Saint-Armou

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Saint-Armou
Saint-Armou (Frankreich)
Saint-Armou
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Pyrénées-Atlantiques
Arrondissement Pau
Kanton Pays de Morlaàs et du Montanérès
Gemeindeverband Nord Est Béarn
Koordinaten 43° 25′ N, 0° 18′ WKoordinaten: 43° 25′ N, 0° 18′ W
Höhe 178–310 m
Fläche 12,38 km2
Einwohner 636 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 51 Einw./km2
Postleitzahl 64160
INSEE-Code
Website www.mairie-de-saint-armou.fr

Rathaus von Saint-Armou

Saint-Armou ist eine französische Gemeinde mit 636 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Pyrénées-Atlantiques in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Pau und zum Kanton Pays de Morlaàs et du Montanérès (bis 2015: Kanton Morlaàs).

Der Name der Gemeinde geht vermutlich auf einen heiligen Romanus zurück. Es gab mehrere Personen dieses Namens, einen im 4. Jahrhundert in Blaye gestorbenen Märtyrer und einen Bischof in Rouen im 7. Jahrhundert.[1]

Die Bewohner werden Saint-Armouais und Saint-Armouaises genannt.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saint-Armou liegt ca. 20 km nördlich von Pau in der historischen Provinz Béarn.

Umgeben wird der Ort von den Nachbargemeinden:

Astis Lasclaveries
Navailles-Angos Nachbargemeinden Barinque
Saint-Castin
Bernadets
Anos

Saint-Armou liegt im Einzugsgebiet des Flusses Adour.

Der Luy de France durchquert das Gebiet der Gemeinde zusammen mit seinen Nebenflüssen,

  • dem Lau und seinen Nebenflüssen,
    • dem gleichnamigen Lau und
    • dem Ruisseau de Caumaubère, und
  • dem Balaing.[3]
Blick auf das Zentrum von Saint-Armou

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Antike Mosaiken, die auf dem Gemeindegebiet gefunden wurden, belegen eine Besiedelung bereits in der gallorömischen Zeit. 1371 ist das Dorf in den Schriften erstmals erwähnt worden. Bei der Volkszählung des Béarn im Jahre 1385 wurden in Saint-Armou zwölf Haushalte gezählt. Der Grundherr unterstand dem Baronat von Navailles. Er besaß eine Wassermühle über dem Luy de France, bei der die Bauern ihr Getreide mahlen mussten. Mit der Französischen Revolution und dem Wegfall dieses Privilegs bauten die Saint-Armouais ihre eigene Mühle.[2][1]

Toponyme und Erwähnungen von Saint-Armou waren:

  • Sent-Arromaa (1371 und 1385, Verträge des Notars Luntz, Blatt 14 bzw. Volkszählung im Béarn),
  • Sanct-Armoo, Sainct-Harmon, Sent-Hermo, Sanct-Aramon und Saint-Armon (1538 bei den beiden ersten Formen, 1542, 1546 bzw. 1683, réformation de Béarn, Manuskriptsammlung des 16. bis 18. Jahrhunderts),
  • Saint Amont (1750, Karte von Cassini),
  • Saint Armon (1793, Notice Communale),
  • Saint-Armon (1801, Bulletin des Lois) und
  • Saint-Armou (1863, Dictionnaire topographique du département des Basses-Pyrénées).[1][4][5][6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach ersten Höchstständen der Einwohnerzahl von rund 750 in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts reduzierte sich die Zahl in der Folgezeit bei kurzen Erholungsphasen bis zu den 1960er Jahren auf rund 320 Einwohner. Seitdem ist ein nennenswerter Wachstumstrend zu verzeichnen.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2009 2016
Einwohner 352 319 350 436 502 512 566 596 636
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 2006,[6] INSEE ab 2009[7]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Saint-Laurent
  • Pfarrkirche, gewidmet Laurentius von Rom. Das Langhaus der im 14. Jahrhundert errichteten Kirche mit einem Haupt- und zwei Seitenschiffen wird durch eine fünfwandige Apsis abgeschlossen. Am anderen Ende des Gebäudes besitzt die Kirche einen Glockenturm mit zwei Glocken aus den Jahren 1730 und 1851. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts ist das Gebäude vergrößert und restauriert worden, wie die Jahreszahl „1789“ auf dem Schlussstein über dem südlichen Eingang belegt. Im 19. Jahrhundert erfolgte ein weiterer Umbau. Der Altar in Form eines Sarkophags ist aus weißem und grauem Marmor und datiert aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Er ist abgeschrägt und seine Seiten bieten Platz für Kredenzen. Der Tabernakel, vermutlich aus dem späten 17. Jahrhundert, illustriert in einem Relief Jesus als Ecce homo. Statuetten, die aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts datieren und möglicherweise ursprünglich zu einem anderen Altaraufsatz gehörten, flankieren den Tabernakel. Links von dem Schrein wird ein Bischof dargestellt, rechts ein offensichtlich Heiliger, der ein Buch hält, auf dem linken Flügel Petrus und auf dem rechten Flügel Paulus. Auf dem Tabernakel befindet sich ein Tabor. Weitere Einrichtungsgegenstände der Kirche stammen aus dem 17. bis 19. Jahrhundert und sind als nationale Kulturgüter registriert.[8][9]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landwirtschaft ist der wichtigste Wirtschaftsfaktor der Gemeinde.

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2015[10]
Gesamt = 69

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Vor- und Grundschule mit 58 Schülerinnen und Schülern im Schuljahr 2017/2018.[11]

Karpfen

Sport und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der See, den sich Saint-Armou mit der Nachbargemeinde Anos teilt, hat eine Oberfläche von 15 Hektar. Er hat eine Population von Karpfen, Rotaugen, Rotfedern, Karauschen, Aalen, Zander und Barschen, deren Befischung reglementiert ist.[12]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saint-Armou wird durchquert von den Routes départementales 39, 206 und 706.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Saint-Armou – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Histoire de la commune (fr) Gemeinde Saint-Armou. Abgerufen am 17. November 2017.
  2. a b Saint-Armou (fr) visites.aquitaine.fr. Archiviert vom Original am 18. November 2017. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 17. November 2017.
  3. Ma commune : Saint-Armou (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 17. November 2017.
  4. Paul Raymond: Dictionnaire topographique du département des Basses-Pyrénées (fr) In: Dictionnaire topographique de la France. Imprimerie nationale. S. 145. 1863. Abgerufen am 17. November 2017.
  5. David Rumsey Historical Map Collection France 1750 (en) David Rumsey Map Collection: Cartography Associates. Abgerufen am 17. November 2017.
  6. a b Notice Communale Saint-Armou (fr) EHESS. Abgerufen am 17. November 2017.
  7. Populations légales 2014 Commune de Saint-Armou (64470) (fr) INSEE. Abgerufen am 17. November 2017.
  8. Église Saint-Laurent (fr) visites.aquitaine.fr. Archiviert vom Original am 18. November 2017. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 17. November 2017.
  9. Eglise paroissiale Saint-Laurent (fr) Ministerium für Kultur und Kommunikation. Abgerufen am 17. November 2017.
  10. Caractéristiques des établissements en 2015 Commune de Saint-Armou (64470) (fr) INSEE. Abgerufen am 17. November 2017.
  11. École maternelle et élémentaire (fr) Nationales Bildungsministerium. Abgerufen am 17. November 2017.
  12. Bassin versant des luys - Lac d’Anos (fr, PDF) Association Le Pesquit. Abgerufen am 17. November 2017.