Saint-Bonnet-en-Bresse

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Saint-Bonnet-en-Bresse
Saint-Bonnet-en-Bresse (Frankreich)
Saint-Bonnet-en-Bresse
Region Bourgogne-Franche-Comté
Département Saône-et-Loire
Arrondissement Louhans
Kanton Pierre-de-Bresse
Gemeindeverband Canton de Pierre-de-Bresse
Koordinaten 46° 50′ N, 5° 9′ OKoordinaten: 46° 50′ N, 5° 9′ O
Höhe 182–197 m
Fläche 17,60 km²
Einwohner 475 (1. Jan. 2013)
Bevölkerungsdichte 27 Einw./km²
Postleitzahl 71310
INSEE-Code

Saint-Bonnet-en-Bresse ist eine französische Gemeinde im Département Saône-et-Loire in der Region Bourgogne-Franche-Comté. Sie gehört zum Arrondissement Louhans und zum Kanton Pierre-de-Bresse. Die Gemeinde hat 475 Einwohner (Stand 1. Januar 2013).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Arrondissement Louhans mit seinen drei Kantonen seit 2015 (oben hellgelb: Kanton Pierre-de-Bresse, Mitte dunkelgelb: Kanton Louhans, unten hellgrün: Kanton Cuiseaux). Beim Überfahren mit dem Mauszeiger der einzelnen Gemeinden erscheint deren Name, beim Anklicken öffnet sich der entsprechende Wikipedia-Artikel. Rot markiert ist die Gemeinde, die auf dieser Seite beschrieben wird.
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Charette-Varennes Pierre-de-Bresse La Chapelle-Saint-Sauveur Dampierre-en-Bresse La Racineuse Saint-Didier-en-Bresse Toutenant FrontenardSaint-Bonnet-en-Bresse mit seinen Nachbarorten
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Die Gemeinde liegt in der Landschaft der Bresse, an der Departementsstraße D996[1], die sie in Nord-Süd-Richtung durchzieht und Frontenard mit Mervans verbindet. Mit seiner westlichen Grenze stößt die Gemeinde an das Arrondissement Chalon-sur-Saône. In Süd-Nord-Richtung fließt das Flüsschen Guyotte[2] östlich des Bourgs vorbei, um anschließend in zahllosen Windungen Richtung Quintin zu fließen. In der Gemeinde entspringt zudem der Ruisseau de Mervins[3]. Der Ruisseau d’d’Aloise[4] und der Ruisseau de Grange[5] münden in die Guyotte. Der Ort liegt an der Bahnlinie Seurre – Louhans und besitzt einen eigenen Bahnhof. Der Ort ist nur schwach bewaldet, lediglich im Bereich der südwestlichen Gemeindegrenze finden sich größere Waldstücke, dazu auch recht große Flächen von Pappelplantagen. Zur Gemeinde gehören folgende Weiler und Fluren: Crochère, Donzeaux, Gonthier, Grande-Rue, Grand-Flais, Grand-Taperey, Mirebelle, Petit-Taperey, Petits-Flais, Recule, Varenne, Vernes, Vernes-Guyottes[6].

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima in Saint-Bonnet-en-Bresse ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die effektive Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger ist Cfb. Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 11.0 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 798 mm.

Saint-Bonnet-en-Bresse
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
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Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: climate-data.org
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Saint-Bonnet-en-Bresse
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 4,8 6,9 12,4 16,0 20,1 23,4 25,6 25,2 21,7 15,6 9,5 5,3 Ø 15,6
Min. Temperatur (°C) -1,0 -0,2 2,6 5,6 9,1 12,5 14,4 14,0 11,4 6,9 3,2 0,2 Ø 6,6
Temperatur (°C) 1,9 3,3 7,5 10,8 14,6 17,9 20,0 19,6 16,5 11,2 6,3 2,7 Ø 11,1
Niederschlag (mm) 61 58 55 56 77 76 58 77 76 64 75 65 Σ 798
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Bahnhof

Toponymie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten Erwähnungen von Orten in der Gemeinde gehen zurück auf das 6. Jahrhundert und gehören damit zu den ältesten dokumentierten Erwähnungen in der Bresse. Thapariacum (heute: Grand-Taperey) wird 561 erwähnt, 563 erscheint Blaicum (heute: Grands-Flais).

