Saint-Bonnet-en-Bresse

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Saint-Bonnet-en-Bresse
Saint-Bonnet-en-Bresse (Frankreich)
Saint-Bonnet-en-Bresse
Region Burgund
Département Saône-et-Loire
Arrondissement Louhans
Kanton Pierre-de-Bresse
Gemeindeverband Canton de Pierre-de-Bresse.
Koordinaten 46° 50′ N, 5° 9′ O46.83255.1561111111111Koordinaten: 46° 50′ N, 5° 9′ O
Höhe 182–197 m
Fläche 17,60 km²
Einwohner 472 (1. Jan. 2012)
Bevölkerungsdichte 27 Einw./km²
Postleitzahl 71310
INSEE-Code
.

Saint-Bonnet-en-Bresse ist eine französische Gemeinde im Département Saône-et-Loire in der Region Burgund. Sie gehört zum Arrondissement Louhansund zum Kanton Pierre-de-Bresse. Die Gemeinde hat 472 Einwohner (Stand 1. Januar 2012).

Geografie[Bearbeiten]

Lage der Gemeinde im Arrondissement Louhans
Charette-Varennes Pierre-de-Bresse La Chapelle-Saint-Sauveur (Saône-et-Loire) Dampierre-en-Bresse La Racineuse fr:Saint-Didier-en-Bresse fr:Toutenant FrontenardSaint-Bonnet-en-Bresse mit seinen Nachbarorten
Über dieses Bild

Die Gemeinde liegt in der Landschaft der Bresse, an der Départementsstraße D996[1], die sie in Nord-Süd-Richtung durchzieht und Frontenard mit Mervans verbindet. Mit seiner westlichen Grenze stößt die Gemeinde an das Arrondissement Chalon-sur-Saône. In Süd-Nord-Richtung fließt das Flüsschen Guyotte östlich des Ortes vorbei, um anschließend in zahllosen Windungen Richtung Quintin zu fließen. In der Gemeinde entspringt zudem der Ruisseau de Mervins[2], und der Ruisseau d’Aloise[3] mündet in die Guyotte. Schließlich mündet auch der Ruisseau de Grange[4] in die Guyotte. Der Ort liegt zudem an der Bahnlinie Seurre - Louhans und besitzt einen eigenen Bahnhof. Der Ort ist nur schwach bewaldet, lediglich im Bereich der südwestlichen Gemeindegrenze finden sich größere Waldstücke, dazu auch recht große Flächen von Pappelplantagen. Zur Gemeinde gehören folgende Weiler und Fluren: Crochère, Donzeaux, Gonthier, Grande-Rue, Grand-Flais, Grand-Taperey, Mirebelle, Petit-Taperey, Petits-Flais, Recule, Varenne, Vernes, Vernes-Guyottes[5].

Klima[Bearbeiten]

Das Klima in Saint-Bonnet-en-Bresse ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb. Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 11.0 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 798 mm.

Saint-Bonnet-en-Bresse
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
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Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: climate-data.org
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Saint-Bonnet-en-Bresse
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 4,8 6,9 12,4 16,0 20,1 23,4 25,6 25,2 21,7 15,6 9,5 5,3 Ø 15,6
Min. Temperatur (°C) -1,0 -0,2 2,6 5,6 9,1 12,5 14,4 14,0 11,4 6,9 3,2 0,2 Ø 6,6
Temperatur (°C) 1,9 3,3 7,5 10,8 14,6 17,9 20,0 19,6 16,5 11,2 6,3 2,7 Ø 11,1
Niederschlag (mm) 61 58 55 56 77 76 58 77 76 64 75 65 Σ 798
T
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Bahnhof

Toponymie[Bearbeiten]

Die ersten Erwähnungen von Orten in der Gemeinde gehen zurück auf das 6. Jahrhundert und gehören damit zu den ältesten dokumentierten Erwähnungen in der Bresse. Thapariacum (heute: Grand-Taperey) wird 561 erwähnt, 563 erscheint Blaicum (heute: Grands-Flais).

