Said Afandi al-Tschirkawi

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Scheich Said Afandi al-Tschirkawi (awar. ЧӀикӀаса СагӀид афанди; russ. Саид афанди Чиркейский Said Afandi Tschirkejski; geb. 1937 in Tschirkei (russ. Чиркей), Rajon Buinaksk, Dagestanische ASSR, RSFSR, UdSSR; gest. 2012 ebenda, Dagestan, RF), auch in der Schreibung Said Afandi al-Chirkawi, war eine der angesehensten Persönlichkeiten der Muslime Dagestans. Er war ein bedeutender Sufi-Gelehrter und Murshid (spiritueller Meister oder "Murshid Kamil") der Naqschbandīya- und Schādhilīya-Tariqas in Dagestan, Russland. Er war ein Rechtsgelehrter der schafiitischen Rechtsschule (madhhab). Er starb durch eine Bombe einer weiblichen Selbstmordattentäterin in der Ortschaft Tschirkei im Westen der russischen Teilrepublik. Bei dem Terrorakt in Tschirkei kamen mehrere weitere Personen ums Leben. Er war Vertreter einer moderaten Richtung des Islams, der sich vor dem Hintergrund zunehmender radikaler Strömungen für eine Zusammenarbeit mit den russischen Behörden eingesetzt hatte.[1] Scheich Said Azajew betrieb im Dorf Tschirkei das Islamische Institut Nurul Irschad.[2] Der vor ihm ermordete Rektor des Instituts für Theologie und Internationale Beziehungen in Machatschkala Maksud Sadikow (1963–2011), der sich entschieden gegen den Wahhabismus ausgesprochen hatte,[3] war einer seiner Anhänger.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Über das Verbot wahhabitischer oder anderer extremistischer Aktivitäten auf dem Gebiet der Republik Dagestan (O saprete wachchabitskoi i inoi ekstremistskoi deiatelnosti na territorii Respubliki Dagestan / О запрете ваххабитской и иной экстремистской деятельности на территории Республики Дагестан / wiss. O zaprete vachchabitskoj i inoj ėkstremistskoj dejatel'nosti na territorii Respubliki Dagestan)[4] (1999)
  • Naqshbandi-Kuftariya[5]
  • Ahmad Kuftaru
  • Achmad Magomedowitsch Abdulajew

Einzelnachweise und Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. spiegel.de: Kaukasus: Selbstmordanschlag und Amoklauf erschüttern Dagestan (28.08.2012) - abgerufen am 14. November 2017
  2. Vgl. Kaflan Khanbabaev: "Islam and Islamic radicalism in Dagestan", S.82 ff., Anm. 39, in: Radical Islam in the Former Soviet Union, herausgegeben von Galina M. Yemelianova. 2010 (Online-Teilansicht)
  3. bpb.de: Chronologie der Ereignisse vom 17. bis 30. Juni 2011 in Russland - abgerufen am 14. November 2017
  4. Vgl. kavkaz-uzel.eu - abgerufen am 14. November 2017
  5. Die Naqshbandi-Kuftariya-Bewegung ist wahrscheinlich Syriens größte und mächtigste islamische Gruppierung. (Line Khatib: Syria's Islamic Movement and the Current Uprising: Political Acquiescence, Quietism, and Dissent: „It is probably Syria’s largest and most powerful Islamic group.“)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Galina Yemelianova: Islam, nationalism and state in the Muslim Caucasus. 2015 (tandfonline.com)
  • Galina M. Yemelianova (Hrsg.): Radical Islam in the Former Soviet Union. 2010
  • Jocelyne Cesari (Hrsg.): The Oxford Handbook of European Islam (Oxford Handbooks in Religion and Theology). 2014 (Online-Teilansicht)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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