Der Ort selbst wird erstmals 1190 als Stagnum Sancti-Boneti (lateinisch stagnum = Teich, Weiher oder Étang) genannt. 1270 wird der Ort als Saint Bonnost, 1326 als Sambonot bezeichnet. Seit 1844 trägt er die Bezeichnung Saint-Bonnet-en-Bresse[7]. Beim Heiligen, auf den sich der Name bezieht, handelt es sich um Bonitus von Clermont[8]. Nach der Revolution trug die Gemeinde den Namen Bonnet-sur-Guyotte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt an der alten Römerstraße, vie gravée, die von Verdun-sur-le-Doubs nach Poligny führte. Bei Saint-Bonnet-en-Bresse überquerte sie die Guyotte, setzte sich über Mirbel, Petit-Taperey nach La Chapelle-Saint-Sauveur fort, um schließlich Bellevesvre zu erreichen. Eine weitere Verbindung zog sich von Saint-Bonnet-en-Bresse nach Terrans und weiter nach Pierre-de-Bresse.

In Petit-Taperey bestand ein Fachwerkhaus mit Galerie, Graben und Zugbrücke. Dort pflegten die Herzöge von Burgund zu jagen und das Haus wird als Schloss bezeichnet. Sowohl Grand-Taperey als auch Les Flais waren eigene Herrschaften und Gerichtsbarkeiten.

Ritter Milon de Sennecey schenkte 1270 die Erträge aus dem Wald von Saint-Bonnet den Benediktinern von Saint-Pierre in Chalon-sur-Saône, die diese wiederum dem Pfarrer von Saint-Bonnet-en-Bresse abtraten. Später gehörte die Herrschaft wechselnden Familien, 1372 Marquet de Saubiez, Vogt und Steuereinnehmer von Montmorot, er besaß unter anderen auch die Herrschaft La Faye bei Saint-Germain-du-Bois. Später waren die Boutons Herren von Saint-Bonnet, 1479 schenkte sie der König an Jean de Saubiez de Frontenay, Notar von Sagy und Louhans zur Nutzniessung durch ihn und seinen ältesten Sohn. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bis zur Revolution gehörte die Herrschaft und die Gerichtsbarkeit Philibert-Bernard Gagne de Perrigny, Herr von Louhans und zahlreichen weiteren Orten, anschließend Bénigne Legoux und Louis Barnabé de Baudéon, Grafen von Parabère, seinen Schwiegersöhnen. Ritter François Esmonin, Präsident auf Lebenszeit des Gerichtshofes von Besançon wurde Herr von Aloise und Petit-Taperey.

Die Kapelle des Saint-Bonnet ist schon lange zerstört, die Dorfkirche ist der Heiligen Maria Magdalena geweiht, in Flais besteht noch eine Kapelle, die dem Heiligen Benedikt geweiht ist. Gegen Rheuma pflegte man an einer Quelle, rund 200 Meter südlich der Kirche, zum Heiligen Maurus zu beten[9]. Eine Mühle ist seit 1550 belegt, sie war noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Betrieb. Der Jahrmarkt von Saint-Bonnet ist seit dem 17. Jahrhundert bekannt, der Marché du muguet (Maiglöckchen-Markt) ist ebenfalls berühmt.

Die erste Mairie wurde 1827 erbaut, 1869 wurde sie neu aufgebaut, zusammen mit einem Klassenzimmer. Seit 1871 verfügte Saint-Bonnet über eine Bahnstation an der Linie Chalon-sur-Saône – Dole. Man sieht noch den Kamin einer Pumpstation, an der die Dampflokomotiven mit Wasser versorgt wurden. 1883 wurde die Linie DijonBourg-en-Bresse eröffnet, wodurch Saint-Bonnet zu einem Eisenbahnknotenpunkt wurde und sich vorwiegend um den Bahnhof entwickelte. Ein schönes Hotel-Restaurant besteht noch heute. In den 1950er Jahren wurde die Linie Chalon-Dole und der Bahnhof geschlossen. Die heutige Mairie befindet sich im alten Pfarrhaus, 1988 bestanden noch rund 40 Landwirtschaftsbetriebe.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
(Quelle: [10])
1793 1800 1821 1831 1841 1851 1861 1872 1881 1886 1891 1901 1911 1921 1931 1946 1962 1975 1982 1990 1999 2006 2011
793 1171 1211 1252 1222 1241 1172 1207 1235 1260 1250 1260 1253 1083 1047 1010 813 571 459 430 418 452 470
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Kirche von Saint-Bonnet-en-Bresse
Hauptstraße Saint-Bonnet-en-Bresse
Ziegelsteinhaus

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dorf gibt es unter anderem eine Kirche (Maria Magdalena geweiht), eine Mairie (Gemeindehaus), eine Grundschule (éecole maternelle et élémentaire publique), eine Bäckerei, elf Landwirtschaftsbetriebe (davon ein Betrieb für Bressehühner). Als AOC-Produkte sind in Saint-Bonnet-en-Bresse Volaille de Bresse[11] und Dinde de Bresse[12] zugelassen.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde besteht eine École primaire (École maternelle und École élémentaire), die der Académie de Dijon[13] untersteht und von 32 Kindern besucht wird. Für die Schule gilt der Ferienplan der Zone A[14].