Der Ort selbst wird erstmals 1190 als Stagnum Sancti-Boneti (lateinisch stagnum = Teich, Weiher oder Étang) genannt. 1270 wird der Ort als Saint Bonnost, 1326 als Sambonot bezeichnet. Seit 1844 trägt er die Bezeichnung Saint-Bonnet-en-Bresse[6]. Beim Heiligen, auf den sich der Name bezieht, handelt es sich um Bonitus von Clermont[7]. Nach der Revolution trug die Gemeinde den Namen Bonnet-sur-Guyotte.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort liegt an der alten Römerstraße, vie gravée, die von Verdun-sur-le-Doubs nach Poligny führte. Bei Saint-Bonnet-en-Bresse überquerte sie die Guyotte, setzte sich über Mirbel, Petit-Taperey nach La Chapelle-Saint-Sauveur fort, um schließlich Bellevesvre zu erreichen. Eine weitere Verbindung zog sich von Saint-Bonnet-en-Bresse nach Terrans und weiter nach Pierre-de-Bresse.

In Petit-Taperey bestand ein Fachwerkhaus mit Galerie, Graben und Zugbrücke. Dort pflegten die Herzöge von Burgund zu jagen und das Haus wird als Schloss bezeichnet. Sowohl Grand-Taperey als auch Les Flais waren eigene Herrschaften und Gerichtsbarkeiten.

Ritter Milon de Sennecey schenkte 1270 die Erträge aus dem Wald von Saint-Bonnet den Benediktinern von Saint-Pierre in Chalon-sur-Saône, die diese wiederum dem Pfarrer von Saint-Bonnet-en-Bresse abtraten. Später gehörte die Herrschaft wechselnden Familien, 1372 Marquet de Saubiez, Vogt und Steuereinnehmer von Montmorot, er besaß unter anderen auch die Herrschaft La Faye bei Saint-Germain-du-Bois. Später waren die Boutons Herren von Saint-Bonnet, 1479 schenkte sie der König an Jean de Saubiez de Frontenay, Notar von Sagy und Louhans zur Nutzniessung durch ihn und seinen ältesten Sohn. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bis zur Revolution gehörte die Herrschaft und die Gerichtsbarkeit Philibert-Bernard Gagne de Perrigny, Herr von Louhans und zahlreichen weiteren Orten, anschließend Bénigne Legoux und Louis Barnabé de Baudéon, Grafen von Parabère, seinen Schwiegersöhnen. Ritter François Esmonin, Präsident auf Lebenszeit des Gerichtshofes von Besançon wurde Herr von Aloise und Petit-Taperey.

Die Kapelle des Saint-Bonnet ist schon lange zerstört, die Dorfkirche ist der Heiligen Maria Magdalena geweiht, in Flais besteht noch eine Kapelle, die dem Heiligen Benedikt geweiht ist. Gegen Rheuma pflegte man an einer Quelle, rund 200 Meter südlich der Kirche, zum Heiligen Maurus zu beten[8]. Eine Mühle ist seit 1550 belegt, sie war noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Betrieb. Der Jahrmarkt von Saint-Bonnet ist seit dem 17. Jahrhundert bekannt, der Marché du muguet (Maiglöckchen-Markt) ist ebenfalls berühmt.

Die erste Mairie wurde 1827 erbaut, 1869 wurde sie neu aufgebaut, zusammen mit einem Klassenzimmer. Seit 1871 verfügte Saint-Bonnet über eine Bahnstation an der Linie Chalon-sur-Saône – Dole. Man sieht noch den Kamin einer Pumpstation, an der die Dampflokomotiven mit Wasser versorgt wurden. 1883 wurde die Linie DijonBourg-en-Bresse eröffnet, wodurch Saint-Bonnet zu einem Eisenbahnknotenpunkt wurde und sich vorwiegend um den Bahnhof entwickelte. Ein schönes Hotel-Restaurant besteht noch heute. In den 1950er Jahren wurde die Linie Chalon-Dole und der Bahnhof geschlossen. Die heutige Mairie befindet sich im alten Pfarrhaus, 1988 bestanden noch rund 40 Landwirtschaftsbetriebe.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
(Quelle: [9])
1793 1800 1821 1831 1841 1851 1861 1872 1881 1886 1891 1901 1911 1921 1931 1946 1962 1975 1982 1990 1999 2006 2011
793 1171 1211 1252 1222 1241 1172 1207 1235 1260 1250 1260 1253 1083 1047 1010 813 571 459 430 418 452 470
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Kirche von Saint-Bonnet-en-Bresse
Hauptstraße Saint-Bonnet-en-Bresse
Ziegelsteinhaus

