein weiteres Gedicht von ihm ist nach dem Ort San Martino del Carso benannt.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit den Städten Branik in Slowenien und Győrság in Ungarn besteht eine Städtepartnerschaft. Ebenso besteht eine Partnerschaft mit der Gemeinde Poggersdorf in Kärnten.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2019.
  2. Hintergrund zu den „Friedenspfaden“. Fremdenverkehrsverein Fogliano (italienisch) abgerufen am 6. Januar 2008
  3. Monte Grappa, Italy’s Thermopylae (englisch) abgerufen am 6. Januar 2008
  4. Gas am San Michele. (italienisch) abgerufen am 6. Januar 2008
  5. Anna Cento Bull: Italian Neofascism. The Strategy of Tension and the Politics of Nonreconciliation. Berghahn Books, New York/Oxford 2007, S. 54–56.