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Marché du Muguet, jeweils am 1. Mai[15]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claude Courtépée (1721–1781): Description historique et topographique du Duché de Bourgogne. Band 5. Chez Causse, Dijon 1780 (französisch, Google Books).
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Histoire de la Bresse Louhannaise. Bd. 1, Louhans 1897.
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Armoiries et familles nobles de la Bresse louhannaise: armoiries ouvrières, armoiries particulières et de familles. Vve L. Romand, Louhans 1909 (französisch, gallica).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Saint-Bonnet-en-Bresse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Saint-Bonnet-en-Bresse. auf INSEE. Institut national de la statistique et des études économiques, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Saint-Bonnet-en-Bresse. im Verzeichnis der Gemeinden Frankreichs. Abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Saint-Bonnet-en-Bresse. in der Base Mérimée. Ministère de la Culture, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Saint-Bonnet-en-Bresse. in Archives départementales. Département Saône-et-Loire, abgerufen am 21. Januar 2016 (französisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Départementsstrasse D996. auf routes.wikia.com. Abgerufen am 2. April 2015 (französisch).
  2. La Guyotte, Länge 41.1 km, Zufluss zum Doubs, Quelle bei 46° 43′ 7″ N, 5° 14′ 26,9″ O in Saint-Usuge auf ca. 205 m, Mündung bei 46° 56′ 25,1″ N, 5° 8′ 26,9″ O in Navilly auf ca. 175 m, La Guyotte auf sandre.eaufrance.fr
  3. Ruisseau de Mervins, Länge 5,4 km, Zufluss zu La Guyotte, Quelle bei 46° 52′ 6,2″ N, 5° 8′ 59,3″ O in Saint-Bonnet-en-Bresse auf ca. 186 m, Mündung bei 46° 54′ 29,5″ N, 5° 9′ 12,6″ O in Frontenard auf ca. 177 m, Ruisseau de Mervins auf sandre.eaufrance.fr
  4. Ruisseau d’d’Aloise, Länge 8,3 km, Zufluss zu Guyotte, Quelle bei 46° 50′ 16,4″ N, 5° 15′ 55,8″ O in La Chapelle-Saint-Sauveur auf ca. 210 m, Mündung bei 46° 51′ 25,9″ N, 5° 10′ 49,4″ O in Saint-Bonnet-en-Bresse auf ca. 181 m, Ruisseau d’d’Aloise auf sandre.eaufrance.fr
  5. Ruisseau de Grange, Länge 5,7 km, Zufluss zur Guyotte, Quelle bei 46° 49′ 22,4″ N, 5° 14′ 44,5″ O in La Chaux auf ca. 205 m, Mündung bei 46° 50′ 30,8″ N, 5° 11′ 34,8″ O in Saint-Bonnet-en-Bresse auf ca. 181 m, Ruisseau de Grange auf sandre.eaufrance.fr
  6. Saint-Bonnet-en-Bresse. im Dictionnaire Topographique de Saône-et-Loire. Comité des Travaux Historiques et Scientifiques, abgerufen am 2. April 2015 (PDF, Suchbegriff: Ctrl+F Saint-Bonnet-en-Bresse).
  7. Saint-Bonnet-en-Bresse. im Dictionnaire topographique de la France. Comité des Travaux Historiques et Scientifiques, abgerufen am 4. April 2015 (französisch).
  8. Joachim Schäfer: Bonitus von Clermont. im Ökumenischen Heiligenlexikon. 2014, abgerufen am 4. April 2015 (deutsch).
  9. Joachim Schäfer: Maurus von Subiaco. im Ökumenischen Heiligenlexikon. Abgerufen am 5. April 2015.
  10. Einwohnerstatistik auf cassini.ehess.fr. Abgerufen am 28. März 2015 (französisch).
  11. Poulet de Bresse. auf INAO, L'Institut national de l'origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  12. Dinde de Bresse. auf INAO, L'Institut national de l'origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  13. Homepage der Académie de Dijon. Abgerufen am 10. Januar 2016 (französisch).
  14. Ferien- und Feiertagsplan der Zone A. Saint-Bonnet-en-Bresse. Abgerufen am 10. Januar 2016 (französisch).
  15. Didier Poirot: Au bon marché du muguet. Journal de Saône-et-Loire, 12. April 2012, abgerufen am 5. April 2015 (französisch).