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Marché du Muguet, jeweils am 1. Mai[10]

Infrastruktur[Bearbeiten]

Im Dorf gibt es unter anderem eine Kirche (Maria Magdalena geweiht), eine Mairie (Gemeindehaus), eine Grundschule (éecole maternelle et élémentaire publique), eine Bäckerei, elf Landwirtschaftsbetriebe (davon ein Betrieb für Bressehühner). Als AOC-Produkte sind in Saint-Bonnet-en-Bresse Gruyère[11] zugelassen, ferner Volaille de Bresse[12] und Dinde de Bresse[13] (Pute).

Literatur[Bearbeiten]

  • Lucien Guillemaut: Histoire de la Bresse Louhannaise, Bd. 1, S. 402f. Louhans 1897.
  •  Guillemaut, Lucien (1842-1917): Armoiries et familles nobles de la Bresse louhannaise : armoiries ouvrières, armoiries particulières et de familles. Vve L. Romand, Louhans 1909 (Google Books).
  •  Claude Courtépée: Description historique et topographique de Duché de Bourgogne. Band 5, Chez Causse, Dijon 1780 (gallica).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Départementsstrasse D996. auf routes.wikia.com. Abgerufen am 2. April 2015 (französisch).
  2. Ruisseau de Mervins, Länge 5.4 km, Zufluss zur Guyotte, Quelle bei 46° 52' 6" Nord (46.8684°) 5° 8' 59" Est (5.1498°), Mündung in der Gemeinde Navilly
  3. Ruisseau d’Aloise, Länge 8.3 km, Zufluss zu La Guyotte, Quelle bei 46° 50' 16" Nord (46.8379°) 5° 15' 56" Est (5.2655°), Mündung bei Saint-Bonnet-en-Bresse
  4. Ruisseau de Grange, Länge 5.7 km, Zufluss zur Guyotte, Quelle bei 46° 49' 22" Nord (46.8229°) 5° 14' 45" Est (5.2457°), Mündung bei Saint-Bonnet-en-Bresse
  5. Saint-Bonnet-en-Bresse. im Dictionnaire Topographique de Saône-et-Loire. Comité des Travaux Historiques et Scientifiques, abgerufen am 2. April 2015 (PDF, Suchbegriff: <CTRL>-f Saint-Bonnet-en-Bresse).
  6. Saint-Bonnet-en-Bresse. im Dictionnaire topographique de la France. Comité des Travaux Historiques et Scientifiques, abgerufen am 4. April 2015 (französisch).
  7. Joachim Schäfer: Bonitus von Clermont. im Ökumenischen Heiligenlexikon. 2014, abgerufen am 4. April 2015 (deutsch).
  8. Joachim Schäfer: Maurus von Subiaco. im Ökumenischen Heiligenlexikon. Abgerufen am 5. April 2015.
  9. Einwohnerstatistik auf cassini.ehess.fr. Abgerufen am 28. März 2015 (französisch).
  10. Didier Poirot: Au bon marché du muguet. Journal de Saône-et-Loire, 12. April 2012, abgerufen am 5. April 2015 (französisch).
  11. Gruyère. Namensschutz in Frankreich. schweizerbauer.ch, 13. Februar 2013, abgerufen am 20. März 2015 (deutsch).
  12. Poulet de Bresse. auf Annuaire-Mairie.fr. Abgerufen am 22. März 2015 (französisch).
  13. Dinde de Bresse. auf Annuaire-Mairie.fr. Abgerufen am 22. März 2015 (französisch).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Saint-Bonnet-en-Bresse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien